11, 28[1-67] Herbst 1884
28 [1]
Allen Schaffenden geweiht.
Welt-Unabtrennliche
Laßt uns sein!
Das Ewig-Männliche
Zieht uns hinein.
28 [2]
jeder Buckel krümmt sich schiefer —
jeder Christ treibt Juden-Schacher —
die Franzosen werden tiefer —
Und die Deutschen täglich flacher!
28 [2]
jeder Buckel krümmt sich schiefer —
jeder Christ treibt Juden-Schacher —
die Franzosen werden tiefer —
Und die Deutschen täglich flacher!
28 [3]
Sonnen-Bosheit.
Bei abgehellter Luft,
Wenn schon des Thaus Tröstung
Zur Erde nieder quillt,
Unsichtbar, auch ungehört — denn zartes Schuh werk trägt
Der Tröster Thau, gleich allen Milden —
Gedenkst du da, gedenkst du, heißes herz,
Wie einst du durstetest,
Nach himmlischem Thaugeträufel
Versengt und müde durstetest,
Dieweil auf sanften Gras-Pfaden
Schweigsam abendliche Sonnenblicke
Durch dunkle Bäume um dich liefen,
Boshafte Sonnen-Gluthblicke,
So aber fragte dich die Sonne schweigend:
Was trägst du Narr
Eine zerrissene Larve?
Eine Götter-Larve? Wem rissest du sie vom Gesichte?
Schämst du dich nicht, unter Menschen nach Göttern
lüstern hinauszuschnüffeln?
Wie oft schon!
Der Wahrheit Freier? also stöhnte ich —
Nein! Nur ein Dichter!
Nach Larven lüstern, selbst verkleidet.
Zerrissene Larve selber! Götter-Larventrug!
Bei abgehellter Luft,
wenn schon des Monds Sichel
grün zwischen Purpurröthen
und neidisch hinschleicht
— mit jedem Schritte heimlich
an Rosen-Hängematten
hinsichelnd bis sie sinken
nacht-abwärts blaß versinken
dieweil er röther
stets und röther,
schlechter That sich schämend, — — —
28 [4]
Die Wüste wächst: weh, zur Wüste ward!
Wüste ist Hunger, der nach Leichen scharrt.
Ob Quell und Palme sich hier Nester baun —
Der Wüste Drachenzähne kahn und kahn
Denn Sand ist Zahn an Zahn, vielfräßige Pein
reibt ewig hier
Kinnladen nimmer müd — — —
Vielfräßiger Hunger malmt hier Zahn an Zahn
Der Wüste Drachenzähne — — —
Sand ist Gebiß, ist Drachen-Zähnesaat
Das malmt und malmt—das malmt sich nimmer matt — — —
Sand ist die Mutter die ihr Kind gekaut
Mit fliegendem Dolche in deren Haut — — —
28 [4]
Die Wüste wächst: weh, zur Wüste ward!
Wüste ist Hunger, der nach Leichen scharrt.
Ob Quell und Palme sich hier Nester baun —
Der Wüste Drachenzähne kahn und kahn
Denn Sand ist Zahn an Zahn, vielfräßige Pein
reibt ewig hier
Kinnladen nimmer müd — — —
Vielfräßiger Hunger malmt hier Zahn an Zahn
Der Wüste Drachenzähne — — —
Sand ist Gebiß, ist Drachen-Zähnesaat
Das malmt und malmt—das malmt sich nimmer matt — — —
Sand ist die Mutter die ihr Kind gekaut
Mit fliegendem Dolche in deren Haut — — —
28 [5]
Du Stachel Schmerz, wie weit wirst du mich treiben?
Schon hab’ ich Himmel umgestürzt
Mit neuen Himmeln, Würzen überwürzt
Die Götter ehrten—siegreich dir zu bleiben!
Du Stachel Schmerz, dem ich die Hand verkürzt
Dem ich die muntren Katzenfüße lähmte
Was that ich einst, das mich beschämte
— — — Knoten geschürzt
— — — zähmte
— — — Fell
— — — -eiben
— — — anbequemte
— — — schnell
— — — treiben
28 [6]
Baum im Herbste.
Was habt ihr plumpen Tölpel mich gerüttelt
Als ich in seliger Blindheit stand:
Nie hat ein Schreck grausamer mich geschüttelt
— Mein Traum, mein goldner Traum entschwand!
Nashörner ihr mit Elephanten-Rüsseln
Macht man nicht höflich erst: Klopf! Klopf?
Vor Schrecken warf ich euch die Schüsseln
Goldreifer Früchte —an den Kopf.
28 [7]
auf neuem Weg zum alten Griechenthum
ich dachte in dir den Deutschen zu erlösen
dein Siegfried-Zerrbild Parsifal!
28 [8]
Fern brummt der Donner übers Land
Der Regen tropft und tropft:
Geschwätzig früh schon, der Pedant,
Dem Nichts das Maul mehr stopft.
Der Tag schielt boshaft nach mir hin
Löscht mir die Lampe aus!
Oh gute Nacht! Oh Einsamkeit!
Oh Buch! Oh Tintenfaß!
Nun wird mir alles grau und leid
28 [9]
Nun, da der tag
Des Tages müde ward, und aller Sehnsucht Bäche
Von Neuem Trost plätschern,
auch alle Himmel, aufgehängt in Gold-Spinnetzen,
zu jedem Müden sprechen: “ruhe nun,” —
was ruhst du nicht, du dunkles Herz,
was stachelt dich zu fußwunder Flucht
weß harrest du?
du Verzweifelnder! Weißt du auch,—
wie viel Muth machst du denen,
die dir zuschaun
ach wie du Klagst! wohin meine Flucht?
Ach wen du weidest!
Gefangne noch weidest du.
Wie sicher ist den Unstäten
doch ein Gefängniß!
wie ruhig schlafen verbrecherische
Seelen, eingefangen —
Nun, da die Maus den Berg gebar —
Wo bist du Schöpferisches?
Oh wärmt mich! liebt mich
gebt heiße Hände
erschreckt ob meines Eises nicht!
Zu lange gespensterhaft auf Gletschern — — —
umhergetrieben, aufgewirbelt
auf welchem Spiegel habe ich nicht gesessen —
ich Staub auf allen Oberflächen
außer sich, vor Hingebung
dem Hunde gleich
Hohl, Höhle, voller Gift und Nachtgeflügel
umsungen und umfürchtet,
einsam —.
Ihr Wegelagerer! Euer bin ich nun!
Was wollt ihr Lösegelds?
Wollt Viel—so räth mein Stolz.
Und redet kurz—das räth mein andrer Stolz.
Ich liege still —
ausgestreckt,
Halbtodtem gleich, dem man die Füße wärmt
— die Käfer fürchten sich vor mir
ihr fürchtet mich? Ihr fürchtet den gespannten Bogen nicht?
Wehe es könnte Einer seinen Pfeil dranlegen
28 [10]
Nun wird mir Alles noch zu Theil
Der Adler meiner Hoffnung fand
Ein reines, neues Griechenland
Der Ohren und der Sinne Heil —
Aus dumpfem deutschem Ton-Gedräng
Mozart Rossini und Chopin
Ich seh nach griechischen Geländen
Das Schiff dich, deutscher Orpheus, wenden.
Oh zögre nicht nach südlichen Geländen,
Glücksel’gen Inseln, griechischem Nymphen-Spiel
Des Schiffs Begierde hinzuwenden
Kein Schiff fand je sein schöner Ziel —
Nun wird mir alles noch zu Theil
Was je mein Adler mir erschaute —:
Ob manche Hoffnung schon vergraute.
— Es sticht dein Klang mich wie ein Pfeil
Der Ohren und der Sinne Heil,
Das mir vom Himmel niederthaute
Der Ton, der auf mich niederthaute
Hinaus, zu griechischen Geländen
Das schönste Musen-Schiff zu wenden
28 [11]
Arthur Schopenhauer.
Was er lehrte ist abgethan,
Was er lebte, wird bleiben stahn:
Seht ihr nur an!
Neimandem war er unterthan!
28 [12]
1) Ihr Wege-lagernden Gedanken
Fleiß ehemals
Qual des Schaffens
2) nach Liebe suchend—und immer die Larve,
die verfluchte Larve finden und zerbrechen müssen!
28 [13]
Die Liebe ist’s die mich mitgehen heißt,
Die heiß ersehnte!
28 [14]
Schafe.
Den Adler seht! sehnsüchtig starr
blickt er hinab in den Abgrund,
in seinen Abgrund, der sich dort
in immer tiefere Tiefen ringelt!
Plötzlich, geraden Flugs,
scharfen Zugs
stürzt er auf seine Beute.
Glaubt ihr wohl, daß es Hunger ist?
Eingeweiden-Armut? —
Und auch Liebe ist es nicht
— was ist ein Lamm einem Adler!
er haß die Schafe
Also stürze ich mich
abwärts, sehnsüchtig,
auf diese Lämmer-Heerden
zerreißend, blutträufend,
Hohn gegen die Gemächlichen
Wuth gegen Lämmer-Dummheit — — —
28 [15]
— die Sträflinge des Reichthums
ihre Gedanken klirren gleich schweren Ketten
28 [16]
sie erfanden die heilige lange Weile
und die Begierde nach Mond- und Werkeltagen
28 [17]
Seid kurz: gebt mir zu rathen
oder ihr ermüdet den Stolz meines Geistes
28 [18]
Hartnäckige Geister, fein und kleinlich
28 [19]
kuhmüthiges Wohlwollen
28 [20]
Die Bösen liebend.
Ihr fürchtet mich?
Ihr fürchtet den gespannten Bogen?
Wehe, es könnte Einer seinen Pfeil darauf legen!
Ach, meine Freunde?
Wohin ist, was man gut hieß!
Wohin sind alle “Guten”!
Wohin, wohin ist die Unschuld aller dieser Lügen!
Die einst den Menschen schauten
so sehr Gott als Bock
Der Dichter, der lügen kann
wissentlich, willentlich
Der kann allein Wahrheit reden
“Der Mensch ist böse”
so sprachen noch alle Weisesten —
mir zum Troste.
sündlich-gesund und schön
gleich buntgefleckten Raubthieren
wer gleich Katzen und Weibern
in der Wildniß heimisch ist,
und durch Fenster springt
was still starr kalt glatt macht,
was zum Bilde und zur Säule macht,
was man vor Tempeln aufstellt,
zur Schau aufstellt
—Tugend—?
28 [21]
Der Wahrheit Freier? Sahst du ihn?
Still, starr, kalt, glatt,
Zum Bilde worden und zur Säule, aufgestellt
Vor Tempeln—sprich,
Deß gelüstet dich?
Nein, Larven suchst du
Und Regen-Bogen-Häute
Wild-Katzen-Muthwille, der durch Fenster springt,
hinaus in allen Zufalls Wildniß!
Nein, Urwald brauchst du,
deinen Honig zu schlürfen,
sündlich-gesund und schön
gleich buntgefleckten Raubthieren
28 [22]
Die Weltmüden
denkendere Zeiten, zerdachtere Zeiten
als unser Heut und Gestern ist
ohne Weiber, schlecht genährt
und ihren Nabel beschauend
— des Schmutzes Holde
Übelriechende!
also erfanden sie sich die Wollust Gottes
bei bedecktem Himmel
wo man Pfeile und tödtende Gedanken
nach seinen Feinden schießt,
da verleumdeten sie die Glücklichen
sie lieben ach! und werden nicht geliebt
sie zerfleischen sich selber
weil Niemand sie umarmen will.
ihr Verzweifelnden! wie viel Muth
macht ihr denen, die euch zuschauen!
sie verlernten Fleisch essen,
mit Weiblein spielen,
— sie härmten sich über die Maaßen.
wie sicher ist dem Unstäten auch
ein Gefängniß!
wie ruhig schlafen die Seelen
eingefangner Verbrecher!
Am Gewissen leiden nur
Gewissenhafte!
28 [23]
Jenseits der Zeit.
Diese Zeit ist wie ein krankes Weib
laßt sie nur schreien, rasen, schimpfen und Tisch und Teller zerbrechen.
umhergetrieben, aufgewirbelt
— auf allen Oberflächen habt ihr schon gesessen,
auf allen eiteln Spiegeln schon geschlafen
— Staub
solche macht man mit Gründen mißtrauisch
mit erhabnen Gebärden überzeugt man sie
Zurück! Ihr folgt mir zu nahe auf den Füßen!
Zurück, daß meine Wahrheit euch nicht den Kopf zertrete!
erreglich gleich greisen Völkern
an Gehirn und Schamtheilen
außer sich, dem Hunde gleich, vor Hingebung
28 [24]
Es erhob sich ein Geschrei um Mitternacht
— das kam von der Wüste her
28 [25]
Lob der Armut.
Den Sträflingen des Reichthums,
deren Gedanken kalt
wie Ketten klirren, gilt mein Lied
28 [26]
Oh gute Seit, die jetzt mir blüht
Oh feierliche große Jahreszeit —
Vom Nord zum Süd
Die Götter-Gäste—fremd und unbekannt,
die Namenlosen
Ihr göttlich-königlichen Gäste
Von aller Höhe strömt mir Verkündigung
Gleich Wohlgerüchen
Gleich ahnungsvollen Winden läuft
Vom Nord zum Süd
Mein Herz, dem seine Festzeit blüht
Einsiedler soll nicht länger einsam sein!
Die Zeit ist nahe, die feierliche schöne große Jahreszeit,
wo meine Gäste kommen—des Jahres Mitte,
nun gleiche ich dem Liebenden
dessen Sehnsucht Stunden abzählt,
der späht und steht und sieht, unmuthig-selig,
bis er, gedrückt von engen Stuben,
sich in des Zufalls dunkle Gasse wirft
— Und wenn der Wind des Nachts an’s Fenster klopft,
Mit Blüthen-Zweigen boshaft Schläfer weckend
28 [27]
6. Der Dichter—Qual des Schaffenden
Ach, Wegelagerer! Nun bin euer
Was wollt ihr, Lösegelds?
Wollt Viel—so räth mein Stolz—und redet kurz: das räth mein andrer Stolz
zu rathen lieb’ ich: leicht ermüdet’s mich
wohin meine Flucht?
Ich liege still,
ausgestreckt,
Halbtodtem gleich, dem man die Füße wärmt
— die Käfer fürchten sich vor meinem Schweigen
— ich warte
Alles heiße ich gut
Laub und Gras, Glück, Segen und Regen
28 [28]
von eurem Kommen
von eurem Nahen
— sie lieben mich
Sie warten Alle—Allen sprach ich ja
von euch, ihr
28 [29]
Sind die Dinge nicht gemacht
spitz für Tänzerfüße
langsam kommt, wie Trampelthiere,
Mensch und Mensch vorüber
28 [30]
Hohl, Höhle, voller Nacht-Geflügel
Umsungen und umfürchtet
28 [31]
Hier saß ich sehend, sehend—doch hinaus!
Die Finger spielend im zerpflückten Strauß
Und wenn die Thräne aus dem Lide quoll
Schamhaft-neugierig: ach wem galt sie wohl!
Da — — —
Hier saß ich liebend, liebend—unbewegt,
Dem See gleich, der — — —
Wer diesen Spiegel-See als Zauber sieht:
Drinn eint sich Milch und Veilchen und Granit.
28 [32]
| 1 | Das rothe Blatt Daß mir Vieles Gute nicht entschlüpft und ich undankbar scheide | |
| 2 | an den Vormittag. | |
| 3 | allen Gefängnissen entschlüpft (Ehe Amt I Ort usw.) | |
| 4 | südliche Musik | |
| 5 | an die Griechen (in Verhältniß zu Deutschen) | |
| 6 | an die Christen (ich habe das Christenthum nicht nöthig) | |
| 7 | Haß gegen die Engländer (dagegen deutsch-russisch) | |
| 8 | Sehnsucht nach einer hohen Seele | |
| 9 | Honigopfer-Dank | |
| 10 | gegen den Frühling (Hohn) | |
| 11 | Lob des kriegerischen Geistes als mich vorbereitend | |
| 12 | der ernsteste Knabe—oh daß du im Alter Kind wirst! | |
| 13 | an Schopenhauer als den philosophischen Jüngling | |
| 14 | an Napoleon (corsica) wo ist der Mann von Granit? | |
| 15 | Von der langen Leiter | |
| 16 | Mit Jedermann leutselig, auch mit Gräsern noch | |
| 17 | Humor eines, der über Alles gesiegt hat. | |
| 18 | Hohnlied über die Oberflächlichkeit der Menschen | |
| 19 | Der Verborgenste (Hohn eines ewig-unvermerkt Maskirten) | |
| 20 | An den Schlaf (3 Stunden Abwartens, segnend) | |
| 21 | kein Märtyrer! Dafür auch zu listig, ich entschlüpfe! (und ich habe es schlimmer gehabt als ihr Alle!) | |
| 22 | der gute Europäer | |
| 23 | die Mitternachts-Abreise | |
| 24 | Calina braunroth, alles zu scharf in der Nähe im höchsten Sommer. Gespenstisch (meine jetzige Gefahr!) | |
| 25 | an Richard Wagner |
28 [33]
“Mittags-Gedanken.”
Von
Friedrich Nietzsche.
| 1 | An Napoleon (Corsica: wo ist der Mann von Granit?) | |
| 2 | Von der längsten Leiter | |
| 3 | Mit Jedermann leutselig, auch noch mit Gräsern. | |
| 4 | Humor eines, der über Alles gesiegt hat. | |
| 5 | Hohnlied über die Oberflächlichkeit der Menschen. | |
| 6 | Der Verborgenste (Hohn über die ewig-unvermerkt Maskerade) | |
| 7 | An den Schlaf (drei Stunden Abwartens. Ihn segnend) | |
| 8 | Kein Märtyrer! (Dafür auch zu listig: ich entschlüpfe. Und doch habe ich’s schlimmer gehabt als ihr Alle! | |
| 9 | Die guten Europäer. | |
| 10 | Die Abreise um Mitternacht. | |
| 11 | Calina: meine jetzige Gefahr, im höchsten Sommer, gespenstisch, braun-roth, alles zu scharf in der Nähe | |
| 12 | An Richard Wagner. | |
| 13 | Das rothe Blatt (daß mir vieles Gute nicht entgehe und ich undankbar scheide! | |
| 14 | An den Vormittag. | |
| 15 | allen Gefängnissen entschlüpft (wie Amt , Ehe usw.) | |
| 16 | An die Griechen (gegen die Deutschen) | |
| 17 | Südliche Musik | |
| 18 | an die Christen (ich habe euer Christenthum nicht nöthig) | |
| 19 | Haß gegen die Engländer (dagegen deutsch-russisch | |
| 20 | Sehnsucht nach einer hohen Seele. | |
| 21 | Honig-Opfer. Große Danksagung. | |
| 22 | gegen den Frühling (Hohn). Bitte um Blindheit (an die Sonne | |
| 23 | Lob des kriegerischen Geistes—mich vorbereitend. | |
| 24 | Der ernsteste Knabe (d.h. daß du im Alter Kind wirst!) | |
| 25 | An Schopenhauer (als an den philosophischen Jüngling). |
28 [34]
Dem Fleißigen neid’ ich seinen Fleiß:
goldhell und gleich fließt ihm der Tag herauf
goldhell und gleich zurück,
hinab ins dunkle Meer,—
und um sein Lager blüht Vergessen, gliederlösendes.
28 [35]
Des Nachts—was schlägt mir an das Fenster?
28 [36]
Das Honig-Opfer.
Bringt Honig mir, eis-frischen Waben-Goldhonig!
Mit Honig opfr’ ich Allem, was da schenkt,
Was gönnt, was gütig ist—: erhebt die Herzen!
28 [37]
Herolds Rufe
reich an Geist
aus Nichts und Witz geschaffen
28 [38]
Der du eifersüchtig des Nachts auf meinen Athem horchst
und in meine Träume schleichen möchtest
28 [39]
Einst—wie fern dies Einst! und ach! süß das Wort schon
“Einst,” verirrtem Glockentone gleich,
da kam der Tag, die Pflicht, die Pflugschaar,
des Stiers Gebrüll, — — —
28 [40]
Oh die ihr spielt,
Ihr Kinder im Walde, ihr lachenden,
Flieht nicht davon—nein! schützt mich,
Versteckt das gehetzte Wild,
Bleibt, hört! Denn was mich hetzt,
seit grauem Morgen durch alle Irrniß hetzt,
sind’s Jäger? Wegelagerer? sind’s Gedanken?
Nicht weiß ich’s noch,
und Kinderspiele — — —
28 [41]
Der schönste Leib—ein Schleier nur,
In dem sich schamhaft—Schönres hüllt —
28 [42]
An Hafis.
Frage eines Wassertrinkers
Die Schenke, die du dir gebaut,
ist größer als jed Haus,
Die Tränke, die du drin gebraut,
die trinkt die Welt nicht aus.
Der Vogel, der einst Phönix war,
der wohnt bei dir zu Gast,
Die Maus, die einen Berg gebar,
die—bist du selber fast!
Bist Alles und Keins, bist Schenke und Wein,
Bist Phönix, Berg und Maus,
Fällst ewiglich in dich hinein,
Fliegst ewig aus dir hinaus —
Bist aller Höhen Versunkenheit,
Bist aller Tiefen Schein,
Bist aller Trunkenen Trunkenheit
— wozu, wozu dir—Wein?
28 [43]
So sprach ein Weib voll Schüchternheit
Zu mir im Morgenschein:
“Bist schon du selig vor Nüchternheit
Wie selig wirst du—trunken sein!”
28 [44]
Wer hier nicht lachen kann, soll hier nicht lesen!
Denn, lacht er nicht, faßt ihn “das böse Wesen.”
28 [45]
An die deutschen Esel.
Dieser braven Engeländer
Mittelmäßige Verständer
Nehmt ihr als “Philosophie”?
Darwin neben Goethe setzen
Heißt: die Majestät verletzen —
majestatem Genii!
Aller mittelmäßigen Geister
Erster—das sei ein Meister,
Und vor ihm auf die Knie!
Höher ihn herauf zu setzen
Heißt — — —
28 [46]
Heil euch, biedere Engländer
Eurem Darwin heil, verständ er
Euch so gut wie als sein Vieh!
Billig ehrt ihr Engländer
Eurem Darwin hoch, verständ er
Auch nicht mehr als Zucht von Vieh.
Nur—zu Goethen ihn zu setzen
Heißt die Majestät verletzen
Majestatem genii!
28 [47]
Beim Anblick eines Schlafrocks.
Kam, trotz schlumpichtem Gewande,
Einst der Deutsche zu Verstande,
Weh’, wie hat sich Das gewandt!
Eingeknöpft in strenge Kleider
Überließ er seinem Schneider,
Seinem Bismarck—den Verstand!
28 [48]
An Richard Wagner.
Der du an jeder Fessel krandst,
Friedloser, unbefreiter Geist,
Siegreicher stets und doch gebundener,
Verekelt mehr und mehr, zerschundener,
Bis du aus jedem Balsam Gift dir trankst —,
Weh! Daß auch du am Kreuze niedersankst,
Auch du! Auch du—ein Überwundener!
28 [49]
An Spinoza.
Dem “Eins in Allem” liebend zugewandt,
Amore dei, selig, aus Verstand —
Die Schuhe aus! Welch dreimal heilig Land! —
— Doch unter dieser Liebe fraß
ein heimlich glimmender Rachebrand,
Am Judengott fraß Judenhaß! .....
Einsiedler! Hab ich dich—erkannt?
28 [50]
Für falsche Freunde.
Du stahlst, dein Auge ist nicht rein —
Nur Einen Gedanken stahlst du?— Nein,
Wer darf so frech bescheiden sein!
Nimm diese Handvoll obendrein —
Nimm all mein Mein —
Und friß dich rein daran, du Schwein!
28 [51]
Römischer Stoßseufzer.
Nur deutsch! Nicht teutsch! So will’s jetzt deutsche Art.
Nur was den “Babst” betrifft, so bleibt sie—hart!
28 [52]
Der “ächte Deutsche.”
“Ô peuple des meilleurs Tartuffes,
Ich bleibe dir treu, gewiß!”
— Sprach’s, und mit dem schnellsten Schiffe
Fuhr er nach Cosmopolis.
28 [53]
Das neue Testament.
Dies das heiligste Gebet-
Wohl- und Wehe-Buch?
— Doch an seiner Pforte steht
Gottes Ehebruch!
28 [54]
Räthsel.
Löst mir das Räthsel, das dies Wort versteckt:
“Das Weib erfindet, wenn der Mann entdeckt — —”
28 [55]
Der Einsiedler spricht.
Gedanken haben? Gut!— so sind sie mein Besitz.
Doch sich Gedanken machen, —das verlernt’ ich gern!
Wer sich Gedanken macht—der ist besessen
und dienen will ich nimmer und nie.
28 [56]
Entschluß.
Will weise sein, weil’s mir gefällt
Und noch nach eignem Ruf.
Ich lobe Gott, weil Gott die Welt
So dumm als möglich schuf.
Und wenn ich selber meine Bahn
So krumm als möglich lauf’ —
Der Weiseste fieng damit an,
Der Narr—hört damit auf.
28 [57]
Der Welle steht nicht still,
Nacht liebt lichten Tag —
Schön klingt das Wort “ich will”
Schöner noch “ich mag!”
Alle ewigen Quell-Bronnen
Quellen ewig hinan:
Gott selbst—hat er ja begonnen?
Gott selbst—fängt er immer an?
28 [58]
Der Wanderer.
Es geht ein Wandrer durch die Nacht
Mit gutem Schritt;
Und krummes Thal und lange Höhn —
Er nimmt sie mit.
Die Nacht ist schön —
Er schreitet zu und steht nicht still,
Weiß nicht, wohin sein Weg noch will.
Da singt ein Vogel durch die Nacht:
“Ach Vogel, was hast du gemacht!
Was hemmst du meinen Sinn und Fuß
Und gießest süßen Herz-Verdruß
In’s Ohr mir, daß ich stehen muß
Und lauschen muß — —
Was lockst du mich mit Ton und Gruß?” —
Der gute Vogel schweigt und spricht:
“Nein, Wandrer, nein! Dich lock’ ich nicht
Mit dem Getön —
Ein Weibchen lock’ ich von den Höhn —
Was geht’s dich an?
Allein ist mir die Nacht nicht schön.
Was geht’s dich an? Denn du sollst gehn
Und nimmer, nimmer stille stehn!
Was stehst du noch?
Was that mein Flötenlied dir an,
Du Wandersmann?”
Der gute Vogel schweig und sann:
“Was that mein Flötenlied ihm an?
Was steht er noch? —
Der arme, arme Wandersmann!”
28 [59]
Im deutschen November.
Dies ist der Herbst: der—bricht dir noch das Herz!
Fliege fort! fliege fort! —
Die Sonne schleicht zum Berg
Und steigt und steigt
und ruht bei jedem Schritt.
Was ward die Welt so welk!
Auf müd gespannten Fäden spielt
Der Wind sein Lied.
Die Hoffnung floh —
Er klagt ihr nach.
Dies ist der Herbst: der—bricht dir noch das Herz.
Fliege fort! fliege fort!
Oh Frucht des Baums,
Du zitterst, fällst?
Welch ein Geheimniß lehrte dich
Die Nacht,
Daß eis’ger Schauder deine Wange,
Die Purpur-Wange deckt? —
Du schweigst, antwortest nicht?
Wer redet noch? — —
Dies ist der Herbst: der—bricht dir noch das Herz.
Fliege fort! fliege fort! —
“Ich bin nicht schön
— so spricht die Sternenblume —
Doch Menschen lieb’ ich
Und Menschen tröst’ ich —
sie sollen jetzt noch Blumen sehn,
nach mir sich bücken
ach! und mich brechen —
in ihrem Auge glänzet dann
Erinnerung auf,
Erinnerung an Schöneres als ich: —
— ich seh’s, ich seh’s—und sterbe so.” —
Dies ist der Herbst: der—bricht dir noch das Herz!
Fliege fort! fliege fort!
28 [60]
Am Gletscher.
Um Mittag, wenn zuerst
Der Sommer in’s Gebrige steigt,
Der Knabe mit den müden, heißen Augen:
Da spricht er auch,
Doch sehen wir sein Sprechen nur.
Sein Athem quillt wie eines Kranken Athem quillt
In Fieber-Nacht.
Es geben Eisgebirg und Tann’ und Quell
Ihm Antwort auch,
Doch sehen wir die Antwort nur.
Denn schneller springt vom Fels herab
Der Sturzbach wie zum Gruß
Und steht, als weiße Säule zitternd,
Sehnsüchtig da.
Und dunkler noch und treuer blickt die Tanne,
Als sonst sie blickt
Und zwischen Eis todtem Graugestein
Bricht plötzlich Leuchten aus — —
Solch Leuchten sah ich schon: das deutet mir’s. —
Auch todten Mannes Auge
Wird wohl noch Ein Mal licht,
Wenn harmvoll ihn sein Kind
Umschlingt und hält und küßt:
Noch Ein Mal quillt da wohl zurück
Des Lichtes Flamme, glühend spricht
Des Todten Auge: “Kind!
Ach Kind, du weißt, ich liebe dich!” —
Und glühend redet Alles—Eisgebirg
Und Bach und Tann —
Mit Blicken hier das selbe Wort:
“Wir lieben dich!
Ach Kind, du weißt, wir lieben, lieben dich!”
Und er,
Der Knabe mit den müden heißen Augen,
Er küßt sie harmvoll,
Inbrünst’ger stets,
Und will nicht gehn;
Er bläst sein Wor wie Schleier nur
Von seinem Mund,
Sein schlimmes Wort
“mein Gruß ist Abschied,
mein Kommen Gehen,
ich sterbe jung.”
Da horcht es rings
Und athmet kaum:
Kein Vogel singt.
Da überläuft
Es schaudernd, wie
Ein Glitzern, das Gebirg.
Da denkt es rings —
Und schweigt — —
Um Mittag war’s,
Um Mittag, wenn zuerst
Der Sommer ins Gebirge steigt,
Der Knabe mit den müden heißen Augen.
28 [61]
“Der Wanderer und sein Schatten.”
Ein Buch
Nicht mehr zurück? Und nicht hinan?
Auch für die Gemse keine Bahn?
So wart’ ich hier und fasse fest,
Was Aug’ und Hand mich fassen läßt!
Fünf Fuß breit Erde, Morgenroth,
und unter mir—Welt, Mensch und Tod!
28 [62]
Yorick als Zigeuner.
Dort der Galgen, hier die Stricke
Und des Henkers rother Bart,
Volk herum und gift’ge Blicke —
Nichts ist neu dran meiner Art!
Kenne dies aus hundert Gängen,
Schrei’s euch lachend in’s Gesicht:
Unnütz, unnütz, mich zu hängen!
Sterben? Sterben kann ich nicht!
Bettler ihr! Denn euch zum Neide,
ward mir, was ihr—nie erwerbt:
Zwar ich leide, zwar ich leide —
Aber ihr—ihr sterbt, ihrsterbt!
Auch nach hundert Todesgängen
Bin ich Athem, Dunst und Licht —
Unnütz, unnütz, mich zu hängen!
Sterben? Sterben kann ich nicht!
Einst erklang, in Spaniens Ferne
Mir das Lied zum Klapperblech,
Trübe blickte die Laterne,
Hell der Sänger, froh und frech.
Froh gedacht’ ich meiner bösen
Feinde da mit sel’gem Hohn:
Kann ein Fluch euch nicht erlösen,
Thut’s ein heller Freuden-Ton.
28 [63]
Yorick-Columbus.
Freundin! sprach Columbus, traue
Keinem Genueser mehr!
Immer starrt er in das Blaue —
Fernstes lockt ihn allzusehr!
Fremdestes ist nun mir theuer!
Genua—das sank, das schwand —
Herz, bleib kalt! Hand, halt das Steuer!
Vor mir Meer—und Land?—und Land?
Dorthin will ich—und ich traue
Mir fortan und meinem Griff.
Offen ist das Meer, ins Blaue
Treibt mein Genueser Schiff.
Alles wird mir neu und neuer,
Weit hinaus glänzt Raum und Zeit —
Und das schönste Ungeheuer
Lacht mir zu: die Ewigkeit
28 [64]
Der Freigeist.
Abschied
“Die Krähen schrei’n
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnei’n —
Wohl dem, der jetzt noch—Heimat hat!
Nun stehst du starr,
Schaust rückwärts ach! wie lange schon!
Was bist du Narr
Vor Winters in die Welt—entflohn?
Die Welt—ein Thor
Zu tausend Wüsten stumm und kalt!
Wer Das verlor,
Was du verlorst, macht nirgends Halt.
Nun stehst du bleich,
Zur Winter-Wanderschalft verflucht,
Dem Rauche gleich,
Der stets nach kältern Himmeln sucht.
Flieg’, Vogel, schnarr’
Dein Lied im Wüsten-Vogel-Ton! —
Versteck’, du Narr,
Dein blutend Herz in Eis und Hohn!
Die Krähen schrei’n
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wir es schnei’n,
Weh dem, der keine Heimat hat!”
Antwort.
Daß Gott erbarm’!
Der meint, ich sehnte mich zurück
In’s deutsche Warm,
In’s dumpfe deutsche Stuben-Glück!
Mein Freund, was hier
Mich hemmt und hält ist dein Verstand,
Mitleid mit dir!
Mitleid mit deutschem Quer-Verstand!
28 [65]
Dich lieb’ ich, Gräbergrotte!
Dich, Marmor-Lügnerei!
Ihr macht zum freisten Spotte
Mir stets die Seele frei.
Nur heute steh’ ich, weine,
Lass’ meinen Thränen Lauf
Vor dir, Bild im Steine,
Vor dir, du Wort darauf!
Und—Niemand braucht’s zu wissen —
Dies Bild—ich küßt’ es schon.
Es giebt so viel zu küssen:
Seit wann küßt man denn—Thon!
We Das zu deuten wüßte!
Wie! Ich ein Grabstein-Narr!
Denn, ich gesteh’s, ich küßte
Das lange Wort sogar.
28 [66]
2.
Freund Yorick, Muth!
Und wenn dich dein Gedanke quält,
Wie jetzt er thut,
Heiß’ Das nicht—“Gott”! Denn, weit gefehlt,
Es ist ja nur dein eigen Kind,
Dein Fleisch und Blut,
was dich da drangsalirt und quält,
Dein kleiner Schelm und Thu-nicht-gut!
— Sieh zu, wie ihm die Ruthe thut!
Und kurz, Freund Yorick! laß die düstre
Philosophie—und daß ich hier
Noch einen Spruch als Medizin
Und Haus-Recept ins Ohr dir flüstre
— mein Mittel gegen solchen spleen —:
“Wer seinen ‘Gott’ liebt, züchtigt ihn.”
28 [67]
Dort der Galgen, hier die Stricke,
Henker hier, und Henkers Art,
Rothe Nasen gift’ge Blicke —
Und des Priesters Würden-Bart:
Kenne euch aus hundert Gängen —
Spei’ euch gerne in’s Gesicht —
Wozu hängen?
Sterben? Sterben—lernt’ ich nicht.
Bettler ihr! Denn, euch zum Niede
Mir ward, was ihr—nie erwerbt.
Zwar ich leide, zwar ich leide
Aber ihr—ihr sterbt, ihr sterbt!
Auch nach hundert Todesgängen
Find’ ich mich zurück zum Licht —
Wozu hängen?
Sterben? Sterben—lernt’ ich nicht.
Also klang, in Spaniens Ferne,
Mir das Lied zum Klapper-Blech.
Düster blickte die Laterne,
Hell der Sänger, froh und frech.
Wie ich horchend in die Tiefe
Meiner tiefsten Wasser sank,
Dünkte mich’s, ich schliefe, schliefe
Ewig heil und ewig krank.
11, 28[1-67] Herbst 1884
28 [1]
Посвящается всем созидающим.
Будем от мира
Неотторжимы!
Вечно мужское
Влечет нас к нему.
28 [1]
28 [2]
Нынче всякий горб стремится —
Поскорее распрямиться. —
Всяк христианин без страха —
Затевает шахер-махер. —
И уже не отвертеться —
Нам от главного конфуза: —
Всё поверхностнее немцы, —
Всё глубиннее — французы!
28 [3]
Солнечная злость.
Когда яснеет воздух,
Когда роса отрадой
На землю ниспадает —
Незримо, так неслышно — ах, нежны башмачки
Росы-отрады, как у отрадно-кротких —
Ты помнишь ли, ты помнишь, сердце, дни,
Когда алкало ты
Небесных росных капель,
Палимое, алкало ты,
Пока по мягким тропам трав
Молчаливо вечерние взоры солнца
Сквозь мрак деревьев пробегали,
Злобные палящие взоры,
И молча солнце спрашивало так:
«Что носишь ты, паяц,
За порванную маску?
Божественную маску? У кого
С лица сорвал ее ты?
Не стыдно ли, живя среди людей,
Высматривать богов ревнивым взором?
И уж не первый раз!
Ты истины жених? — (Тут застонал я). —
О нет! Поэт — и только!
Охочий до личин, ты, ряженый!
Богов обманщик под порванною маской!
Когда яснеет воздух,
Когда серп месяца,
Зеленый меж багрян,
Завистливо скользит
— При каждом шаге тайно
Срезая роз гирлянды,
Пока не сникнут розы,
Не сникнут розы бледно к склону ночи,
Тогда краснеет он.
Стоит, краснея,
Стыдясь содеянного, — — —
28 [3]
28 [4]
Беда, в ком завелась пустыня! В ней
Все шире жажда смерти и сильней.
Пусть пальмы и ручьи там гнезда вьют —
Драконьи челюсти пустыни все сжуют,
Все перемелют жернова песка.
Прожорливая трудится тоска,
Здесь вечно трут
Без устали песчинки-зубы — — —
Драконьи зубы растирают в порошок,
Пустыни челюсти — —
Пустыня — челюсть, частокол зубов
Дракона, что жевать без устали готов —
Пустыня — мать, грызущая детей,
Клыками в них впиваясь все больней
28 [5]
Что, жало боли, ты творишь со мною?
Я небеса низверг и заменил,
Богам я пищу их пересолил,
Добавив перцу — сладить бы с тобою!
Я руки цепкие тебе укоротил
И коготкам кошачьим не дал ходу.
Я не стыдясь берег свою свободу
— — — узлом
— — — я закрепил
— — — Fell
— — — -eiben
— — — anbequemte
— — — schnell
— — — treiben
28 [6]
Дерево осенью.
Зачем вы, дурачье, меня встряхнули,
Во сне моей блаженной слепоты?
В страх и тревогу окунули,
Отторгнув от златой мечты?
Вы, носороги, вы, слоновьи туши,
Повежливей бы надо быть со мной!
А так пришлось в испуге мне обрушить
Плоды свои на вас лавиной золотой.
28 [7]
Замыслил на пути я к древним грекам
спасти твой образ немца, храбрый Зигфрид,
что Парцифаль обезобразил!
28 [8]
Рокочет глухо гром вдали,
И дождь все льет и льет:
Он, как педант, с утра болтлив —
Закрыть не может рот.
День на меня скосил глаза,
Мне лампу погасил!
О одиночество! О ночь!
О книги! О перо!
Все посерело, и невмочь...
28 [9]
И вот уж день
устал за этот день, а все ручьи тоски
о новом журчат утешенье,
и небеса, повиснув в паутине золотой,
всем утомленным молвят: «Отдохни», —
что ж ноешь ты, мрачное сердце,
и что тебя в нелегкий гонит путь?
Кого ты ждешь?
Ты, отчаявшийся, разве не знаешь,
сколько мужества внушаешь тем,
кто смотрит на тебя.
Что ж ноешь так ты? Куда бегу я?
И кого пасешь ты?
Пленников пасешь.
Как надежно таким беспокойным
хотя б и в тюрьме!
Как спокойно спят преступные души
в своем заключении —
И раз уж мышь родила гору —
Где ты, творящее?
О, согрейте, полюбите меня!
дайте горячие руки, —
льда моего не пугайтесь!
Так долго призраком на ледниках — — —
гонимый отовсюду, вихрем кружимый,
на зеркалах каких я не сидел —
на что не ложился густою пылью
самозабвенно,
преданнее пса.
Пещера, щель, что пеньем птиц ночных и ядами
напоена, и страхами.
И я один —.
Разбойники ночные! Ваш я!
Какого выкупа хотите вы?
Просите больше — так велит мне гордость.
Без лишних слов — так гордость мне велит.
Я замер в тишине,
На ложе растянувшись,
Как полумертвый, с хладными ногами,
— жуки меня боятся.
А вы? Натянутого лука не боитесь?
Беда, коль некто в лук стрелу
28 [10]
Судьба послала мне награду.
Орел надежды взмахом крыл
Элладу новую открыл —
Чувств и души моей усладу.
Из пасмурной германской сини
С Шопеном, Моцартом, Россини
Орфей немецкий, вижу я,
Корабль свой повернул в эллинские края.
Так мчись скорее к южным берегам,
Где нимфы Греции играют на свирели,
Корабль желаний правь к блаженным островам.
Не бывает цели...
Не сякнет дней моих струя,
Орел немало потрудился,
Хотя иной прогноз не сбылся.
Но сладкий звук услышал я,
Он, как стрела, настиг меня,
Он как с небес ко мне свалился,
Тот звук, которым умилился.
Вперед, в эллинские края
Корабль прекрасных муз веди, душа моя.
28 [11]
Артур Шопенгауэр.
Его ученье устарело,
Но не стареет жизни дело:
Собой всегда он оставался
И никому не подчинялся!
28 [12]
1) О вы, разбойничьи мысли
И прилежанье прежнее,
Творенья муки...
2) Искать любви — и каждый раз лишь маску,
Проклятую личину находить —
И разбивать!
28 [13]
Любовь есть то, что в путь с собой зовет,
Так горячо желанная!
28 [14]
Овцы.
Взгляните, вон орел! С тоской упрямой
он смотрит в пропасть, вниз,
в свою же пропасть, которая там
глубь за глубью все глубже змеится!
Вдруг с налету, стремглав,
крылья на срез, упав,
на добычу свою бросается.
Думаете, это лишь голод?
Потреба утробы? —
Но это и не любовь —
Что для орла ягненок!
Он ненавидит овец!
Так бросаюсь я вниз
с тоской и страстью
на эти овечьи стада,
раздирая, кромсая в кровь,
смеясь над смирными,
ярясь на овечью глупость — — —
28 [15]
— узники богатства
их мысли бряцают, как тяжкие цепи
28 [16]
Они придумали священную скуку
и жажду лунных суток и рабочих будней
28 [17]
Короче: дайте мне загадку,
или вы искушаете гордость моего духа
28 [18]
Упрямые умы, ловкие и мелочные
28 [19]
Коровья благосклонность
28 [20]
Любя злых.
Меня боитесь?
Боитесь вы натянутого лука?
Беда, если кто в него стрелу!
Ах, друзья мои?
Где то, что называли добрым?
И где все «добрые»?
Куда ушла невинность всей этой лжи?
Что прежде в человеке видела
равно козла и Бога
Поэт, что может лгать,
зная и волею позволяя
лишь он может изречь истину
«Человек зол»
так говорили все мудрейшие
мне в утешенье.
грешно-здоров и прекрасен,
словно пестро-пятнистый хищник
кто, словно кот или разбойник,
в пустыне как дома
и в окошко прыг.
что молчащим, холодным, гладким, стылым
делает, что — иконой и столпом,
что перед храмом выставляют
на обозренье всем
— добродетель — ?
28 [21]
Поборник правды? Видел ты его?
Холодный, гладкий, стылый,
иконой ставший и столпом, пред храмом
выставлен — скажи,
его ты ждешь так страстно?
Нет, масок ищешь ты
и шкурок радужных,
задор дикой кошки, что выпрыгнет в окно
в пустыню случая любого!
Нет, джунгли ищешь ты,
чтобы пить свой мёд,
грешно-здоровый и прекрасный,
как хищник пестро-пятнистый
28 [22]
Уставшие от мира
Более мыслящие, более размысленные времена,
чем наши вчера и сегодня
не зная женщин, питаясь кое-как
и созерцая свой пупок,
— немытые,
пахнущие скверно!
Так-то они выдумали себе божественное сладострастие
под небесами хмурыми,
где на врага обрушивают
тьму острых стрел и бьющих насмерть мыслей,
охаивали они счастливых.
ах, они любят! Но сами не любимы,
и рвут самих себя на куски,
ибо никто не хочет их обнять.
Вы, отчаявшиеся! сколько мужества
внушаете вы тем, кто смотрит на вас!
Вы даже мясо разучились есть,
заигрывать с женами,
— и лишь печали предаетесь сверх меры.
Как надежно беспокойным
хотя б и в тюрьме!
Как спокойно спят души
пойманных преступников!
От угрызений совести страдают
лишь совестливые!
28 [23]
По ту сторону времени.
это время, как помешанная баба
— пускай она вопит, неистовствует, ругается, ломает
стол и бьет посуду.
гонимые, вихрем кружимые
— на чем только не оседали вы,
на всех тщеславных зеркалах дремали
— пыль
доводы делают таких недоверчивыми,
возвышенными жестами убеждают их
Назад! Не следуйте за мною по пятам!
Назад! А не то расшибете лбы о мою истину!
как у старческих народов,
мозг возбудим и срамные части
самозабвенно, преданнее пса
28 [24]
Около полуночи поднялся шум и крик
— он доносился из пустыни
28 [25]
Похвала бедности.
Узникам богатства,
чьи мысли бряцают холодно,
словно цепи, — моя песнь.
28 [26]
О добрый час, что ждет меня теперь
О праздничный великий добрый час —
от севера до юга
божественные гости — чужие, незнакомые,
безымянные,
вы, царственно-божественные гости.
Со всех высот ко мне летят предвестья,
как ароматы,
как ветры, что предчувствием полны.
От севера до юга
в душе моей цветение весны.
Отшельник, ты не будешь одинок!
Час близок, праздничный великий звездный час —
прибудут гости в середине года,
я как любовник страстный, чья тоска
часы отсчитывает в нетерпенье,
мечусь, высматриваю, жду в блаженстве робком,
пока, зажатый в четырех стенах,
в случайный переулок не метнусь
— а ветер ночи все стучит в окно
и будит спящих ветками в цвету.
28 [27]
6. Поэт. Муки созидающего
Разбойники с большой дороги! Ваш я.
Вы выкупа хотите от меня?
Просите больше — так велит мне гордость — без лишних слов — другая гордость мне велит.
Люблю советовать — устаю немного.
Куда бежать мне?
Я замер в тишине,
на ложе растянувшись,
как полумертвый, с хладными ногами
— жуки боятся моего молчанья —
— я жду
Все по душе мне:
листва и трава, удача, счастье и дождь.
28 [28]
О приходе вашем
о вашем приближеньи
— вы любите меня
Все ждут вас — всем поведал я
о вас
28 [29]
Вещи не сотворены
так, чтоб танцевать в них
как верблюды, вперевалку
идут мимо люди
28 [30]
Пещера, щель, что пеньем птиц ночных
Напоена, и страхами
28 [31]
Здесь я сидел и ждал — так выйди в свет!
Мнут нервно пальцы скомканный букет.
Стыдливо-любопытно с век моих
Катились слезы: кто же вызвал их!
Здесь — — —
Здесь я сидел, застыв, и ждал, любя,
Подобно озеру, которое — — —
И для того, кто чудо в водах зрит,
Слились фиалки, молоко, гранит.
28 [32]
| 1 | Красный лист Чтобы от меня не ускользнуло много хорошего и я не ушел, не поблагодарив | |
| 2 | Об утре. | |
| 3 | Ускользнул из всех тюрем (брак, должность, местность и т.д.) | |
| 4 | Южная музыка | |
| 5 | О греках (в сравнении с немцами) | |
| 6 | О христианах (я не нуждаюсь в христианстве) | |
| 7 | Ненависть к англичанам (в отличие от немцев и русских) | |
| 8 | Тоска по возвышенной душе | |
| 9 | Жертва медовая—благодарность | |
| 10 | Против весны (насмешка) | |
| 11 | Похвала воинственному духу, который готовит меня | |
| 12 | Самый серьезный мальчик—о если бы стать ребенком, уже будучи взрослым! | |
| 13 | О Шопенгауэре как о юноше в философии | |
| 14 | О Наполеоне (Корсика); где человек из гранита? | |
| 15 | О длинной лестнице | |
| 16 | Со всеми приветлив, даже с травами | |
| 17 | Юмор того, кто победил все победил. | |
| 18 | Язвительная песнь о поверхностности людей | |
| 19 | Самый скрытый (насмешка вечно замаскированного до неузнаваемости) | |
| 20 | О сне (три часа ожидания, говорящие) | |
| 21 | Не мученик! К тому же слишком хитер для этого, я ускользаю! (и мне было хуже, чем вам всем!) | |
| 22 | Добрый европеец | |
| 23 | Отъезд в полночь | |
| 24 | Calina коричнево-красная, вблизи все слишком четко в разгар лета. Призрачно (моя теперешняя опасность!) | |
| 25 | О Рихарде Вагнере |
28 [33]
«Полуденные мысли».
Сочинение
Фридриха Ницше.
| 1 | О Наполеоне (Корсика: где человек из гранита?) | |
| 2 | О самой длинной лестнице | |
| 3 | Со всеми приветлив, даже с травами. | |
| 4 | Юмор того, кто победил все. | |
| 5 | Язвительная песнь о поверхностности людей. | |
| 6 | Самый скрытный (насмешка над вечно не замечаемым маскарадом) | |
| 7 | О сне (три часа ожидания. Благословляя его) | |
| 8 | Не мученик! (К тому же слишком хитер для этого: я ускользаю. И все же мне было хуже, чем всем!) | |
| 9 | Добрые европейцы. | |
| 10 | Отъезд в полночь. | |
| 11 | Calina: моя нынешняя опасность, в разгар лета, призрачная, коричнево-красная, вблизи все слишком четко | |
| 12 | О Рихарде Вагнере. | |
| 13 | Красный лист (чтобы от меня не ускользнуло много хорошего и я не ушел, не поблагодарив!) | |
| 14 | Об утре. | |
| 15 | Ускользнул из всех тюрем (таких, как должность, брак и т.д.) | |
| 16 | О греках (против немцев) | |
| 17 | Южная музыка | |
| 18 | О христианах (я не нуждаюсь в вашем христианстве) | |
| 19 | Ненависть к англичанам (в отличие от немцев и русских) | |
| 20 | Тоска по возвышенной душе. | |
| 21 | Жертва медовая. Великое благодарение. | |
| 22 | Против весны (насмешка). Просьба о слепоте (к солнцу) | |
| 23 | Похвала воинственному духу — меня готовящему. | |
| 24 | Самый серьезный мальчик (т.е. чтобы ты с возрастом становился ребенком!) | |
| 25 | О Шопенгауэре (как о юноше в философии). |
28 [34]
В прилежном я завидую усердью:
светло и мерно день его течет,
светло и мерно истекает,
уходит в море мрака, —
у ложа ждет его забвенье, расслабляя члены.
28 [35]
Ночами—что стучит в мое окно?
28 [36]
Жертва медовая.
Принесите мне мед, по-ледяному свежий золотой
сотовый мед!
Медом принесу я жертву всему, что одаряет,
Что независтливо, что добро, — возвысьте сердца!
28 [37]
Зовы герольда
богат духом
создан из ничего и шутки
28 [38]
Ты, что завистливо в ночи следишь мое дыханье
и в сны мои прокрасться хочешь
28 [39]
«Когда-то» — как далеко теперь оно, как сладостно
одно лишь это слово,
«Когда-то» — словно заплутавший колокола звук,
день наступал, с ним труд, и лемех плуга,
и рёв быка — — —
28 [40]
О дети, что в лесу, смеясь, играют,
Не убегайте, нет! Меня обороните,
Затравленную спрячьте дичь.
Останьтесь, слышите! Кто те, что гонят
С утра меня по чащам заблуждений, —
Охотники? Разбойники? Иль мысли?
Пока не знаю,
Но видеть, как играют дети — — —
28 [41]
Прекраснейшее тело — лишь завеса,
скрывающая чудо, что внутри —
28 [42]
К Хафизу.
Вопрос пьющего воду
Просторней и выше, чем всякий дом,
воздвиг ты себе трактир,
Вина, что ты наготовил в нем,
хватило б на целый мир.
Птица, что фениксом была,
давно у тебя гостит,
А мышь, что гору родила, —
это ты сам почти!
Ты все и ничто, трактир и вино,
феникс, гора и мышь,
В себя ты падать привык давно,
но вечно все ввысь летишь.
Ты горних высей голубизна
и бездн глубочайших дно.
Ты хмель для всех, кто пьян без вина,
зачем же тебе — вино?
28 [43]
Однажды, робости полна,
Сказала мне одна из дев:
«Ты счастлив трезвый, без вина,
Каким же станешь, опьянев!»
28 [44]
Коль смеяться не умеешь, не берись за книгу эту!
Кто здесь смехом не зальется, того «черт сживет
со свету!»
28 [45]
Немецким ослам.
В этом духе заурядном,
Альбиона сыне хладном
Вы «философа» нашли?
Дарвин рядом с Гёте — что вы!
Оскорбить певца готовы?
Majestatem Genii
Средь посредственностей главный —
Вот кто этот мастер славный,
И склоняться перед ним?
Возвышать его безмерно —
Это ж — — —
28 [46]
Браво, англичане, браво,
Дарвину почет и слава,
Для него скоты лишь вы!
Вознесли его вы смело,
А всего-то и умел он
Разводить скотов земли.
Дарвин рядом с Гёте — что вы!
Оскорбить кого готовы —
Majestatem genii!
28 [47]
При виде шлафрока.
Хоть в неряшливой одежде,
Но умнел ведь немец прежде.
Что же нынче стало с ним?
Он в мундире щеголяет,
Но свой разум оставляет
Бисмарку и иже с ним!
28 [48]
Рихарду Вагнеру.
От уз любых ты истово страдал,
Мятежный дух, свободы ты искал,
Торжествовал всегда, судьбой утешенный,
Но презираем многими, отверженный,
Ты от креста в зависимость попал —
И вот бальзам на сердце ядом стал,
Теперь и ты! И ты — кумир поверженный!
28 [49]
Спинозе.
Любя свой постулат «Един во всем»,
Постигнув amor преданным умом,
Перед страной святой благоговея,
Ты под любовью ненависть скрывал,
Тебя пожар отмщенья пожирал —
Месть иудея богу-иудею! —
Отшельник, я тебя познал?
28 [50]
Ложным друзьям.
Украл, твои глаза не лгут —
Всего одну мыслишку? Плут!
К чему пустая скромность тут?
Хватай, что можешь — и капут.
Грабастай, только не ленись,
И жри, свинья, хоть подавись!
28 [51]
Тяжелый вздох в Риме.
Не тевтонцы — просто немцы мы. Наши нравы
столь цивильны!
Только римского «святейшего» мы не любим так же
сильно!
28 [52]
«Истинный немец».
«O peuple des meilleurs Tartuffes',
Тебе я верен, как всегда!» —
Изрек он, и не медля, лихо
В Космополь деру дал.
28 [53]
Новый Завет.
Это книга на века,
Только — вот так так! —
В ее первых же строках
Бог разрушил брак!
28 [54]
Загадка.
Кто отгадать загадку эту дюж?
«Жена придумает, зато откроет муж — —»
28 [55]
Отшельник говорит.
Иметь идеи? — что ж! — они мое добро.
Но размышлять о них — увольте!
Кто этим занят — ими одержим.
Нет, им служить не стану никогда я.
28 [56]
Решение.
С чего я мудрым стать решил?
Иначе, знать, не мог.
Уж очень глупым сотворил
Сей мир премудрый бог.
И если путь мой пролегал
Зигзагом, кое-как —
Всяк мудрый этим начинал,
А завершал — дурак.
28 [57]
Волна набегает снова,
Ночь влюблена в свет —
«Хочу» — прекрасное слово,
«Люблю» — прекраснее нет!
Вечно ключи из недр бьют,
Вверх стремится вода:
Видно, бог начинал и тут?
Бог начинает всегда?
28 [58]
Странник.
Шагает странник по тропе
В ночной тиши,
И мир по капле льется вглубь
Его души:
И этот холм, и этот лог,
И поворот
С собой он в путь, еще неведомый, берет.
Вдруг слышит рядом птичье пенье:
«Ах, птичка, что за наважденье?
Зачем поешь ты сладко так,
Что сам собою медлит шаг
И в сердце больше нет покоя — —
Куда манишь меня с такою
Любовью и такой тоскою?»
А птица, помолчав, в ответ:
«Нет, странник, нет!
Не для тебя был мой привет
Подругу я зову с холма —
Тебе-то что?
Одной мне ночь не так мила.
Тебе-то что? Твой долг идти
И быть всегда, всегда в пути!
Что ж ты застыл?
Иль песнь моя тебя всё манит,
Ты, странник?»
И птица, помолчав, поет:
«Что ж трель моя ему дает?
Он все стоит, бедняга-странник,
Чего он ждет?»
28 [59]
Немецкий ноябрь.
Вот осень — та, что сердце рвет тебе!
Улетай! Улетай прочь! —
Взбираясь в гору,
Солнце не спешит,
И часто медлит на привалах.
О, как поблек весь мир!
И на поникших нитях ветер вновь
Свою играет песню.
Надежда улетела —
Он шлет ей вздох вослед.
Вот осень — та, что сердце рвет тебе.
Улетай! Улетай прочь!
О плод созревший,
Ты, вздрогнув, упадешь?
Скажи, какую тайну
Тебе открыла ночь,
Что пурпур твоих щек
Сменила ледяная дрожь? —
Молчишь, ответа не даешь?
Кто ж говорит? — —
Вот осень — та, что сердце рвет тебе.
Улетай! Улетай прочь! —
«Я некрасив, —
Так звездный говорит цветок, —
Но я люблю людей
И я их утешаю:
Сейчас цветы еще им надо видеть,
Ко мне нагнуться,
и, ах, меня сорвать —
и в их глазах тогда блеснет
Воспоминание,
воспоминанье о чем-то, что
красивее, чем я: —
— я это вижу, вижу — и умираю так!» —
Вот осень — та, что сердце рвет тебе!
Улетай! Улетай прочь!
28 [60]
На леднике.
В полдневный час, когда
Взбирается по горным тропам лето,
Отрок с усталыми, горящими глазами:
Он говорит еще о чем-то,
Но речь его лишь видим мы.
Его дыханье тяжко, как дыхание больного
В горячечную ночь.
Вершины снежные, и ели, и ручьи
Ответствуют ему,
Но их ответ мы видим, а не слышим.
Срываясь со скалы, ручей,
Как будто шлет привет,
И застывает вдруг, дрожа как белый столп
В томлении.
И ели взгляд темней,
Темнее и серьезней, чем обычно,
И между льдом и мертвым серым камнем
Вдруг свет — —
Я видел прежде этот свет. Он говорит о многом. —
Должно быть, и у мертвеца
Глаза еще раз озарятся,
Когда его невинное дитя
Обнимет и со скорбью поцелует:
Еще раз вырвется наружу
Пламя света, и мертвые глаза
Произнесут: «Дитя мое,
Как я люблю тебя!» —
И пылко то же слово
Не голосом, а взглядами своими
Все говорит — гора, ручей и ель:
«Дитя, тебя мы любим!
Тебя мы очень любим, ах, дитя!»
И отрок
С усталыми, горящими глазами
Печально их в ответ
И горячо целует
И уходить не хочет
И только выдыхает, как туман,
Свои зловещие слова:
«мой привет — прощание,
пришел я, чтоб уйти,
я молодым умру».
Здесь слушают его
Едва дыша;
Умолкли птицы.
В ужасе глубоком
Застыли горы,
Как молнией поражены.
Всё думает кругом —
И всё молчит — —
То было в полдень.
В полдневный час, когда
Взбирается по горным тропам лето,
Отрок с усталыми, горящими глазами.
28 [61]
“Странник и его тень.”
Книга
Возврата нет? И нет пути?
Да здесь и серне не пройти!
Ждать, намертво вцепившись, здесь,
И видеть только то, что есть!
Пять пядей тверди, час рассвета,
и подо мной—мир, тварь и Лета!
28 [62]
Йорик - цыган.
Петля, виселица, стражник
И палач рыжебород:
На расправу, как на праздник,
Поглазеть пришел народ.
Сотни раз меня казнили,
Но усвоил я одно:
Вы меня повесить в силе —
Умереть мне не дано!
Вы, бедняги, бесконечно
Мне завидовать должны:
Осужден страдать я вечно,
Вы ж — на смерть обречены!
Пусть меня сто раз казнили,
Только жив я все равно —
Вы меня повесить в силе, —
Умереть мне не дано!
Слушал песню я в Испании,
Заливался бубенец.
В тусклом фонаря мерцании
Звонко, дерзко пел певец.
И тогда с усмешкой ясной
О врагах подумал я:
Коль проклятьям неподвластны —
Радость вас спасет моя.
28 [63]
Йорик-Колумб.
Знай дитя, что генуэзцу
Веры нет, сказал Колумб, —
За предел он рвется сердцем,
Далью занят взгляд и ум.
Мне чужбина ближе стала,
Чем отечество и дом.
Тверже руку на штурвале!
В неизвестность мы плывем.
Вдаль стремлюсь я, и отныне
Верю в самого себя.
И плывет в бескрайней шири
Генуэзская ладья.
Для меня теперь всё новость:
Гул времен и плеск морей,
Страшный, звонкий, дивный голос
Юной вечности моей.
28 [64]
Свободный ум.
Прощание
«Горланя в тревоге,
Вороны в город, к гнездовьям, летят.
Зима на пороге.
Блажен, у кого есть свой дом и сад.
Ты замер, нем,
В душе о прошлом печаль.
Скажи, зачем
В предзимье ты рвешься вдаль?
Даль — это дверь,
Что в холод пустынь ведет.
Такой, как ты, поверь,
Покоя нигде не найдет.
Судьбой гоним,
На зимнее странствие обречен,
Ты словно дым —
К холодному небу тянется он.
Лети, вороньё,
Хриплым ором тоску нагоняй!
А ты свое,
Сердце, глупец, за холодной насмешкой скрывай.
Горланя в тревоге,
Вороны к гнездовьям летят, в города.
Зима на пороге:
Беда, коль лишен ты родного гнезда!»
Ответ.
Помилуй бог!
Нет, не влечет меня, мой друг,
Родных берлог —
Немецких спален затхлый дух.
Ты слышал звон
И судишь наспех, наобум.
Да, жалок он,
Твой кривенький немецкий ум!
28 [65]
Люблю я, склеп холодный,
Твой мраморный обман!
Веселый и свободный
Тобой мне скепсис дан.
Но вот стою, бессильный,
И слезы лью ручьем
Над камнем сим могильным
И надписью на нем!
Украдкой целовал я
И раньше этот бюст.
Что он из глины, знал я,
И что внутри он пуст.
Ну кто же, кто мне скажет,
откуда этот пыл?
Ведь целовал я даже
И надписи могил.
28 [66]
2.
Мужайся, друг,
И философиям не верь,
Коль мысль-мучительница вдруг
Тебя захватит, как теперь,
О «боге». Он — твое дитя,
Он плоть твоя и кровь,
Шалун лукавый, он шутя
Терзать тебя готов.
Ты пригрози ему ремнем —
И позабудь о нем!
Короче, Йорик, не мудри,
А выслушай совет —
Мое лекарство от хандры
(его сильнее нет):
«Коль любишь бога своего —
Ремнем воспитывай его!»
28 [67]
Виселица. Петля. Старый,
Чинный патер. Чей-то плач.
Ротозеев злые хари.
Ближе всех ко мне — палач.
Сотни раз уже пытались
Уничтожить вы меня.
Зря старались —
Неподвластен смерти я!
Вы, бедняги, бесконечно
Мне завидовать должны.
Осужден страдать я вечно,
Вы ж — на смерть обречены!
Сотни раз казнить пытались
Вы меня — а мне плевать!
Зря старались —
Не дано мне умирать.
Слушал песню я в Испании,
Заливался бубенец,
В тусклом фонаря мерцании
Звонко, дерзко пел певец.
И душа моя, внимая,
Погружалась в глубину,
Где я сам себя не знаю,
Где я в вечности тону.