11, 32[1-22] Winter 1884-85
32 [1]
Zurückführung der moralischen
Werthschätzungen auf ihre Wurzeln.
32 [2]
Er sprach für uns Alle, du erlöstest uns vom Ekel—dies ist eine der schlimmsten Krankheiten dieser schlimmen Zeit
Zarathustra: welches Geschenk brachtet ihr mir—ihr könnt selber nicht wissen, was ihr mir eben schenktet!
du lehrst einen neuen Adel zu züchten
du lehrst Colonien gründen und die Staaten-Krämer-Politik verachten
dir liegt am Schicksal des Menschen
du führst die Moral über sich hinaus (Überwindung des Menschen, nicht nur “gut und böse” Sündenbewußtsein)
Zarathustra’s Rede vom höheren Menschen
ihr müßt die Vortheile dieser schlimmen Zeit ausfindig machen.
32 [3]
Die gute Mahlzeit.
Von den höheren Menschen.
Das Lied des Zauberers.
Von der Wissenschaft.
Die Rosenrede.
32 [4]
Zum “häßlichsten Menschen”
Verzage nicht, oh meine Seele, ob des Menschen! Lieber weide noch dein Auge an allem seinem Bösen, Seltsamen und Furchtbaren!
“Der Mensch ist böse”—so sprachen zu meinem Troste mir noch aller Zeiten Weiseste. Oh daß das Heute mich seufzen lehrte: “Wie! Ist es auch noch wahr?”
“Wie? Ist dieser Trost dahin?” Also seufzte mein Kleinmuth. Nun aber tröstete mich dieser Göttlichste.
32 [5]
Pöbel, das will heute sagen: Mischmasch. Darin ist Alles in Allem durcheinander: Hallunken und Heilige und Junker und Juden und Gott und jeglich Vieh aus der Arche Noah.
Und diese Frauen von heute—sind sie nicht auch rechte schlechte Pöbel-Frauen? willfährig, genüßlich, vergeßlich, mitleidig,—sie haben’s alle nicht weit zur Hure.
— Meine Freunde, so ihr Solches euren Frauen einmal erzählt, so sagt schicklich und gütlich dazu, “Du allein nämlich, meine Liebste, bist die Ausnahme. Und Zarathustra läßt dich grüßen.”
32 [6]
Du schlimmer alter Zauberer, das ist dein Bestes und Redlichstes was ich an dir ehre: daß du endlich deiner müde wurdest und aussprachst: “ich bin nicht groß.” Spät genug kamst du zu dieser Redlichkeit.
Du Friedloser, Falscher, Unerlösbarer, wie manche Stunde flüsterte dir dein Teufel zu: “mache vorerst doch an dich glauben, sprich, du gerade könntest sie erlösen, du bist falsch genug dazu!”
32 [7]
Aber nun laßt mir diese große Kinderstube, meine Höhle und kommt heraus! Kühlt hier draußen euren heißen Übermuth und lernt stille werden vor Glück.
Die Nacht blickt klar, der Mond scheint, keine Wolke steht am Himmel: fragt mich, fragt euch, ihr Wunderlichen, ob es sich lohnt—zu leben!
Zarathustra aber sprach die Worte, die er schon Ein Mal gesprochen, damals als er dem Leben sein Jawort gab für die Ewigkeit, und die Ewigkeit für dieses selbe und gleiche Leben: seine Stimme aber hatte sich verwandelt.
Und alle, die Zarathustra’s Frage hörten, antworteten darauf mit ihrem Herzen, keiner aber sprach ein Wort. So standen sie bei einander, sich stumm bei den Händen haltend und hinausblickend. Da
32 [8]
Das Heimweh ohne Heim. Der Wanderer.
1 : also daß wenig mir zum ewigen Juden fehlt, es sei denn, daß ich weder ewig und auch nicht Jude bin.
2 — was um mich wohnt, das wohnt sich bald auch ein.
3 — wenn der Teufel sich häutet, fällt auch sein Name ab: der ist auch Haut.
4 — nur wer weiß, wohin er fährt, weiß auch, was sein Fahrwind ist
5 — er hat sein Ziel verloren: wehe, wie wird er seinen Verlust verscherzen und verschmerzen!
6 — er redet ihnen ein, sie hätten den Weg verloren—dieser Schmeichler! Es schmeichelt ihnen, daß sie einen Weg haben sollen!
7 — das klärte sich auf: nun geht es mich nichts mehr an.— Hüte dich, du könntest über zu-Viel aufgeklärt werden!
8 — auch der Heiligste denkt: “ich will leben, wie ich Lust habe—oder ich habe keine Lust mehr zu leben!
9 — wo darf ich heimisch sein? Darnach suchte ich am Längsten: das Suchen blieb meine stäte Heimsuchung.
10 — ich wollte es nicht vorher, so muß ich es schon nachher wollen—Alles muß ich also “gut machen”
11 — nun lebt keiner mehr—den ich liebe: wie sollte ich noch mich selber ertragen!
12 — diese Käfiche und engen Herzen—wie wollten sie freien Geistes sein! Und wer nicht alle Verbrechen gethan hat, wie —
13 — die Eintagslehrer und andere Schmeißfliegen
14 — wo Gold klingelt, wo die Hure herrscht, wo man nur mit Handschuhen greifen und angreifen darf
15 — die Allzuschamhaften, die man noch zu dem zwingen und nothzüchtigen muß, was sie am liebsten möchten
16 — erreglich an Hirn- und Schamtheilen, gleich Juden und Chinesen
17 — solche, die man mit erhabenen Gebärden überzeugt, aber mit Gründen mißtrauisch macht
18 — wie sicher ist dem Unstäten auch ein Gefängniß! Wie ruhig schlafen eingefangene Verbrecher!
19 “siehe dich vor, daß du der Wahrheit nicht zu nahe auf dem Fuße folgst: sie dürfte dir sonst den Kopf eintreten!
20 “Wie? Du nennst dich einen freien Geist? Hast du schon alle Verbrechen gethan? dein verehrendes Herz zerbrochen?
21 — ausgetrocknete sandige Seelen, trockne Flußbetten: wie—freie Geister?
22 — er strebte ins Verbotene: das ist der Ursprung aller seiner Tugend.
23 — bist du in fernsten und kältesten Gedanken umgegangen, einem Gespenste gleich auf Winterdächern?
24 — aufgewirbelt, umhergetrieben, unstät: auf allen Oberflächen habe ich schon einmal geschlafen, als Staub saß ich schon auf jedem Spiegel, jeder Fensterscheibe
25 es steht schlimmer als ihr denkt: mancher meinte zu lügen, und da erst traf er die Wahrheit! —
26 — diese Schwerfälligen Geängstigten, welche ihr Gewissen grunzen macht: denen gleiche ich nicht
27 — was macht Europa?— Oh das ist ein krankes wunderliches Weibchen: das muß man rasen schreien und Tisch und Teller zerbrechen lassen, sonst hat man nimmer vor ihm Ruhe: ein Weib, das an dem, was es liebt, leiden will.
28 — denkendere Zeiten, zerdachtere Zeiten, als unser Heut und Gestern ist
29 — ach, wohin ist das Gute und der Glaube der Guten! Ach, wohin ist die Unschuld aller dieser edlen Lügen!
30 — der Gott, den sie sich einst aus Nichts geschaffen—was Wunders! er ist ihnen nun zu Nichts geworden
31 — übereilig gleich springenden Spinnaffen
32 — ein kaltes Bad—willst du da hinein mit deinem Kopf und Herzen? Oh wie bald wirst du als rother Krebs dastehen! (Zarathustra sieht einen feuerrothen Menschen kommen)
33 — zwischen Särgen und Sägespähnen leben; ich hatte keine Lust zum Handwerk der Todtengräber
34 — “nichts ist wahr! alles ist erlaubt!” ich habe alle Verbrechen begangen: die gefährlichsten Gedanken, die gefährlichsten Weiber
35 — einst gieng mein Sinn auf Weniges und Langes: aber wo fände sich das heute! so verachte ich denn die kleinen kurzen Schönheiten nicht
36 — wie wenig reizte die Erkenntniß, wenn nicht auf dem Wege zu ihr so viel Scham zu überwinden wäre —
37 — die Erkennenden von heute, welche lehren: einst geschah’s, daß Gott zum Thier werden wollte—: Gott selbst als Thier: siehe, das ist der Mensch!
38 — ein freier Geist, aber ein schwacher Wille; Flatter-Flügel, aber ein gebrochenes Rückgrat
39 — bald sperren sie sich, bald zerren sie sich, diese lieben Vaterländer
| 1, 9, 24, 2, 39, 13, 14 |
| 6, 5, 4, 35, 8, 37, 30 |
| 38, 11, 10 |
| 21, 32, 33, 23, 27, 16, 28 |
| 15, 36, 22, 20, 34, 7, 25, 3, 16, 26, 29 |
| 18, 12 |
| 19 |
Der gute Europäer
1, 9, 24, 2 (lachend über die Vaterländer) Heimatlos, Herumstreicher 13, 14 genüßlich 8
6, 5, 4, 35 ziellos, durch Nichts im Zaum gehalten 37, 30, 38 schwachen Willens 11, 10
21, 32, 33 an die stärksten (stimulantesten) Gedanken, die kältesten Bäder 23 gewohnt:
27 voraus: das heißt Europäerthum
16, 28 und greise Völker gleich Juden
15, 36 (Scham überwinden— —22, 20 Verbrechen des Gedankens 34 “alles ist erlaubt”
7, 25, 3, 16, 26, 29 voller Hohn über die Moral
18, 12 Gefahr in einen Käfich sich selber einzufangen
19 des Geistes müde, verekelt
32 [9]
Der Wissen- und Gewissenhafte.
— Ein Erkennender von heute, welcher fragt: was ist doch der Mensch? Gott selber als Thier? Einstmals nämlich, dünkt mich, wollte Gott zum Thiere werden.
— kalte kühle Menschen, solche denen man ihre Thorheiten nicht glauben will: man legt sie schlimm aus als schlimme Klugheiten.
— ohne Gründe habt ihr dies einst glauben gelernt: wie könnte ich wohl durch Gründe euch diesen Glauben umwerfen!
— ist nicht das Loben zudringlicher als alles Tadeln? Ich verlernte auch das Loben, es fehlt darin an Scham.
— diese Wissen- und Gewissenhaften; wie sie mit schonender Hand—tödten!
— ihr Gedächtniß sagt “das that ich,” ihr Stolz aber sagt “das konntest du nicht thun”: und läßt sich nicht erbitten. Zuletzt — giebt ihr Gedächtniß nach.
— er hat kalte vertrocknende Augen, vor ihm liegt jedwedes Ding entfedert und ohne Farbe, er leidet an seiner Ohnmacht zur Lüge und heißt sie “Wille zur Wahrheit”!
— er schüttelt sich, blickt um sich, streicht mit der Hand über den Kopf, und nun läßt er sich einen Erkennenden schelten. Aber Freiheit vom Fieber ist noch nicht “Erkenntniß.”
— die Fieberkranken sehen alle Dinge als Gespenster, und die Fieberlosen als leere Schatten—und doch brauchen sie beide die gleichen Worte.
— Aber du Kluger wie konntest du so handeln! Es war eine Dummheit!— “Es ist mir auch schwer genug geworden.”
— Geist haben ist heute nicht genug: man muß ihn noch sich nehmen, sich Geist “herausnehmen”; dazu gehört viel Muth.
— es giebt auch solche, die verdorben sind zum Erkennen, weil sie Lehrer sind: sie nehmen nur um des Schülers Willen die Dinge ernst und sich selber mit.
— da stehen sie da, die schweren granitnen Katzen, die Werthe aus Urzeiten: und du, oh Zarathustra, du willst sie umwerfen?
— ihr Sinn ist ein Wider-Sinn, ihr Witz ist ein Doch- und Aberwitz.
— jene Fleißigen Treulichen, denen jeder Tag goldhell und gleich herauffließt
— wie ein Wanderer, der von fernen Dingen träumt, unversehens auf einsamer Straße einen schlafenden Hund anstößt: wie Todfeinde fahren Beide sich an, zum Tod erschreckt. Und doch! wie wenig fehlt im Grunde daß sie einander streichen, liebkosten, trösten: diese zwei Einsamen!
— hartnäckige Geister, fein und kleinlich
— gieb mir zu rathen: dein Beweisen ermüdet den Hunger meines Geistes.
— du fühlst noch nicht einmal, daß du träumst: oh, da bist du noch fern vom Aufwachen!
— mein Freund, die Tugend thut kein Ding mit “um” und “weil” und “damit” sie hat kein Ohr für solche kleinen Worte.
— voll tiefen Mißtrauens, überwachsen vom Moose der Einsamkeit, langen Willens, ein Schweigsamer, du Feind aller Lüsternen
— nicht für seinen Glauben wird er verbrannt, von innen her, mit kleinem grünem Holze: sondern dafür, daß er zu seinem Glauben heute keinen Muth mehr finden kann
— unbehülflich wie ein Leichnam, im Leben todt, vergraben, versteckt: er kann nicht mehr stehen, dieser Kauernde, Lauernde: wie könnte er jemals—auferstehen!
— es ist nicht genug, daß der Blitz nicht mehr schadet, er soll lernen, für mich zu arbeiten.
— du wolltest ihnen Licht sein, aber du hast sie geblendet. Deine Sonne selber stach ihnen die Augen aus.
— wie geschah es doch, daß die Wahrheit hier zum Siege kam? Kam ihr wohl ein starker Irrthum zu Hülfe?
— hier bist du blind, denn hier hört deine Redlichkeit auf.
— sie liegen auf dem Bauche vor kleinen runden Thatsachen, sie küssen Staub und Koth zu ihren Füßen, sie frohlocken: hier ist endlich Wirklichkeit!
32 [10]
Der freiwillige Bettler.
Erst dann kehrte ich zur Natur zurück
— Gehörst du zu denen, welche begeistert sind für grünes Gemüse, allen Freuden des Fleisches abhold? predige Bergpredigten und Philosophie fürs liebe Vieh
— sie sind kalt: daß ein Blitz in ihre Speisen schlüge und ihre Mäuler lernten Feuer fressen!
— meiner selber ward ich müde: und siehe, da erst kam mein Glück zu mir, das auf mich gewartet hatte seit Anbeginn.
— sie sitzen da mit gebundenen Pfoten, diese Kratz-Katzen, nun können sie nicht kratzen, aber sie blicken Gift aus grünen Augen.
— mancher schon warf sich aus seiner Höhe herab. Das Mitleiden mit den Niedrigen verführte ihn: nun liegt er da mit gebrochnen Gliedmaßen.
— was half es, daß ich so that! Ich horchte auf Wiederhall, aber ich hörte nur Lob.
— 1mit Diebsaugen, ob sie schon im Reichthum sitzen. Und Manche von ihnen nenne ich Lumpensammler und Aasvögel.
— 1ich sah sie, wie sie’s von ihren Vätern her gewohnt sind, lange Finger machen: da zog ich’s vor, den Kürzeren zu ziehn.
— 1lüsterne Augen, gallichte Seelen
— 1lieber noch Händel als diese Händler! Mit Handschuhen soll man Geld und Wechsler angreifen!
— 1die kleine Wohlthätigkeit empört, wo die größte kaum verziehen wird.
— 1ihr überreichen, ihr tröpfelt gleich bauchichten Flaschen, aus allzuengen Hälsen: hütet euch, solchen Flaschen brach Ungeduld oft schon die Hälse!
— 1ich schämte mich des Reichthums, als ich unsre Reichen sah, ich warf von mir was ich hatte und warf mich dabei selber hinaus in eine Wüste.
2 — Mein werther Fremdling, wo weiltest du? Treibt heute nicht Jedermann Schacher? sie sind allesammt selber käuflich, nur nicht für jeden Preis: willst du sie aber kaufen, so biete nicht zu wenig, du stärkst sonst ihre Tugend. Sie sagen dir sonst Nein! und gehn gebläht davon, als die Unbestechlichen—alle diese Eintagslehrer und Papier-Schmeißfliegen!
— enge Seelen, Krämer-Seelen: denn wenn das Geld in den Kasten springt, springt des Krämers Seele mit hinein.
— “Daran erkenne ich den überreichen: er dankt dem, der nimmt” sagt Zarathustra.
— 1Sträflinge des Reichthums, deren Gedanken kalt gleich Ketten klirren.
— 1sie erfanden sich die heiligste Langeweile und die Begierde nach Mond- und Werkel-Tagen
— wie ein Wanderer, der von fernen Dingen träumt, unversehens einen schlafenden Hund auf einsamer Straße anstößt:
wie Todfeinde fahren da die Beiden sich an, beide zum Tod erschreckt: und doch, im Grunde: wie wenig fehlte, daß die Beiden sich streichelten und liebkosten, die zwei Einsamen!
— nicht aus jener alten pfiffigen Frömmigkeit, welche sprach, “den Armen geben, das ist Gott leihen. Seid gute Bankhalter!”
— ihr liebt den Nutzen als das Fuhrwerk eurer Neigungen, aber ist der Lärm seiner Räder euch nicht unerträglich? Ich liebe das Unnützliche.
— 1ihre Weiber: willfährig lüstern vergeßlich: sie haben’s alle nicht weit zur Hure.
Ich liebe die Stille, und jene lieben den Lärm, darum
32 [11]
Vom höheren Menschen.
“So ihr nicht werdet wie die Kinder”—Nein! Nein! Drei Mal Nein! Das ist vorbei. Wir wollen auch gar nicht ins Himmelreich.
Männer sind wir worden, So wollen wir das Erden-Reich.
(Nein! Nein! Drei Mal Nein! Was Himmel-Bimmel-bamm! Bam! Wir wollen nicht ins Himmelreich: das Erden-reich soll unser sein!)
“ihr werdet in die Höhe gedrückt, zu mir: mag das Volk sprechen “ihr steigt.” Ihr seid mir—Gedrückte!
— im Zeitalter, wo die Zufriedenheit des Pöbels herrscht, und wo der Ekel schon den höheren Menschen bezeichnet:
32 [12]
Die sieben Einsamkeiten.
Und wenn ich einmal mit Wölfen heulen muß, so mache ich’s gut genug; und mitunter sagte ein Wolf: “du heulst besser als wir Wölfe.”
32 [13]
Der Rundgesang.
Als sie aber lange so gestanden hatten und die Heimlichkeit der Nacht ihnen näher und näher ans Herz kam, da geschah das, was an jenem erstaunlichen langen Tage das Erstaunlichste war. Zuerst nämlich begann der häßlichste Mensch von Neuem zu gurgeln und zu schnauben: als er es aber bis zu Worten gebracht hatte, da kam eine Frage klar und deutlich aus seinem Munde, die Allen, die sie hörten, das Herz im Leibe umdrehte.
Meine Freunde insgesamt, sprach der häßlichste Mensch, was dünket euch? Um dieses Tags Willen—ich bin’s zum ersten Male zufrieden, daß ich dies ganze Leben lebte.
Und daß ich soviel bezeuge, ist mir noch lange nicht genug. Es lohnt sich auf der Erde zu leben; Ein Tag mit Zarathustra zusammen lehrte mich die Erde lieben.
“War Das—das Leben? will ich zum Tode sprechen. Wohlan! Noch Ein Mal! Um Zarathustra’s Willen!”
Meine Freunde, was dünket euch? Wollt ihr nicht gleich mir zum Tode sprechen: “War Das—das Leben? Um Zarathustra’s Willen—wohlan! Noch Ein Mal!” —
Und du unser Arzt und Heiland—laß uns, oh Zarathustra, fürderhin mit dir gehen!
Also sprach der häßlichste Mensch; es war aber nicht lange vor Mitternacht.
Da griff Zarathustra ungestüm nach seiner Hand, preßte sie in seine Hände und rief erschüttert aus, mit der Stimme eines Solchen, dem ein kostbares Geschenk und Kleinod unversehens vom Himmel fällt:
“Wie? Du sprichst das, mein Freund? Dies ist dein Wille? Dies ist dein ganzer letzter bester größter Wille? Wohlan! Sprich es noch Ein Mal!” — —
Und der häßlichste Mensch that, wie ihm geheißen wurde: sobald aber die andern höheren Menschen sein Gelöbniß hörten, wurden sie sich mit Einem Male ihrer Verwandlung und Genesung bewußt, und wer ihnen dieselbe geschenkt habe: da sprangen sie auf Zarathustra zu, dankend, verehrend, liebkosend oder ihm die Hände küssend, so wie es der Art eines Jeden gegeben war: also daß Einige lachten, Einige weinten. Der alte Wahrsager aber tanzte vor Vergnügen, und wenn er auch, wie Manche meinen, damals voll süßen Weins war, so war er sicherlich noch voller des süßen Lebens und hatte aller Müdigkeit abgesagt. Es giebt sogar Solche, die erzählen, daß damals der Esel getanzt habe; der häßlichste Mensch nämlich habe ihm vorher Wein zu trinken gegeben statt Wasser, damals als er ihn als seinen neuen Gott anbetete. Dies mag sich nun so verhalten oder auch anders—und wahrlich, nicht alle, welche die Historie Zarathustras erzählen, werden’s glauben—: gewißlich aber wäre der häßlichste Mensch auch dieser Schlechtigkeit fähig gewesen.
Zarathustra selber aber gab Acht darauf, wie der Wahrsager tanzte und zeigte mit den Fingern darnach; dann aber entriß er sich mit Einem Rucke dem Gedränge der Liebenden und Verehrenden, legte den Finger an den Mund und gebot Stille. Um jene tiefe Nachtstunde war es, daß Zarathustra den großen Rundgesang anstimmte, in welchen seine Gäste der Reihe nach einfielen; der Esel aber, der Adler und die Schlange horchten zu, ebenso wie die Höhle Zarathustras zuhörte und die Nacht selber. Dieser Rundgesang aber lautete also:
Erhebt eure Herzen, meine Brüder, hoch! höher!—aber vergeßt mir auch die Beine nicht! Erhebt auch eure Beine, ihr guten Tänzer, und besser noch, ihr steht auch auf eurem Kopfe!
Horch! Horch! Es naht die tiefe Mitternacht!
Da fiel der alte Wahrsager ein: “Es giebt auch im Glücke schweres Gethier, es giebt Plumpfüßler von Anbeginn. Wunderlich mühn sie sich ab, einem Elephanten gleich, der sich müht, auf dem Kopf zu stehn.
Horch! Horch! Es naht die tiefe Mitternacht!”
Da fiel der häßlichste Mensch ein: “Besser noch, plump tanzen als auf lahmen Beinen gehn, besser närrisch sein vor Glücke als Unglücke. Dies aber ist Zarathustras beste Wahrheit: auch das schlimmste Ding hat zwei gute Kehrseiten.
Horch! Horch! Es naht die tiefe Mitternacht!”
Da fiel der alte Zauberer ein: “Nun verlernte ich das Trübsal-Blasen und alle Nachtwächter-Traurigkeit. Dem Winde will ich’s gleich thun, der alle Himmel hell und alles Meer brausen macht: Zarathustra will ich’s nunmehr gleich thun.
Horch! Horch! Es naht die tiefe Mitternacht!”
Da fiel der König zur Rechten ein: “Schüttelt mich zusammen mit allen Erden-Thränen und Menschen-Jammer, immer wieder werde ich obenauf sein wie Oel auf Wasser. Das aber lernte ich diesem Zarathustra ab.
Horch! Horch! Es naht die tiefe Mitternacht!”
Da fiel der König zur Linken ein: “Und muß ich der Erde einmal gram sein: des Himmels Sterne reißt da meine Bosheit noch herab zur Erde: das ist so die Art aller Zarathustra-Rache.
Horch! Horch! Es naht die tiefe Mitternacht!”
Da fiel der gute Europäer ein: “Und wenn es auf Erden auch Moore und Trübsal giebt und ganze Meere schwarzen Schlamms: wer leichte Füße hat, gleich Zarathustra, läuft über Schlamm noch dahin, schnell wie über gefegtem Eise.
Horch! Horch! Es naht die tiefe Mitternacht!”
Da fiel der freiwillige Bettler ein: “Der Schritt verräth, ob Einer schon auf seiner Bahn schreitet: seht Zarathustra gehn! Wer aber seinem Ziele nahe kommt, der—tanzt.
Horch! Horch! Es naht die tiefe Mitternacht!”
Da fiel der Gewissenhafte des Geistes ein: “Krumm kommen alle guten Dinge ihrem Ziele nahe, gleich Katzen machen sie da Buckel sie schnurren innewendig vor ihrem nahen Glücke, alle guten Dinge lachen.
Horch! Horch! Es naht die tiefe Mitternacht!”
Da fiel der alte Papst ein: “Welches war hier auf Erden bisher die größte Sünde? Das war das Wort dessen, der sprach: “Wehe denen, die hier lachen!”
Horch! Horch! Es naht die tiefe Mitternacht!”
32 [14]
Die letzte Sünde.
1.
Aber was geschah damals mit Zarathustra selber?— Ja, wer möchte das errathen, was sich in jener Nacht mit ihm zutrug!— Er fiel nämlich, als er das Glück seiner höheren Menschen sah, mit einem Male nieder wie ein Eichbaum, der lange vielen Holzschlägern widerstanden hat—, schwer, plötzlich, zum Schrecken für die selber, welche ihn fällen wollten. Die Axt aber, die Zarathustra darniederschlug—Mitleiden hieß diese Axt, Mitleiden mit dem Glück dieser höheren Menschen.
2.
Die höheren Menschen stürzten hinzu, als er so zu Boden lag, daß sie ihm wieder aufhülfen: aber schon sprang er von selber empor, stieß alle von sich, die sich um ihn drängten und schrie: “Fort! Fort! Fort!” “Laßt mich davon,” schrie er, so schmerzlich und schrecklich, daß seinen Freunden das Herz erstarrte; und ehe nur eine Hand sich ausstreckte, ihn zurückzuhalten, zog er sein Gewand über den Kopf, lief in die schwarze Nacht hinaus und war verschwunden.
Da nun standen seine Freunde eine lange Weile betäubt und stumm, denn sie waren in diesen Bergen fremd, und niemand hätte um diese Stunde auch nur hundert Schritt weit einen Weg gefunden. Es gieng nämlich gegen Mitternacht. So traten sie, als sie sich nicht zu helfen und zu rathen wußten, endlich wieder in die Höhle Zarathustra’s, ob sie ihnen gleich traurig und kalt dünkte, und ertrugen daselbst die Nacht, mit wenig Schlaf und vielen schlimmen Gedanken und Gespenstern.
Es geschah aber um die Stunde der ersten Früh-Dämmerung, daß jener Wanderer, welcher sich den Schatten Zarathustra’s nannte, seine Gefährten heimlich verließ und vor der Höhle nach dem Verlorenen ausspähete. Und nicht lange darauf rief er in die Höhle hinein: “dort kommt Zarathustra!” Da warfen sie Alle den Schlaf und die schlimmen Gedanken von sich und sprangen auf, voller Hoffnung, daß es nun wieder Tag werde. Als sie aber mit einander ausspäheten—und auch der Esel war mit ihnen hinausgegangen und spähete nach Zarathustra—siehe, da gewahrten sie in der Ferne ein seltsames Schauspiel. Zarathustra kam nämlich des Wegs herauf, langsam, langsam. bisweilen stand er still und blickte zurück: hinter ihm aber schritt ein mächtiges gelbes Thier, gleich Zarathustra selber zögernd, langsamen Ganges und oft zurückblickend. Immer aber wenn Zarathustra den Kopf nach ihm umwandte, kam es einige Schritte schneller vorwärts, dann aber zögerte es wieder. Was geschieht da? fragten sich da die höheren Menschen, und ihre Herzen klopften; denn sie argwöhnten, daß dieses mächtige gelbe Thier ein Löwe des Gebirges sei. Und siehe, plötzlich wurde der Löwe ihrer gewahr: da stieß er ein wildes Gebrüll aus und sprang auf sie los: also daß diese alle mit Einem Mund aufschrieen und davon flohen. Und in Kürze war Zarathustra allein und stand staunend am Eingange seiner Höhle. “Was geschah mir doch?” sagte er zu seinem Herzen, während der starke Löwe schüchtern sich an seine Kniee drängte. “Was hörte ich doch eben für einen Nothschrei!” Da aber kam ihm die Erinnerung, und er begriff mit Einem Male Alles, was geschehen war. Hier ist der Stein, sprach er frohlockend, auf dem saß ich gestern am Morgen: da hörte ich den gleichen Schrei. Oh ihr höheren Menschen, es war ja euer Nothschrei!
Und meine Noth war’s vor der jener alte Wahrsager gestern am Morgen mich warnte; zu meiner letzten Sünde wollte er mich verführen, zum Mitleiden mit eurer Noth!
Aber euer Glück war meine Gefahr—: Mitleiden mit euerm Glücke, das—errieth er nicht! Oh was erriethen diese höheren Menschen wohl von mir!
Wohlan! sie sind davon—und ich gieng nicht mit ihnen: oh Sieg! oh Glück! Dies gerieth mir gut!
Du aber, mein Thier und Wahrzeichen, du lachender Löwe, du bleibst bei mir! Wohlan! Wohlauf! Du kamst mir zu Ehren und zur rechten Zeit, du bist mein drittes Ehren-Thier!
Also sprach Zarathustra zu dem Löwen und setzte sich auf den Stein nieder, an dem er Tags zuvor gesessen hatte, mit einem tiefen Aufathmen—: da aber blickte er fragend in die Höhe—er hörte nämlich über sich den scharfen Ruf seines Adlers.
Meine Thiere kehren zurück, meine zwei alten Ehrenthiere, rief Zarathustra und frohlockte in seinem Herzen: Erkunden sollten sie, ob meine Kinder unterwegs sind und zu mir kamen. Und wahrlich, meine Kinder kamen, denn der lachende Löwe kam. Oh Sieg! Oh Glück!
32 [15]
Das Zeichen.
Des Morgens aber nach dieser Nacht sprang Zarathustra von seinem Lager auf, gürtete sich die Lenden und kam heraus aus seiner Höhle, glühend und froh, wie die Morgensonne, die aus dunklen Bergen kommt.
“Sie schlafen noch, rief er, während ich wache—das sind nicht meine rechten Gefährten, diese höheren Menschen.
Höhere als sie müssen kommen, Hochgemuthere, Freiere, Hellere—lachende Löwen müssen zu mir kommen: was geht mich all dies kleine kurze wunderliche Elend an!
Deß warte ich nun, deß warte ich nun”—und indem Zarathustra so sprach, setzte er sich nachdenklich auf den Stein vor seiner Höhle.
“Wer soll der Erde Herr sein? so begann er wieder. Nun! Diese da wahrlich nicht—lieber noch zerschlüge ich Diese da mit meinem Hammer. Ich selber aber bin ein Hammer.
Sie halten es gerade auf der Erde aus, wenn man sie mit Erdenlust lüstern macht, ihnen herzhaft zuspricht. Wie! auf dieser Erde es nur—aushalten? Um der Erde Willen schäme ich mich solcher Reden.
Lieber will ich doch wilde böse Thiere um mich als diese zahmen Mißrathenen; wie selig will ich sein, wieder die Wunder zu sehen, die heiße Sonne ausbrütet —
— alle die reifen und wohlgerathenen Thiere, deren die Erde selber stolz ist. Mißrieth ihr der Mensch bisher? Wohlan! Aber der Löwe gerieth.”
Und wieder versank Zarathustra in ferne Gedanken und Länder und in das Schweigen, das auch dem eignen Herzen aus dem Wege geht und keinen Zeugen hat.
32 [16]
Das Honig-Opfer.
Der Nothschrei.
Gespräch mit den Königen.
Der Wanderer.
Der freiwillige Bettler.
Der Papst außer Dienst.
Der Büßer des Geistes.
Der Gewissenhafte.
Der häßlichste Mensch.
Der Mittagsschläfer.
Die Begrüßung.
Das Abendmahl.
Vom höheren Menschen.
Das Lied des Zauberers.
Von der Wissenschaft.
Der Nachtisch-Psalm.
Der Auferstandene.
Mitternachts.
Der wilde Jäger.
Der lachende Löwe.
32 [17]
Der gute Europäer.
Was ist Deutsch?
Die Tartüfferie der Guten.
Die großen Geister.
Der Philosoph.
Künstler und Betrüger.
Der Pessimist des Intellekts.
Geist und Besitz 310
Von der Herrschaft der Wissenden 318
Zur Heilkunst.
32 [18]
Von der großen Politik.
Was ist deutsch?
Gegen den Begriff “Strafe.”
Zur Heilkunst.
Gegen die Nächsten-Liebe.
Die großen Geister.
Von den Griechen.
Christen und Heilige.
Die Tartüfferie in der Moral.
Gegen unsere Erziehung.
Heerden-Moral.
32 [19]
Staatsdienst und Staatsdiener.
Gelehrte—Verkehrte.
Was von den Griechen zu lernen ist
Vom Aberglauben der Philosophen.
Der gute Europäer (Socialismus)
Gottlos, N. 125
Gegen Mitleiden und Nächstenliebe
32 [20]
Zu Gunsten des Adels.
Gegen die Aufhebung der Sklaverei.
Gegen die Socialisten, Nr. 235
Vom Tode des Staates.
Moral als Heerden-Instinkt.
Der große Mann.
Die Unvernunft in der Strafe.
Wie verlogen die Künstler sind.
Gegen die Pessimisten und andere
Der gute Mensch und die Verdummung.
Der Werth falscher Auslegung, Nr. 126
Der feine Obscurantism
Was ist deutsch.
Mißverständniß des Genies.
32 [21]
Aus der Tiefe quillt herauf ein Geruch, der keinen Namen hat, ein heimlicher Geruch der Ewigkeit
Oh Mitternacht! Oh Ewigkeit!
32 [22]
Die nihilistische Katastrophe:
| Zeichen: | Überhandnehmen des Mitleids |
| die geistige Übermüdung und Zuchtlosigkeit | |
| Lust oder Unlust—darauf reduzirt sich Alles — | |
| Gegenbewegung gegen die Kriegs-Glorie | |
| Gegenbewegung gegen die Abgrenzung und Nationen-Feindschaft | |
| “Fraternität” ... | |
| die Religion unnützlich geworden, so weit sie noch Fabeln und harte Sätze redet | |
| Ungeheure Besinnung: |
| gleichsam an einer alten Festung |
11, 32[1-22] Winter 1884-85
32 [1]
Приведение моральных оценок
к их корням.
32 [2]
Он говорил за всех нас, ты избавил нас от отвращения — худшей болезни этого худшего времени.
Заратустра: что за подарок вы принесли мне — вы сами не знаете, что вы мне сейчас подарили!
ты учишь воспитывать новую знать
ты учишь основывать колонии и презирать торгашескую политику государств
тебя волнует судьба человека
ты пропускаешь мораль через себя (преодоление человека, не только «добро и зло», осознание грехов)
Речь Заратустры о высшем человеке
Вы должны найти преимущества этого дурного времени.
32 [3]
Добрая трапеза.
О высших людях.
Песнь чародея.
О науке.
Речь с розами.
32 [4]
К «самому безобразному человеку»
Не отчаивайся, о душа моя, из-за человека! Лучше услаждай свой взор всем тем, что есть в нем злого, странного и ужасного.
«Человек зол» – так говорили мне в утешение мудрецы всех времен. О, если бы Сегодня научило меня вздыхать: «Как! Неужели это все еще правда?»
«Как? Утешения больше нет?» Так вздыхало мое малодушие. Но меня утешил этот божественнейший.
32 [5]
Чернь — это значит сегодня: мешанина. Все в ней вперемешку, и негодяи, и святые, и дворяне, и евреи, и бог, и всякий скот из Ноева ковчега.
А эти сегодняшние женщины — разве они не настоящие дурные женщины из черни? Услужливые, похотливые, забывчивые, сострадательные — все они недалеко ушли от блудницы.
Друзья мои, когда вы будете однажды рассказывать такое своим женам, добавляйте пристойным и добродушным тоном: «Ты одна, любовь моя, исключение. И Заратустра передает тебе привет».
32 [6]
Ты злой старый чародей, это твое лучшее и самое честное, я чту в тебе то, что наконец устал ты от себя и сказал: «Я не велик». Поздно же пришел ты к этой честности.
Ты, беспокойный, лживый, недостойный спасения, сколько часов нашептывал тебе твой дьявол: «Заставь прежде поверить в себя, говори, что только ты можешь их спасти, ты достаточно лжив для этого»!
32 [7]
Но оставьте, наконец, эту детскую комнату, мою пещеру, и выйдите наружу! Охладите здесь свою разгоряченную заносчивость и научитесь быть тихими от счастья.
Ночь ясна, луна сияет, на небе ни облачка; спросите меня, спросите себя, о странные люди: разве не стоит — жить!
Заратустра говорил слова, которые уже произносил однажды, когда утверждал жизнь для вечности, а вечность — для этой, той же самой жизни, — но голос его изменился.
И все, кто услышал вопрос Заратустры, ответили на него сердцем своим, но никто не произнес ни слова. Так стояли они друг рядом с другом, молча держась за руки и глядя вдаль. Тут — — —
32 [8]
Тоска по дому без дома. Странник.
1 — так что мне немногого недостает до вечного жида, разве только что не вечен я и не жид.
2 — то, что живет вокруг меня, скоро совсем обживется.
3 — когда дьявол меняет кожу, спадает и его имя: оно тоже кожа.
4 — лишь тот, кто знает, куда плывет, знает и свой попутный ветер
5 — он утратил свою цель; горе, как отшутится и отмучится он от своей утраты!
6 — он им внушает, что они сбились с пути, этот льстец! Он льстит им, говоря, что у них должен быть путь!
7 — это прояснилось — и теперь оно больше меня не касается. Берегись, тебе может стать ясно слишком многое!
8 — и самый святой думает: «Я хочу жить, как мне нравится, — или вовсе не жить».
9 — где смогу я чувствовать себя дома? Очень долго искал я это место, и мои поиски превратились в беспрерывное наказание.
10 — я не хотел этого раньше времени и поэтому должен хотеть задним числом: мне приходится все «исправлять»
11 — уже нет в живых ни одного из тех, кого я люблю; как же мне выносить самого себя!
12 — эти клетки и узкие сердца — как же хотят они быть свободными духом! И кто не совершил всех преступлений, как —
13 — учителя одного дня и другие навозные мухи
14 — где золото звенит, где властвует блудница, где ко всему нужно прикасаться только в перчатках
15 — слишком стыдливые, которых нужно принуждать и обязывать к тому, чего они хотят больше всего
16 — возбудимые головой и срамными местами, подобно евреям и китайцам
17 — те, кого убеждают возвышенные жесты, а основания делают недоверчивыми
18 — как безопасно для мятежных духом узилище! Как спокойно спят заключенные преступники!
19 «Остерегайся слишком близко следовать за истиной: иначе она наступит тебе на голову!»
20 «Как? Ты называешь себя свободным духом? Совершил ли ты уже все преступления? Разбил ли свое почитающее сердце?»
21 — высохшие песчаные души, сухие русла рек; как — свободные духом?
22 — он стремился к запретному: в этом источник всех его добродетелей.
23 — ты обошел самые далекие и самые холодные мысли, подобно призраку на зимних крышах?
24 — вздымаемый ветром, гонимый, непостоянный, — я спал уже на всех поверхностях, я оседал пылью на каждом зеркале, на каждом оконном стекле
25 Все еще хуже, чем вы думаете: иной собрался врать — и тут-то выдал истину! —
26 — эти неповоротливые и запуганные, которых совесть заставляет хрюкать; на них я не похож
27 — что делает Европа? — О, это болезненная чудаковатая бабенка; пускай она безумствует, вопит, ломает стол и бьет тарелки, иначе не жди от нее покоя: бабенка хочет страдать из-за того, что она любит.
28 — более мыслящее время, более размысленное время, чем наше сегодня и вчера
29 — ах, куда подевались добро и вера в добрых? Ах, куда исчезла невинность всей этой благородной лжи?
30 — бог, которого они когда-то сотворили из Ничто! Стоит ли удивляться тому, что он стал для них ничем.
31 — слишком проворные, как прыгучие обезьяны
32 — холодная ванна — не хочешь ли погрузиться в нее головой и сердцем? О, как скоро ты будешь стоять тут, красный как рак! (Заратустра при виде огненно-красного человека)
33 — жить среди гробов и опилок; меня не привлекало ремесло гробовщиков
34 — «нет истины! Все дозволено!» Я совершил все преступления: самые опасные мысли, самые опасные женщины
35 — когда-то меня занимало немногое и долгое — но где бы я нашел это сегодня! Поэтому не презираю я маленькие короткие красоты
36 — как мало привлекало бы познание, если бы на пути к нему не приходилось преодолевать столько стыда —
37 — сегодняшние познающие, которые учат: однажды бог хотел стать зверем; смотрите же, это и есть человек!
38 — свободный дух, но слабая воля; парящее крыло, но сломанный хребет
39 — они то запираются, то разрываются, эти славные отечества
| 1, 9, 24, 2, 39, 13, 14 |
| 6, 5, 4, 35, 8, 37, 30 |
| 38, 11, 10 |
| 21, 32, 33, 23, 27, 16, 28 |
| 15, 36, 22, 20, 34, 7, 25, 3, 16, 26, 29 |
| 18, 12 |
| 19 |
Добрый европеец
1, 9, 24, 2 (со смехом об отечествах). Бездомный, бродяжничающий 13, 14, сластолюбец 6
6, 5, 4, 35 бесцельный, несдержанный 37, 30
38 слабовольный 11, 10
21, 32, 33 привыкший к самым сильным (наиболее стимулирующим) мыслям, к самым холодным ваннам 23:
27 впереди: это называется европейским
16, 28 и дряхлые народы, подобно евреям
15, 36 (преодолеть стыд — — 22, 20 преступления мысли 34 «все дозволено»
7, 25, 3, 16, 29 абсолютная насмешка над моралью
18, 12 опасность поймать самого себя в клетку
19 утомленный духом, испытывающий отвращение
32 [9]
Знающий и совестливый.
— Сегодняшний познающий спрашивает: что есть человек? Бог сам как зверь? Ибо однажды, кажется мне, бог хотел стать зверем.
— Холодные трезвые люди, в глупости которых не желают верить: их плохо толкуют как плохие умные вещи.
— Вы научились не верить этому без оснований; как бы мог я опровергнуть вашу веру основаниями!
— Разве похвала не назойливее любого порицания? Я разучился и хвале: в ней нет стыда.
— Эти знающие и совестливые: как убивают они — щадящей рукой!
— Их память говорит: «это я сделал», — но гордость их говорит: «ты не мог этого сделать» — и остается непреклонной. В конце концов память уступает.
— У него холодные иссохшие глаза, перед ним всякая вещь лежит ощипанной и бесцветной, он страдает от своей неспособности ко лжи и называет ее «волей к истине»!
— Он трясется, оглядывается, проводит рукой по волосам — и вот уже его клеймят познающим. Но избавление от лихорадки еще не «познание».
— Больным горячкой все вещи кажутся призраками, а избавившимся от горячки — пустыми тенями, — но и тем, и другим нужны одни и те же слова.
— Но ты, умный, как мог ты так поступить? Это была глупость! — «Это дорого обошлось мне».
— Иметь дух сегодня недостаточно: его надо еще взять себе, «позволить» себе его; для этого требуется много мужества.
— Есть и такие, которые испорчены для познания, ибо они учителя: лишь ради учеников они серьезно относятся к вещам и к самим себе.
— Вот они стоят, тяжелые гранитные кошки, ценности из древних времен; и ты, о Заратустра, — ты хочешь опрокинуть их?
— Их смысл — бессмыслица, их шутка — глупость и сумасбродство.
— Эти прилежные и добросовестные, каждый их день струится золотым и ровным светом.
— Как странник, погруженный в мечты о далеких вещах, нечаянно на пустой дороге спотыкается о спящую собаку; испуганные до смерти, они смотрят друг на друга, словно смертельные враги. Но в сущности какой малости недостает для того, чтобы они погладили, приласкали и утешили друг друга — эти два одиноких существа!
— Упрямые души, утонченные и мелочные.
— Позволь дать совет: твои доводы утомляют голод моего духа.
— Ты даже не чувствуешь, что спишь: о, ты не скоро проснешься!
— Друг мой, добродетели нет дела до словечек «для», «потому что» и «чтобы»: она не слышит их.
— Полный глубокого недоверия, поросший мхом одиночества, с терпеливой волей, молчаливый, ты, враг всех испытывающих желания.
— Не за веру свою сгорает он изнутри в огне небольших зеленых поленьев, а за то, что не находит сегодня мужества для своей веры.
— Беспомощный, как труп, мертвый при жизни, погребенный, скрытый: он уже не может стоять, этот съежившийся, притаившийся; как сможет он — восстать!
— Недостаточно, чтобы молния больше не вредила: она должна научиться работать для меня.
— Ты хотел быть для них светом, но ты ослепил их. Само твое солнце выжгло им глаза.
— Как же случилось, что истина здесь победила? Не пришло ли ей на помощь изрядное заблуждение?
— Здесь ты слеп, ибо здесь кончается твоя честность.
— Они лежат на брюхе перед маленькими круглыми фактами, они целуют пыль и грязь у их ног и ликуют: «Вот, наконец, реальность!»
32 [10]
Добровольный нищий.
Лишь тогда я вернулся к природе
— Ты относишься к тем, кто восторгается зелеными овощами, кому неведомы радости мясных блюд? Проповедуй свои нагорные проповеди и философию доброму скоту.
— Они холодны; пусть молния ударит в их блюда и их пасти научатся пожирать огонь!
— Я устал от самого себя — и смотрите, только тогда пришло ко мне мое счастье, которое ждало меня с самого начала.
— Они сидят со связанными лапами, эти хищные кошки; теперь они не могут царапаться, но взгляд их зеленых глаз ядовит.
— Иной уже бросался со своей высоты вниз. Сострадание к низшим искушало его; теперь лежит он с переломанными конечностями.
— Что проку в том, что я сделал так! Я слушал эхо, но слышал только похвалу.
— 1У них воровские глаза, даже когда они купаются в богатстве. Иных из них называю я тряпичниками и стервятниками.
— 1Я видел, что они, по привычке своих отцов, нечисты на руку; тогда предпочел я оказаться в проигрыше.
— 1Похотливые глаза, желчные души
— 1Уж лучше ссоры, чем эти торгаши! В перчатках нужно прикасаться к деньгам и менялам!
— 1Малое благодеяние возмущает там, где не прощается самое большое.
— 1Вы, слишком богатые, вы истекаете подобно толстым бутылям со слишком узким горлышком; берегитесь, нетерпение нередко ломало горлышки таким бутылям!
— 1Я стыдился богатства; когда увидел я наших богатых, отбросил я все, что имел, и бросил сам себя в пустыню.
2 — Мой дорогой незнакомец, где был ты? Разве сегодня каждый не мошенник? Всех их можно купить, но не за любую цену; если захочешь купить их, предлагай не слишком мало, иначе ты укрепишь их добродетель. Иначе они скажут Нет! и, надувшись, уйдут, как будто они неподкупны — все эти учителя одного дня и бумажные навозные мухи!
— Узкие души, души лавочников; когда деньги прыгают к ним в сундук, прыгает следом и душа лавочника.
— «Так узнаю я слишком богатого: он благодарит того, кто берет», — говорит Заратустра.
— 1Узники богатства, чьи мысли позвякивают, как холодные цепи.
— 1Они изобрели самую священную скуку и жажду лунных и рабочих дней.
— Как путник, погруженный в мечты о далеких вещах, нечаянно на пустой дороге спотыкается о спящую собаку:
испуганные до смерти, они смотрят друг на друга, словно смертельные враги; но в сущности какой малости недостает, чтобы они погладили и приласкали друг друга, эти два одиноких существа!
— Не из-за той старой ловкой святости, которая говорила: «Подавать бедным значит ссужать богу. Будьте хорошими банкирами!»
— Вы любите пользу как экипаж ваших склонностей, но неужели вы можете выносить стук его колес? Я люблю бесполезное.
— 1Ваши женщины: уступчивые, похотливые, забывчивые; всем им совсем недалеко до блудниц.
Я люблю тишину, а они любят шум; поэтому
32 [11]
О высшем человеке.
«Итак, вы не будете как дети?» — Нет! Нет! Трижды нет! Это в прошлом. Мы не хотим даже в Царство Небесное.
Мужами стали мы и хотим Царства Земного.
(Нет! Нет! Трижды нет! Царство небесное тесное, пресное! Мы не хотим в Небесное Царство: пусть нашим будет Царство Земное!)
вас выдавливают наверх, ко мне; пускай народ говорит: «вы возноситесь». Но для меня вы те, кого выдавливают!
— в столетии, в котором царит довольство черни, а отвращением помечен уже и высший человек:
32 [12]
Семь.
И если приходится мне выть с волками, я делаю это как следует; иной раз один из волков говорил мне: «Ты воешь лучше нас, волков».
32 [13]
Песнь по кругу.
И когда они так стояли, а тайна ночи все ближе подступала к их сердцам, случилось самое удивительное в тот долгий удивительный день. Сначала самый безобразный человек снова принялся пыхтеть и клокотать, но когда он добрался до слов, из уст его вдруг отчетливо и чисто вылетел вопрос, от которого у всех слышавших его перевернулось сердце в груди.
«Друзья мои, — спросил самый безобразный человек, — как кажется вам? Ради этого дня — я впервые доволен, что жил всю свою жизнь.
И засвидетельствовать столь многое — этого для меня еще недостаточно. Стоит жить на земле: один день с Заратустрой научил меня любить землю.
“Так это была — жизнь? — хочу сказать я смерти. — Ну что ж! Еще раз! Ради Заратустры!”
Друзья мои, как кажется вам? Не хотите ли вы сказать смерти, подобно мне: это была — жизнь? Ну что ж, ради Заратустры, — еще раз!» —
А ты, наш врачеватель и спаситель, — позволь нам, о Заратустра, и впредь идти с тобой!»
Так говорил самый безобразный человек; но было уже близко к полуночи.
Тогда Заратустра порывисто схватил его руку, сжал в своих руках и, потрясенный, воскликнул голосом того, кому неожиданно свалился с неба драгоценный подарок и сокровище:
«Как? Ты говоришь это, друг мой? В этом — твоя воля? Твоя полная, последняя, высшая воля? Ну что ж! Скажи это еще раз!» — —
И самый ужасный человек сделал, как ему было сказано; но как только другие высшие люди услышали его обет, они сразу осознали превращение и выздоровление свое и кто дал им все это. Тогда бросились они к Заратустре, стали благодарить, выражать почтение, ласкать или целовать ему руки, каждый на свой лад; одни смеялись, другие плакали. Старый же прорицатель пританцовывал от удовольствия; и если, как думают некоторые, он был тогда пьян от сладкого вина, то, несомненно, он был еще более пьян сладостью жизни и позабыл всякую усталость. А есть и такие, кто рассказывает, что тогда плясал и осел: ибо самый безобразный человек перед тем поил его вином вместо воды, — когда молился ему как своему богу. Это было так, а может быть и иначе, — и поистине, не все, кто рассказывает историю Заратустры, поверят этому, но самый безобразный человек, несомненно, был способен и на такую дурную проделку.
Заратустра же обратил внимание на танец прорицателя и пальцем указал на него, но затем вдруг вырвался из толпы любящих и почитающих, приложил палец к губам и попросил тишины. И в тот ночной час начал Заратустра песнь по кругу, а гости его по очереди подхватывали ее; осел же, орел и змея слушали пение, и слушала его пещера Заратустры и сама ночь. Эта песнь по кругу звучала так:
«Возвысьте сердца ваши, братья мои, выше! все выше! — И не забывайте о ногах! Поднимайте также и ноги ваши, вы, хорошие танцоры, а еще лучше — стойте на голове!
Слушай! Слушай! Глубокая полночь приближается!»
Тут вступил старый прорицатель: «Бывают и в счастье тяжеловесные звери, есть неуклюжие от рождения. Они делают смешные усилия, как слон, старающийся стоять на голове.
Слушай! Слушай! Глубокая полночь приближается!»
Тут вступил самый безобразный человек: «Лучше неуклюже танцевать, чем ходить, хромая, лучше одуреть от счастья, чем одуреть от несчастья. Вот высшая мудрость Заратустры: даже у самой плохой вещи есть две хорошие изнанки.
Слушай! Слушай! Глубокая полночь приближается!»
Тут вступил старый чародей: «Теперь разучился я унынию и печали ночных сторожей. Ветру хочу я быть подобен, что просветляет все небеса и заставляет волноваться все моря; Заратустре хочу я подражать отныне.
Слушай! Слушай! Глубокая полночь приближается!»
Тут вступил король, что стоял по правую руку: «Сотрясайте меня всеми земными слезами и всем горем человеческим — я каждый раз снова буду наверху, как масло на воде. Этому научился я у Заратустры.
Слушай! Слушай! Глубокая полночь приближается!»
Тут вступил король, что стоял по левую руку: «И если однажды невзлюблю я небо — моя злоба притянет тогда небесные звезды к земле: такова всякая месть Заратустры.
Слушай! Слушай! Глубокая полночь приближается!»
Тут вступил добрый европеец: «И хотя на земле топи болотные, и печаль, и целые моря нечистот, — у кого легкие, как у Заратустры, ноги, тот бежит поверх нечистот — стремительно, как по расчищенному льду.
Слушай! Слушай! Глубокая полночь приближается!»
Тут вступил добровольный нищий: «Походка обнаруживает, идет ли кто по своему пути; смотрите, как идет Заратустра! Но кто приближается к цели своей, тот — танцует.
Слушай! Слушай! Глубокая полночь приближается!»
Тут вступил совестливый духом: «Кривыми путями приближаются все хорошие вещи к своей цели. Они выгибаются, как кошки, они мурлычут про себя от близкого счастья, — все хорошие вещи смеются.
Слушай! Слушай! Глубокая полночь приближается!»
Тут вступил папа: «Что было на земле доселе величайшим грехом? Это было слово того, кто говорил: "Горе здесь смеющимся!"
Слушай! Слушай! Глубокая полночь приближается!»
32 [14]
Последний грех.
1.
Но что произошло тогда с самим Заратустрой?— Да, кто сумел бы отгадать, что приключилось с ним той ночью!— Когда он увидел счастье своих высших людей, рухнул он на землю, как дуб, долго сопротивлявшийся многим дровосекам,— тяжело, внезапно, пугая даже тех, кто хотел срубить его. Топор же, сваливший Заратустру, назывался состраданием, сочувствием счастью этих высших людей.
2.
Высшие люди бросились к нему, лежавшему на земле, чтобы помочь подняться, но он сам вскочил на ноги, оттолкнул от себя всех, кто теснился вокруг, и вскричал: “Прочь! Прочь! Прочь!” “Оставьте меня!” — закричал он столь страдающим и страшным голосом, что у его друзей замерло сердце; и прежде чем чья-то протянутая рука попыталась его удержать, он натянул одеяние свое на голову, бросился в ночную тьму и исчез.
Долго стояли его друзья, молча, словно оглушенные, ибо они были чужими в этих горах и никто из них не мог бы в это время сделать и сто шагов, чтобы не заблудиться. Время приближалось к полуночи. Не зная, что делать и как помочь себе, они, наконец, снова вернулись в пещеру Заратустры, хотя она показалась им печальной и холодной, и провели там ночь почти без сна, с множеством дурных мыслей и призраков.
Но в первый час рассвета случилось так, что странник, называвший себя тенью Заратустры, тайком оставил своих спутников и выбрался из пещеры на поиски пропавшего. Через некоторое время он крикнул в пещеру: “Там идет Заратустра!” Тогда все они отбросили от себя сон и дурные мысли и вскочили, исполненные надежды, что снова наступит день. Но когда они все вместе — а с ними и осел — выглянули наружу, высматривая Заратустру, их глазам открылась вдали странное зрелище. Медленно, медленно шел Заратустра вверх по дороге, иногда останавливаясь и оглядываясь назад; позади же него шел громадный желтый зверь, неторопливо, медленно, как и сам Заратустра, и часто оглядывался назад. Но каждый раз, когда Заратустра оборачивал к нему голову, зверь делал несколько быстрых шагов вперед, а потом снова медлил. “Что это там происходит?” — спрашивали себя высшие люди, и сердца их бились быстрее: ибо подозревали они, что этот могучий зверь — горный лев. И смотрите, вдруг лев заметил их; тут дико зарычал он и бросился к ним, а они все разом вскрикнули и разбежались. Вскоре стоял Заратустра один у входа в свою пещеру и удивлялся. “Что произошло со мною?” — сказал своему сердцу, в то время как могучий лев робко прижимался к его колену. “Что за крик о помощи слышал я только что?” Но вот воспоминание вернулось к нему, и он разом осознал все, что произошло. “Вот камень, — сказал он ликующим голосом, — на нем сидел я вчера утром; тогда услышал я такой же крик. О высшие люди, это был ваш крик о помощи!
Это о моей нужде предостерегал меня вчера утром старый прорицатель: он хотел ввести меня в мой последний грех — в сострадание к вашей нужде!
Но ваше счастье было моей опасностью: сочувствие вашему счастью, этого — не угадал он! О, что во мне хорошо угадали эти высшие люди!
Ну что ж! Они убежали — и я не пошел с ними; о, победа! о, счастье! Это мне хорошо удалось!
Ты же, мой зверь и символ, мой смеющийся лев, ты остаешься со мной! Ну что ж! Вперед! Ты пришел почтить меня и пришел в нужное время, ты мой третий почетный зверь!”
Так говорил Заратустра ко льву и с глубоким вздохом облегчения сел на камень, на котором сидел днем прежде; но вдруг посмотрел он вопрошающе ввысь: ибо он услышал над собой пронзительный крик своего орла.
“Мои звери возвращаются, мои два старых почетных зверя, — вскричал Заратустра и возликовал в сердце своем, — разведать должны были они, возвращаются ли, на пути ли ко мне мои дети. И поистине, мои дети вернулись, ибо пришел смеющийся лев. О, победа! О, счастье!”
32 [15]
Знамение.
Утром после этой ночи вскочил Заратустра с ложа своего, опоясал чресла свои и вышел из пещеры, сияющий и радостный, как утреннее солнце, поднимающееся из-за темных гор.
«Они спят еще, — закричал он, — в то время как я бодрствую; это не настоящие последователи мои, эти высшие люди.
Должны прийти ко мне те, кто выше их, более храбрые, свободные и светлые — смеющиеся львы должны прийти ко мне; что мне до этой маленькой, короткой, странной нищеты!
Других жду я сейчас, других жду я сейчас», — и, говоря так, Заратустра сел на камень у входа в пещеру.
«Кто должен быть господином земли? — продолжал он. — Поистине, не эти — лучше разобью я их моим молотом. Ведь я сам молот.
Они выдерживают земную жизнь, когда их наполняют земными страстями, сердечно уговаривают их. Как! Лишь выносить жизнь на этой земле? Ради земли стыжусь я таких речей.
Лучше пусть будут злые дикие звери вокруг меня, чем эти домашние неудавшиеся; сколь счастлив буду я снова увидеть чудеса, порождаемые жарким солнцем —
— все зрелые и удавшиеся звери, которыми гордится сама земля. Разве еще не удался ей человек? Ну что ж! Но лев удался».
И снова погрузился Заратустра в далекие мысли и страны и в молчание, которое избегает даже собственного сердца и у которого нет свидетелей.
32 [16]
Жертва медовая.
Крик о помощи.
Беседа с королями.
Странник.
Добровольный нищий.
Папа в отставке.
Кающийся духом.
Совестливый.
Самый безобразный человек.
Спящий в полдень.
Приветствие.
Вечерняя трапеза.
О высшем человеке.
Песнь чародея.
О науке.
Псалом после трапезы.
Восставший.
В полночь.
Дикий охотник.
Смеющийся лев.
32 [17]
Добрый европеец.
Что значит «немецкое»?
Тартюфство добрых.
Великие умы.
Философ.
Художник и обманщик.
Пессимист интеллекта.
Дух и владение 310
О господстве знающих 318
Об искусстве врачевания.
32 [18]
О большой политике.
Что значит «немецкое»?
Против понятия “наказание.”
Об искусстве врачевания.
Против любви к ближнему.
Великие умы.
О греках.
Христиане и святые.
Тартюфство в морали.
Против нашего воспитания.
Стадная мораль.
32 [19]
Государственная служба и слуги государства.
Ученые—шиворот-навыворот.
Чему следует учиться у греков
О суеверии философов.
Добрый европеец (социализм)
Безбожный, № 125
Против сострадания и любви к ближнему
32 [20]
В пользу знати.
Против отмены рабства.
Против социалистов, № 235
О смерти государства.
Мораль как стадный инстинкт.
Великий муж.
Неразумие в наказании.
Насколько лживы художники.
Против пессимистов и других
Добрый человек и оглупление.
Ценность ложных толкований, № 126
Утонченный обскурантизм
Что значит «немецкое».
Недоразумение гения.
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Из глубины пробивается запах, не имеющий названия, тайный запах вечности
О, полночь! О, вечность!
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Нигилистическая катастрофа:
| Признаки: | преобладание сострадания |
| духовное утомление и распущенность | |
| удовольствие или неудовольствие — к этому сводится всё — | |
| движение против прославления войны | |
| движение против размежевания и вражды между нациями | |
| «братство» ... | |
| религия стала ненужной, поскольку она рассказывает басни и говорит жесткими фразами | |
| Чудовищное сознание: |
| как будто в старой крепости |