10, 13[1-36] Sommer 1883
13 [1]
Zarathustra’s
Heilige Gelächter.
Der Zeiger rückte, die Uhr meines Lebens holte Athem: nie hörte ich solche Stille um mich: also daß ich erschrak.
Dann sprach es ohne Sprache zu mir: die Stunde kam dir, Erlösung zu predigen von Erlösern.
Noch war euch der Geist keine Sorge und Herzeleid: sauer wohl war eures Lebens Brod, aber noch nicht von Gedanken durchsäuert.
Als Jäger zog Zarathustra aus, häßliche Wahrheiten zu jagen: finster kam er oft aus dem Walde heim.
Dein Erkennen, o Mensch, das ist: dir zum Besten alle Dinge drehen und deuten. Deuter und Dreher seid ihr mir alle, ihr Erkennenden!
Herrisch kam das Erlebniß, aber mein Wille sprach zu ihm: da lag es schon bittend auf den Knien.
Fühlst du den Durst und den heißen Athem der Sonne nicht? Am Meere will sie saugen und seine Tiefe zu sich in die Höhe trinken.
Und nun hebt sich die Begierde des Meers mit tausend Brüsten. Geküßt und gesaugt will es sein vom Durste der Sonne: Luft will es werden und Höhe und Fußpfad des Lichtes. Also, der Sonne gleich, liebt der Erkennende das Leben: das Tiefste will er hinauf zu seiner Höhe tragen.
Trägt nicht der Tänzer sein Ohr in der Zehe?
Bist du ein Stern? So mußt du auch wandern wollen, du Unstäter, und ohne Heimat sein.
Still ist der Grund meines Meeres: wer erriethe wohl, daß er scherzhafte Ungeheuer birgt!
Unerschütterlich ist meine Tiefe: aber sie glänzt von schwimmenden Räthseln und Gelächtern.
Siehe, wie das Weib sich selber widerstrebt und wie sie den Kamm wider ihres goldenen Haares Trotz und Willen führt!
Sie nehmen den Mund voll: und nun sollen wir wähnen, daß ihnen das Herz übergehe.
Euch, ihr Gegenwärtigen, nehme ich nicht zu ernst: dünn und durchsichtig seid ihr mir: zerrissene Schleier, durch welche die Ewigkeit blickt. Und wie wollte ich unter euch leben, wenn ich nicht schaute, was hinter und vor euch ist!
Nöthig fand ich euch nicht: nicht einmal überflüssig dünkt ihr mir. Wahrlich, wenig ist an euch zum Überfließen.
Ein Stern gieng unter und verschwand: aber sein Licht ist noch unterwegs. Und sagt mir doch: wann wird es nicht mehr unterwegs sein?
Ist nicht das Meer der Pfau der Pfauen? Auf weichem Sand rollte es sich den silbernen Schweif auf, den Spitzenfächer von Silber und Seide: wann wird es seiner müde werden? Also liebt sich selber das Leben.
Mitternacht sah mich mit trunknen Augen an: Einsamkeit kauerte neben ihr und röchelnde Todtenstille, die Schlimmste meiner Freundinnen.
Und ewig gleich des Ringes Durst, ist auch mein Durst nach mir: sich wieder zu erreichen, dreht und ringt sich jeder Ring.
Zum Lachen seid ihr mir, ihr Humpelnden! Doch hütet euch vor dem, der Eile und Willen hat: daß ihr nicht seine Ferse erfahrt!
Willst du allen Schreitenden zum Anstoß werden? So geh ihnen entgegen und drehe dabei noch den Kopf nach deinem Rücken!
Fürchtet den Zurückgezognen! Fürchtet den Tiger, der sich zum Sprunge bereitet!
Zu heftig strömte bisher dein Quell: er leerte immer zugleich den Becher, dadurch daß er ihn füllen wollte.
Stille. Bescheidenheit in der Höhe.
Zum Schmuck will ich mir das machen, was vom Tisch des Lebens abfällt: und mit Gräten und Muscheln und Stachelblättern will ich geschmückter sein als ihr!
Deine Wohlthaten sollen fallen, wie der Thau auf das Gras, dann, wenn die Nacht am verschwiegensten ist.
Alles Böse traue ich mir zu: darum will ich gerade von mir das Gute!
Ob ihr euch selber als Dichter preist oder als Tänzer: ob ihr des Volkes Stimme euch nennt und die Diener der gemeinen Wohlfahrt.
Ob ihr lehrt oder malt oder tönt oder das Spiel “Schwarz auf Weiß” spielt:
Kinder seid ihr mir Alle Einer Satzung und Gier: die spricht “du sollst dir einen Namen—machen.”
Aber Andere giebt es, Seltenere, die haben einen Namen: aber sie möchten ihn verlieren und aus allen Tafeln löschen.
Ihren Kopf verstecken sie in Gebüsche und Höhlen oder sie taufen sich mit Lügennamen: daß ihre furchtbare Herrin sie verkenne und zornig an ihnen vorübereile.
Welches ist die furchtbare Herrin, von der sie gefunden sein wollen?
Das heiße ich Gnade und gnädigen Sinn, fremdes Unrecht auf seine Schulter heben und unter einer doppelten Last keuchen.
Nicht Grund und Zweck deines Handelns machte dein Handeln gut: sondern daß dabei deine Seele zittert und glänzt und überwallt.
“der Gelehrte”
Nun stehst du da, so mager in den Rippen, daß du dich über dich selber wunderst.
Und also sprichst du: hat wohl da ein Gott, als ich schlief, mir heimlich Etwas entwendet? Wahrlich, genug entwendete er mir, sich ein Weibchen daraus zu bilden.
Wundersam ist die Armut meiner Rippen!
Seht ihn, wie er schwillt und überschwillt von Mitleiden mit allem, was Mensch heißt: ganz schon ist sein Geist ertrunken in seinem Mitleiden; bald wird er große Thorheiten thun.
Ich komme daher wie ein starker Wind; und solchen Rath rathe ich meinen Verächtern: hütet euch gegen den Wind zu—speien!
Die Krankheit wolltet ihr entkräften und ihr habt mir den Kranken entkräftet, ihr Afterärzte und Heilande!
Zu hoch und steil wohne ich über euch: auf dem Baume Zukunft baute ich mein Nest, mir selber mein einziger Zeitgenosse.
Wenn der, welcher befehlen könnte, überredet und seine königlichen Hände unter dem Mantel birgt: Höflichkeit heiße ich das.
Meine wilde Weisheit wurde trächtig auf einsamen Bergen: auf rauhen Steinen gebar sie ihr Junges, Jüngstes.
Nun läuft sie närrisch durch die harte Wüste und sucht und sucht nach sanftem Rasen—meine alte wilde Weisheit.
Auf eurer Herzen sanften Rasen, meine Freunde!—auf eure Liebe möchte sie ihr Liebstes betten! Doch wie geschieht mir?
Was Alle wissen, wird von Allen vergessen; und gäbe es keine Nacht, wer wüßte noch, was Licht wäre!
Wahrlich ich sage euch: Das Unvergängliche ist nur ein Gleichniß. (Des Rings Durst
Wir verachten alles, was sich erklären läßt. Irgend eine Dummheit hat sich überraschen lassen und stand nackend da vor ihrem Erklärer.
Saht ihr wirklich je einen Menschen, der that, was ihm nützlich ist?
Ein Gott, der uns liebte, hätte um unsertwillen einige Thorheiten thun müssen! Was ist mir euer Lob der “Weisheit” eures Gottes!
Dein Glück ist noch jung: habe Geduld mit ihm!
Es ist schlechte Luft um euch: das machen die Gedanken, die jetzt in der Luft liegen.
Ein Bild sah ich jüngst im Meere, einer Göttin Bild: träge und tückisch schlich die Welle um ihre weißen Brüste.
Halb begrub sie der Sand und halb die Eifersucht der Welle.
Zu lange gehörte ich der Einsamkeit: so verlernte ich das Schweigen.
Mund bin ich worden ganz und gar und Brausen eines Bachs aus hohen Felsen: hinab will ich meine Rede stürzen in die Thäler.
Verhaßt seid ihr mir Alle, ihr Nacht- und Grabwächter und wer nur immer in düstre Hörner tutet.
Ich lache eures freien Willens und auch eures unfreien: Wahn ist mir das, was ihr Willen heißt, es giebt keinen Willen.
Aus Schmerzen und Gedanken gebar sich dieser Wahn, den ihr Wille heißt. Und weil kein Wille ist, so ist auch kein Müssen.
Wohl zog ich den Schluß: nun aber zieht er mich!
Das härteste Fell hat die Demuth.
Auch, was wir unterließen, webt am Gewebe aller Zukunft: auch das Nichts selber ist aller Weber Webemeister.
Mancher wird seiner selber müde: und nun erst beginnt sein Glück.
Wenn du gut fahren willst, so spanne noch ein Eselein vor die Rosse deines Willens!
Verwundet bin ich von meinem Glücke: alle Leidenden sollen mir Ärzte sein!
Wer sich selber nicht glaubt, lügt immer.
Wenn dein Haß und deine Eifersucht einmal faul werden und ihre Glieder strecken: wird deine Gerechtigkeit munter und reibt sich die verschlafnen Augen.
“der Erkennende”
Mit abgemagerten Tugenden und brüchig an der Seele saß er allzulange im Schatten: also—verhungerte er an seinen Erwartungen.
“der Große”
Als ich mich von mir selber abwandte, da erst sprang ich über meinen eignen Schatten: und wahrlich, meine Freunde, mitten hinein in meine Sonne!
Bin ich nicht ein Bescheidener? Am Fuße wohne ich meiner Höhe und niemals noch sah ich meine Gipfel: unüberredbar ist meine Demuth. Aller Geist kommt zu—mir: ich liebe ihn, daß er mein Geist sein will.
Man raubte mir, was ich von Grund aus liebte: nun fließt meine Liebe über in Strömen, abwärts nach Abend und Morgen; aus schweigsamem Gebirge und Gewittern des Schmerzes rauscht meine Seele in die Thäler.
(“Erkennende”)
Mit dem Geiste selber habt ihr geschachert, mit Schacher habt ihr euer Blut vergiftet: verblutend nur könnt ihr euch von eurem Gifte heilen!
“Genie” Lebte je ein Übermensch?
In eines Gottes Larve verkroch sich ein greulicher Ringelwurm: allzulang war ich der Narr von göttlichen Häuten: Schlangengeringel war das Eingeweide, mit denen sie gestopft waren!
Und ich meinte eines Gottes Seele spielen zu sehen: Schlangen-Unflath und schlimmen Geruch verbarg mir die Maske. Einer Eidechse List schlich mit göttlicher Larve herum!
Das Gelächter zu heiligen und wie ein buntes Gezelt über die Welt zu ziehn—dazu kam ich: einen neuen Himmel mit Sternen zu Schaffen und neue Nacht-Herrlichkeiten, und wenn ich schwärzere Nächte euch Schaffen mußte, so brachte ich mich euch.
Ich sehne mich und schaue in die Ferne: auf dich, mein Adler, lege ich die Hand, nun sage mir, was das Fernste war, das Adler-Augen sahen!
“Es giebt sich” sagt ihr mir? Nein, meine Brüder, es nimmt sich und wird immer mehr sich nehmen!
(Gegenwärtige)
Und wer Berge zu versetzen weiß, versetzt auch die Thäler und Niederungen.
Niesen sollt ihr mir ob meines Getränks, und meine schäumenden Weine sollen eure Nasen kitzeln und wollüstig machen.
Vorüber rauschte die Welle, und das Kind weint, weil sie sein Spielwerk in den Abgrund riß: aber dieselbe Welle schüttete ihm hundert andere Spielwerke aus im weichen Sande. Also weint mir nicht, meine Brüder, ob meinem Vorübergehen.
Über den Geschmack sei nicht zu streiten? Oh ihr Thoren, alles Leben ist Streit um Schmecken und Geschmack und soll es sein!
Ich rieche den Geruch eures Staubes, eure Seelen wurden lange nicht gelüftet.
Nicht an eure Ohren: an eure Hände richte ich meine Lehre. Thut gleich mir: nur der Thäter lernt: und nur als Thäter werde ich auch euer Lehrer sein. Besser, ihr macht mir schlecht nach, als daß ihr die Hände ruhen laßt und anbetet!
Wahrlich ich liebe die schwülen Geister so wenig als die erkälteten: kommen sie aber zusammen, so entsteht, was—ich liebe, ein brausender Windzug.
Auf einem Eilande glaubte ich zu landen: aber ein Ungethüm war es, welches schlief.
Noch sah ich keinen Untergang, der nicht Zeugung und Empfängniß war.
Daß ein Blitz in eure Speisen schlüge, und eure Mäuler Feuer fressen müßten! —
Noch schritt ich nicht durch Feuer für meine Lehre: aber meine Lehre schritt heraus aus meinem Feuer.
Der Mensch war es, der zwei Jahrtausende am Kreuze hieng: und ein gräßlicher Gott trieb seine Grausamkeit und nannte sie Liebe.
“Alles an der Welt mißfiel mir: am meisten aber mißfiel mir mein Mißfallen an Allem.”
Manchen Abschied nahm ich schon: aber ich warf nicht die Thüre zu—und so hörten eure stumpfen Ohren nichts davon.
Wie lächerlich ist mir Jeder, der Jemanden zu sich bekehren will!
Ihr kommt zu mir, ob ich euch will oder nicht: aber wie ich euch geben muß, so müßt ihr von mir nehmen—mich nehmen!
Ein weißer Stier will ich sein und schnaubend und brüllend der Pflugschaar vorangehn: und wie meine Ruhe sich in die Sonne legt, soll mein Glück nach Erde riechen.
Wild schlägt mein Adler seine Flügel gegen meinen Willen: aber seine Brandung bricht sich an diesem Felsen.
Was ist ihnen noch “Erleben”? Wie Mücken sitzen die Ereignisse auf ihnen, ihre Haut wird noch zerstochen, aber ihr Herz weiß nichts mehr davon.
Ich mag diesen blassen fetten Mond nicht: wahrlich, ich fand ihn noch immer nicht den “Mann” im Monde. Ein Mönch ist er mir nur, ein feuchtwangiger, ein lüsterner: lüstern schleicht er um alle dunklen Ecken und blickt in halb geschlossene Fenster—er, der eifersüchtigste aller Kater, die Nachts über Dächer wandeln! Auf alle Liebenden ist er eifersüchtig, der blasse fette Mönch im Monde!
Nacht ist’s: wieder über den Dächern
Wandelt des Mondes feistes Antlitz.
Er, der eifersüchtigste aller Kater,
Allen Liebenden blickt er eifersüchtig
Dieser blasse fette “Mann im Monde.”
Lüstern schleicht er um alle dunklen Ecken,
Lehnt sich breit an halbverschlossene Fenster,
Einem lüsternen fetten Mönche gleich, geht
Frech er Nachts auf verbotenen Wegen.
Oh über dies verfälschte Licht, diese versüßte dumpfe Luft! Hier wo die Seele in ihre Höhe nicht fliegen darf, sondern nur hinauf zur Höhe—knien soll.
Oh Leben! Wie in ein Auge blicke ich in dich.
Was ich von dir sehe, das ist, daß du mich ansiehst: was ich von dir errathe, das ist, daß du mich errathen hast!
Winter ist es, heut will ich tanzen. Ich habe Gluth genug für diesen Schnee; auf den Berg will ich steigen, da mag meine Gluth mit dem kalten Winde ringen.
Bin ich nicht die Wetterscheide? Kommen alle Winde nicht zu mir und fragen mich nach meinem Willen? Auf alles Kommende werde ich meine Hand legen.
Ihr meint, Alles das sei wildes Spiel von Riesen und Ungeschick von Riesenfäusten? Aber ein Wort, das auf Taubenfüßen kommt, lenkt den Willen dieser Wilden—ein Wort vom Werthe: und von dem Stillsten her kommen solche Worte gegangen.
Nacht ist es: nun reden lauter alle springenden Brunnen; und auch meine Seele ist ein springender Brunnen.
Nacht ist es, nun erst erwachen alle Lieder der Liebenden: und auch meine Seele ist das Lied eines Liebenden.
Brand und Verbrennung ist mein Leben: und länger als das Opfer lebt der Weihrauch seiner Opferung. Weit über das Meer fliegt sein Duft: er erschüttert den einsam Schiffenden.
Hier ist Herbst und Ernte und Überfluß und Nachmittag und ferne Meere: aber jetzt gerade muß ich Vogel sein und über euch fort nach Mittag fliegen: aus eurem Herbste heraus wahrsage ich euch euren Winter und eure eisige Armut.
Seid redlich: ich errieth, woran ihr am besten glaubt. Nun will ich, daß all euer Erkennen diesem besten Glauben diene!
Zu langsam läuft meine Rede. In deinen Wagen springe ich, Sturm, und auch dich will ich noch peitschen mit meiner Bosheit: wie ein Schrei und ein jauchzen wollen wir über weite Meere hin fahren.
Voraus wirft die Vollendung ihren Schatten: Schönheit heiße ich diesen Schatten—das Leichteste und Stillste aller Dinge kam zu mir als Schatten des Übermenschen.
Dem Rüssel gleich des Ebers soll mein Wort den Grund eurer Seelen aufwühlen: Pflugschaar will ich heißen.
Was geschieht mir? Meine Brunnen versiegten und mein Meer wich zurück: will mein Grund zerreißen und mich in die eigene Tiefe hinunterschlingen?
— Hin zur Unsterblichkeit! Via Appia.
Und wo euer Verstand eine Lücke hat, da stellt ihr flugs den ärmsten aller Lückenbüßer hinein: “Gott” ist sein Name.
Im dunklen Gewitter will ich verschwinden: und für meinen letzten Augenblick will ich Mensch zugleich und Blitz sein.
Mein süßestes Wort wird euch jetzt zum Sauerteige: ihr gährt mir von Rache: und erst wenn ihr mir ganz durchsäuert seid und übergeschwollen und aufgegangen von eurer Bosheit und Rache, will ich euch schmackhaft finden.
Ich will eure Heimlichkeiten ans Licht bringen: darum lache ich euch ins Antlitz mein Gelächter der Höhe.
Dunkel ist mir euer Antlitz, ihr Handelnden: eurer Hände Schatten spielt auf ihm, versteckt ist mir der Sinn eures Auges.
Ein Gedanke, der im Granit verschlafen auf seinen Erwecker wartet.
Im Bauche des Wallfisches werde ich zum Verkünder des Lebens.
Ich sah euch Alle nackt: und was scheidet mir noch euch Gute und euch Böse!
Meine Seligkeit kommt wie ein Sturmwind: und ohne es zu wollen, schleudert sie den Ungeschickten, der vor ihr nicht zu fliehn weiß, an harte Mauern.
Er sinkt, und seine Teufel ziehn ihn: und jemehr er sinkt, umso glühender leuchtet sein Auge und die Begierde zu seinem Gotte.
Gegenwärtige
Ihr rauscht gegen mich auf, denn ich schlage euch mit meinem Ruder—und doch müßt ihr auch meinen Nachen in die Unsterblichkeit tragen.
Das Leben ist es, das auch ins Leben schneidet: an der eignen Qual mehrt es sich das eigne Wissen.
Ein Kind soll mir den Spiegel halten, auf dem die Welt geschrieben steht.
Er löst seine Räthsel, aber erlöst sie nicht: sie fliegen nicht empor zu himmlischen Kindern verwandelt.
Meine Gedanken sind Farben: meine Farben sind Gesänge.
Meine Knie zitterten mir zum ersten Male, als ich meinen Weg fand und gieng: und wer es sah, sagte mir: du verlerntest den Weg, nun verlernst du auch das Gehen.
Nun verlernte ich auch den Willen: gewohnt zu steigen werde ich gehoben und von dem Aether hinaufgezogen an goldenen Fäden.
Schlief ich je auf meinem Ruhm ein? Wie ein Bett von Stacheln war mir jeder Ruhm.
Hinweg über euch Menschen lockt mich alle Schönheit: fort von allen Göttern lockt mich alle Schönheit: so warf ich Anker auf offenem Meere und sagte: “hier sei einst die Insel des Übermenschen!”
Und wenn eure Schönheit nicht selber Buße predigt, was wird euer Wort vermögen!
Mit dem Nacken eines Stiers—und den Augen eines Engels will ich euch!
Blind wurde ich.
Meine Blindheit und das Tappen und Tasten des Blinden, mag euch noch von der Macht der Sonne erzählen, die ich sah.
Daß einst die Erkenntniß gelernt habe, still zu lächeln und ohne Eifersucht ob der Schönheit
Frei standet ihr allem Geiste, eine Frei- und Freudestätte des Geistes. Nun aber will ich’s so: nicht nur besetzen—besitzen soll eure Stadt meine Tugend; Besessene sollt ihr werden meiner Tugend.
Ungeduldig ertrug ich den Winter: nun spielt gar des Aprils Bosheit mit meiner Ungeduld, und oft schäume ich über bei seiner zögernden Trübsal und seinen—spöttischen Schneeflocken.
Zum ersten Male brachte ich wieder den Gerechten, den Helden, den Dichter, den Erkennenden, den Wahrsager, den Führer zusammen. über den Völkern stellte ich mein Gewölbe hin: Säulen, auf denen auch ein Himmel ruht—stark genug, einen Himmel zu tragen. (So soll der Übermensch sprechen!)
Die Gerechtigkeit trat vor mich hin: da zerbrach ich meine Götzen und schämte mich. Einer Buße unterwarf ich mich und zwang mein Auge dorthin zu sehn, wohin es ungern sah: und Liebe dorthin zu tragen.
die höchste Art der Leidenschaft, die stillgewordene strömende
(Schluß)—und jeder, der einst leiden soll, fühlte vorher schon einmal sich gesalbt und durch Thränen geweiht zum Opferthier. Ihr nennt es mein “Glück” —
Aus der Fülle der Einfalt strömt ihm seine Macht. “Wehe, soll ich denn ein Gott werden?”—sprach er.
dem Wasserfall gleich, der noch im Sturze zögert —
mit Menschlichem wollen wir die Natur durchdringen und sie von göttlicher Mummerei erlösen. Wir wollen aus ihr nehmen, was wir brauchen, um über den Menschen hinaus zu träumen. Etwas, das großartiger ist als Sturm und Gebirge und Meer soll noch entstehen—aber als Menschensohn!
Schwer und knarrend kommt ihr daher gleich Wägen, die Steine abwärts fahren: aber gerade mit aller eurer Würde verrathet ihr, daß es bergab geht mit euch—die Tiefe zieht euch zu sich!
mit einer abgelaufenen spitzgewordenen Zunge
Einen Fisch wollte ich fangen und warf mein Netz ins Meer—aber da zog ich eines alten Gottes Kopf herauf: also gab mir dem Hungrigen das Meer einen Stein.
Was sind mir eure Vater- und Mutterländer! Ich liebe allein meiner Kinder Land, das unentdeckte, nach dem ich meine Segel übers Meer laufen und suchen heiße: also will ich an meinen Kindern gut machen, daß ich meiner Väter Kind bin.
Nur dem allein soll eure Tugend nützlich werden, um dessentwillen ihr euch und euren Nutzen verachtet. Sonst sei Verachtung der Nützlichkeit im Blick eurer Tugend.
Ein reißender Räuber und Raubvogel ist mein Adler: mag er allen weißen kleinen Schafen eine Gefahr heißen!
Kennt ihr den Schrecken des Einschlafenden? Bis in die Zehe hinein erschrickt er, darüber daß der Boden weicht und der Traum beginnt—und oft wacht er wieder von diesem Schrecken auf.
Eure Sprüche und kleinen Wahrheiten wuchsen wohl in der Nähe der Sümpfe? Immer doch höre ich aus ihnen einen kalten Frosch quaken.
Mit Bergen sollt ihr neu bauen lernen: es ist noch wenig, daß ihr Berge versetzen könnt, ihr Erkennenden! Und wer Berge versetzt, versetzt auch die Niederungen.
Wie wärt ihr zu ertragen, wenn eure kalte Nothdurft und Ohnmacht nicht vom Blitz zerbrochen, und vom bunten Unkraut verhüllt wäre! Als Trümmer und Opfer eurer Unglücke sollt ihr ein Recht haben im Dasein!
Nicht ein Geschmack, sondern ein Hunger soll euch Schönheit sein: Eure Nothdurft soll euch Schönheit heißen: oder ich will euch nicht.
Nicht in der Sattheit soll euer Verlangen schweigen und untertauchen, sondern in der Schönheit—: der Schatten kommender Götter soll euch stille machen.
Was suchen doch alle Schaffenden? Neue Sprachen suchen sie Alle: müde wurden sie immer der alten Zungen: nicht mehr will ihnen der Geist auf diesen allzu abgelaufenen dünnen Sohlen einhergehen.
Euer Blick nach fernen Meeren, eure Begierde, den Felsen und seine Spitze zu betasten—eine Sprache ist es nur für eure Sehnsucht. Menschen sucht nur euer Blick und eure Begierde, und das, was mehr ist als Mensch!
Jene nannten Gott, was ihnen widersprach und wehe that: so war es die Art dieser Helden. Und nicht anders wußten sie ihren Gott zu lieben, als indem sie den Menschen ans Kreuz schlugen.
Und also laßt uns Feinde sein, meine Freunde! So wie über euch sich die Bogen der Gewölbe brechen und wider einander spielen:
wie Lichter und Schatten über euch göttlich sicher und schön sind in ihrer Feindschaft: also sollen eure und eurer Freunde Gedanken göttlich sicher und schön sein in ihrer Feindschaft.
Ihr wollt nichts davon hören, daß Einer über euren Köpfen wandelt. Und so legt ihr Holz und Erde und Unrath zwischen ihn und eure Köpfe—also dämpft ihr die Rede seiner Schiritte.
Aller Menschen Fehl und Schwäche legt ihr zwischen mich und euch: Fehlboden heißt ihr das in euren Häusern.
Aber trotzdem wandle ich mit meinen Gedanken über euren Köpfen: und selbst wenn ich auf meinen eignen Fehlern und Fehlböden wandeln wollte, würde ich noch über euch sein und euren Köpfen!
Und nun glüht auch noch das Eis und die Unschuld meiner Gipfel.
Ihr Umstürzer, begreift ihr noch nicht, was Umstürzen thut? Im Schlamm eurer Verachtung lag die umgestürzte Bildsäule:—und gerade aus eurer Verachtung erwachte ihr plötzlich das Leben wieder und lebendige Schönheiten.
Mit göttlicheren Zügen und leidend-verführerisch stand sie auf, ihr Umstürzer der Bildsäule!—und sie dankte euch noch für ihre Vergöttlichung!
Dionysos auf einem Tiger: der Schädel einer Ziege: ein Panther. Ariadne träumend: “vom Helden verlassen träume ich den Über-Helden.” Dionysos ganz zu verschweigen!
Der Auslegung bedarf jede That: allen Räthselrathern winkt sie. Neue Worte und Weisen gab ich den Auslegern: daß sie die Wetterzeichen des Menschen besser reden machen.
Ich bin ein Seher: aber unerbittlich folgt meinem Schauen das Gewissen: also bin ich auch der Deuter meiner Gesichte.
Schwarze Teiche, aus denen heraus der süße Trübsinn der Unke singt: das seid ihr mir, ihr Priester. Wer von euch vertrüge es, sich nackt zu zeigen!
Ihr thut gut, euren Leichnam schwarz auszuschlagen, und aus euren Reden klingt mir die übel gewürzte Dumpfheit von Todtenkammern.
Wie hasse ich den verlogenen Krampf eurer Demuth! Eurem Kniefall sehe ich die Gewohnheiten der Sklaven an, ihr Speichellecker eures Gottes!
Als gestern der Mond aufgieng, wähnte ich, daß er eine Sonne gebären wolle: so breit und trächtig lag er am Horizonte.
Aber ein Lügner war er mit seiner Schwangerschaft: und weder an den Mann im Monde glaube ich mehr noch wahrlich auch an das Weib im Monde.— Dies Gleichniß gebe ich euch, den Schwärmern und Mondhaften.
Unfruchtbar und vergilbt kam er empor, und immer kleiner wurde er, immer bleicher und Falscher blickte er im Steigen. Wahrlich sein schlechtes Gewissen blickte aus ihm, dem Lüsternen.
Nach dieser Erde ist er lüstern, und schämt sich noch dieser Lüsternheit, gern möchte er seinen Blicken Heiligkeit und Entsagung geben.
Und wenn ihr auch breit und trächtig am Horizonte liegt: wahrlich, ihr werdet mir keine Sonne gebären! (Romantiker)
Lüstern nach der Erde: doch euer schlechtes Gewissen beißt euch in eurer Lüsternheit: so wählt ihr die Wehmuth.
Dürres Gras und Steppe seid ihr mir: aber ich will laufende Feuer aus euch machen und Verkünder mit Flammenzungen.
Wie in ein Auge, schaue ich in dich, Leben!
Gold blitzt aus seinem Auge: ein goldener Kahn schwimmt darin auf dunklen Gewässern. Seht mir doch: es hebt und senkt sich der Tanz dieses Goldes!
Ihr seid geschickt und habt kluge Finger. Aber ihr versteht es nicht, eine Faust zu machen.
Erst wenn sich eure klugen Finger in eine Faust verkrochen haben, will ich an eure Kraft glauben.
Das Gewürm, mit dem ich kämpfe, das habe ich mir zum Drachen erst geschaffen: so jung und klein war es noch und so kämpfe ich den Kampf mit eurer Zukunft.
Aber, wenn ihr kämpfen und siegen wolltet, so müßte ich euch erst die Drachen von heute in Regenwürmer verwandeln!
Werkzeuge und Uhren seid ihr mir und nichts mehr: so will ich euch mit meinem Spotte aufziehn, und ihr sollt mir dabei schnurren!
Und lieber noch will ich auf Ochsenhäuten schlafen als auf dem Bette eurer Bequemlichkeit und Liebe.
Ihr seht nur meine Funken: aber ihr seht den Ambos nicht, der ich bin, ihr errathet nicht die Grausamkeit meines Hammers.
Nicht mit schlangenhaarigem Schrecken will ich euch zu Steinen und Stummen verwandeln: allein durch mein Schild “Schönheit” schütze ich mich vor euch.
Hört ihr Schall und Gelächter dieses Schildes? Der Schönheit heiliges Gelächter ist es: an ihm sollt ihr mir stumm werden!
Ich weiß euch zu reiten: und wer sich gut aufs Pferd versteht, versteht sich wohl auch auf den Sattel.
Noch gleiche ich dem Hahn auf fremdem Gehöfte, nach dem die Hennen beißen.
Ein Brand und eine Gefahr will ich heißen allen trockenen Seelen: glühende Asche soll vor mir herstäuben.
Einsam bin ich wieder und verbannt. Durch meine Freunde bin ich verbannt in meine Einsamkeit und durch die, welche mich lieben. So will ich denn zu meinen Feinden reden.
Zu denen will ich reden, die mich hassen: ob ich sie vielleicht besser zu mir überrede als meine Freunde.
Und also gelüstet mich heute nach meinen Feinden, wie mich einst nach aller Wahrheit gelüstete. Wahrheit hieß ich einst Alles das, was mir weh und am wehsten that.
Alle Bosheiten meiner Seele will ich ausgießen gegen meine Freunde: ob ich so vielleicht meine Feinde zu dem verführe, was mich führt.
Auf eure Liebe? Ach, nun kommt’s mir zurück, das gräßliche Wissen—wer war’s, der mich in die Wildniß trieb und zum Wilde machte?
Umsonst! Umsonst! Ihr selber triebt ja den Wilden hinaus: zum Höhlenbär machte mich ja der Freunde Wille.
Ach, wer war’s, der mich einsam machte und wild und zum Höhlenbär der Wildniß?
Ach, wer verbannte mich unter lieblose Steine und Unwetter
Riefen nicht Nein! drei Donner und drei schlagende Blitze zur Mitternacht?
Und wenn ich in mein Bilderbuch sehe, sollen Hund und Kind mir über die Achsel sehen.
Die Anmuth gehört zur Großmuth des Großgesinnten.
Den Büffeln gleich achte ich euch, nahe dem Sande, näher noch dem Gestrüpp, am nächsten aber dem Sumpfe.
Mit vielen kleinen Pulvern kann man den Muthigen zum Feigling kuriren.
An diesem Feinde sollst du still und mit schlafendem Schwerte vorübergehen. Hüte dich ihn anzugreifen! denn wer ihn angreift, der besudelt sich.
Die Krankheiten der Sonne erlebe ich, der Erdgeborene, als eigene Verfinsterung und der eigenen Seele Sündfluth.
Ich glaubte der Reichste zu sein und glaube es noch: aber Niemand nimmt von mir. Also leide ich am Wahnsinn des Gebenden.
Ich rühre nicht an ihre Seele: und bald werde ich nicht einmal mehr ihre Haut erreichen. Die letzte kleinste Kluft ist am schwersten zu überbrücken. That ich nicht euch am wehsten, als ich mir am liebsten that?
Meine Liebe und mein Heißhunger nach ihnen wächst mit meiner Verbannung, und selbst mein Wahnsinn von Liebe macht mich noch ihnen ferner und unverständlicher.
Aber ich bin ein Verbannter: sie haben die Augen von mir gewendet. Und ich rühre selbst nicht mehr an die Haut ihrer Seele.
Ach, und nun wächst mein Hunger nach ihnen, seit ich der Verbannte heiße: und dieser Wahnsinn von Liebe macht mich noch fremder und fürchterlicher.
Meine Redelust. Gegen die Schweigsamen.
Mit erhobener Brust und denen gleich, welche den Athem an sich halten: also seid ihr, ihr Erhabenen! schweigsam.
Schönheit heiße ich die Offenbarung des Guten für die Sinne: meines Guten! für meine—Sinne! Und was Geist war, wird jetzt mir nur gleichsam Geist!
Nun ist mir meine Hoffnung übersatt geworden: da hörte sie auf zu hoffen (nicht mehr gehöre ich zu den Hoffenden).
Zu weit hinein flog ich in die Zukunft, ein Grauen überfiel mich. Als ich endlich um mich sah, siehe, da war die Zeit mein einziger Zeitgenosse. So sehnte ich mich nach euch, den Gegenwärtigen.
Und auch wer für sich selber Gift bereiten will, muß Handschuhe von Glas anziehen.
Ich gab ihnen ihr Nichts zu fressen; da erstickten sie an ihrem Nichtse.
Ich hielt ihrer Häßlichkeit den Spiegel vor: da ertrugen sie ihren eigenen Anblick nicht: an dem bösen Blick ihres Auges kamen sie selber zu Schaden.
Ich that Buße für alle diese Ungerechtigkeit; ungerechter noch war mein Verehren als mein Verachten.
So blind ihr schon seid: größer fand ich in euren Augen den Willen zur Blindheit.
Ach, ich kenne die blauen Abend-Fernen eurer Falschheit: lieber noch als eure Lüge wahrlich ist mir die Lüge dessen, der um sein Lügen weiß!
Und schwerer noch als meinen Stolz würdet ihr meine Bescheidenheit ertragen, wenn sie einmal reden wollte.
Zwischen zwei Gefahren läuft mein schmaler Weg: eine Höhe ist meine Gefahr, die heißt “Über-Muth,” ein Abgrund ist meine Gefahr, die heißt “Mitleiden.”
“Wie will ich Athem holen und die Glieder strecken, wenn ich meine Last auf die letzte Höhe getragen haben werde!”—so dachte oft der Held unterwegs. Aber als er oben war und die Last niederwarf, da that er nicht so—da bezwang er auch noch seine Müdigkeit: und hierbei lief ihm ein göttlicher Schauer über den Leib.
Allzugroß und -lang war die Spannung meiner Wolke: zwischen Blitz und Donner warf sie endlich Eis und Hagelschauer in die Tiefe: gewaltig hob sich da ihre Brust, gewaltig blies sie über die Berge ihren Sturm hin—so kam ihr Erleichterung.
Wahrlich, einem Sturm gleich kommt mein Glück und meine Freiheit: Aber ihr meint, der Böse selber rase über euren Häuptern!
Den Arm über das Haupt gelegt: so ruht der Held aus, so überwindet er noch sein Ausruhen.
Heute will ich meine Sklaven freigeben und selber ihr Diener und ihre Kurzweil sein: das Getränk der Freiheit soll ihnen zu Kopf und Herz steigen.
Ihr Gegenwärtigen, ihr liegt mir nun einmal im Vordergrunde: wenn ihr mir nicht Ruinen bedeuten wollt, wie wollte ich euch auf meinem Bilde ertragen! Und das Beste an euch ist mir euer Unkraut!
Die Feigen fallen vom Baume: sie sind süß und gut. Und indem sie fallen, reißt ihnen die rothe Haut. Ein Nordwind bin ich reifen Feigen.
Fürchtet ihr euch vor der Inbrunst der Töne, ihr Harfner und Dichter? Gespenster-Hauch und -Huschen ist mir all euer Harfen-Klingklang: mit dürren Händen rührt ihr in dürre Saiten, aber wann hättet ihr je ein Herz mitgerissen?—wenn es nicht das Erbarmen mit eurer Armut mitriß!
Daß ihr mir nicht des Weibes Bildniß verwischt und verwascht, ihr Zeitgemäßen!
Wie hoch ich wohne? Niemals noch—wenn ich stieg—zählte ich die Treppen bis zu mir:—doch soviel weiß ich von meiner Höhe: mein Dach und Fach beginnt da, wo alle Treppen aufhören.
— den man noch an den Haaren in den Himmel ziehen muß!
Gleich Mehlsäcken staubt ihr um euch, ihr Gelehrten, und unfreiwillig! Doch wer erriethe, daß euer Staub her vom Korne stammt und von der gelben Wonne der Sommerfelder?
Dem Helden ist das Schöne aller Dinge Schwerstes: gerade dem Helden ist das Schöne unerringbar und unerreichbar.
Ein wenig mehr, ein wenig weniger: dies gerade ist hier Viel, das gerade ist hier das Meiste.
Mit Donnerschlägen und himmlischen Feuerwerken muß man zu schlaffen und schlafenden Sinnen reden: aber der Schönheit Lichter reden leise, sie schleichen sich nur in die aufgewecktesten Seelen.
Von besserem Stoffe dünkt ihr euch, ihr Schwärmerischen? Aber ich sage euch, ihr versteht euch nur besser auf Kleider und Verkleidung, ihr wißt schlechten Stoff gut zu bemänteln!
Hier und da wird auch der Erbärmliche redlich: selten genug geschieht’s!— Da soll man auf seine Stimme hören und in seinen Sumpf steigen.
Und auch ich setzte mich einst ins Schilfrohr und also hörte ich den Frosch der Erbärmlichkeit seine Bekenntnisse machen.
Und im Stolz über eine Handvoll Gerechtigkeit begeht ihr Frevel an allen Dingen und ertränkt die Welt mit den Wässern eurer Ungerechtigkeit.
Stundenlang stehen sie auf der Straße und sehen die Leute an, die vorübergehen: und Andere ihrer Art sitzen müßig auf ihren Stuben und sehen die Gedanken an, die an ihnen vorübergehen. Ich lache über diese Beschaulichen.
Sagt ihnen Nein und speit dabei aus: so werden sie schnell sich zu Boden werfen und eure Speichel lecken. Aber unter Bescheidenen wird jeder Priester frech: seine Demüthigung nimmt Rache an allen Demüthigen. Niemand ist rachgieriger als die Demuth des Priesters.
Mit lässigen Muskeln und schön, wie es einem Gnadenreichen zukommt: und wahrlich: was ist Schönheit, wenn es nicht das Sichtbarwerden der Gnade ist?
Wenn die Übermacht gnädig wird und ihre Gnade herabkommt ins Sichtbare: Schönheit heiße ich solches Herabkommen.
Über dem trüben Meere eurer Seele ist nie die Sonne aufgegangen: und noch weniger kennt ihr ihre Seligkeit im Untergange.
Mein Mitleiden ist zum Mörder geworden: und als ich den Menschen am meisten liebte, habe ich den Menschen an’s Kreuz geschlagen.
Ärmer bin ich jetzt als irgend ein Mensch: der Becher ward leer. Meine Reichthümer sind dahin: nun wahrlich, Mensch bin ich selber wieder geworden.
Ich erlöste sie von ihren Erlösern.— Aber wie könnte es der Übermensch ertragen, die Menschen zu verstehen! So muß man die Menschen überreden, ihn zu Schaffen und um seinetwillen zu Grunde zu gehen: daß er leben könne?
Die Gefahr des Übermenschen ist das Mitleiden. Hüten wir uns, ihm das Mitleiden mitzugeben!— Aber meine Seligkeit ist es jetzt, unterzugehen. (Aus der letzten Rede)
Mit ihren Tugenden wollen sie ihren Feinden die Augen auskratzen. Sie erheben sich, weil sie Andre erniedrigen wollen.
Ich will nur am Gewaltigen die Sanftmuth als seine Selbstüberwältigung, und lache des Schwächlings, der sich “gut” glaubt, weil er lahme Tatzen hat.
Wann war je ein großer Mensch sein eigener Anhänger und Liebhaber? Trat er doch von sich selber beiseite, als er auf die Seite der Größe trat!
Eine Macht wohl will ich sein, aber kein grober Treiber und Dränger: aber wo ein Wind hin zieht, will ich in ihm mitziehn: und bin ich sonst unsichtbar, so will ich an den Masten einsamer Schiffender und Entdecker als Flamme sichtbar werden.
Der Säule gleich sollst du in die Höhe wachsen, zarter und schlanker, aber innerlich härter und mit angehaltnem Athem: also strebt die Säule aufwärts.
“So will ich gerne sterben! Und abermals sterben! Und leben, um also zu sterben!” Und noch indem sie starb, lächelte sie: denn sie liebte Zarathustra.
Ein Gewitter murrte vom Himmel, unsichtbar noch.
Da erscholl ein Donner: und darauf kam eine Stille—wie mit furchtbaren Ringeln umwand und band uns diese Stille: die Welt stand still.
Dann verkündet das Weib das Kommen von Adler und Schlange. Das Zeichen. Allgemeine Flucht. Die Pest.
Sie zog den Arm Zarathustras an ihre Brust.
Und wiederum geschah das Athmen des Abgrundes: er stöhnte und brüllte sein Feuer herauf.
Hier ist der Tarantel Höhle: willst du sie sehn? So summe das Gesumme einer Fliege. Hier hängt ihr Netz: rühre daran, daß es erzittert.
Tanzen will ich dich lehren verzückte Tänze: denn du bist mir aller Menschen Schwermüthigster worden. Durch Wahnsinn will ich deinen Schwersinn heilen.
Er stellte ein nacktes Bild eines Gottes hin: also sehnt sich auch der Südlichste noch nach einem (zweiten) Süden.
Du bist mir eine Tarantel: und schwarz sitzt auf deinem Rücken der Tarantel Dreieck und Wahrzeichen. Beiße mir diese Oberflächlichen mit deinem giftigen Bisse, daß ihre Seelen mir erst Tiefe und Schwermuth und schwarzen Schorf erhalten.
An die Lehrer des Pessimismus.
13 [2]
| 1 Act. | Zarathustra unter Thieren. Die Höhle. Das Kind mit dem Spiegel. (Es ist Zeit!) Die verschiedenen Anfragen, sich steigernd. Zuletzt verführen ihn die Kinder mit Gesang. |
| 2 Act. | Die Stadt, Ausbruch der Pest. Aufzug Zarathustra’s, Heilung des Weibes. Frühling. |
| 3 Act. | Mittag und Ewigkeit. |
| 4 Act. | Die Schiffer. Scene am Vulkan, Zarathustra unter Kindern sterbend. Todtenfeier. |
Vorzeichen.
zu 3.) Zarathustra sah und hörte nichts, er war entzückt.
Dann schrittweise zurück in das furchtbarste Wissen. Die Empörung der Jünger, Fortgehen der Liebsten, Zarathustra sucht sie zu halten. Die Schlange züngelt nach ihm. Er widerruft, Übermaß des Mitleidens, der Adler flieht. Jetzt die Scene des Weibes, an dem wieder die Pest ausbricht. Aus Mitleid tödtet er. Er umarmt den Leichnam.
Darauf das Schiff und die Erscheinung am Vulkan. “Zarathustra geht zur Hölle? Oder will er nun die Unterwelt erlösen?”— So verbreitet sich das Gerücht, er sei auch der Böse.
Letzte Scene am Vulkan. Volle Seligkeit. Vergessen. Vision des Weibes (oder des Kindes mit dem Spiegel) Die Jünger schauen in das tiefe Grab. (Oder Zarathustra unter Kindern an Tempelresten.)
Die größte aller Todtenfeiern macht den Schluß. Goldener Sarg in den Vulkan gestürzt.
13 [3]
Setzt einen Heiligen auf ein Schiff: das Meer selber wird vor ihm flüchten und brüllen vor Furcht. Also bringt der Ruhigste der Menschen den Sturm: und wer Wind war und Welle, wird mit eiligen Füßen vor mir davonlaufen.
Wohl bin ich ein Wald und eine Nacht von Cypressen: aber wer sich vor meinem Dunkel nicht scheut, der findet auch Rosenhänge unter meinen Cypressen.
Helle Augen will ich euch geben und Grausen vor dem Wirklichen: so sollt ihr lernen mir nachzuschweben in ferne Zukünfte.
Und zürnt mir nicht, wenn ich diesen kleinen Gott ein wenig peitsche: er schlief mir hier am Brunnen ein, der Tagedieb; er haschte wohl zu viel nach Schmetterlingen?
“Wohl brach ich die Ehe: aber zuerst brach mich die Ehe” sagte das Weib.
“Nun wurde ich zum See mit weißen Rosen: die Winde der Höhe spielen mit mir und lachen gleich Kindern. Was vergaß ich nicht! Wer vergaß mich nicht! Und oft noch vergesse ich sogar meine Vergessenheit.” Zarathustra unter Kindern.
Der ferne Fels wirft mir mein Wort zurück und spottet also meines Vergessens—schon vergaß ich’s ja, was ich etwa in die Ferne rief. Ach, was vergaß ich nicht!
“Er war schon in der Unterwelt?” —
“Gewißlich war er das: war er doch unter uns! Der Mensch, der Mensch allein ist die Unterwelt!”
“Zarathustra ist todt? Ihr wißt nicht, was ihr sagt! Sehen wir ihn nicht schreiten! Wahrlich, er will noch die Unterwelt erlösen und ans Licht bringen.”— “Er geht zur Hölle, der Teufel holt ihn!” “Glaubt mir es auf mein Wort, der Teufel holt ihn nicht—wie vermöchte er das!, aber er holt sich noch den Teufel!”— Die Schiffer. Schluß.
“In eine Grube von Schnee warf ich meinen Geist.”
Und wenn dir nicht die Sterne vom Himmel fallen wollen, so wirf deine Sterne nach dem Himmel: das sei deine ganze Bosheit.
“Ich rede: denn ich sah. Nun muß ich ganz Mund sein: denn jüngst war ich ganz Auge und Unschuld des Spiegels” So spricht der Künstler.
“Du weißt es doch, Pana mein Kind, mein Sternlein, mein Goldohr—du weißt es doch, daß auch ich dich lieb habe?”
Die Liebe zu mir hat dich überredet, ich sehe es: aber noch verstehe ich den Willen deiner Liebe nicht, Pana! —
Als er aber seine Schlange gegen sich züngeln sah, da verwandelte sich langsam, langsam sein Gesicht: widerwillig sprang ihm das Thor der Erkenntniß auf: wie ein Blitz flog es hinein in die Tiefen seines Auges und wieder wie ein Blitz: es fehlte noch ein Augenblick, und er hätte gewußt Als das Weib diese Verwandlung sah, schrie es auf wie aus der höchsten Noth. “Stirb Zarathustra” —
Mit seiner Linken drängte er den Adler zurück, der gegen ihn mit dem Ungestüm seiner Flügel schlug: er schrie, wie einer der zur Flucht räth; gern hätte er ihn davon getragen. Zu seiner Rechten auf dem Tische der Felsplatte
Wer nur Zuschauer des Lebens sein will, der mag sich hüten, dort zu sitzen, wo die Sonne auf die Stufen brennt: es sei denn, daß er blind werden wolle.
“Und was soll ich mit deinem Messer thun, Pana? Soll ich die gelben Trauben vom Weinstock schneiden? Siehe, welche Fülle um mich ist!”
Und auch die Nächte soll er euch nicht untergehen, sondern blutroth, gleich einer Mitternachtsonne, am Horizonte bleiben.
Menschen, die sich verbergen wollten und sich des reinen Himmels zu schämen hatten, schufen sich diese süß duftenden Höhlen.
Und erst wenn Gras und rother Mohn auf den Mauern wuchert und der Himmel durch zerbrochne Decken blickt, will ich diesen Stätten eures Gottes mein Herz zuwenden.
Wie hätte ich es ertragen, wenn ich nicht den Übermenschen mehr liebte als euch!
Wozu gab ich euch doch den hundertfältigen Spiegel? Und die ewigen Blicke?
Ich überwand auch die Liebe zu euch mit der Liebe zum Übermenschen.
Und wie ich euch ertrage, so müßt ihr euch selber ertragen, aus Liebe zum Übermenschen.
Ihr seid mir der Stein, in dem das erhabenste aller Bildwerke schläft: es giebt keinen anderen Stein.
Und wie mein Hammer nach euch schlägt, so sollt ihr mir selber nach euch schlagen! Der Hammerruf soll das schlafende Bild aufwecken!
Und wenn ich auf mein wildestes Roß steigen will, so hilft mir mein Speer am besten hinauf: der ist meines Fußes bereitester Diener.
Die beste Maske, die wir tragen, ist unser eigenes Gesicht.
Gräberstraßen: dorthin zu führen, wo es am schönsten heitersten und hellsten ist. Nicht an düstre Orte.
Und wenn ich meiner eignen Schönheit den Spiegel vorhalte, schaudert meine Seele vor göttlichen Begierden: und Anbetung ist noch in meiner Eitelkeit.
Und Könige sollen noch den Esel meiner Weisheit führen.
Und als ich im Schlafe lag, da fraß ein Schaf an dem Epheukranze meines Hauptes!
Indem ich emporstrebte wider meine Last, verjüngte ich mich: und gerade als ich härter wurde in mir, lernte ich auch noch die Anmuth.
Erfinderisch in kleinen Schlauheiten und lüstern nach solchen, deren Klugheit auf lahmen Füßen geht: so stehen und warten sie vor ihrem Krame, diese Krämer!
Wehe allen Liebenden, die nicht auch eine Höhe haben, welche auch über Liebe und Mitleiden ist.
Auf Asche schreit’ ich empor den Aschenberg, gen Abend: lang und länger wird mein Schatten.
Im veilchenblauen Meere zur Tiefe liegt ein Kahn: sein Schiffer starrt nach mir hinauf die Hand am Auge.
Jetzt fährt zur Hölle Zarathustra—so sagt der Fährmann schaudernd und schlägt sein Kreuz.
Laß mir das Kreuz, du irrtest! Noch holt mich nicht der Teufel, Fährmann! vielleicht daß ich mir den Teufel hole!
Zum mindesten soll sein Höllenhund mir Rede stehen: eine Antwort will ich aus dem Abgrunde seines Rachens.
Feuer und Asche soll er herauf mir stöhnen und brüllen: so mag ich’s gerne, daß mir Unthiere antworten.
Wenige verstehen es, vornehm zu bleiben auch in der Verehrung: und lieber noch sehe ich den Schamlosen und seine Unschuld als die verrenkten Augen eurer Andacht und Huldigung!
Nun steht nur noch die kleinste Kluft zwischen mir und dir: aber wehe! Wer schlug je eine Brücke über die kleinsten Klüfte?
Deine Knie beten an und deine Hände sind Lobpreisung: aber dein Herz weiß nichts davon.
In die Höhe warf ich mich einst mit gebenden Händen: aber als ich niederfiel, fiengen drei Lanzen mich auf—also gieng ich als Opfer meinen Weg zur Erde aus der Höhe.
in den Unterkiefer des Wolfs setzte ich meinen Fuß: so riß ich ihm den Rachen auf.
lachend sterben die Könige des Nordens —
ein Band gewoben aus dem Barthaar einer Jungfrau und dem Schalle eines Katzentritts—
Wer hält mir die Schale vor das Antlitz, daß das Gift der Natter hinein träufe?
Ich will nicht, daß aus der Weisheit ein Kranken- und Armenhaus für schlechte Dichter werde.
Als ob es nur Einen Steg zur Zukunft gäbe: gleich Schafen drängen sie sich über ihren Steg.
“der Erkennende zum Schaffenden gemacht”!
Und was schiert es euch, wenn sich mein Strom in Irrnisse wirft und unwegsame Schluchten: denn wie sollte ein Strom nicht zum Meere den Weg finden?
Wohl fand ich in mir einen See: ein Einsiedler ist der und ein Selbstgenügsamer: in den warf sich mein Strom der Liebe: und nun reißt er den See mit sich fort zum Meere!
“Wir haben gar keine Meinung, wenn man uns nicht eine Meinung giebt: und man giebt sie uns.
Wir haben gar keine Stärke, wenn man uns nicht stark wähnt: und Jedermann wähnt uns stark”—die Erbärmlichen Gegenwärtigen.
Ich ertrage und trage euch, noch fand ich euch immer leichtgewichtig. Und selbst wenn ich unter meiner eigenen Last keuche, beladen mit mir selber, was thut es, daß ihr Käfer und Flügelwürmer euch noch auf mein Bündel setzt!
gegen die “Moral”
Und als ich statt des reinen “ich will” aus plumpen Mäulern mir “du sollst” entgegenrufen hörte, da begann meine Gefahr: ich haßte mein reines “ich will” aus plumpen Mäulern —
Ich vernichtete euer Gut und Böse, ich zerriß diese Stricke: so allein lernte ich die Liebe zu meinem Guten.
Schwarz und schwärzend ist die Kunst aller Taranteln: Taranteln aber heiße ich die Schwarzkünstler des Geistes, welche die Lehrer “der schlechtesten Welt” heißen.
Wenn es Götter gäbe, wie hielt ich’s aus, kein Gott zu sein? Aber es giebt keine Götter.
Seine Seele jauchzt im Verborgenen darob, daß Rache noch in aller Gerechtigkeit geübt wird: und die meine darob, daß noch in aller Rache ein Funken vom Ambos der Gerechtigkeit abspringt.
In große Worte seid ihr verliebt wie in bunte Bälge: und auf Teppichen von Lügen versteht euer Fuß sich ein Fest zu machen, ihr Weichlinge! (Idealisten)
Ihr Mitleidigen, wenn ihr euch von der Höhe zu den Menschen herabwerft, was darf euch an gebrochnen Gliedmaßen gelegen sein!
Aber es schwieg: furchtbar und doppelt schwieg es. Ach, ihr kennt sie nicht, die doppelte Stille, die herzzerschnürende.
Alpa! schrie ich Die Furcht und Sehnsucht schrie aus mir: eine Stimme wollte ich wieder hören
Eine Stimme von Menschen her, wie sie ein Wind oder ein Vogel davon trägt.
Starker Wille? Das ist viel, doch nicht genug. Einen langen starken Willen brauche ich, ein herzenshartes ewiges Entschlossensein.
Wie dies Lachen mir die Fenster brach! Wie es mir die Eingeweide zerriß und das Herz aufschlitzte!
Das ist dein Unverzeihlichstes: du hast die Macht, und du willst nicht herrschen.
Siehst du denn nicht, wessen sie alle am meisten bedürfen? Das ist der, welcher befehlen kann.
Sie wollen Alle die Last nicht tragen des Unbefohlenen, aber das Schwerste leisten sie, wenn du ihnen befiehlst.
Selten ist der Wille, der Ungeheures fordert: leichter findest du den, welcher es thut.
Euch treibt noch kein starker Wind und Wille: zu steif steht ihr mir noch da und zu geraden Rückens.
Ach, daß ihr erst gerundet und gebläht über das Meer giengt, dem Segel gleich, und zitternd vor dem Ungestüm und Athem eines Willens!
Nun ist alle Luft erhitzt, Brand ist der Athem der Erde. Nun geht ihr Alle nackend, ihr Guten und Bösen! So hat der Erkennende sein Fest.
Ja, das ist die Welt ohne Kleider. Was hat die Erde beben gemacht? Sind es nicht die stillsten Worte eines Heiligen?
Kalt strömt jede tiefe Erkenntniß, eiskalt sind die innersten Brunnen: und also ist es Labsal allen heißen Händen und Handelnden.
Ich liebe das Brausen des schlechten Rufs: wie das Schiff den Widerspruch der Welle gern hört, durch den sein Kiel sich bricht. Leichter ist mir mein Weg, wenn um mich der Widerstand schäumt.
Aber wie ich von euch aufwachte und zu mir kam, so heiße ich auch euch wach zu werden und von euch aufzuwachen.
Und warum wolltet ihr nicht, auch—meine Brüder—“zu mir kommen?”
Nahe dem Quelle mit bescheidener Hand: so füllt er sie dir am leichtesten.
Erlöser? Binder waret ihr und Bändiger: das soll man euch zu Ehren sagen.
Heut bin ich Menschen-müde, heut sollen mir die Thiere lieb sein. Und händevoll Liebe habe ich heute an sie wegzuwerfen.
Ach, daß ich ein Säemann und Gärtner unter Thieren sein könnte! Wohl fände ich da noch Erdreich, auf dem Stolzeres wüchse als das Wesen, deß ich müde wurde.
Rede dein Wort nur! Zerbrich an ihm! Was liegt an dir und deiner Bescheidenheit!
Unberedbar ist meine Bescheidenheit.
Ihr wolltet beweisen, daß euer Großvater Recht hatte und daß die Wahrheit immer bei den Großvätern war.
Mehr Volk ist nämlich der Großvater stets als irgend ein Enkel.
Ihr blickt zurück, auch wenn ihr vorwärts geht: und oft muß man euch wider den Leib rennen.
Gern wohl baut ihr an der Stadt der Zukunft: aber dazu bestellt ihr die Grabmäler und Würden vergangener Welten.
13 [4]
“Tödte ihn, wenn du die Macht dazu hast”—rief Zarathustra auf eine furchtbare Weise abermals; und sein Blick durchbohrte die Gedanken des Königs.
Ich erkenne Zarathustra, sagte der König mit Lächeln: wer verstünde wohl gleich Zarathustra auf eine stolze Weise sich zu erniedrigen? Aber das, was du aufhobst, war ein Todesurtheil.
— und las langsam daraus und mit halber Stimme, wie als ob er mit sich allein sei: des Todes schuldig—Zarathustra, des Volks Verführer.
— trat er nachsinnend einige Schritte zurück, bis hinein in die Nische des Fensters; er sprach kein Wort und sah auch Zarathustra nicht an. Endlich wendete er sich zum Fenster.
Du hast es gesagt, König: das Bild, das vor dem Volke hergeht, das Bild, an dem sie Alle zu Bildnern werden: das Bild soll dem Volke der König sein!
Es ist nicht mehr die Zeit für Könige: die Völker sind es nicht mehr werth, Könige zu haben.
Vernichten, vernichten sollst du, oh König, die Menschen, vor denen kein Bild herläuft: das sind aller Menschheit schlimmste Feinde!
Zertritt das Gewürm, das den Schaffenden —
Und sind die Könige selber solche, so vernichte oh König, die Könige, so du es vermagst!
Meine Richter und Fürsprecher des Rechts sind überein gekommen, einen schädlichen Menschen zu vernichten; sie fragen mich, ob ich dem Rechte seinen Lauf lassen wolle oder der Gnade vor dem Rechte.
Was ist das Schwerere zu wählen für einen König, die Gnade oder das Recht?
Das Recht, antwortete der König; denn er war milden Sinns.
So wähle das Recht und laß die Gnade den Gewaltmenschen, als ihre eigene Überwältigung!
Als er aber zum Fenster hinausblickte, da sahe er etwas, darob die Farbe seines Angesichtes sich verwandelte.
Zarathustra, sagte er mit der Höflichkeit eines Königs, vergieb, daß ich dir nicht gleich antwortete. Du gabst mir einen Rath: und wahrhaftig, ich hörte gern schon auf ihn!— Aber er kommt zu spät!— Mit diesen Worten zerriß er das Pergament und warf es auf den Boden. Schweigend giengen sie voneinander.
Was der König aber von seinem Fenster aus gesehen hatte, das war das Volk: das Volk wartete auf Zarathustra.
13 [5]
Nicht um das Recht kämpft ihr Alle, ihr Gerechten, sondern darum, daß eure Bild vom Menschen siegen.
Und daß an meinem Bild vom Übermenschen alle eure Bilder vom Menschen zerbrechen: siehe, das ist Zarathustra’s Wille zum Rechte.
13 [6]
An die Lehrer der Gleichheit.
Ihr wollt nichts davon hören, daß Einer über euren Köpfen wandelt. Und so legt ihr Holz und Erde und Unrath zwischen ihn und eure Köpfe.
Also dämpft ihr die Rede meiner Schritte.
Aller Menschen Fehl und Schwäche legt ihr zwischen mich und euch: Fehlboden heißt ihr das in euren Häusern
Aber trotzdem wandle ich mit meinen Gedanken über euren Köpfen: und selbst wenn ich auf meinen eignen Fehlern wandeln wollte, würde ich noch über euch sein und euren Köpfen.
Denn die Menschen sind nicht gleich—so spricht die Gerechtigkeit. Und was ich will, dürftet ihr nicht wollen.
Mit ihren Tugenden wollen sie ihren Feinden die Augen auskratzen: sie erheben sich, weil sie Andere erniedrigen wollen.
“Jetzt bin ich gerecht” “jetzt bin ich gerächt”—das klingt gleich und klingt oft nicht nur gleich!
Seine schlimmen Eigenschaften lassen es ihn entgelten, wenn sie sich haben von der Tugend überwinden lassen
In jeder seiner Klagen ist Rache.
Ich will alle eure Heimlichkeiten ans Licht bringen: darum lache ich euch ins Angesicht mein Gelächter der Höhe.
Mein süßestes Wort soll euch zum Sauerteig werden: ihr sollt mir gähren von Rache.
Und erst wenn ihr übergegangen über den Topf und aufgegangen seid in eurer Bosheit, will ich euch schmecken und schmackhaft finden.
13 [7]
Die Götzen-Bildner.
Wenn euer Haß und eure Eifersucht einmal faul werden und ihre Glieder strecken: dann erst wird eure Gerechtigkeit munter und reibt sich die verschlafnen Augen.
Niesen sollt ihr mir ob meines Getränks: mein schäumender Wein soll eure Nase kitzeln und wollüstig machen.
Das Gelächter zu heiligen und wie ein buntes Gezelt über die Welt zu ziehn—und wenn ich euch schwärzere Nächte schaffen mußte, so brachte ich euch auch neue Sterne und neue Nachtherrlichkeiten.
Dem Rüssel gleich des Ebers soll mein Wort den Grund eurer Seelen aufwühlen: Pflugschaar will ich heißen.
So blind ihr schon seid: größer fand ich in euren Augen ihren Willen zur Blindheit.
Ach, ich kenne die blauen Fernen eurer Falschheit: und lieber als eure Lüge ist mir noch die Lüge dessen, der um sein Lügen weiß.
Schon dort, wo eure Redlichkeit aufhört, sieht euer Auge nichts mehr.
Die beste Maske, die wir tragen, ist unser eigen Gesicht.
Was ist es damit, daß sie die Götter nackt bildeten?— So sehnt sich der Südlichste noch nach neuen Süden.
13 [8]
Die Büßer des Geistes.
Bist du ein Stern? So mußt du auch wandern wollen und ohne Heimat sein, du Unstäter!
Nun steht er da, so mager in den Rippen, daß er sich über sich selber wundert.
Und also spricht er: “Hat wohl da ein Gott, als ich schlief, mir heimlich Etwas entwendet?
Wahrlich, genug entwendete er mir, sich ein Weibchen daraus zu bilden. Wundersam ist die Armut meiner Rippen.”
Die Gerechtigkeit trat vor mich hin: da zerbrach ich meine Götzen und schämte mich
Einer Buße unterwarf ich mich: ich zwang mein Auge dorthin zu sehen, wohin es ungern sah—und Liebe dorthin zu tragen.
Und wer für sich selber Gift bereiten will, muß Handschuhe von Glas anziehn.
Ungerechter noch war mein Verehren als mein Verachten.
Die Feigen fallen von den Bäumen: sie sind gut und süß. Und indem sie fallen, reißt ihnen die rothe Haut. Ein Nordwind bin ich reifen Feigen.
Und im Stolz über eine Handvoll Gerechtigkeit begingt ihr Frevel an allen Dingen, und ertränktet die Welt mit den Wässern eurer Ungerechtigkeit.
Und was mir Geist einst hieß, ist mir nur noch gleichsam Geist.
Man kann im Meere vor Durst verschmachten und ebenso inmitten allzugesalzener Wahrheiten.
Wer zu weit geht, legt sich zuletzt sogar auf Schnee schlafen—aus Müdigkeit.
Gewissensbisse erziehn zum Beißen.
Mitunter siegt wirklich die Wahrheit: irgend ein Irrthum hat für sie gekämpft.
Der Mensch ist das Thier mit rothen Backen: der Mensch ist das Thier, welches sich zu oft hat schämen müssen.
Lüstlinge giebt es des Geistes: es giebt auch Büßer des Geistes.
13 [9]
Der kürzeste Sommer.
Zu heftig strömte bisher mein Quell: er leerte immer zugleich den Becher, dadurch daß er ihn füllen wollte.
Dies Alles ist noch April und Mai und Juni: und wie ich bin, nahe dem Schnee, nahe den Adlern, nahe dem Tode werde ich einen Sommer haben, kurz, heiß, schwermüthig und überselig.
Ach über die zögernde Trübsal meines Frühlings! Ach über die Bosheit meiner Schneeflocken im Juni!
Nacht ist es: nun reden lauter alle springenden Brunnen. Und auch meine Seele ist ein springender Brunnen.
Nacht ist es: nun erst erwachen alle Lieder der Liebenden. Und auch meine Seele ist das Lied eines Liebenden.
Wenn ich dunkel wäre und nächtig, wie wollte ich nach Licht dürsten und Licht trinken!
Ich würde euch segnen, ihr kleinen Funkelsterne und Lichtwürmer und hinunterschlucken.
Aber nun bin ich ganz vom Licht umgürtet und verschwende es um mich: Ach, ich kenne die Lust des Nehmens nicht.
Und oft sagte ich mir “Stehlen ist wohl noch seliger als nehmen?”—so redete ich aus großer Ferne.
13 [10]
Wo ich Leben sah, fand ich Willen zur Macht: und auch noch im Willen des Dienenden fand ich Willen zur Macht.
Man unterwirft sich dem Großen, um über Kleine Herr zu sein: diese Lust überredet uns zur Unterwerfung.
Was nicht ist, das kann nicht wollen! Was aber Dasein hat—wie könnte dies noch—“zum Dasein wollen!”
Ihr meint, die Dinge zu kennen und alle Dinge: so setzt ihr Werthe an und Gütertafeln. Dies ist der Aberglaube aller Schätzenden
Ihr seid mir nur ein Fluß, auf dem ein Nachen weiterschwimmt: im Nachen aber sitzen die vermummten Werthschätzungen, die feierlichen.
So beginnt die ehrliche Wissenschaft: sie fragt: was ist? und nicht: was ist es werth?
Was für den Menschen da ist, so daß der Mensch erhalten bleibt: das ist unsre Grenze.
Auch dein Ideal ist noch nicht deine Grenze: weiter reicht deine Kraft als die Sehnsucht deines Auges.
Die Sonne gieng lange schon hinunter, die Wiese ist feucht, von den Wäldern her kommt Kühle: ein Unbekanntes ist um mich und blickt nachdenklich auf mich hin. Wie, du lebst noch! Warum lebst du noch?
Was uns von innen her bewegt, das staunen wir an, als unbegreiflich: nun erfinden wir Ton und Wort dafür—und nun meinen wir, auch, es sei begreiflich worden. Dieser Aberglaube ist in Allem, was tönt: der Wahn des Ohres.
Wille zur Wahrheit? Oh meine weisesten Brüder, das ist ein Wille zur Denkbarkeit der Welt!
Sichtbar werden soll auch die Welt im Kleinsten noch: dann meint ihr zu begreifen: das ist die Thorheit des Auges.
Reden wir davon: ob es gleich schlimm ist; davon schweigen ist fürchterlich!
Andere Meere sah ich, unglaubwürdig schien mir ihr Blau, eine Schminke schien es mir auf zottigen Häuten: grau und gräßlich floß das Blut darunter. Aber hier ist das Blut des Meeres—blau.
Nichts ist kostspieliger als ein Falscher Wahn über Gut und Böse!
“Der gute Mensch ist unmöglich: im Leben selber ist Ungüte Wahn und Ungerechtigkeit. Und dies wäre der letzte Wille zur Güte, alles Leben zu verneinen!”
Mit eurem Gut und Böse habt ihr euch das Leben verleidet, euren Willen müde gemacht; und euer Schätzen selber war das Zeichen des absteigenden Willens, der zum Tode sich sehnt.
13 [11]
Der Weg durch viele Seelen.
Ich komme daher wie ein starker Wind: und diesen Rath rathe ich meinen Feinden: hütet euch gegen den Wind—zu spein!
Durch hundert Seelen ging ich meinen Weg, manchen Abschied nahm ich schon, ich kenne die herzbrechenden letzten Stunden.
So aber will es mein Schicksal. Oder daß ich euch redlich rede: solch Schicksal will—mein Wille!
Wer ein Finder seiner selber werden will, muß lange als ein Verlorener gelten.
Wann war je ein großer Mensch sein eigner Anhänger und Liebhaber? trat er doch eben von sich bei Seite, als er auf die Seite—der Größe trat!
In dunkle Gewitter will ich verschwinden: und für den letzten Augenblick will ich Mensch zugleich und Blitz sein!
Wohl zog ich den Schluß: nun zieht er mich.
Vorüber rauschte die Welle: das Kind weint, weil sie sein Spielzeug mit in die Tiefe riß.
Aber dieselbe Welle schüttet ihm hundert neue Spielwerke aus im weichen Sande. Also weint mir nicht ob meinem Vorübergehen!
Und ewig, gleich des Ringes Durst, ist auch mein Durst nach mir: sich wieder zu erreichen, ringt und dreht sich jeder Ring.
Herrisch kam das Erlebniß: aber mein Wille sprach: da lag es schon bittend auf den Knien.
Manchen Abschied nahm ich schon, aber ich warf nicht die Thüre zu: so hörten eure stumpfen Ohren nichts davon.
13 [12]
Von den Freisprechenden.
Daß ein Blitz in eure Speisen schlüge und eure Mäuler eine Zeitlang Feuer fressen müßten!
Einen Fisch wolltet ihr fangen, und warft euer Netz ins Meer. Aber da zogt ihr eines alten Gottes Kopf herauf.
Also gab euch den Hungrigen das Meer einen Stein: da ließt ihr davon.
Da liegt immer die Göttin: träge und tückisch schleicht die Welle um ihre weißen Brüste.
Halb begrub sie der Sand und halb die Eifersucht der Welle.
Eure Sprüche und kleine Wahrheiten wuchsen wohl in der Nähe der Sümpfe? Immer doch höre ich aus ihnen einen Frosch quacken!
Ihr seid geschickt und habt kluge Finger: aber ihr versteht es nicht, eine Faust zu machen.
Erst wenn sich eure klugen Finger in eure Faust verkrochen haben, will ich an eure Kraft glauben.
Werkzeuge und Uhren seid ihr mir und nicht mehr! So will ich euch mit meinem Spotte aufziehn und ihr sollt mir dabei schnurren.
“So war es immer! So wird es immer sein!”
Und lieber noch will ich auf Ochsenhäuten schlafen als auf den Betten eurer Bequemlichkeit.
Man weiß von Jedermann Etwas zuviel.
13 [13]
Gegen die Mittler.
Allem Reinlichen bin ich hold: wie könnte ich euch Versöhnern hold sein!
All ihr Mittler und Mischer, ihr Halb- und Halben, ihr hochgespannten Versöhner—ihr seid nicht reinlich!
Wie sich göttlich hier die Gewölbe und Bogen brechen, im Ringkampfe: wie mit Licht und Schatten sie wider einander spielen, die göttlich Spielenden:
Also sicher und schön laßt uns auch Feinde sein, meine Freunde! Göttlich—wollen wir wider einander spielen!
Ihr Verdunkeler, ihr fragt, was aus euch wird, wenn ihr die Wahrheit sagt —
aber die Wahrheit soll die Welt zerbrechen, damit die Welt gebaut werde!
Man soll sein Herz erziehen: dadurch daß man es bezwingt.
Wer sein Herz gehen läßt, dem geht bald der Kopf durch.
Es ist vornehm, sich seiner besten Dinge zu Schämen, weil wir sie allein haben.
“Ich ärgere mich: denn du hast Unrecht”—so denkt der Liebende.
Ich liebe das Leben: ich verachte den Menschen. Aber um des Lebens willen will ich ihn vernichten.
13 [14]
Gesellen und Gesellschaften.
Euch, ihr Gegenwärtigen, nehme ich nicht zu ernst: dünn und durchsichtig seid ihr mir!
Zerrissene Schleier, durch welche die Zukunft blickt; halboffene Thüren, an denen Todtengräber warten!
Und wie wollte ich unter euch leben, wenn ich nicht schaute, was vor euch ist!
Nöthig fand ich euch nicht, nicht einmal überflüssig dünkt ihr mir: wenig ist an euch—zum Überfließen!
Ihr rauscht gegen mich auf, denn ich schlage euch mit meinem Ruder: und doch müßt ihr meinen Nachen in die Unsterblichkeit tragen.
Und manches Weib sprach zu mir: “Wohl brach ich die Ehe: aber zuerst brach mich die Ehe.”
Und wenn ich euch von Grund aus lieben soll, so müßt ihr mein Kind oder Werk sein.
Wer uns nicht fruchtbar macht, wird uns sicher gleichgültig.
Man handelt wohl für seinen Nächsten, aber man schafft nicht für ihn.
Zu stolz und scheu ist noch dein Wille! wenn du gut fahren willst, so spanne dir ein Eselein vor die Rosse deines Willens!
Bienenstöcke werden sie bauen gleich Thürmen von Babel
13 [15]
Neue Lebensweisen.
Was sind mir eure Vater- und Mutterländer? Ich liebe allein meiner Kinder Land, das unentdeckte, nach dem ich meine Segel übers Meer laufen und suchen heiße.
An meinen Kindern will ich gut machen, daß ich meiner Väter Kind bin: und also die Vergangen erlösen.
Wunsch sein von Grund aus und ein Vogel nach fernen Küsten: das ist mir Glück.
Ob die Wahrheit euch oder mir nützt oder schadet—was gehts mich an! Laßt uns Menschen schaffen, denen die Wahrheit nützt!
13 [16]
Von den Schauspielern.
Ist nicht das Meer der Pfau der Pfauen? Noch vor dem häßlichsten aller Büffel rollt es seinen Schweif hin, nimmer wird es seines Spitzenfächers von Silber und Seide müde.
Trutzig blickt der Büffel dazu, dem Sande nahe in seiner Seele, näher noch dem Dickicht, am nächsten aber dem Sumpfe: was ist ihm Schönheit und Meer und Pfauen-Zierath!
Dieses Gleichniß gebe ich euch den Schauspielern. Wahrlich, euer Geist selber ist der Pfau der Pfauen und ein Meer von Eitelkeit.
Zuschauer will euer Geist: solltens auch Büffel sein!
Ihr spielt: und wollt, daß euren Spielen zugeschaut werde—euch Alle heiße ich Schauspieler.
Ob ihr euch selber als Dichter preist oder als Tänzer, ob ihr des Volkes Stimme euch nennt und die Diener der gemeinen Wohlfahrt:
Ob ihr lehrt oder malt oder tönt oder das Spiel “Schwarz auf Weiß” spielt, das armselige:
Eine Satzung und Gier spricht aus all eurem Thun: “ich will mir einen Namen machen!—so spricht sie.
Der Glaube macht selig—so sagt ihr Alle—zumal der Glaube an uns!
Ich horchte auf Wiederhall, aber ich hörte nur Lob.
Ich wollte sie bauen und aufbauen—aber das Gesindel will gerade umgeworfen werden!
Viel von sich reden ist auch ein Mittel sich zu verbergen.
13 [17]
Von den Taranteln.
Hier ist der Tarantel Höhle: willst du sie sehn? So summe das Gesumm einer Fliege.
Hier hängt ihr Netz: rühre daran, daß es erzittert.
Du bist mir eine Tarantel: und schwarz sitzt auf deinem Rücken dein Dreieck und Wahrzeichen.
Beiße mir diese Oberflächlichen mit deinem giftigsten Bisse, daß ihre Seele erst Tiefe und Schwermuth und schwarzen Schorf erhalte.
Zu weit hinein flog ich in die Zukunft, ein Grauen überfiel mich.
Und als ich um mich sah, siehe, da war die Zeit mein einziger Zeitgenoß. Da sehnte ich mich nach euch, den Gegenwärtigen!
Schwarz und schwärzend ist die Kunst aller Taranteln: also heiße ich die Schwarzkünstler des Geistes, welche die Lehrer “der schlechtesten Welt” sind.
Willst du alles Gerade dir krumm machen? So denke, die Zeit sei hinweg und die Vergangenheit sei eine Lüge.
Dies zu denken ist der schlimmste Wahnsinn, und Tarantel-Gift. Ein Wirbel wird es selbst deinem Gebein sein und ein Erbrechen deinem Magen.
13 [18]
Von den Dichtern.
Das Unvergängliche—das ist nur ein Gleichniß; und die Dichter lügen zuviel.
Sie wissen auch zu wenig und sind schlechte Lerner: so müssen sie schön lügen.
Und am liebsten sind ihnen Wolken: darauf setzen sie ihre bunten Bälge und heißen sie Götter.
Und wenn sie im Grase liegen unter Bäumen, und ihnen zärtliche Regungen kommen: so meinen sie immer, die Natur selber sei in sie verliebt.
Und sie komme, ihnen Heimliches zu sagen und Schmeichelreden; ja die Dichter blähen und brüsten sich ob solcher Vertraulichkeit vor allen Sterblichen.
Er sinkt und seine Teufel ziehn ihn: aber je mehr er sinkt, um so glühender leuchtet sein Auge und die Begierde zu seinen Göttern.
Ich weiß euch zu reiten und neue Sättel aufzulegen. Und wer sich auf das Pferd versteht, versteht sich wohl auch auf den Sattel.
Ihr Harfner und Dichter, was wußtet ihr bisher von der Inbrunst der Töne!
Gespenster-Hauch und -Huschen ist mir all euer Harfenkling-klang: mit dürren Händen rißt ihr in dürre Saiten!
Und wenn euch nicht die Sterne vom Himmel fallen wollen, so werft eure Sterne an den Himmel: und das sei eure ganze Bosheit!
Wir loben nur, was nach unserem Geschmack ist: d. h. wir loben, wenn wir loben, immer unseren Geschmack: was doch wider allen guten Geschmack ist!
Sie meinten kühn zu sein, wenn sie sagten: “es ist nichts mit allem Wissen.”
“Langeweile und Wollüste”—daraus schrieben sie die Geschichte des Erkennenden.
hitzig nach Dingen, die sich alte Weiber erzählen
“Gelobt sei der Nichtswissende und geistig Arme!”
was nicht mehr in eurem Hörer ist, darnach macht ihr ihm Sehnsüchte und Gewissensbisse: aber ich sage euch: ihr solltet ihm nach dem “Noch-Nicht” Durst machen!
Wer schafft, liebt sich selber darin; so muß er sich auch am tiefsten hassen—er ist ausschweifend in diesem Hasse.
“Gelobt seien die geistig Armen, sonderlich wenn es junge Weibchen sind!”
Wer von euch Dichtern hätte nicht seinen Wein verfälscht? Manch giftiger Mischmasch geschah in euren Kellern.
13 [19]
Unter Krüppeln.
Und leben will ich noch unter Krüppeln lieber als unter diesen vermeintlichen Ganzen.
Voraus wirft die Vollendung ihren Schatten: Schönheit heiße ich diesen Schatten.
Das Leichteste und Stillste aller Dinge kam zu mir als Schatten des Übermenschen.
Auch Gott hat seine Hölle—sagte der Teufel: das ist seine Liebe zu den Menschen.
13 [20]
Von der Scham des Schenkenden.
Von dem Geschrei nach Gleichheit, gegen die Umstürzer
Von dem Rausche (Bußkrämpfe) Priester. Vom Freisprechen (“historische Bildung”)
Von der Redlichkeit der Erbärmlichen. Von den Genie’s.
Von der Ehe auf Zeit. Ehebrecherin Von neuen Gesellschaften und Klöstern.
Vom Strafen als dem Feindsein gegen die Feinde.
Wollt ihr denn bezahlt sein?
Vernichtung der Moral.
Der Traum.
Kosmische Abhängigkeit. Vermenschlichung der Natur.
Erlösung von Erlösern.
Ihr müßt erst lernen, nach der Erkenntniß zu hungern.
Die Gottes-Mord-Büßer und ihr Fest.
Reinigung von der Rache.
Von der Indiskretion der Priester.
Jagd auf die häßlichen Wahrheiten.
Größte Todtenfeier—hin zur Unsterblichkeit
Die Entsagung vom Metaphysischen als Forderung der Tugend—als Aufopferung.
Die glückseligen Inseln. “Südlich.”
Von der Bescheidenheit.
Werth der Pessimisten.
Wahnsinn des Gebenden.
Die Gelehrten.
Die Gegenwärtigen.
Gelächter der Höhe. Glück des Säemanns.
Stille des Heiligen.
Die Verführungen (Kind mit Spiegel)
Schönheit.
Mitleiden.
Idealisten.
die Frommen verführen
(Stirb Zarathustra!)
der Scheiterhaufen (Groß-Stadt)
13 [21]
Die typischen Leiden des Reformators und auch seine Tröstungen.— Die sieben Einsamkeiten.
Er lebt wie über den Zeiten: seine Höhe giebt ihm Verkehr mit den Einsamen und Verkannten aller Zeiten.
Er wehrt sich nur noch mit seiner Schönheit.
Er legt seine Hand auf das nächste Jahrtausend.
Seine Liebe nimmt zu und die Unmöglichkeit, mit ihr wohlzuthun.
13 [22]
1. Vorrede und erste Reden Zarathustras. Noch drei Theile:
2. Die Gelächter der Höhe.
(Glück des Säemanns.)
3. Zarathustra sucht seine Verlorenen.
(oder die 7 Einsamkeiten)
4. Mittag und Ewigkeit.
13 [23]
Die Eigenschaften des Übermenschen schrittweise sichtbarer werdend.
Die Gelächter der Höhe—die Höhlen S.A.’s.
Zur letzten Scene die Erscheinung bei Stromboli.
Rede des Weibes. “Wie gut du heilst, Heiland!”
Immer zehn Jahre dazwischen. Einsamkeit.
Beim Beginn des letzten Buchs erscheint ein Kind mit einem Spiegel in der Höhle Zarathustra’s, als erstes Zeichen seines Siegs.
13 [24]
Lob der Vernunft und ihrer Kühle.
Als Schaffender es loben, daß unsre Weisheit als Thorheit, unser Reichthum als Armut entdeckt ist.
Durst! Wenn ich satt wäre, wozu sollte ich schaffen! Rechtfertigung des Leidens.
Hochsommer im Gebirge.
süßer Geruch, Schwermuth, auf einen plötzlichen Tod,
Abend im Walde, wo Elfen laufen.
der große Mensch “fiel”
Hymnus auf das Organische. Zarathustra fühlt sich Allem Lebendigen verwandt in seinem Willen, tiefstes Verstehen der Natur und des Moralischen.
| Zarathustra sagt “ich bin | die Lust” |
| des Windes Mistral | |
| der Elektrizität | |
| der Höhe | |
| des Jahreszeitenwechsels (Ring) | |
| des reinen Himmels | |
| der Morgenröthe | |
| des Stromes | |
| des organischen Lebens | |
| Durst der Sonne nach Meere | |
| Pflugschaar | |
| (als Überredung) |
Lebensweise: so sich zu nähren, daß wir uns nach unserem Bilde Schaffen. Die Wollüstigen Hassenden mögen Pflanzen essen.
13 [25]
Zuerst: Gelächter der Höhe. Traum. Nachspiel. Gelächter über Erlöser und Mitleidige Mittler Versöhner
sittliche Weltordnung (“bezahlt”)
Idealisten “Götzen-Bildner”
Umstürzer—Verneiner. Gespräch mit dem Feuerhund.
Dichter
Genies. Von den Pfauen.
Gelehrte
Gebildete
Freisprechende
Gleichheits-Socialisten
Pessimisten Tarantel “Schwarzkünstler des Geistes.”
Metaphysiker
Erkennende—“Strom”
(“ich bin der Sarg voller Bosheiten und Larven des Lebens”)
Gesellschaft
gegen “langes Leben auf Erden”— “Hochsommer”— “reiner Himmel”
Priester und Kirchen
Erhabene (für die Schönheit)
Krämer
Genügsame (Natur-Mystiker)
Eitelkeit der Reinlichen
Neugierige
Romantiker (Mond). “Wehmüthige” durch rasende Tänze zu heilen, Scham abwerfen und hinterher die Brücken zur Verstellung abgebrochen finden.
13 [26]
Es gab noch keine Übermenschen!
13 [27]
Schauspieler.
Taranteln.
Feuerhund.
Der Traum.
Freisprechende.
Büßer des Geistes
“Bezahlt”
Sommer im Gebirge.
neue Gesellschaft.
Lebensweise.
Durch viele Seelen
unter Stücken wandeln
die kühle Vernunft
Organisch—moralisch
Mittler.
Auf einen großen Todten.
13 [28]
Die Todtenfeier.
Von den Beschaulichen.
Von den Schauspielern.
Erlösung von den Erlösern.
Der Traum.
Von den berühmten Weisen.
Die Helden und die Schönheit.
Von den Taranteln. Hochsommer.
Gespräch mit dem Feuerhund.
13 [29]
Feuerhund.
Von den Taranteln.
Die Büßer des Geistes.
Unter Krüppeln.
Von den Freisprechenden.
Von den Predigern der Gleichheit.
Neue Lebensweisen.
Gesellen und Gesellschaften.
13 [30]
Das Kind mit dem Spiegel.
Das Nachtlied.
Das Tanzlied.
Der Wahrsager.
Die Todtenfeier.
Von den Göttern.
Von den berühmten Weisen.
Von den Erhabenen.
Von den Gegenwärtigen.
Von den Gelehrten.
Von den Beschaulichen.
Von Gut und Böse.
Die stillste Stunde.
Von den Priestern.
Von den Dichtern.
Von den Mitleidigen.
Vom Gesindel.
Von den Tugendhaften.
Von großen Ereignissen
Von der Menschen-Klugheit
13 [31]
Von den Taranteln.
Gespräch mit dem Könige.
Unter Krüppeln.
13 [32]
Von den Dichtern.
Von den Beschaulichen.
Die Todtenfeier.
Von der Menschen-Klugheit.
Vom Lande der Bildung.
Von den Gelehrten.
Von den Erhabenen.
Das Tanzlied.
Der Wahrsager.
Von Gut und Böse.
Unter Krüppeln.
Gespräch mit dem Könige.
Die stillste Stunde.
13 [33]
Von den glückseligen Inseln
Vom Gesindel.
Von den Taranteln.
Von den berühmten Weisen.
das Nachtlied.
das Tanzlied
das Grablied.
Von Selbst-Überwindung.
Erhabene.
Lande der Bildung.
unbefleckte Erkenntniß.
Gelehrte.
Dichter.
große Ereignisse.
Wahrsager
Erlösung.
MKlugheit.
St Stunde.
13 [34]
Von den Beschaulichen.
Von den Gelehrten.
Von den Erhabenen.
Vom Lande der Bildung.
Von den Dichtern.
Von der Menschen-Klugheit.
Der Wahrsager.
Von der Erlösung.
Die stillste Stunde.
13 [35]
Von der unbefleckten Erkenntniß.
Von den Gelehrten.
Von den Dichtern.
Der Wahrsager.
Von großen Ereignissen.
Von der Menschen-Klugheit.
Von der Erlösung.
13 [36]
Das Kind mit dem Spiegel.
Von den Erhabenen.
Von den Beschaulichen.
Von den Priestern.
Von den berühmten Weisen.
Das Tanzlied.
Die Todtenfeier.
Die stillste Stunde.
10, 13[1-36] Sommer 1883
13 [1]
Заратустры’священный смех.
Стрелка передвинулась, часы моей жизни перевели дыхание, — никогда не слышал я такой тишины вокруг, — так что я испугался.
Тогда услышал я беззвучный голос: час настал для тебя проповедовать спасение от спасителей.
Еще не был для вас дух заботой и скорбью — кислым был ваш хлеб насущный, но еще не заквашенным мыслями.
Словно охотник вышел Заратустра на охоту за безобразными истинами — мрачным возвращался он часто из леса.
Твое познание, о человек, означает: искажать и толковать вещи так, как тебе выгодно. Искажающие и толкующие — вот кто вы для меня, познающие!
Повелительно подступило ко мне переживание, но моя воля заговорила с ним — и вот оно уже стоит с мольбой на коленях.
Ты не чувствуешь жажду и жаркое дыхание солнца? Морем хочет напиться оно и вбирать его глубину к себе на высоту.
И вот вздымается тысячью грудей страсть моря. Оно хочет, чтобы жажда солнца целовала его и упивалась им; воздухом хочет оно стать, и высотою, и стезею света. Так же, подобно солнцу, любит жизнь познающий — самое глубокое хочет он вознести на свою высоту.
Разве уши танцора не на пальцах его ног?
Ты звезда? Тогда ты должен желать странствовать, ты, скиталец, и быть лишен родины.
Спокойно дно моего моря; кто бы угадал, что оно скрывает забавных чудовищ!
Непоколебима моя глубина — но она блестит переливами загадок и усмешек.
Смотри, как женщина противится себе самой и как она ведет гребень вопреки упрямству и воле ее золотых волос!
Рты их переполнены, остается нам надеяться, чтобы их сердце перелилось через край.
Вас, современники, я не принимаю всерьез: слишком тонки и прозрачны вы для меня, — рваные покрывала, сквозь которые зияет вечность. И как бы я смог жить среди вас, не глядя на то, что перед вами и позади вас!
Я не нашел вас необходимыми; вы даже не кажетесь мне излишними. Поистине, мало в вас того, что могло бы переполняться.
Звезда сорвалась вниз и пропала — но ее свет все еще в пути. И скажите мне: когда же он прервет свой путь?
Не есть ли море павлин из павлинов? На мягком песке распушило оно свой серебряный хвост, веер из серебра и шелка, — когда устанет оно от себя самого? Так же любит себя и жизнь.
Полночь взглянула на меня пьяным взором — одиночество притаилось рядом с ней и хрипящая мертвая тишина, самая скверная из моих подруг.
И вечна, подобна жажде кольца, моя жажда меня самого: снова достичь самого себя, для этого вертится и крутится каждое кольцо.
Смешны мне вы, ковыляющие! Но бойтесь того, у кого есть спешка и воля — как бы не познать вам его пятку!
Хочешь, чтобы споткнулись о тебя идущие? Тогда ступай им навстречу, повернув голову вспять!
Бойтесь отступившего! Бойтесь тигра, готовящегося к прыжку!
Слишком сильно бил до сих пор твой источник: он всегда опустошал сосуд, желая его наполнить.
Тишина. Скромность высоты.
Я сделаю моим украшением то, что падает со стола жизни, — рыбьими косточками, ракушками и колючими листьями буду я украшен лучше, чем вы!
Благодеяния твои должны ниспадать как роса на траву, когда ночь всего безмолвнее.
На любое зло считаю я себя способным — именно поэтому хочу я от себя добра!
Сами ли вы прославляете себя как поэтов или танцоров или выдаете себя за глас народа и за слуг общественного блага.
Учите ли вы, или рисуете, или музицируете, или играете в игру «черным по белому»:
Дети вы для меня одного порядка и одного желания, что гласит: «ты должен сделать себе — имя».
Но есть и другие, более редкие, у них есть имя — но они хотели бы его потерять и стереть со всех скрижалей.
Голову свою прячут они в кустах и пещерах или крестят себя выдуманными именами — чтобы их ужасная госпожа не заметила их и гневно прошла мимо.
Что же это за госпожа, что они не хотят быть найденными ею?
Это зову я милостью и смыслом милости — взвалить себе на плечи чужую несправедливость и задыхаться под двойной тяжестью.
Не основание и цель твоего поступка сделало его хорошим, а то, что твоя душа при этом дрожит, и блестит, и проливается через край.
«Ученый»
Вот стоишь ты, столь тощий в ребрах, что сам дивишься себе.
И так говоришь: кажется, бог, пока я спал, тайком что-то похитил у меня? Поистине, достаточно похитил он у меня, чтобы сделать себе из этого женушку.
Бедность ребер моих!
Взгляните, как наполняется и переполняется он от сострадания ко всему, что именуется человеком: дух его захлебнулся в его сострадании; скоро начнет он совершать великие глупости.
Я прихожу к вам как могучий ветер и такой совет даю тем, кто меня презирает: остерегайтесь плевать против ветра!
Болезнь хотели вы лишить силы, а ослабили больного, вы, знахари и спасители!
Слишком высоко и отвесно живу я над вами: на дереве будущего свил я себе гнездо, сам себе единственный современник.
Когда тот, кто мог бы приказывать, уговаривает, пряча под плащом свои королевские руки, — я называю это вежливостью.
Моя дикая мудрость зачала на одиноких горах; на жестких камнях родила она самого младшего из своих детей.
Теперь, безумная, носится она по суровой пустыне и ищет, все ищет мягкого дерна — моя старая дикая мудрость.
На мягкий дерн сердец ваших, на вашу любовь хотела бы она уложить свое любимое дитя! Но что происходит со мной?
Что знают все, то все и забудут, и если бы не было ночи, кто бы еще знал, что есть свет?
Поистине говорю вам: непреходящее — символ, сравнение. (Жажда кольца
Мы презираем все, что объяснимо. Какая-нибудь глупость, застигнутая врасплох, стоит голой перед тем, кто ее объясняет.
Вы действительно видели когда-нибудь человека, который делал то, что ему полезно?
Бог, который любил бы нас, сделал бы ради нас пару глупостей! Что мне до вашей похвалы «мудрости» вашего бога!
Счастье твое еще юно — будь терпелив к нему!
Дурной воздух вокруг вас — из-за мыслей, что висят сейчас в воздухе.
Видение было мне недавно в море, образ богини; лениво и коварно плескалась волна о ее белые груди.
Наполовину погребло ее песком, наполовину — ревностью волн.
Слишком долго принадлежал я одиночеству: так разучился я молчанию.
Устами всецело сделался я, и шумом ручья с высоких скал, — вниз, в долины хочу я низринуть мою речь.
Ненавистны мне все вы, ночные и могильные сторожи и те, кто дует в мрачный рог.
Я смеюсь над вашей свободной и несвободной волей: безумие для меня то, что зовете вы волей, ибо нет никакой воли.
Из мыслей и болей родилось то безумие, что зовете вы волей. А раз нет воли, нет и долженствования.
Я подвел хороший итог — но теперь он подводит меня!
У кротости самая грубая шкура.
И то, что мы не совершили, тоже ткет всякое будущее: Ничто тоже мастер всех ткачей.
Иной устает от самого себя — и только тогда наступает его счастье.
Хочешь доброй поездки — запрягай еще и ослика впереди коня твоей воли!
Ранен я своим счастьем: все страждущие да будут мне врачами!
Кто не верит себе самому, лжет постоянно.
Когда ненависть твоя и ревность ленятся и протягивают свои члены — тогда просыпается твоя справедливость и протирает заспанные глаза.
«Познающий»
С истощавшими добродетелями и обветшавшей душой слишком долго сидел он в тени — и умер с голоду от своих ожиданий.
«Великий»
Лишь когда отвернулся я от себя, перепрыгнул я через мою тень — и поистине, друзья мои, прямо в мое солнце!
Разве не скромен я? Я живу у подножия своей высоты и никогда еще не видел я моей вершины: не поддается уговорам мое смирение. Всякий дух приходит ко мне: я люблю его за то, что он хочет стать моим духом.
Похитили у меня то, что всегда я любил, — и вот любовь моя течет потоком через край, вниз, к восходу и закату, с молчаливых гор и грозовых туч боли несется душа моя в долины.
(«Познающий»)
Вы торговались с духом, своим торгашеством отравили вы себе кровь; лишь истекая кровью, можете излечиться вы от яда!
«Гений». Жил ли когда-нибудь сверхчеловек?
В личину бога заполз ужасный кольчатый червь — слишком долго был я шутом божественных кож: клубок змей поселился внутри нее!
Я думал, что вижу, как играет божья душа, — змеиная нечисть и зловоние скрывались под маской. Хитрость ящерицы ползала под божьей личиной!
Освящать смех, натягивая его, словно пестрый шатер, над миром, — вот для чего пришел я: создать новое небо со звездами и новые чудеса ночи, а если нужно мне создать вам еще более темные ночи, для этого принес я вам себя самого.
Тоскую и гляжу я вдаль; на тебя, мой орел, возлагаю я руку, скажи мне: что есть самое далекое, что видел орлиный глаз!
«Оно раздает себя» — говорите вы мне? Нет, братья мои, оно берет себе и будет брать себе все больше и больше!
(Современники).
И кто умеет двигать горы, тот двигает и долины с низменностями.
Чихать должны вы от моего напитка, мои пенистые вина должны щекотать вам нос и приносить наслаждение.
Прошумела мимо волна, и ребенок плачет, потому что унесла она в пучину его игрушки, — но та же волна вырыла ему из мягкого песка сотню других игрушек. Итак, не плачьте, братья, что я прохожу мимо.
О вкусах не спорят? Ах, глупцы, вся жизнь есть спор о вкусах и привкусах и должна оставаться такой!
Я чую запах вашей пыли, давно не проветривались ваши души.
Не к ушам — к рукам вашим обращаю я свое учение. Делайте подобно мне: лишь делающий учит и лишь как делающий буду я вам учителем. Лучше делать, плохо подражая мне, чем сидеть сложа руки и молиться!
Поистине люблю я знойный дух так же мало, как прохладный, но когда они сходятся вместе, возникает то, что я люблю, — бурный ветер.
Я думал, что причалил к острову, — но оказалось, что это спящее чудовище.
Еще не видел я заката, который не был бы рождением и зачатием.
Пусть ударит молния в ваши блюда, а ваши пасти должны будут пожирать огонь! —
Еще не прошел я за учение мое сквозь огонь — но учение мое вышло из моего огня.
То был человек, что висел две тысячи лет на кресте, а ужасный бог творил жестокости и называл их любовью.
«Ничто в мире не нравилось мне — но больше всего не нравилось мне, что ничто в мире мне не нравилось».
Уже простился я с иными — но я не хлопал дверью, и потому не слышали ничего ваши глухие уши.
Как смешон мне всякий, кто хочет обратить кого-нибудь в свою веру!
Вы приходите ко мне, хочу я того или нет; но как я должен давать вам, так должны вы и брать — меня самого!
Белым волом хочу я быть, идущим, фыркая и мыча, впереди плуга; и как спокойствие мое ложится на солнце, мое счастье должно пахнуть землею.
Дико бьет крылами мой орел против моей воли — но шум его разбивается об эту скалу.
Что еще значит для вас «переживание»? Словно комары сидят на них события, прокалывая им кожу, но сердце их уже ничего о том не ведает.
Я не люблю этот бледный жирный месяц: поистине, никогда еще не находил я в нем «мужчину». Он для меня монах: сладострастный, с мокрыми щечками, рыщет он по темным углам, заглядывая в полузакрытые окна, — ревнивее всех котов, что бродят ночью по крышам! Ко всем любящим ревнует он, этот бледный жирный месяц-монах!
Ночь, и опять над крышами
Месяца бродит лоснящийся лик.
Он, сладострастный котище,
На влюбленных всех глядит ревниво,
Этот бледный толстячок-«лунатик».
Закоулками темными шныряет,
В приоткрытые заглядывает окна,
Ночь напролет, как монах похотливый,
Ходит он запретными путями.
I Перевод И. Эбаноидзе.
О, этот ложный свет, этот подслащенный спертый воздух! Здесь, где душе нельзя летать, но лишь-смотреть в небо, стоя на коленях.
О, жизнь! Как в зрачок, смотрю я в тебя.
Я вижу в тебе, что ты смотришь на меня; я угадываю в тебе, что ты разгадала меня.
Зима; сегодня хочу я танцевать. Я достаточно горяч для этого снега; на гору хочу я подняться, там будет состязаться мой жар с холодным ветром.
Разве я не роза ветров? Разве не приходят ветры ко мне и не спрашивают мою волю? На все грядущее наложу я свою руку.
Вы думаете, все это лишь дикая игра великанов и неуклюжесть их огромных кулаков? Но лишь одно слово на голубиных лапах направляет волю этих дикарей — слово о ценности, исходящее от самых тихих.
Ночь: теперь говорят громче все бьющие ключи;
и моя душа тоже бьющий ключ.
Ночь: только теперь пробуждаются все песни влюбленных; и моя душа тоже песнь влюбленного.
Огонь и пожар — моя жизнь; и длиннее век жертвенного ладана, чем миг жертвы. Далеко над морем веет его запах — потрясая одинокого мореплавателя.
Здесь осень, и урожай, и обилие, и время после полдня, и дальние моря — но именно теперь должен я стать птицей и лететь к полдню над вашими головами: из осени вашей прорицаю я вам зиму и ледяную нищету.
Будьте честны: я угадал, во что вы верите всего лучше. Теперь я хочу, чтобы все ваше познание служило этой лучшей вере!
Слишком медленно бежит моя речь. В твою колесницу прыгнул я, буря, и тебя хочу бичами хлестать в моей злобе: подобно крику и ликованию хотим мы нестись над морями.
Завершение отбрасывает впереди себя тень; красотой зову я эту тень — легчайшая и тишайшая из всех вещей явилась мне как тень сверхчеловека.
Подобно кабаньему рылу должно взрыть мое слово почву вашей души: плугом хочу я называться.
Что со мной? Мои ключи иссякли и отступило мое море; не разверзнется ли и земля под моими ногами, чтобы поглотить меня своей глубиной?
— Прочь, к бессмертию! Via Appia.
И где дыряв ваш разум, туда вы немедленно вставляете ничтожнейшую из затычек, имя которой — «бог».
В темную бурю хочу я исчезнуть — и в последний мой миг хочу быть и молнией, и человеком.
Сладчайшее слово мое покажется вам теперь закваской: вы забродили от мести, и лишь когда вы подкислитесь насквозь и взойдете, расплывшись от злобы и мести, — найду я вас вкусными.
Все ваши тайны я хочу вывести на свет: потому смеюсь я вам в лицо своим смехом высоты.
Темно ваше лицо, действующие: тени рук ваших играют на нем, и спрятан от меня смысл вашего взгляда.
Мысль, спящая в граните и ждущая того, кто ее разбудит.
В чреве кита стану я провозвестником жизни.
Я видел всех вас нагими — как же отличать мне ваше добро от зла!
Благодать моя налетает подобно буре, и не желая того, швыряет зазевавшегося, не умеющего уклоняться, на суровые стены.
Он проваливается, и его дьяволы тащат его, и чем больше он проваливается, тем сильнее светится его глаз и вожделение к своему богу.
Современники
Вы шумите против меня, ибо я бью вас своим веслом, — и все же вы должны нести мой челн в бессмертие.
Сама жизнь режет по живому, — собственной мукой умножая свое знание.
Ребенок должен держать передо мной зеркало, на котором написан весь мир.
Он решает свои загадки, но не разрешает их: они не взлетают преображенными к небесным младенцам.
Мысли мои — краски, краски мои — напевы.
Колени мои дрожали, когда я впервые обрел свой путь и пошел по нему; а те, кто видел это, говорили мне: ты разучился своему пути, а теперь разучился и ходьбе.
А теперь разучился я и воле: я привык восходить, но теперь меня несут златые нити, поднимая меня над эфиром.
Разве почивал я когда-нибудь на своей славе? Ложем из колючек была мне всякая слава.
Прочь от вас, людей, влечет меня всякая красота, прочь от всех богов влечет меня всякая красота; тогда я бросил якорь в открытом море и сказал: «да будет здесь однажды остров сверхчеловека!»
И если ваша красота сама не проповедует покаяние, что сможет ваше слово!
С затылком вола и очами ангела — такими нужны вы мне!
Я ослеп.
Моя слепота моя, постукивания и ощупывания слепого да поведают вам о могуществе солнца, которое я видел.
Пусть познание однажды научится, тихо улыбаясь, не ревновать к красоте
Свободно стояли вы пред всяким духом, свободная и радостная цитадель духа. Теперь же хочу я иначе: не только занимать, но владеть должен ваш град моей добродетелью; одержимыми добродетелью должны стать вы.
Нетерпеливо вынес я зиму — а теперь еще злоба апреля играет с моим нетерпением, и нередко выхожу я из себя, сердясь на его затяжное уныние — и насмешливые снежные хлопья.
В первый раз свел я вместе справедливого, героя, поэта, познающего, прорицателя, вождя: над народами раскинул я свой шатер на опорах, держащих и небесный свод, достаточно сильных, чтобы нести и небо. (Так должен говорить сверхчеловек!)
Справедливость предстала передо мной; тогда разбивал я своих идолов и устыдился. Покаянию предался я и принудил глаз свой смотреть туда, куда ему не хотелось смотреть — и обратить туда свою любовь.
высший вид страсти, утихомирившейся, текущей
(Конец) — и всякий, кто должен однажды страдать, уже и прежде чувствовал себя помазанным и омытым слезами для животной жертвы. Вы называете это моим «счастьем» —
Из полноты простого проистекает его власть.
«Горе, неужели должен я стать богом» — говорил он.
подобно водопаду, медлящему и в падении —
человеческим должны мы наполнить природу, освободив ее от божественного маскарада. Мы хотим взять из нее, что нам нужно, чтобы мечтать превыше человека. Должно возникнуть нечто более великолепное, чем буря, и горы, и море, — но как человеческий сын!
Тяжело и скрипя, приплетаетесь вы подобно повозкам, спускающим с горы камни, — но при всем вашем достоинстве вы катитесь вниз: глубина притягивает вас к себе!
стертым, заострившимся языком
Рыбу хотел я изловить и бросил в море свой невод — но вынул оттуда лишь голову бога: камень послало мне, голодному, море.
Что мне ваши отечества и родины? Я люблю только землю детей моих, неоткрытую, к которой направляю я в поисках парус свой через море: оправдать хочу я перед своими детьми, что я сын моих отцов.
Лишь тому должна быть добродетель ваша полезна, ради кого вы презираете себя и свою пользу. Иначе пусть будет презрение к пользе во взгляде вашей добродетели.
Мой орел лютый разбойник и хищник — и да будет он опасностью всем маленьким белым овечкам!
Знаком ли вам испуг засыпающего? До самых пальцев ног пугается он, ибо почва уходит из-под ног его и начинается сон, — и нередко вновь просыпается он от этого испуга.
Ваши изречения и мелкие истины выросли, быть может, на болоте? Вечно слышится из них кваканье холодных лягушек.
Вы должны заново учиться строить с помощью гор: мало уметь двигать горы, вы, познающие! А кто двигает горами — тот передвигает и долины.
Как можно было бы вас вынести, если бы молния не разбила вашу холодную нужду и бессилие и если бы не поросли они пестрыми сорняками. Как развалины и жертвы своих несчастий обеспечили вы себе право на бытие!
Не вкус, а голод пусть будет вам красотой, нужда ваша пусть станет вам красотой — иначе не желаю я вас.
Не в сытости должно умолкнуть потребности вашей и раствориться, но в красоте: тень грядущих богов должна заставить вас умолкнуть.
Чего же ищут все созидающие? Новых языков ищут они все: устали они от прежних языков — больше не желает приближаться к ним дух на стертых, истончившихся подошвах.
Взгляд ваш, обращенный к дальним морям, ваше желание ощупать вершины и скалы — все это лишь язык для вашей тоски. Лишь людей ищет ваш взгляд и ваше желание — и того, что больше человека.
Они называли богом то, что им противоречило и причиняло боль, — таковы были эти герои. И не умели они иначе любить своего бога, как прибить ко кресту человека.
Итак, будем врагами, друзья мои! Как рушатся своды над вами, играя друг против друга, как свет и тени побожественному уверенно и прекрасно враждуют над вами:
так и мысли ваши и друзей ваших должны быть побожественному уверенны и прекрасны во своей вражде.
Вы и слышать не хотите о том, чтобы кто-нибудь ходил над вашими головами. Поэтому накладываете вы дерева, и земли, и сору между ним и вашими головами — и так заглушаете речь его шагов.
Все ошибки и слабости людей наваливаете вы между собой и мною: «черным полом» называется это в ваших домах.
И все-таки хожу я со своими мыслями над вашими головами; и даже если бы я захотел ходить по своим собственным ошибкам и «черным полам», все-таки был бы я над вами и вашими головами!
А теперь еще пылает лед и невинность моих вершин.
Вы, сокрушители, не поняли еще, что делает сокрушение? В грязи вашего презрения лежала сокрушенная статуя — и из самого вашего презрения пробудилась она внезапно к жизни и живой красоте.
В своем божественном облике, обольстительная в своем страдании, поднялась она, ниспровергатели, — и поблагодарила вас за свое обожествление!
Дионис на тигре; череп козы; пантера. Сон Ариадны: «покинутая героем, грежу я о сверхгерое». Вообще не говорить о Дионисе!
Толкования требует всякое дело: всем отгадчикам подает оно знаки. Новые слова и напевы дал я толкователям — чтобы они заставили громче говорить погодные признаки человека.
Я прорицатель, но за моим взглядом неумолимо следует совесть — значит, я и толкователь моих видений.
Черные пруды, из которых доносится сладкая печальная песнь жерлянки, — вот кто вы для меня, священники.
Кто из вас решился бы явиться нагим!
Правильно поступаете вы, наряжая в черное свои трупы, а из речей ваших слышится мне дурно приправленная затхлость мертвецкой.
Как ненавижу я изолгавшиеся судороги вашего смирения! В коленопреклонении вашем вижу я привычки рабов, о вы, льстецы вашего бога!
Когда вчера взошел месяц, мне казалось, что он хочет родить солнце: так широко, как на сносях, лежал он на горизонте.
Но он обманул меня своей беременностью; и скорее еще я поверю в месяц-мужчину, чем в месяц-женщину. Эту притчу дарю я вам, мечтателям и лунатикам.
Бесплодным и пожелтевшим взошел он, — становясь все меньше, все бледнее и все обманчивее. Поистине, нечистая совесть выглядывала из него, похотливого.
На эту землю обращена его похоть, и он стыдится похоти своей, он хотел бы придать своему взору святость и отрешенность.
И пусть возлежите вы, широко и чревато, на горизонте, — поистине, вы не родите мне солнца! (Романтики)
Похотливо взираете вы на землю, но дурная совесть кусает похоть вашу — и вы избираете уныние.
Сухая трава и степь — вот вы для меня, — но я хочу сделать из вас блуждающие огни и провозвестников огненными языками.
Словно в глаз заглядываю я в тебя, жизнь!
Золотом блестит ее глаз: златой челн плывет там по темным водам. Взгляните же на меня: всплывает и ныряет танец этого злата!
Вы ловки и у вас цепкие пальцы. Но вы не умеете сжать их в кулак.
Лишь когда ваши цепкие пальцы сожмутся в кулак, поверю я в вашу силу.
Червь, с которым я сражаюсь, — лишь я сам превратил его в дракона: так юн и мал он был, — я сражаюсь с будущим вашим.
Но если бы вы возжелали сражаться и побеждать, мне пришлось бы нынешних драконов превратить в червей!
Инструменты и часы вы для меня и ничего больше: я хочу завести вас своей насмешкой, а вы будете жужжать мне!
И лучше буду спать я на бычьих кожах, чем на постели вашей уютности и любви.
Вы видите только искры мои — но вы не видите наковальню, которая есть я, вы не догадываетесь о жестокости молота моего.
Не ужасом змеиных волос превращу я вас в немые камни — лишь щитом моим по имени «красота» защищусь я от вас.
Слышите раскаты хохота этого щита? Это священный смех красоты: он сделает вас немыми!
Я знаю, как править вами, — а кто разбирается в лошадях, разбирается и в седлах.
Еще похож я на петуха на чужом дворе, которого клюют куры.
Пожаром и опасностью хочу я зваться для всех сухих душ; пусть раскаленный пепел взметается передо мной.
Снова одинок я и изгнан. Друзья мои изгнали меня в мое одиночество и те, кто меня любит. Я хочу говорить со своими врагами.
С теми хочу я говорить, кто меня ненавидит: быть может, я скорее склоню их ко мне, чем моих друзей.
Так желаю я сегодня моих врагов, как когда-то желал всякой истины. Истиной именовал я когда-то все то, что делало мне больно и больнее всего.
Всю злобу души моей хочу я излить на своих друзей: быть может, так склоню я врагов моих к тому, что меня ведет.
На вашу любовь? Ах, не покидает меня мое ужасное знание: кто гнал меня в дикие места и превращал в дикаря?
Напрасно! Напрасно! Ведь вы сами изгнали дикаря: в медведя пещер превратила меня воля друзей моих.
Ах, кто же сделал меня одиноким и диким и превратил в медведя пещер?
Ах, кто сослал меня к холодным камням и непогоде
Не вскричали ли «Нет!» три грома и три удара молнии в полночь?
А когда я рассматриваю мою книгу с картинками, пусть пес и дитя заглядывают мне через плечо.
Грация — это великодушие благородных.
Подобно буйволам почитаю я вас как песок, еще больше как чащу, а больше всего как болото.
Многими порошочками можно превратить мужественного в труса.
Мимо сего врага пройди тихо, оставив свой меч в ножнах. Остерегись нападать на него! Ибо кто на него нападает, тот оскверняет себя.
Болезни солнца, я, земнорожденный, переживаю как собственное затмение и собственной души наводнение.
Я думал, что богаче всех, и еще верю в это; но никто не берет у меня. И потому страдаю я от безумия дающего.
Я не притрагиваюсь к их душе, и скоро я даже не буду касаться их кожи. Через последнюю, самую малую пропасть труднее всего перекинуть мост. Разве я не делал вам больнее всего, когда делал себе лучше всего?
Моя любовь и мой ненасытный голод по вам растет в моем изгнании, и даже мое любовное безумие отдаляет меня от вас и делает непонятнее.
Но я изгнан: они отвратили глаза свои от меня. И я больше не касаюсь даже кожи их душ.
Ах, все растет и растет мой голод по ним, с тех пор как я зовусь изгнанным, — и это безумие любви делает меня еще более чужим и внушающим ужас.
Мое желание говорить. Против молчаливых.
С выпяченной грудью, похожие на тех, кто задержал дыхание, — таковы и вы, возвышенные! молчаливые.
Красотой называю я чувственное откровение добра — моего добра! для моих чувств! И что было духом, для меня теперь — так называемый дух!
Теперь пресытился я своей надеждой — и тогда она перестала надеяться (я не принадлежу больше к надеющимся).
Слишком далеко залетел я в будущее, и ужас напал на меня. И когда я осмотрелся, то увидел, что время единственный мой современник. И тогда я затосковал по вам, современники.
И тот, кто хочет приготовить яд для себя, должен надеть стеклянные перчатки.
Я дал им поесть их Ничто, и они подавились своим Ничто.
Я поставил зеркало перед их безобразием — и они не выдержали вида своего: злой взгляд их глаза разрушил их.
Я покаялся во всех этих несправедливостях; еще несправедливее было мое почтение, чем мое презрение.
Как ни слепы вы уже — в глазах ваших обнаружил я еще большую волю к слепоте.
Ах, мне ведомы голубые вечерние дали вашей лжи: поистине, милее мне, чем ваша ложь, ложь тех, кто ведает о своей лжи!
И еще труднее, чем моя гордость, далась бы вам моя скромность, если бы она захотела говорить.
Между двух опасностей бежит мой узкий путь: одна моя опасность — вершина, имя которой «надменность», другая — пропасть, имя которой «сострадание».
«Как перевести мне дыхание и расправить члены, после того как принесу я свою тяжесть на самую последнюю вершину!» — так часто думал герой по дороге. Но когда он был наверху и сбросил наконец свою тяжесть, то не стал этого делать, — он укротил и свою усталость, и тогда божественный трепет пробежал по его телу.
Слишком велико и слишком длинно было напряжение моей тучи — и вот наконец меж молнией и громом сбросила она вниз свой снег и град; могуче вздулась ее грудь, и могучий раздула она шторм над горами — и наступило ее облегчение.
Поистине, подобно урагану настигают меня свобода и счастье — а вы думаете, будто злодей бушует над вашими головами!
Положив руку на голову: так отдыхает герой, так преодолевает он свой отдых.
Сегодня отпущу я рабов моих на свободу и сам стану слугой им и потехой: напиток свободы должен ударить им в сердце и в голову.
Вы, современники, у меня на переднем плане; но если не хотите вы быть для меня руинами, как потерплю я вас на своей картине! И самое лучшее в вас для меня — это ваши сорняки!
Финики падают с дерева: хороши они и сладки. И от падения сдирается с них красная кожа. Я северный ветер для спелых фиников.
Вы боитесь страстности звуков, вы, арфисты и поэты? Дуновением и мельканием призраков кажется мне перезвон ваших арф — сухими руками трогаете вы сухие струны, но увлекли ли вы хоть раз чье-то сердце? Лишь на жалость к вам можете вы подвигнуть!
Не стирайте и не смывайте с картины женщину — вы, современники!
Как высоко я живу? Никогда еще, поднимаясь, не считал я лестниц ко мне; но одно знаю о высоте моей: кров мой начинается там, где кончаются любые лестницы.
— тот, кого за волосы нужно тянуть в небо!
Подобно мешкам с мукою, против воли пылите вы, ученые, вокруг себя! Но кому придет в голову, что пыль ваша — от зерен и от желтой благодати летних полей?
Самое трудное для героя — красота всех вещей: именно прекрасное всего менее достижимо и доступно герою.
Чуть больше, чуть меньше; здесь одного много, а другого больше всего.
Раскатами грома и небесным фейерверком нужно говорить с вялыми и дремлющими чувствами: песни красоты тихи, им дано пробраться лишь в пробудившиеся души.
Думаете, вы сделаны из лучшего материала, вы, мечтатели? Но я говорю вам, вы лишь разбираетесь в одежде и переодевании, вы умеете хорошо скрыть и плохой материал!
Время от времени и самый жалкий человек становится честным: как редко это бывает! Но тогда нужно прислушаться к его голосу и спуститься в его болото.
И я когда-то сидел в камышах и слушал исповеди жалкой лягушки.
И от гордости за пригоршню справедливости вы кощунствуете над всеми вещами и затопляете мир водами вашей несправедливости.
Часами стоят они на улице и смотрят на проходящих мимо людей; а другие, вроде них, праздно сидят в комнатах и смотрят на мысли, проходящие мимо. Я смеюсь над этими созерцательными.
Говорите им Нет и плюйте: тогда они вмиг падут ниц и станут лизать вашу слюну. Но среди скромных всякий священник становится наглым: его смирение мстит за всех смиренных. Нет ничего мстительнее, чем смирение священника.
С расслабленными мускулами и красивый, как подобает милостивому, — и поистине: что есть красота, как не проявление милости?
Когда власть становится милостивой и милость ее нисходит в видимое — красотой называю я такое нисхождение.
Над мрачным морем вашей души никогда не всходило солнце — а еще меньше знакомо вам ваше блаженство на закате.
Сострадание мое стало убийцей: когда я больше всего любил человека, я распинал его на кресте.
Беднее я теперь всякого человека: кубок опустел. Исчезло мое богатство; теперь, поистине, снова стал я человеком.
Я спасу вас от ваших спасителей. Но как бы мог сверхчеловек это вынести — понимать людей! Нужно уговорить людей создать его, а самим ради него погибнуть — чтобы он мог жить?
Опасность сверхчеловека — в сострадании. Остережемся придавать ему и сострадание! Но мое блаженство теперь в том, чтобы погибнуть. (Из последней речи.)
Своими добродетелями они хотят выцарапать врагам своим глаза. Они возвышаются, потому что хотят унизить других.
Кротость допускаю я лишь в могучем — как его само-преодоление; я смеюсь над слабым, верящим, что он «добр», потому что у него хромые лапы.
Когда великий человек был своим собственным поклонником и любителем? Ведь он отступался от самого себя, когда становился на сторону великого!
Сильным хотел бы я стать, а не погонщиком и притеснителем; но куда дует ветер, туда хотел бы отправиться и я; а если я невидим, на мачтах одиноких мореплавателей и открывателей новых земель хотел бы я все же виднеться как огонь.
Подобно столпу должен ты расти ввысь, хрупким и стройным, но внутренне твердым, с затаенным дыханием: так стремится ввысь столп.
«Тогда я хочу умереть! И умирать еще и еще! И жить — чтобы еще раз умереть!» И, умирая, она улыбалась, — потому что любила Заратустру.
Ураган рокотал с неба, еще невидимый.
Тут раздался гром — а за ним наступила тишина; своими ужасными кольцами обвила и сковала нас эта тишина — мир замер.
Потом женщина возвещает о приходе орла и змеи.
Знамение. Всеобщее бегство. Чума.
Она притянула к груди своей руку Заратустры.
И опять задышала пропасть: она застонала и выбросила вверх свой огонь.
Вот нора тарантула — хочешь взглянуть на него? Тогда жужжи, как жужжит муха. Вот его сеть; потрогай ее, чтобы она задрожала.
Хочу научить тебя танцевать восторженные танцы: ибо из всех людей ты мне кажешься самым печальным.
Безумием хочу излечить уныние твое.
Он поставил портрет обнаженного бога: так и самый южный человек тоскует по (новому) югу.
Ты для меня тарантул — черным сидит на спине твоей треугольник и примета. Кусай же этих поверхностных твоим ядовитым укусом, чтобы души их обрели глубину, и уныние, и черные струпья.
Учителям пессимизма.
13 [2]
| 1 акт. | Заратустра среди зверей. Пещера. Ребенок с зеркалом. (Пора!) Различные вопросы, с нарастающей силой. Под конец он обольщен детским пением. |
| 2 акт. | Город, начало чумы. Въезд Заратустры, излечение женщины. Весна. |
| 3 акт. | Полдень и вечность. |
| 4 акт. | Мореплаватели. Сцена у подножия вулкана; Заратустра умирает, окруженный детьми. Похороны. |
Предварительные указания.
К 3.) Заратустра ничего не видел и не слышал, он был восхищен.
Потом постепенное возвращение к ужасному знанию. Возмущение учеников, уход любимых, Заратустра пытается их удержать. Змея показывает язык. Он окликает, в порыве сострадания, орла — тот улетает от него. Теперь сцена с женщиной, заболевшей чумой. Из жалости он ее убивает. Обнимает труп.
После этого корабль и явление у вулкана. «Заратустра идет в ад? Или он хочет теперь спасти и подземный мир?» — Так распространяется слух, что он тоже зол.
Последняя сцена у вулкана. Полное блаженство. Забытье. Видение женщины (или ребенка с зеркалом). Ученики смотрят в глубокую могилу. (Или Заратустра среди детей у развалин святилища.)
Величайшие похороны в завершение. Золотой гроб падает в вулкан.
13 [3]
Посадите святого на корабль — и само море убежит от него, рокоча от ужаса. Так тишайший из людей накликивает бурю; а кто был волною и ветром, тот на быстрых ногах побежит прочь от меня.
Да, я лес и ночь кипарисовая — но кто не испугается моей темноты, тот отыщет и розы среди моих кипарисов.
Ясным взором хочу наделить вас и страхом перед действительностью: так должны вы учиться лететь за мной в далекое будущее.
И не гневайтесь на меня, если я немного постегаю плетью этого божка: он заснул тут у колодца, этот лентяй; быть может, он слишком долго гонялся за бабочками?
«Да, я нарушила брак, но сперва брак сломал меня» — сказала женщина.
«Вот я стал озером с белыми розами, горные ветры играют со мной и смеются как дети. Чего только не забыл я! Кто только меня не забыл! И часто я забываю даже о своей забывчивости». Заратустра с детьми.
Дальняя скала возвращает мне мое слово и смеется над моей забывчивостью: ведь я успел забыть, что кричал вдаль. Ах, чего только не забыл я!
«Он был уже в преисподней?» —
«Конечно, он там был: ведь он был среди нас! Человек, только человек и есть преисподняя!»
«Заратустра мертв? Вы не знаете, что говорите! Разве мы не видим, как он идет! Поистине, он хочет спасти еще и подземный мир и вывести его на свет» — «Он идет в ад, дьявол забирает его». «Поверьте мне, дьявол не унесет его, как бы он смог! скорее он сам унесет дьявола!» Корабельщики. Конец.
«В яму, полную снега, бросил я мой дух».
И если звезды не желают падать тебе с неба, зашвырни звезды твои на небо — и да будет такой вся твоя злоба.
«Я говорю — ибо видел. Теперь я должен превратиться в уста — ибо недавно я был глазом и невинностью зеркала». Так говорит художник.
«Ты ведь знаешь, Пана, дитя мое, звездочка моя, златое ушко мое, — ты ведь знаешь, что и я люблю тебя?»
Любовь ко мне переубедила тебя, Пана, я вижу это; но я еще не понимаю воли твоей любви, Пана! —
Когда же он увидел, что змея его показывает свой язык, тогда медленно, медленно изменилось его лицо: против воли открылись ему врата познания; словно молния пронзила глубины глаза его и потом еще одна молния: еще бы миг, и он понял бы ... Когда женщина увидела это превращение, она закричала, точно от большой беды. «Умри, Заратустра» —
Левой рукой отстранил он своего орла, который бешено ударял его крыльями, крича и словно побуждая к бегству; охотно унес бы он его на своих крыльях. Справа от него на столе — обломок скалы
Кто хочет быть лишь зрителем жизни, пусть остерегается сидеть там, где солнце жжет ступени, — если, конечно, он не хочет ослепнуть.
«Что же мне делать с ножом твоим, Пана? Срезать ли мне им желтые виноградные кисти? Смотри, какое изобилие вокруг меня!»
И ночами не должен он заходить, но кроваво-красно, будто полуночное солнце, оставаться на горизонте.
Люди, что хотели спрятаться и стыдились чистого неба, создали себе эти сладко пахнущие пещеры.
И лишь когда трава и красный мак покроют стены, а небо станет проглядывать сквозь дырявую крышу, обращу я сердце свое к этим жилищам вашего бога.
Как вынес бы я это, если бы не любил сверхчеловека больше, чем вас!
Для чего же дал я вам стократное зеркало? И вечные взгляды?
Я преодолел и любовь к вам — любовью к сверхчеловеку.
И как я выношу вас, так и вы сами должны выносить себя, — из любви к сверхчеловеку.
Вы камень, в котором дремлет самая возвышенная из скульптур; другого камня не существует.
И как мой молот ударяет по вам, так вы должны ударять по самим себе! Зов молота должен разбудить дремлющий образ!
И если нужно вскочить мне на самого дикого коня моего, копье поможет мне на него взобраться; оно — лучший слуга ноги моей.
Лучшая маска, что мы носим, — наше собственное лицо.
Кладбищенские улицы. Отвести туда, где всего красивее, светлее и веселее. Не в темные места.
И когда я подношу зеркало красоте моей, содрогается душа моя от божественного вожделения — и поклонение заключено в тщеславии моем.
И короли должны вести осла моей мудрости.
А когда я лежал и спал, овца объедала лавровый венок на моей голове!
Когда я стремился вверх вопреки моей тяжести, я омолаживал себя — а когда я внутренне стал тверже, познал я и грацию.
Изобретательные в малых хитростях и особо пристрастные к тем, чей ум ходит на хромых ногах; так стоят они в ожидании перед своим скарбом, эти торгаши!
Горе всем любящим, не ведающим высоты, которая выше любви и сострадания.
По пеплу всхожу я на пепельную гору под вечер; все длиннее становится моя тень.
В глубине фиалково-синего моря качается челн; лодочник смотрит на меня, прикрывая глаза рукой.
Теперь плывет в ад Заратустра — говорит, содрогаясь, паромщик и осеняет себя крестом.
Оставь же крест, ты ошибся! Дьявол еще не унес меня, паромщик! Быть может, я сам унесу его!
Пускай хотя бы поговорить со мной его пес из ада: хочу услышать я ответ из глубин его мести.
Пусть со стоном и рыком изрыгнет наверх огонь и пепел: я люблю, когда дают мне ответ чудовища.
Немногие умеют и в разложении сохранять благородство — и милее мне невинность бесстыжего, чем потупленный взор вашего благоговения и почитания!
Теперь осталась лишь самая малая пропасть между мной и тобой — но увы! Кто мог когда-нибудь перекинуть мост через малую пропасть?
Молятся колени твои и руки возносят хвалу — но сердце твое ничего не ведает о том.
С дающими руками бросился я некогда в высоту, но когда упал, подхватили меня три копья: как жертва прошел я мой путь с высоты на землю.
своей ногой наступил я волку на нижнюю челюсть — и так разорвал ему пасть.
Смеясь, умирают короли севера —
лента, свитая из волоска с бороды девственницы и из звука кошачьего шага —
Кто станет держать чашу у лица моего, чтобы в нее стекал яд гадюки?
Не хочу, чтобы из мудрости сделали приют и больницу для плохих поэтов.
Как будто в будущее ведет лишь один мостик: словно овцы толпятся они на своем мостике.
«познающий, превращенный в созидающего»!
И что вам за дело, если поток мой бросается в блуждения и непроходимые ущелья, — ибо как может поток не найти путь к морю?
Быть может, я нашел в себе озеро — отшельническое и самодостаточное: в него ринулся поток моей любви, — а теперь он увлекает и озеро за собой к морю!
«У нас нет никакого мнения, если нам его не дают, — а нам его дают.
У нас нет никакой силы, если только нас не принимают за сильных, — и каждый думает, что мы сильны» — жалкие современники.
Я выношу и ношу вас и все еще нахожу вас легковесными. И если даже я сгибаюсь под своей собственной тяжестью, что мне за дело, если вы, жуки и летучие козявки, усядетесь на мою ношу!
против «морали»
И когда вместо чистого «я хочу» из грубых глоток понеслось мне навстречу «ты должен», тут началась опасность моя: я возненавидел мое чистое «я хочу» из грубых глоток —
Я уничтожил ваше добро и зло, порвал эти путы — и только так научился я любви к моему добру.
Черно и очерняюще искусство всех тарантулов; тарантулами же называю я всех чернокнижников духа, которые зовутся учителями «худшего из миров».
Если бы существовали боги, как бы я вынес, что я не бог? Но богов нет.
Его душа втайне ликует оттого, что к мести еще прибегают в полном соответствии со справедливостью, а моя — оттого, что во всякой мести еще есть искра с наковальни справедливости.
В высокие слова влюблены вы как в свои пестрые чучела — и нога ваша твердо стоит на коврах лжи, вы, мягкотелые! (Идеалисты)
Вы, сострадательные, когда вы бросаетесь с высоты своей вниз к людям, какое вам дело до переломанных членов!
Но все молчало — мрачно и двойственно. Ах, вам неведома эта двойная тишина, расшнуровывающая сердца.
Альпа! — кричал я. Страх и тоска кричали из меня: я хотел снова слышать голос
Голос человека, каким его доносит ветер или птица.
Сильная воля? Это много, но недостаточно. Длинная сильная воля нужна мне, вечная решимость с каменным сердцем.
Как этот смех разбил мне окна! Как вспорол он мне нутро и разрезал сердце!
Вот что самое непростительное в тебе: у тебя есть власть, но ты не хочешь править.
Разве ты не видишь, в ком они больше всего нуждаются? В том, кто может приказывать.
Все они не хотят нести тяжесть того, что не приказано, но они несут самые тяжелые твои приказы.
Редко встретишь волю, которая требует чудовищного, — скорее ты найдешь такую, которая это делает.
Вас не подгоняет еще сильный ветер и воля: слишком скованно стоите вы и слишком прямые у вас спины.
Ах, если бы, округлившись и надувшись как парус, шли вы по морю, дрожа от неистовства и дыхания воли!
Ныне жарок весь воздух, пожаром дышит земля. Теперь вы все ходите голыми — добрые и злые! Так обрел познающий свой праздник.
Да, это мир без платьев. Отчего задрожала земля? Не от тишайших ли слов святого?
Хладен поток всякого глубокого познания, как лед холодны самые скрытые источники: это бальзам всем горячим рукам и поступкам.
Люблю шум дурной славы — как корабль рад сопротивлению волн, разбивающихся о его киль. Легче мой путь, когда кругом клокочет сопротивление.
Но как я очнулся от вас и пришел к себе, так призываю и вас проснуться и очнуться от самих себя.
Почему, мои братья, не хотите вы «прийти ко мне»?
Близ источника со скромной рукой: так он всего легче наполнит ее для тебя.
Спасители? Связывающих ждете вы и укротителей — вот что нужно сказать в вашу честь.
Сегодня я устал от людей, сегодня я люблю зверей. Мне нужно бросить им свою любовь.
Ах, если бы я был сеятелем и садовником среди зверей! Быть может, нашел бы я земное царство, где произрастает более гордое существо, чем то, которое утомило меня.
Скажи свое слово! Разбейся об него! Что толку в тебе и в твоей скромности!
Несговорчива скромность моя.
Вы желаете доказать, что дед ваш был прав и что истина всегда принадлежала дедам.
Ведь дед скорее народ, чем какой-нибудь внук.
Вы смотрите назад, даже когда идете вперед, — и нередко нужно сталкиваться с вами.
С удовольствием строите вы город будущего — но для него заказываете вы могильные плиты и достоинства ушедших миров.
13 [4]
«Убей его, если есть у тебя на то власть» — вскричал Заратустра еще раз ужасным голосом; и взгляд его пронзил мысли короля.
Я узнаю Заратустру, сказал король, улыбаясь: кто бы еще смог, кроме него, унизить себя с такой гордостью? Но то, что ты отменил, было смертным приговором.
— и он медленно и вполголоса зачитал приговор — так, как будто читал его для себя самого: повинен в смерти Заратустра, совратитель народа.
— и в задумчивости сделал несколько шагов назад, отступив в оконную нишу; ни слова не говорил он больше и не смотрел на Заратустру. Потом он отвернулся к окну.
Ты сказал это, король: образ, что идет перед народом, образ, глядя на который все они становятся художниками, — таким должен быть для народа король!
Время королей прошло: народы не заслуживают более иметь королей.
Уничтожать, уничтожать нужно тебе людей, о король, людей, перед которыми нет образа: то злейшие враги человечества!
Растопчи червя, который <...> созидающего —
А если и короли сами стали такими, то уничтожь и королей, о король, если ты в силах!
Судьи мои и заступники права сошлись, чтобы уничтожить вредного человека; они спрашивают меня, дам ли я осуществиться праву или предпочту ему милость.
Что труднее избрать королю — право или милость?
Право, ответил король: ибо был он милостив сердцем.
Итак, избери право, а милость оставь насильникам — для преодоления самих себя!
Но когда он взглянул в окно, то увидел что-то, отчего преобразилось лицо его.
Заратустра, сказал он с учтивостью короля, прости, что не сразу ответил тебе. Ты дал мне совет — и, поистине, я охотно выслушал его! Но поздно! — И с этими словами порвал он пергамент и бросил его на землю. Молча отошли они друг от друга.
А что увидел король в окне своем — то был народ. народ ожидал Заратустру.
13 [5]
Не за справедливость сражаетесь все вы, праведники, а за то, чтобы победили ваши образы человека.
А что все ваши образы разобьются о мой образ сверхчеловека — смотри, в том воля Заратустры к справедливости.
13 [6]
Учителям равенства.
Вы и слышать не хотите, чтобы кто-нибудь ходил над вашими головами. И вы накладываете дерева, и землю, и сор между ним и своими головами.
Так заглушаете вы звук моих шагов.
Все ошибки и слабости людей наваливаете вы между мной и собой; «черным полом» называете вы это в своих домах
И все-таки я хожу со своими мыслями над вашими головами; и даже если бы я захотел ходить по собственным ошибкам, все-таки был бы я над вами и вашими головами.
Ибо люди не равны — так говорит справедливость. И чего я хочу, вы не имели бы права хотеть.
Своими добродетелями хотят они выцарапать глаза врагам вашим: они возвышаются для того, чтобы унизить других.
«Теперь я справедлив» и «теперь я отмщен» — звучит сходно — и не только звучит!
Самые скверные свойства его мстят ему, когда преодолеваются добродетелями
В каждой жалобе его месть.
Я хочу вывести на свет все ваши тайны: потому смеюсь я вам в лицо моим смехом высоты.
Мое самое сладкое слово мое пусть будет вам закваской: вы должны забродить от мести.
И лишь когда убежите вы через края горшка и растворитесь в моей злобе, — лишь тогда я отведаю вас и найду вкусными.
13 [7]
Скульпторы идолов.
Когда обленятся ненависть ваша и ревность и протянут свои члены — лишь тогда проснется справедливость ваша и протрет заспанные глаза.
Чихать должны вы от моего напитка: мои пенистые вина должны щекотать вам нос и приносить наслаждение.
Освящать смех и натягивать его словно пестрый шатер над миром — а когда понадобится создать вам более темные ночи, принесу я вам новые звезды и новые чудеса ночи.
Подобно кабаньему рылу должно взрыть мое слово почву души вашей: плугом хочу я называться.
Как ни слепы вы уже — в глазах ваших обнаружил я еще большую волю к слепоте.
Ах, как знакомы мне голубые дали вашей лжи — поистине, милее мне, чем ваша ложь, ложь того, кто ведает о своей лжи.
Уже там, где кончается честность ваша, ваш глаз больше не видит.
Лучшая маска, что мы носим, — наше собственное лицо.
Что с того, что вы изображали богов нагими? Так и самый южный человек тоскует по новому югу.
13 [8]
Мученики духа.
Ты звезда? Тогда ты должен путешествовать и быть лишен родины, скиталец!
Вот стоит он, столь тощий в ребрах, что сам дивится себе.
И так говорит он: «Кажется, бог, пока я спал, тайком что-то похитил у меня?
Поистине, достаточно похитил он у меня, чтобы сотворить себе из этого женушку. Удивительна бедность ребер моих».
Справедливость предстала передо мной; тогда разбил я своих идолов и устыдился.
Покаянию предался я: я принудил свой глаз смотреть туда, куда ему не хотелось смотреть, и обратить туда свою любовь.
И тот, кто хочет приготовить яд для себя, должен надеть стеклянные перчатки.
Еще несправедливее, чем мое почтение, было презрение мое.
Финики падают с деревьев: хороши они и сладки. И от падения сдирается с них красная кожа. Я северный ветер для спелых фиников.
Из гордости за пригоршню справедливости вы кощунствуете над всеми вещами и затопляете мир водами вашей несправедливости.
И что было духом, для меня теперь — так называемый дух.
Можно в море погибнуть от жажды — как и среди пересоленных истин.
Кто заходит слишком далеко, в конце концов засыпает и на снегу — от усталости.
Угрызения совести учат кусать.
Иногда побеждает и истина: какое-нибудь заблуждение сражалось на ее стороне.
Человек — это зверь с красными щеками: человек — это зверь, которому часто нужно стыдиться.
Есть сладострастники духа — и есть кающиеся духом.
13 [9]
Самое короткое лето.
Слишком бурно бил до сих пор мой источник: он опустошал сосуд, желая его наполнить.
Все это еще апрель, и май, и июнь; и каков я сам, близкий снегу, близкий орлам, близкий смерти, таким будет и лето мое: коротким, жарким, печальным и блаженным.
Увы затяжному унынию весны моей! Увы злобе снежных хлопьев моих в июне!
Ночь: теперь заговорят громче все бьющие ключи. И моя душа — тоже бьющий ключ.
Ночь: только теперь пробуждаются все песни влюбленных. И моя душа тоже песнь влюбленного.
Если б я был темен как ночь, как бы стал я жаждать света и пить свет!
Я благословил бы вас, маленькие искристые звезды и червячки-светлячки, и проглотил бы вас.
Но теперь я весь опоясан светом и разбрасываю его вокруг себя: увы, незнакомо мне удовольствие берущего.
И нередко говорил я себе: «Красть должно быть блаженнее, чем брать?» — так говорил я из дальней дали.
13 [10]
Где видел я жизнь, там находил я волю к власти; и в воле служащего находил я еще волю к власти.
Подчиняются большому, чтобы над малым быть господином: это вожделение склоняет нас к подчинению.
Чего нет, то не может желать! Но что имеет бытие — как бы оно могло еще «желать бытия»!
Вы полагаете, что знаете вещи и притом все вещи — так вы устанавливаете ценности и скрижали ценностей. Это суеверие всех оценивающих
Вы для меня лишь река, по которой плывет челн, а в челне, торжествуя, сидят переодетые оценки ценностей.
Так начинается честная наука; она спрашивает: что есть? А не: какова его ценность?
Что есть для человека, благодаря чему он сохраняется: вот наша граница.
Идеал твой еще не есть твоя граница: сила твоя простирается дальше, чем тоска твоего глаза.
Солнце давно уже село, луг сырой, от лесов веет прохладой; неведомое окружает меня и смотрит задумчиво. Как, ты еще жив! Почему ты еще жив?
Что движет нами изнутри, тому мы дивимся как непонятному — изобретаем для этого слова и звуки и тогда полагаем, что теперь оно стало понятным. Это суеверие есть во всем, что звучит: иллюзия уха.
Воля к истине? О, мудрейшие братья мои, это воля к мыслимости мира!
Видимым мир должен стать и в деталях — и тогда вы думаете, будто поняли: вот глупость вашего глаза.
Поговорим о том, так ли это скверно; молчать об этом ужасно!
Другие видел я моря, недостоверной казалась мне их голубизна, гримом казалась она мне на дряблой коже: серой и страшной текла под ней кровь. Но здесь кровь моря — голубая.
Нет ничего разорительнее, чем фальшивая помешанность на добре и зле!
«Добрый человек невозможен: в самой жизни — отсутствие добра, безумие и несправедливость. И последней волей к доброте было бы отрицание жизни!»
Вашим добром и злом внушили вы себе отвращение к жизни, утомили свою волю; и сами оценки ваши стали знаками опускающейся воли, тоскующей по смерти.
13 [11]
Путь сквозь многие души.
Я приближаюсь подобно сильному ветру, и такой совет даю я врагам моим: остерегайтесь плевать — против ветра!
Сквозь тысячи душ шел я своим путем, со многими я уже простился, мне знакомы эти последние часы, разбивающие сердце.
Но того хочет судьба моя. Или, говоря вам честно: такой судьбы желает — моя воля!
Кто хочет найти себя самого, должен долгое время считаться потерянным.
Когда великий человек был своим собственным поклонником и любителем? Ведь он отступался от самого себя, когда становился на сторону великого!
В темную бурю хочу я исчезнуть — и в последний мой миг хочу быть сразу и человеком, и молнией!
Я подвел хороший итог — теперь он подводит меня.
Прошумела мимо волна; ребенок плачет, потому что унесла она в пучину его игрушки.
Но та же волна вырыла ему из белого песка сотню новых игрушек. Итак, не плачьте, что я ухожу!
И вечна, подобно жажде кольца, моя жажда меня самого: чтобы снова достичь самого себя, ради этого крутится каждое кольцо.
Повелительно приблизилось переживание, но заговорила с ним моя воля — и тотчас валялось оно на коленях, умоляя.
Уже простился я с иными — но я не хлопал дверью, и потому не слышали ничего ваши глухие уши.
13 [12]
Об оправдывающих.
Пусть ударит молния в ваши блюда, а ваши пасти должны будут пожирать огонь!
Рыбу хотели изловить вы и бросили в море свой невод. Но вынули голову старого бога.
Камень послало вам, голодным, море — и вы смирились.
Вот еще лежит богиня: лениво и коварно плещет волна о ее белые груди.
Наполовину покрыл ее песок, наполовину — почтение волн.
Ваши изречения и мелкие истины выросли, быть может, на болоте? Вечно слышится мне из них кваканье лягушки!
Вы ловки и у вас цепкие пальцы — но вы не умеете сжать их в кулак.
Лишь когда ваши цепкие пальцы сожмутся в кулак, поверю я в вашу силу.
Инструменты и часы вы для меня и ничего больше! И я хочу завести вас своей насмешкой, а вы будете жужжать мне.
«Так было всегда! Так всегда будет!»
И лучше буду спать я на бычьих кожах, чем на постелях вашей уютности.
Всяком человеке знают слишком многое.
13 [13]
Против посредников.
Ко всему чистому благосклонен я; но не к вам — примирителям!
Все вы, посредники и путаники, вы, половинные, вы, усердные примирители, — вы не чисты!
Как божественно ломаются здесь своды и арки, сошедшиеся в схватке, как играют они светом и тенью, божественные игроки:
Так же уверенно и прекрасно станем врагами, друзья мои! Начнем божественную игру — друг против друга!
Вы, затемнители, вы спрашиваете, что станется с вами, когда вы скажете правду, —
но правда должна разрушить мир, чтобы построить мир!
Нужно воспитывать свое сердце — принуждением.
Кто отпускает на волю свое сердце, тот вскоре теряет и голову.
Благородно стыдиться своих лучших вещей, потому что они есть только у нас одних.
«Я сержусь, потому что ты неправ» — так думает любящий.
Я люблю жизнь — я презираю человека. Но ради жизни хочу я его уничтожить.
13 [14]
Общение и общества.
Вас, современники, я не принимаю всерьез — слишком тонки и прозрачны вы для меня!
Рваное покрывало, сквозь которое зияет будущее; полуоткрытые двери, у которых ожидают могильщики!
Как смог бы я жить среди вас, если бы не видел того, что перед вами!
Я не нашел вас необходимыми; вы мне не кажетесь даже лишними: слишком мало в вас, чтобы переполняться!
Вы шумите против меня, ибо я бью вас своим веслом, — и все же вы должны нести мой челн в бессмертие.
Иные женщины говорили мне: «да, я нарушила брак, но сперва брак сломал меня».
И если я должен любить вас до глубины души, вы должны быть моими детьми или моими творениями.
Кто не делает нас плодотворными, к тому мы становимся равнодушны.
Для своего ближнего совершают поступки, но не творят.
Слишком горда и робка еще твоя воля! Если хочешь доброй поездки, запрягай еще и ослика впереди коней твоей воли!
Пчелиные ульи будут строить они, словно вавилонские башни
13 [15]
Новые образы жизни.
Что мне ваши отечества и родины? Я люблю только землю детей моих, неоткрытую, к которой направляю я в поисках парус свой через море.
Оправдать хочу перед своими детьми, что я их отец, — и так освободить прошлое.
Быть всецело желанием и птицей, летящей к далеким побережьям, — вот что для меня счастье.
Полезна или вредна вам или мне истина — что мне до того! Создадим людей, которым истина будет полезна!
13 [16]
Об актерах.
Разве море не павлин из павлинов? И перед безобразнейшим из буйволов распускает оно свой хвост и никогда не устает играть своим веером из серебра и шелка.
Тупо смотрит на него буйвол. Душой своей близкий к песку, еще более близкий к чаще, но всего ближе к болоту; что ему красота, и море, и убранство павлина!
Это сравнение говорю я вам, актерам. Поистине, сам дух ваш — павлин из павлинов и море тщеславия.
Зрителей требует ваш дух — хотя бы то и были буйволы!
Вы играете — и хотите, чтобы игру вашу видели; всех вас называю я актерами.
Прославляете ли вы сами себя как поэты или танцовщики, называете ли вы себя гласом народа или служителями общего блага:
Учите ли вы, или рисуете, или музицируете, или играете в жалкую игру «черным по белому».
Из всякого вашего дела говорит жадное требование: «Хочу сделать имя себе!» — так говорит оно.
Вера делает блаженным — так говорите вы все — тем более вера в нас!
Я слушал эхо, но слышал только похвалу.
Я хотел строить и надстраивать их — но отребье желало только быть опрокинутым!
Много говорить о себе — тоже средство себя скрывать.
13 [17]
О тарантулах.
Вот нора тарантула: хочешь взглянуть на нее? Тогда пожужжи жужжанием мухи.
Здесь висит его сеть; тронь ее, чтобы она задрожала.
Ты для меня тарантул; черным сидит на твоей спине твой треугольник и примета.
Укуси этих поверхностных ядовитейшим укусом твоим, чтобы душа их обрела глубину, и печаль, и черный струп.
Слишком далеко в будущее залетел я, ужас напал на меня.
И когда я огляделся, — смотри, время было моим единственным современником. И тогда затосковал я по вам, нынешним!
Черно и очерняюще искусство всех тарантулов; так называю я чернокнижников духа, учителей «худшего из миров».
Ты желаешь искривить все прямое? Тогда думай, что время исчезло, а прошлое — это ложь.
Думать так — худшее безумие и яд тарантула. Вихрем будет это для ног твоих и расстройством желудку.
13 [18]
О поэтах.
Непреходящее — лишь уподобление; а поэты слишком много лгут.
Кроме того, они знают слишком мало и они плохие ученики — потому и должны лгать.
А всего милее им облака: на них сажают они свои пестрые чучела и зовут их богами.
А когда лежат они на траве под деревьями и посещают их приливы нежности, они всегда думают, что сама природа влюблена в них.
И она является, чтобы поведать им тайны и льстить им; да, поэты гордятся и чванятся этой доверительностью, отличающей их от прочих смертных.
Он проваливается, и его дьяволы тащат его вниз, но чем больше он проваливается, тем ярче сверкают его глаза и вожделение к его богам.
Я умею ездить на вас и класть на вас седла. А кто разбирается в лошадях, разбирается и в седлах.
Вы, арфисты и поэты, что знали вы до сих пор о страстности звуков!
Дуновением и мельканием призраков кажется мне перезвон ваших арф: — тощими руками дергаете вы сухие струны!
И если звезды не желают падать вам с неба, зашвырните звезды ваши на небо — и да будет такой вся злоба ваша!
Мы хвалим лишь то, что нам по вкусу, т.е. мы всегда хвалим, когда хвалим, свой собственный вкус — что противно всякому хорошему вкусу!
Они думали, что отважны, когда говорили: «всякое знание тщетно».
«Скука и похоти» — из этого писалась история познающего.
падки к вещам, которые рассказывают друг другу старые бабы
«Блажен незнающий и нищий духом!»
чего уже нет у слушателя вашего, по тому вы заставляете его испытывать угрызения совести и тоску, но я говорю вам: вы должны вызвать у него жажду по «еще не»!
Кто созидает, тот любит себя в своем творении; но так же должен он себя ненавидеть глубже всего — необузданный в этой ненависти.
«Блаженны нищие духом — особенно если это молодые бабенки!»
Кто из вас, поэтов, не разбавлял своего вина? Немало ядовитой мешанины приготовлялось в ваших погребах.
13 [19]
Среди увечных.
И лучше жить мне среди увечных, чем среди этих мнимых полноценных.
Совершенство отбрасывает впереди себя тень: красотой называю я эту тень.
Самое легкое и тихое из всех вещей явилось мне как тень сверхчеловека.
И у бога есть свой ад — сказал дьявол: это его любовь к человеку.
13 [20]
О стыде дарящего.
О воплях о равенстве, против ниспровергателей
Об опьянении (судорогах покаяния) священников. О защитниках («историческое образование»)
О честности жалких. О гениях.
О браке на время. Изменница. О новых сообществах и монастырях.
О наказаниях как враждебности по отношению к врагам.
Ведь вы хотите, чтобы вам платили?
Уничтожение морали.
Сон.
Космическая зависимость. Очеловечивание природы.
Спасение от спасителей.
Научитесь сначала голодать по познанию.
Кающиеся в убийстве бога и их праздник.
Очищение от мести.
О нескромности священников.
Охота на безобразные истины.
Самые большие похороны — вплоть до бессмертия
Отказ от метафизики как требование добродетели — как жертва.
Блаженные острова. «Южное».
О скромности.
Ценность пессимиста.
Безумие дающего.
Ученые.
Современники.
Смех высоты. Счастье сеятеля.
Тишина святого.
Искушения (ребенок с зеркалом)
Красота.
Сострадание.
Идеалисты.
соблазнить благочестивых
(Умри, Заратустра!)
костер для сожжения (большой город)
13 [21]
Типичные страдания реформатора, а также его утешения. — Семь.
Он живет словно над временем: его высота дает ему возможность общаться с одинокими и непризнанными всех времен.
Он защищается только своей красотой.
Он возлагает свою руку на грядущее тысячелетие.
Любовь его возрастает, а вместе с ней невозможность совершать ею добро.
13 [22]
1. Предисловие и первые речи Заратустры. Еще три части:
2. Смех высоты.
(счастье сеятеля)
3. Заратустра ищет своих утраченных.
(или 7 одиночеств)
4. Полдень и вечность.
13 [23]
Свойства сверхчеловека становятся шаг за шагом все виднее.
Смех высоты — пещеры S.A.
К последней сцене явление у Стромболи.
Речь женщины. «Как хорошо ты врачуешь, целитель!»
Всегда десять лет в промежутке. Одиночество.
В начале последней книги в пещере Заратустры появляется ребенок с зеркалом как предзнаменование его победы.
13 [24]
Похвала разуму и его холодности.
Созидающий хвалит за то, что наша мудрость открывается как глупость, а наше богатство — как бедность.
Жажда! Если б я был сыт, зачем бы я стал творить! Оправдание страдания.
Разгар лета в горах.
сладкий запах, уныние, внезапная смерть,
вечер в лесу, где бегают эльфы.
великий человек «пал»
Гимн органическому. Заратустра чувствует свое родство со всем живым в своей воле, глубочайшее понимание природы и морали.
| Заратустра говорит «я | наслаждение» |
| ветра мистраля | |
| электричества | |
| высоты | |
| смены времен года (кольцо) | |
| чистого неба | |
| утренней зари | |
| потока | |
| органической жизни | |
| жажды солнца к морю | |
| лемеха плуга | |
| (как уговоры) |
Умудренные жизнью: питаться так, чтобы создавать себя по своему образу. Сладострастные и ненавидящие пусть едят растения.
13 [25]
Сначала: смех высоты. Сон. Эпилог. Смех над спасителями, сострадательными, посредниками,
примирителями
Нравственный мировой порядок («оплаченное»)
Идеалисты. «Скульпторы идолов»
Ниспровергатели — отрицающие. Разговор с огненным псом.
Поэты
Гении. О павлинах.
Ученые
Образованные
Оправдывающие
Социалисты равенства
Пессимисты. Тарантулы. «Чернокнижники духа».
Метафизики
Познающие — «поток»
(«я гроб, полный злобы и личинок жизни»)
Общество
против «долгой жизни на земле» — «разгар лета» — «чистое небо»
Священники и церкви
Возвышенные (для красоты)
Торгаши
Умеренные (мистики природы)
Тщеславие чистых
Любопытные
Романтики (луна). Лечить «печальных» неистовыми танцами, отбросить стыд, а потом обнаружить, что мосты к притворству сломаны.
13 [26]
Еще не было сверхчеловека!
13 [27]
Актеры.
Тарантулы.
Огненный пес.
Сон.
Оправдывающие.
Кающиеся духом
«Оплаченное»
Лето в горах.
новое общество.
Образ жизни.
Сквозь многие души
бродить среди развалин
холодный разум
Органическое — нравственное.
Посредники.
Великому покойнику.
13 [28]
Похороны.
О созерцателях.
Об актерах.
Спасение от спасителей.
Сон.
О прославленных мудрецах.
Герои и красота.
О тарантулах. Разгар лета.
Разговор с огненным псом.
13 [29]
Огненный пес.
О тарантулах.
Кающиеся духом.
Среди увечных.
Об оправдывающих.
О проповедниках равенства.
Новые образы жизни.
Товарищи и товарищества.
13 [30]
Ребенок с зеркалом.
Ночная песнь.
Танцевальная песнь.
Прорицатель.
Похороны.
О богах.
О прославленных мудрецах.
О возвышенных.
О современниках.
Об ученых.
О созерцателях.
О добре и зле.
Самый тихий час.
О священниках.
О поэтах.
О сострадательных.
Об отребье.
О добродетельных.
О великих событиях.
О человеческой мудрости.
13 [31]
О тарантулах.
Беседа с королем.
Среди увечных.
13 [32]
О поэтах.
О созерцателях.
Похороны.
О человеческой мудрости.
О стране образованности.
Об ученых.
О возвышенных.
Танцевальная песнь.
Прорицатель.
О добре и зле.
Среди увечных.
Беседа с королем.
Самый тихий час.
13 [33]
О блаженных островах
Об отребье.
О тарантулах.
О прославленных мудрецах.
ночная песнь.
танцевальная песнь.
надгробная песнь.
О самопреодолении.
Возвышенные.
О стране образованности.
непорочное познание.
Ученые.
Поэты.
великие события.
Прорицатель.
Избавление.
Человеческая мудрость.
Самый тихий час.
13 [34]
О созерцателях.
Об ученых.
О возвышенных.
О стране образованности.
О поэтах.
О человеческой мудрости.
Прорицатель.
Об избавлении.
Самый тихий час.
13 [35]
О непорочном познании.
Об ученых.
О поэтах.
Прорицатель.
О великих событиях.
О человеческой мудрости.
Об избавлении.
13 [36]
Ребенок с зеркалом.
О возвышенных.
О созерцателях.
О священниках.
О прославленных мудрецах.
Танцевальная песнь.
Похороны.
Самый тихий час.