11, 36[1-60] Juni-Juli 1885
36 [1]
Gai saber.
Vorspiel zu einer Philosophie der Zukunft.
Von
Friedrich Nietzsche.
Anhang
Die moderne Seele.
Versuch einer Aufklärung über Heute und Morgen.
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Niemals ist lebendigen Geschöpfen mehr zugemutet worden, als bei der Entstehung des Festlandes: da mußten sie, gewöhnt und eingerichtet für das Leben im Meere, ihren Leib und ihre Sitten umdrehen und umstülpen und in Allem etwas Anderes thun als sie bis dahin geübt waren—es hat bisher auf Erden keine merkwürdigere Veränderung gegeben.— Wie nun damals, durch Einstürze, durch ein langsames Zusammenbrechen der Erde das Meer sich in die Brüche Höhlen und Gruben senkte und Tiefe bekam: so möchte das, was jetzt unter Menschen geschieht, im Gleichniß zu reden, vielleicht das gerade Gegenstück dazu abgeben: nämlich ein Ganz- und Rundwerden des Menschen, ein Verschwinden der Brüche Höhlen und Gruben und folglich auch—ein Verschwinden des festen Landes. Für einen Menschen, den meine Denkweise rund und ganz gemacht hat, “ist Alles im Meere,” ist das Meer überall: aber das Meer selber hat an Tiefe verloren.— Doch ich war auf dem Wege zu einem ganz anderen Gleichnisse und habe mich nur verlaufen! Ich wollte sagen: ich bin gleich Jedermann als Landthier geboren—und nun muß ich trotzdem Meer-Thier sein!
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Deutschland, welches reich ist an geschickten und wohlunterrichteten Gelehrten, ermangelt in einem solchen Maaße seit langer Zeit der großen Seelen, der mächtigen Geister, daß es verlernt zu haben scheint, was eine große Seele, was ein mächtiger Geist ist: und heutzutage stellen sich, beinahe mit gutem Gewissen, und aller Verlegenheit bar, mittelmäßige und dazu noch dazu übel gerathene Menschen an den Markt und preisen sich selber als große Männer, Reformatoren an; wie es zum Beispiel Eugen Dühring thut, ein geschickter und wohlunterrichteter Gelehrter, der aber doch fast mit jedem Worte verräth, daß er eine kleinliche Seele herbergt und durch enge neidische Gefühle zerquetscht wird; auch daß nicht ein mächtiger, überschäumender, wohlthätig-verschwenderischer Geist ihn treibt—sondern der Ehrgeiz! In diesem Zeitalter aber nach Ehren zu geizen, ist eines Philosophen noch viel unwürdiger als in irgend einem früheren Zeitalter: jetzt wo der Pöbel herrscht, wo der Pöbel die Ehren vergiebt!
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Wenn der Philosoph sich unter die homines bonae voluntatis begiebt, unter die Gutmüthigen, Mitleidigen, Sanften, Alltäglichen, so geschieht ihm, wie wenn er in eine feuchte Luft und unter einen bedeckten Himmel gerathen sei: eine kurze Zeit thut es ihm wohl, er fühlt sich gleichsam erleichtert; giebt er aber gut Acht, so merkt er, wie er selber in dieser falschen Umgebung bequem und nachlässig wird; auch eitel—vor Allem aber schwermüthig. Um schnell zu lernen, wie schwach und gering dieses gutmüthige Zeug von Menschen beschaffen ist, mit allem ihrem gefälligen Anschein, mag er ihre Eitelkeit reizen und verwunden, er bringe sie so weit, daß sie schimpfen: da wird sich schnellstens die “Untiefe” dieser Gewässer verrathen, und wohl auch, was unter aller dieser artigen leichten blauen Oberfläche für Sand und Unflath oder für Anmaaßlichkeit verborgen liegt.
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Die Frauen in Europa, ganz abgesehn von ihrem eigentlichen Geschäfte (“Kinder zu legen”) sind zu vielen guten Dingen nütze. Mit Wienerinnen ist es angenehm zu tanzen. Mit einer Französin kann man causer, mit einer Italiänerin poser, mit einer Deutschen—oser. Unter den Jüdinnen giebt es allerliebste Schwätzel-Weiber: das Muster davon, ganz in Goethesche Spitzen und Selbstgefälligkeiten gewickelt, war die Rahel. Eine Russin hat gewöhnlich etwas erlebt, bisweilen Etwas gedacht. Engländerinnen wissen auf die weiblichste und himmlischeste Weise zu erröthen, beinahe ohne Grund, gleich den Engeln: kurz, man kommt nicht zu Ende, wenn man die Nützlichkeit des Weibes—etwas, woran alle Welt glaubt—erst noch nach dem V der e U steif und standhaft beweisen wollte.
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Gai saber.
Vorspiel einer Philosophie der Zukunft.
An den Mistral. Ein Tanzlied.
| I | Theil. | 1. “Ohne ein leidenschaftliches Vergnügen | |
| Schluß. “Und wißt ihr auch, was mir ‘die Welt’ ist? — | |||
| II | Theil. | ||
| Schluß. “Als ich sehr jung war, Dionysos. | |||
| III | Theil. | Von der Zukunft der Künste. | |
| IV | Theil. | Der Spiegel. | |
| V | Theil. | Unter freien Geistern. |
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Mein “Mitleid.”— Dies ist ein Gefühl, für das mir kein Name genügt: ich empfinde es, wo ich eine Verschwendung kostbarer Fähigkeiten sehe, zum Beispiel beim Anblicke Luthers: welche Kraft und was für abgeschmackte Hinterwäldler-Probleme (zu einer Zeit, wo in Frankreich schon die tapfere und frohmüthige Scepsis eines Montaigne möglich war!) Oder wo ich, durch die Einwirkung eines Blödsinns von Zufälligkeit, Jemanden hinter dem zurückbleiben sehe, was aus ihm hätte werden können. Oder gar bei einem Gedanken an das Loos der Menschheit, wie wenn ich, mit Angst und Verachtung, der europäischen Politik von heute einmal zuschaue, welche, unter allen Umständen, auch an dem Gewebe aller Menschen-Zukunft arbeitet. Ja, was könnte aus “dem Menschen” werden, wenn— —! Dies ist eine Art “Mitleid”; ob es schon keinen Leidenden giebt, mit dem ich da litte.
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Moralia
Wie von Alters her der Mensch in tiefer Unbekanntschaft mit seinem Leibe lebt und an einigen Formeln genug hat, sich über sein Befinden mitzutheilen, so steht es mit den Urtheilen über den Werth von Menschen und Handlungen: man hält bei sich selber an einigen äußerlichen und nebensächlichen Zeichen fest und hat kein Gefühl davon, wie tief unbekannt und fremd wir uns selber sind. Und was das Urtheil über Andre anlangt: wie schnell und “sicher” urtheilt da noch der Vorsichtigste und Billigste!
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Moralia.
Es bedarf eines sparsamen Nachdenkens, um dahinter zu kommen, daß es nichts “Gutes an sich” giebt—daß etwas Gutes nur als “gut wofür” gedacht werden muß, und daß was in Einer Absicht gut ist, nothwendig zugleich in vieler andrer Absicht “böse und schädlich” sein wird: kurz daß jedwedes Ding, dem wir das Prädikat “gut” beilegen, ebendamit auch als “böse” bezeichnet ist.
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Wie lange ist es nun her, daß ich bei mir selber bemüht bin, die vollkommne Unschuld des Werdens zu beweisen! Und welche seltsamen Wege bin ich dabei schon gegangen! Ein Mal schien mir dies die richtige Lösung, daß ich dekretirte: “das Dasein ist, als etwas von der Art eines Kunstwerks, gar nicht unter der juridictio der Moral; vielmehr gehört die Moral selber in’s Reich der Erscheinung.” Ein ander Mal sagte ich: alle Schuld-Begriffe sind objective völlig werthlos, subiective aber ist alles Leben nothwendig ungerecht und alogisch. Ein drittes Mal gewann ich mir die Leugnung aller Zwecke ab und empfand die Unerkennbarkeit der Causal-Verknüpfungen. Und wozu dies Alles? War es nicht, um mir selber das Gefühl völliger Unverantwortlichkeit zu schaffen—mich außerhalb jedes Lobs und Tadels, unabhängig von allem Ehedem und Heute hinzustellen, um auf meine Art meinem Ziele nachzulaufen? —
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Im Grunde ist die Moral gegen die Wissenschaft feindlich gesinnt: schon Sokrates war dies—und zwar deshalb, weil die Wissenschaft Dinge als wichtig nimmt, welche mit “gut” und “böse” nichts zu schaffen haben, folglich dem Gefühl für “gut” und “böse” Gewicht nehmen. Die Moral nämlich will, daß ihr der ganze Mensch und seine gesammte Kraft zu Diensten sei: sie hält es für die Verschwendung eines Solchen, der zum Verschwenden nicht reich genug ist, wenn der Mensch sich ernstlich um Pflanzen und Sterne kümmert. Deshalb gieng in Griechenland, als Sokrates die Krankheit des Moralisirens in die Wissenschaft eingeschleppt hatte, es geschwinde mit der Wissenschaftlichkeit abwärts; eine Höhe, wie die in der Gesinnung eines Democrit, Hippocrates und Thukydides, ist nicht zum zweiten Male erreicht worden.
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Mensch im Verkehr
Es ist ein Merkmal eines Mangels vornehmer Gesinnung, wenn Jemand auf der Straße einen Gruß eher erwiedert, als er die Person, welche grüßte, erkannt hat:—Gruß und Art des Grußes sollen ja Auszeichnungen sein—den einzigen Fall ausgenommen, daß ein Fürst (oder der qui range aux souverains) seines Weges geht und gegrüßt wird. Es ist sein Vorrecht, Niemanden kennen zu müssen, aber von Allen gekannt sein zu müssen. Ein Gleichniß.
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Der M mit sich allein:
Wie verschieden empfindet man das Geschäft und die Arbeit seines Lebens, wenn man damit der Erste in seiner Familie ist oder wenn schon Vater und Großvater in gleicher Weise thätig gewesen sind! In jenem Falle, daß man der Erste ist, hat man viel mehr innere Noth dabei, auch einen viel plötzlicheren Stolz; das gute Gewissen ist mit einer solchen Thätigkeit noch nicht verschwistert, und Etwas daran wird leicht als beliebig, als zufällig empfunden.
36 [14]
Welchen Werth Wagner für den Nicht-Musiker haben mag, auch fürderhin behalten mag, die Frage soll uns für jetzt noch erspart bleiben. Richard Wagner hat ohne allen Zweifel den Deutschen dieses Zeitalters die umfänglichste Ahnung davon gegeben, was ein Künstler sein könnte:—die Ehrfurcht vor dem “dem Künstler” ist plötzlich ins Große gewachsen: überall hat er neue Werthschätzungen, neue Begierden, neue Hoffnungen erweckt; und vielleicht nicht am wenigsten gerade durch das nur ankündigende, unvollständige, unvollkommene Wesen seiner Kunstgebilde. Wer hat nicht von ihm gelernt! Und wenn auch nicht so unmittelbar, wie die Künstler des Vortrags und die Attitüden-Menschen jeder Art, so doch mindestens mittelbar, “bei Gelegenheit von Richard Wagner,” wie man sagen dürfte. Sogar die philosophische Erkenntniß hat keinen geringen Anstoß durch sein Erscheinen bekommen, daran ist nicht zu zweifeln. Es giebt heute eine Menge aesthetischer Probleme, von welchen, vor Richard Wagner, auch die Feinsten noch keinen Geruch hatten,—vor allem das Problem des Schauspielers und sein Verh zu den verschiedenen Künsten, nicht zu reden von psychologischen Problemen, wie sie der Charakter Wagners und die W Kunst in Fülle vorlegt. Freilich: so weit er sich selber in das Reich der Erkenntniß begeben hat, verdient er kein Lob, vielmehr eine unbedingte Zurückweisung; in den Gärten der Wissenschaft nahm er sich immer nur als der unbescheidenste und ungeschickteste Eindringling aus. Das “Philosophiren” Wagner’s gehört zu den unerlaubtesten Arten der Dilettanterei; daß man darüber nicht einmal zu lachen verstanden hat, ist deutsch und gehört zum alten deutschen “Cultus der Unklarheit.” Will man ihm aber durchaus auch noch als einem “Denker” zu Ehren und Statuen verhelfen—der gute Wille und die Unterthänigkeit seiner Anhänger wird das sich nicht ersparen können—wohlan! so empfehle ich, ihn als den Genius der deutschen Unklarheit selber darzustellen, mit einer qualmenden Fackel in der Hand, begeistert und eben über einen Stein stolpernd. Wenn Wagner “denkt,” stolpert er.— Aber uns wird der M Wagner angehen.
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Hätte die Welt ein Ziel, so müßte es erreicht sein. Gäbe es für sie einen unbeabsichtigten Endzustand, so müßte er ebenfalls erreicht sein. Wäre sie überhaupt eines Verharrens und Starrwerdens, eines “Seins” fähig, hätte sie nur Einen Augenblick in allem ihrem Werden diese Fähigkeit des “Seins,” so wäre es wiederum mit allem Werden längst zu Ende, also auch mit allem Denken, mit allem “Geiste.” Die Thatsache des “Geistes” als eines Werdens beweist, daß die Welt kein Ziel, keinen Endzustand hat und des Seins unfähig ist.— Die alte Gewohnheit aber, bei allem Geschehen an Ziele und bei der Welt an einen lenkenden schöpferischen Gott zu denken, ist so mächtig, daß der Denker Mühe hat, sich selber die Ziellosigkeit der Welt nicht wieder als Absicht zu denken. Auf diesen Einfall—daß also die Welt absichtlich einem Ziele ausweiche und sogar das Hineingerathen in einen Kreislauf künstlich zu verhüten wisse—müssen alle die verfallen, welche der Welt das Vermögen zur ewigen Neuheit aufdekretiren möchten, das heißt einer endlichen, bestimmten, unveränderlich gleich großen Kraft, wie es “die Welt” ist—die Wunder-Fähigkeit zur unendlichen Neugestaltung, ihrer Formen und Lagen. Die Welt, wenn auch kein Gott mehr, soll doch der göttlichen Schöpferkraft, der unendlichen Verwandlungs-Kraft fähig sein; sie soll es sich willkürlich verwehren, in eine ihrer alten Formen zurückzugerathen, sie soll nicht nur die Absicht, sondern auch die Mittel haben, sich selber vor jeder Wiederholung zu bewahren, sie soll somit in jedem Augenblick jede ihrer Bewegungen auf die Vermeidung von Zielen, Endzuständen, Wiederholungen hin controliren—und was Alles die Folgen einer solchen unverzeihlich-verrückten Denk- und Wunschweise sein mögen. Das ist immer noch die alte religiöse Denk- und Wunschweise, eine Art Sehnsucht zu glauben, daß irgendworin doch die Welt dem alten geliebten, unendlichen, unbegrenzt-schöpferischen Gotte gleich sei—daß irgendworin doch “der alte Gott noch lebe,”—jene Sehnsucht Spinoza’s, die sich in dem Worte “deus sive natura” (er empfand sogar “natura sive deus”—) ausdrückt. Welches ist denn aber der Satz und Glaube, mit welchem sich die entscheidende Wendung, das jetzt erreichte Übergewicht des wissenschaftlichen Geistes über den religiösen götter-erdichtenden Geist, am bestimmtesten formulirt? Heißt er nicht: die Welt, als Kraft, darf nicht unbegrenzt gedacht werden, denn sie kann nicht so gedacht werden—wir verbieten uns den Begriff einer unendlichen Kraft als mit dem Begriff “Kraft” unverträglich. Also—fehlt der Welt auch das Vermögen zur ewigen Neuheit.
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Geht es nach meinem Willen: so ist es an der Zeit, der europäischen Moral den Krieg zu erklären, und ebenso allem, was auf ihr gewachsen ist. Man muß diese zeitweilige Völker- und Staaten-Ordnung Europa’s zertrümmern. Die christlich-demokratische Denkweise begünstigt das Heerden-Thier, die Verkleinerung des Menschen, sie schwächt die großen Triebfedern (das Böse—), sie haßt den Zwang, die harte Zucht, die großen Verantwortlichkeiten, die großen Wagnisse. Die Mittelmäßigsten tragen den Preis davon und setzen ihre Werthmaaße durch.
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Aber zu wem rede ich dies? Wo sind denn diese “freien Geister”? Giebt es denn ein solches “unter uns”? —
Ich sehe um mich: wer denkt, wer fühlt darin, wie ich? Wer will, was mein verborgenster Wille will? Aber ich fand Niemanden bisher. Vielleicht habe ich nur schlecht gesucht? Vielleicht müssen die, welche an meiner Art neuer Noth und neuem Glück leiden, sich gleichermaßen verbergen, wie ich es thue? Und Masken vornehmen, wie ich es that?— Und folglich schlecht zum Suchen von Ihresgleichen taugen?
Wir neuen Philosophen, wir Versuchenden, denken anders—und wir wollen es nicht beim Denken bewenden lassen. Wir denken freier—vielleicht kommt der Tag, wo man mit Augen sieht, daß wir auch freier handeln. Einstweilen sind wir schwer zu erkennen; man muß uns verwechseln. Sind wir “Freidenker”?
In allen Ländern Europas und ebenso in Nordamerika giebt es jetzt “Freidenker”: gehören sie zu uns? Nein, meine Herren, ihr wollt ungefähr das Gegentheil von dem, was in den Absichten jener Philosophen liegt, welche ich Versucher nenne; diese spüren wenig Versuchung, mit euch lügnerische Artigkeiten auszutauschen. Ja, wenn ihr “Freidenker” nur einen Geruch davon hättet, wovon man sich frei machen kann und wohin man dann getrieben wird! ich meine, ihr würdet zu den wüthendsten Gegnern dessen gehören, was ich meine “Freiheit des Geistes und mein “Jenseits von Gut und Böse” nenne.
Daß ich es nicht mehr nöthig habe, an “Seelen” zu glauben, daß ich die “Persönlichkeit” und ihre angebliche Einheit leugne und in jedem Menschen das Zeug zu sehr verschiedenen “Personae” (und Masken) finde, daß mir der “absolute Geist” und das “reine Erkennen” Fabelwesen bedeuten, hinter denen sich schlecht eine contradictio in adjecto verbirgt—damit bin ich vielleicht auf der gleichen Bahn, wie viele jener “Freidenker,” noch ganz abgesehen von der Leugnung Gottes, mit der auch heute noch einige biedere Engländer vermeinen, eine ungeheure Probe von Freisinnigkeit zu geben. Was mich von ihnen trennt, sind die Werthschätzungen: denn sie gehören allesammt in die demokratische Bewegung und wollen gleiche Rechte für Alle, sie sehen in den Formen der bisherigen alten Gesellschaft die Ursachen für die menschlichen Mängel und Entartungen, sie begeistern sich für das Zerbrechen dieser Formen: und einstweilen dünkt ihnen das Menschlichste, was sie thun können, allen Menschen zu ihrem Grad geistiger “Freiheit” zu verhelfen. Kurz und schlimm, sie gehören zu den “Nivellirern,”—zu jener Art Menschen, die mir in jedem Betracht gröblich wider den Geschmack und noch mehr wider die Vernunft geht: Ich will, auch in Dingen des Geistes, Krieg und Gegensätze; und mehr Krieg als je, mehr G als je; ich würde den härtesten Despotismus (als Schule für die Geschmeidigkeit des Geistes) noch eher gutheißen als die feuchte laue Luft eines “preßfreien” Zeitalters, in dem aller Geist bequem und dumm wird und die Glieder streckt. Ich bin darin auch heute noch, was ich war—“unzeitgemäß.”
Wir neuen Philosophen aber: wir beginnen nicht nur mit der Darstellung der thatsächlichen Rangordnung und Werth-Verschiedenheit der Menschen, sondern wir wollen auch gerade das Gegentheil einer Anähnlichung, einer Ausgleichung: wir lehren die Entfremdung in jedem Sinne, wir reißen Klüfte auf, wie es noch keine gegeben hat, wir wollen, daß der Mensch böser werde als er je war. Einstweilen leben wir noch selber einander fremd und verborgen. Es wird uns aus vielen Gründen nöthig sein, Einsiedler zu sein und selbst Masken vorzunehmen,—wir werden folglich schlecht zum Suchen von unsresgleichen taugen. Wir werden allein leben und wahrscheinlich die Martern aller sieben Einsamkeiten kennen. Laufen wir uns aber über den Weg, durch einen Zufall, so ist darauf zu wetten, daß wir uns verkennen oder wechselseitig betrügen.
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Ich hüte mich, von chemischen “Gesetzen” zu sprechen: das hat einen moralischen Beigeschmack. Es handelt sich vielmehr um eine absolute Feststellung von Machtverhältnissen: das Stärkere wird über das Schwächere Herr, so weit dies eben seinen Grad von Selbständigkeit nicht durchsetzen kann,—hier giebt es kein Erbarmen, keine Schonung, noch weniger eine Achtung vor “Gesetzen”!
36 [19]
Es ist unwahrscheinlich, daß unser “Erkennen” weiter reichen sollte als es knapp zur Erhaltung des Lebens ausreicht. Die Morphologie zeigt uns, wie die Sinne und die Nerven, sowie das Gehirn sich entwickeln im Verhältniß zur Schwierigkeit der Ernährung.
36 [20]
Auch im Reiche des Unorganischen kommt für ein Kraftatom nur seine Nachbarschaft in Betracht: die Kräfte in der Ferne gleichen sich aus. Hier steckt der Kern des Perspectivischen, und warum ein lebendiges Wesen durch und durch “egoistisch” ist.
36 [21]
Das Schwächere drängt sich zum Stärkeren, aus Nahrungsnoth; es will unterschlüpfen, mit ihm womöglich Eins werden. Der Stärkere wehrt umgekehrt ab von sich, er will nicht in dieser Weise zu Grunde gehen; vielmehr, im Wachsen, spaltet er sich zu Zweien und Mehreren. Je größer der Drang ist zur Einheit, um so mehr darf man auf Schwäche schließen; je mehr der Drang nach Varietät, Differenz, innerlichem Zerfall, um so mehr Kraft ist da.
Der Trieb, sich anzunähern—und der Trieb, etwas zurückzustoßen, sind in der unorganischen wie organischen Welt das Band. Die ganze Scheidung ist ein Vorurtheil.
Der Wille zur Macht in jeder Kraft-Combination, sich wehrend gegen das Stärkere, losstürzend auf das Schwächere ist richtiger. NB. Die Prozesse als “Wesen.”
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Die Verbindung des Unorganischen und Organischen muß in der abstoßenden Kraft liegen, welche jedes Kraftatom ausübt. Leben wäre zu definiren als eine dauernde Form von Prozeß der Kraftfeststellungen, wo die verschiedenen Kämpfenden ihrerseits ungleich wachsen. In wie fern auch im Gehorchen ein Widerstreben liegt; es ist die Eigenmacht durchaus nicht aufgegeben. Ebenso ist im Befehlen ein Zugestehen, daß die absolute Macht des Gegners nicht besiegt ist, nicht einverleibt, aufgelöst. “Gehorchen” wie “Befehlen” sind Formen des Kampfspiels.
36 [23]
Die fortwährenden Übergänge erlauben nicht, von “Individuum” usw. zu reden; die “Zahl” der Wesen ist selber im Fluß. Wir würden nicht von Zeit reden und nichts von Bewegung wissen, wenn wir nicht, in grober Weise, “Ruhendes” neben “Bewegtem” zu sehen glaubten. Ebenso wenig von Ursache und Wirkung, und ohne die irrthümliche Conception des “leeren Raumes” wären wir gar nicht zur Conception des Raums gekommen. Der Satz von der Identität hat als Hintergrund den “Augenschein,” daß es gleiche Dinge giebt. Eine werdende Welt könnte im strengen Sinne nicht “begriffen,” nicht “erkannt” werden: nur insofern der “begreifende” und “erkennende” Intellekt eine schon geschaffene grobe Welt vorfindet, gezimmert aus lauter Scheinbarkeiten, aber fest geworden, insofern diese Art Schein das Leben erhalten hat—nur insofern giebt es etwas wie “Erkenntniß”: d. h. ein Messen der früheren und der jüngeren Irrthümer an einander.
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Die Sonne: ihre Bewegungen sind Resultanten 1) vom Triebe, auf die Planeten los zu stürzen 2) dies bringt eine Annäherung an Alle hervor 3) sich wehrend gegen eine stärkere Sonne
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Ich glaube an den absoluten Raum, als Substrat der Kraft: diese begrenzt und gestaltet. Die Zeit ewig. Aber an sich giebt es nicht Raum, noch Zeit: “Veränderungen” sind nur Erscheinungen (oder Sinnes-Vorgänge für uns); wenn wir zwischen diesen noch so regelmäßige Wiederkehr ansetzen, so ist damit nichts begründet als eben diese Thatsache, daß es immer so geschehen ist. Das Gefühl, daß das post hoc ein propter hoc ist, ist leicht als Mißverständniß abzuleiten; es ist begreiflich. Aber Erscheinungen können nicht “Ursachen” sein!
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“Subjekt” “Objekt” “Prädikat”—diese Trennungen sind gemacht und werden jetzt wie Schemata übergestülpt über alle anscheinenden Thatsachen. Die falsche Grundbeobachtung ist, daß ich glaube, ich bin’s, der etwas thut, der etwas leidet, der etwas “hat,” der eine Eigenschaft “hat.” Dies “thun” “leiden” “haben”
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Die Philosophie, so wie ich sie allein noch gelten lasse, als die allgemeinste Form der Historie, als Versuch das Heraklitische Werden irgendwie zu beschreiben und in Zeichen abzukürzen (in eine Art von scheinbarem Sein gleichsam zu übersetzen und zu mumisiren)
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Daß “Vererbung,” als etwas ganz Unerklärtes, nicht zur Erklärung benutzt werden kann, sondern nur zur Bezeichnung, Fixirung eines Problems. Eben das gilt vom “Anpassungs-Vermögen.” Thatsächlich ist durch die morphologische Darstellung, gesetzt sie wäre vollendet, nichts erklärt, aber ein ungeheurer Thatbestand beschrieben. Wie ein Organ benutzt werden kann zu irgend einem Zwecke, das ist nicht erklärt. Es wäre mit der Annahme von causae finales, so wenig wie mit causae efficientes in diesen Dingen erklärt. Der Begriff “causa” ist nur ein Ausdrucksmittel, nicht mehr, ein Mittel zur Bezeichnung.
36 [29]
Es giebt Analogien, z. B. zu unserem Gedächtniß ein anderes Gedächtniß, welches sich in Vererbung und Entwicklung in Formen bemerkbar macht. Zu unserem Erfinden und Experimentiren ein Erfinden in der Verwendung von Werkzeugen zu neuen Zwecken usw. Das, was wir unser Bewußtsein nennen, ist an allen wesentlichen Vorgängen unserer Erhaltung und unseres Wachsthums unschuldig; und kein Kopf wäre so fein, daß er mehr construiren könnte als eine Maschine,—worüber jeder organische Prozeß weit hinaus ist.
36 [30]
Man ist unbillig gegen Descartes, wenn man seine Berufung auf Gottes Glaubwürdigkeit leichtfertig nennt. In der That, nur bei der Annahme eines moralisch uns gleichartigen Gottes ist von vornherein die “Wahrheit” und das Suchen der Wahrheit etwas, was Erfolg verspricht und Sinn hat. Diesen Gott bei Seite gelassen, ist die Frage erlaubt, ob betrogen zu werden nicht zu den Bedingungen des Lebens gehört.
36 [31]
Der siegreiche Begriff “Kraft,” mit dem unsere Physiker Gott aus der Welt geschafft haben, bedarf noch einer Ergänzung: es muß ihm eine innere Welt zugesprochen werden, welche ich bezeichne als “Willen zur Macht,” d. h. als unersättliches Verlangen nach Bezeigung der Macht; oder Verwendung, Ausübung der Macht, als schöpferischen Trieb usw. Die Physiker werden die “Wirkung in die Ferne” aus ihren Principien nicht los: ebensowenig eine abstoßende Kraft (oder anziehende) Es hilft nichts: man muß alle Bewegungen, alle “Erscheinungen,” alle “Gesetze” nur als Symptome eines innerlichen Geschehens fassen und sich der Analogie des Menschen zu Ende bedienen. Am Thier ist es möglich, aus dem Willen zur Macht alle seine Triebe abzuleiten: ebenso alle Funktionen des organischen Lebens aus dieser Einen Quelle.
36 [32]
Leibnitz ist gefährlich, als ein rechter Deutscher, der Vordergründe und Vordergrunds-Philosophien nöthig hat, verwegen und geheimnißvoll in sich bis zum Äußersten, aber ohne Vornehmheit
Spinoza ist tiefer umfänglicher höhlenverborgener als Cartesius: Pascal wiederum tiefer als Spinoza. Gegen solche Einsiedler des Geistes und Gewissens gerechnet sind Hume und Locke Menschen der Oberfläche;
36 [33]
Zur Kritik der deutschen Seele.
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Von den Welt-Ausdeutungen, welche bisher versucht worden sind, scheint heutzutage die mechanistische siegreich im Vordergrund zu stehen: ersichtlich hat sie das gute Gewissen auf ihrer Seite; und keine Wissenschaft glaubt bei sich selber an einen Fortschritt und Erfolg, es sei denn, wenn er mit Hülfe mechanistischer Prozeduren errungen ist. Jedermann kennt diese Prozeduren: man läßt die “Vernunft” und die “Zwecke,” so gut es gehen will, aus dem Spiele, man zeigt, daß, bei gehöriger Zeitdauer, Alles aus Allem werden kann, man verbirgt ein schadenfrohes Schmunzeln nicht, wenn wieder einmal die “anscheinende Absichtlichkeit im Schicksale” einer Pflanze oder eines Eidotters auf Druck und Stoß zurückgeführt ist: kurz, man huldigt von ganzem Herzen, wenn in einer so ernsten Angelegenheit ein scherzhafter Ausdruck erlaubt ist, dem Principe der größtmöglichen Dummheit. Inzwischen giebt sich gerade bei den ausgesuchten Geistern, welche in dieser Bewegung stehen, ein Vorgefühl, eine Beängstigung zu erkennen, wie als ob die Theorie ein Loch habe, welches über kurz oder lang zu ihrem letzten Loche werden könne: ich meine zu jenem, aus dem man pfeift, wenn man in höchsten Nöthen ist. Man kann Druck und Stoß selber nicht “erklären,” man wird die actio in distans nicht los:—man hat den Glauben an das Erklären-können selber verloren und giebt mit sauertöpfischer Miene zu, daß Beschreiben und nicht Erklären, daß die dynamische Welt-Auslegung, mit ihrer Leugnung des “leeren Raumes,” der Klümpchen-Atome, in Kurzem über die Physiker Gewalt haben wird: wobei man freilich zur Dynamis noch eine innere Qualität
36 [35]
Am Leitfaden des Leibes.—
Gesetzt, daß “die Seele” ein anziehender und geheimnißvoller Gedanke war, von dem sich die Philosophen mit Recht nur widerstrebend getrennt haben—vielleicht ist das, was sie nunmehr dagegen einzutauschen lernen, noch anziehender, noch geheimnißvoller. Der menschliche Leib, an dem die ganze fernste und nächste Vergangenheit alles organischen Werdens wieder lebendig und leibhaft wird, durch den hindurch, über den hinweg und hinaus ein ungeheurer unhörbarer Strom zu fließen scheint: der Leib ist ein erstaunlicherer Gedanke als die alte “Seele.”
36 [36]
Es ist zu allen Zeiten besser an den Leib als an unser gewissestes Sein, kurz als ego geglaubt worden als an den Geist (oder die “Seele” oder “das Subjekt,” wie die Schulsprache jetzt statt Seele sagt). Niemand kam je auf den Einfall, seinen Magen als einen fremden etwa einen göttlichen Magen zu verstehen: aber seine Gedanken als “eingegeben,” seine Werthschätzungen als “von einem Gott eingeblasen,” seine Instinkte als Thätigkeit von Dämonen zu fassen: für diesen Hang und Geschmack des Menschen giebt es aus allen Altern der Menschheit Zeugnisse. Noch jetzt ist, namentlich unter Künstlern, eine Art Verwunderung und ehrerbietiges Aushängen der Entscheidung reichlich vorzufinden, wenn sich ihnen die Frage vorlegt, wodurch ihnen der beste Wurf gelungen und aus welcher Welt ihnen der schöpferische Gedanke gekommen ist: sie haben, wenn sie dergestalt fragen, etwas wie Unschuld und kindliche Scham dabei, sie wagen es kaum zu sagen “das kam von mir, das war meine Hand, die die Würfel warf.”— Umgekehrt haben selbst jene Philosophen und Religiösen, welche den zwingendsten Grund in ihrer Logik und Frömmigkeit hatten, ihr Leibliches als Täuschung, und zwar als überwundene und abgethane Täuschung zu nehmen, nicht umhin gekonnt, die dumme Thatsächichkeit anzuerkennen, daß der Leib nicht davon gegangen ist: worüber das seltsamste Zeugniß theils bei Paulus, theils in der Vedanta-Philosophie zu finden sind.
Aber was bedeutet zuletzt Stärke des Glaubens! Deshalb könnte es immer noch ein sehr dummer Glaube sein!— Hier ist nachzudenken: —
Und zuletzt, wenn der Glaube an den Leib nur die Folge eines Schlusses ist: gesetzt, es wäre ein falscher Schluß, wie die Idealisten behaupten: ist es nicht ein Fragezeichen an der Glaubwürdigkeit des Geistes selber, daß er dergestalt die Ursache falscher Schlüsse ist? Gesetzt, die Vielheit, und Raum und Zeit und Bewegung (und was alles die Voraussetzungen eines Glaubens an Leiblichkeit sein mögen) wären Irrthümer, welches Mißtrauen wird gegen den Geist das erregen, was uns zu solchen Voraussetzungen veranlaßt hat! Genug, der Glaube an den Leib ist einstweilen immer noch ein stärkerer Glaube als der Glaube an den Geist; und wer ihn untergraben will, untergräbt eben damit am gründlichsten auch den Glauben an die Autorität des Geistes!
36 [37]
Menschliches Allzumenschliches: mit diesem Titel ist der Wille zu einer großen Loslösung angedeutet, der Versuch eines Einzelnen, sich von jeglichem Vorurtheilen welches zu Gunsten des Menschen redet loszumachen und alle Wege zu gehn, welche hoch genug führen, um, für einen Augenblick, wenigstens, auf den Menschen hinab zu sehen. Nicht das Verächtliche am Menschen zu verachten, sondern bis in die letzten Gründe hinein zu fragen, ob nicht selbst noch im Höchsten und Besten und an Allem, worauf der bisherige Mensch stolz war, ob nicht dieser Stolze selber und der harmlose oberflächliche Zuversichtlichkeit seiner Werthschätzungen etwas zu verachten bleibt: diese nicht unbedenkliche Aufgabe war Ein Mittel unter allen den Mitteln, zu denen eine größere, eine umfängliche Aufgabe mich gezwungen hat. Will Jemand mit mir diese Wege gehn? Ich rathe Niemandem dazu.— Aber ihr wollt es? So gehn wir denn.
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Goethe ist eine Ausnahme: er lebte unter Deutschen auf feine Weise verschanzt und verkleidet; Schiller gehört zu jenen Deutschen, welche die großen glänzenden Worte und Prunk-Gebärden der Tugend liebten (—selbst sein Geschmack an der Kantischen Moral und ihrem unbedingten Commando-Tone gehört hierhin—) Es thut den Deutschen wehe, sich einzugestehen, wie sehr sie die Deutschen Kotzebues gewesen sind (und zu einem guten Theile noch nicht—); und jener lebensgefährliche Schwärmer Sand nahm vielleicht seine Rache nur an der falschen Stelle, wie es so oft geschieht.
Jansen.
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Wenn irgend etwas den jetzigen Deutschen zur Ehren gereicht, so ist es dies, daß sie die großen glänzenden glitzernden Schillerschen Worte nicht mehr aushalten, welche ihre Großväter
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Die deutschen Kleinstädter, wie sie Kotzebue gemalt hat—und das Gemälde war gut—sind nach dem Bilde der Weimaraner gemacht, zur Zeit Schillers und Goethes.
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Die Kleinheit und Erbärmlichkeit der deutschen Seele, ihr theils genüßliches, theils neidisches Im-Winkel-sitzen, ihre eingefleischte “Kleinstädterei,” um an Kotzebue zu erinnern, ihre “Froschperspektive” für alle hohen Dinge, um mit den Malern zu reden,—wie schmerzlich
36 [42]
Die preußischen Juden würden, wenn allein Geist, Fleiß und Anstelligkeit in Betracht kämen, bereits im Besitz der hohen Staats-Beamtungen, besonders im Verwaltungs-fache sein: kurz, sie würden die “Macht” auch in den Händen haben (wie sie dieselbe schon—nach vielfachen Zeugnissen zu schließen—“in der Tasche” haben). Das was sie davon ausschließt, ist ihre Unfähigkeit, die Macht zu repräsentiren: Die Juden sind selbst in ihrem Vaterlande keine herrschende Kaste gewesen: ihr Auge überzeugt nicht, ihre Zunge läuft leicht zu geschwinde und überschlägt sich dabei, ihr Zorn versteht sich nicht auf das tiefe ehrliche Löwen-Gebrüll, ihr Magen hält großen Gelagen, ihr Verstand starken Weinen nicht Stand—, ihre Arme und Beine erlauben ihnen keine stolzen Affekte (in ihren Händen zuckt oft, ich weiß nicht welche—Erinnerung—); und selbst die Art wie ein Jude aufs Pferd kommt (oder ein jüdischer Musiker auf sein Thema kommt—“der jüdische Ansprung”—) ist nicht unbedenklich und giebt zu verstehen, daß die Juden niemals eine ritterliche Rasse gewesen sind. Wenn die Juden vielfach als untauglich zur Richter-Würde empfunden werden, so ist damit nicht ihre Moralität, sondern nur ihre Unfähigkeit, diese Moralität zu repräsentiren, verurtheilt. Nun ergiebt sich hieraus sofort, daß der Jude Preußens eine herabgebrachte und verkümmerte Art von Jude sein muß; denn an sich versteht der Orientale das Repräsentiren unvergleichlich viel besser als etwa ein Norddeutscher:—Delacroix. Diese Entartung des Juden hängt mit einem falschen Clima und der Nachbarschaft unter unschönen und gedrückten Slaven Ungarn und Deutschen zusammen: unter Portugiesen und Mauren bewahrt sich die höhere Rasse des Juden ja im Ganzen ist vielleicht die Feierlichkeit des Tons und eine Art von Heiligung der Leidenschaft auf Erden bisher noch nicht schöner dargestellt worden als von gewissen Juden des alten Testaments: bei denen hätten auch die Griechen in die Schule gehen können!
36 [43]
Die Gefahren der jüdischen Seele sind: 1) sie sucht sich gern irgendwo schmarotzerisch einzunisten 2) sie weiß sich “anzupassen,” wie die Naturforscher sagen, sie sind dadurch “geborene Schauspieler geworden, gleich dem Polypen,” der wie Theognis singt, dem Felsen die Farbe abborgt, an dem er klebt. Ihr Talent und mehr noch der Hang und Fall zu beidem hin scheint ungeheur zu sein; die Gewöhnung, um ganz kleine Gewinnste viel Geist und Beharrlichkeit dranzugeben, hat eine verhängnißvolle Furche in ihrem Charakter hinterlassen: so daß auch die achtbarsten Großhändler des jüdischen Geldmarktes es nicht über sich gewinnen, wenn die Umstände es mit sich bringen, die Finger kaltblütig nach kleinen mesquinen Übervortheilungen auszustrecken, dergleichen einen preußischen Finanzmenschen schamroth machen würde.
36 [44]
Die Zukunft der deutschen Cultur ruht auf den Söhnen der preußischen Offiziere
36 [45]
| A. | Die Juden die älteste und reinste Rasse. Schönheit der Frauen. |
| B. | Die Juden die Schauspieler: in einem demokratischen Zeitalter. Reduktion des Litteraten auf den Schauspieler |
| C. | Problem einer Verschmelzung der europäischen Aristokratie oder vielmehr des preußischen Junkers mit Jüdinnen. |
36 [46]
der deutsche Atheismus.
die Schulmeister-Cultur.
der deutsche Pessimismus.
36 [47]
Die Gefahren der jüdischen Seele: Schmarotzerthum und Schauspielerei
Der Jude “repräsentirt” nicht
Die Schulmeister-Cultur.
Der deutsche Pessimismus.
Die Einsiedler:
Die Deutschthümelei.
Die deutsche Musik.
Die Litteraten. Die Frauen.
Mißtrauen gegen die modernen Ideen.
Der deutsche Anarchismus.
36 [48]
Feindschaft gegen alles Litteratenhafte und Volks-Aufklärerische, insonderheit gegen alles Weibs-Verderberische, Weibs-Verbildnerische—denn die geistige Aufklärung ist ein unfehlbares Mittel, um die Menschen unsicher, willensschwächer, anschluß- und stütze-bedürftiger zu Machen, kurz das Heerdenthier im Menschen zu entwickeln: weshalb bisher alle großen Regierungs-Künstler (Confucius in China, das imperium romanum, Napoleon, das Papstthum, zur Zeit, wo es die Macht und nicht nur den Willen zur Macht hatte wo der herrschende Instinkt bisher kulminirte, auch sich der geistigen Aufklärung bedienten; mindestens sie walten ließen (wie die Päpste der Renaissance) Die Selbst-Täuschung der Menge über diesen Punkt z. B. in aller Demokratien, ist äußerst werthvoll: die Verkleinerung und Regierbarkeit des Menschen wird als “Fortschritt” erstrebt!
36 [49]
Über den deutschen Pessimismus.—
Die Verdüsterung, die pessimistische Färbung, kommt nothwendig im Gefolge der Aufklärung. Gegen 1770 bemerkte man bereits die Abnahme der Heiterkeit; Frauen dachten, mit jenem weiblichen Instinkt, der immer zu Gunsten der Tugend Partei nimmt, daß die Immoralität daran Schuld sei. Galiani traf ins Schwarze: er citirt Voltaires Vers.— Wenn ich nun vermeine, jetzt um ein paar Jahrhunderte Voltaire und sogar Galiani—der etwas viel Tieferes war—in der Aufklärung voraus zu sein: wie weit mußte ich also gar in der Verdüsterung gelangt sein! Dies ist auch wahr: und ich nahm zeitig mit einer Art Bedauern Acht vor der deutschen und christlichen Enge und Folge-Unrichtigkeit des Schopenhauerschen oder gar Leopardischen Pessimismus und suchte die principiellsten Formen auf (—Asien—) Unter die Fortdenker des Pessimismus rechne ich nicht E v H, vielmehr unter die “angenehmen Litteraturen” usw. Um aber diesen extremen Pessimismus zu ertragen (wie er hier und da aus meiner “Geburt der Tragödie” heraus klingt) “ohne Gott und Moral” allein zu leben, mußte ich mir ein Gegenstück erfinden. Vielleicht weiß ich am besten, warum der Mensch allein lacht: er allein leidet so tief, daß er das Lachen erfinden mußte. Das unglückliche und melancholische Thier ist, wie billig, das heiterste.
36 [50]
Über die deutschen Lyriker. —
36 [51]
Süden und Morgenland.
36 [52]
Brahms, kein “Ereigniß,” keine Ausnahme, kein Riß der Kette vor Wagner, vielmehr ein Ring mehr, ein Wenn man von dem absieht, was er gleichsam einem gastfreundlichen Genius fremder Arten und Menschen gelegentlich geopfert hat—auch Opfer der Pietät gegen große Lehrer, alte und neue, hinzugerechnet—so ist er der Musiker, welcher bisher allein auf die Bezeichnung “der norddeutsche Musiker” Anspruch hat.
36 [53]
Die Deutschen sind noch nichts, aber sie werden etwas; also haben sie noch keine Kultur,—also können sie noch keine Cultur haben! Dies ist mein Satz: mag sich daran stoßen, wer es muß: nämlich wer Deutschthümelei im Schädel (oder im Schilde) führt!— Sie sind noch nichts: das heißt: sie sind allerlei. Sie werden etwas: das heißt, sie hören einmal auf, allerlei zu sein. Dies letzte ist im Grunde nur ein Wunsch, kaum noch eine Hoffnung; glücklicher Weise ein Wunsch, auf den hin man leben kann, eine Sache des Willens, der Arbeit, der Zucht, der Züchtung so gut als eine Sache des Unwillens, des Verlangens, der Entbehrung, des Unbehagens, ja der Erbitterung: kurz, wir Deutschen wollen Etwas von uns, was man vor uns noch nicht wollte—wir wollen Etwas “mehr”!
Daß diesem “Deutschen was wird und noch nicht ist”—etwas Besseres zukommt als die heutige deutsche “Bildung,” daß alle “Werdenden” ergrimmt sein müssen, wo sie eine Zufriedenheit auf diesem Bereiche, ein dreistes “Sich-zur-Ruhesetzen” oder “Sich-selbst-Anräuchern” wahrnehmen: das ist mein zweiter Satz, über den ich auch noch nicht umgelernt habe.
36 [54]
Wie ein Theologe heute ein gutes Gewissen bei seiner Christlichkeit haben kann, ist mir unverständlich und unzugänglich; aber es giebt genugsam gutes Gewissen bei ihm—es scheint mit dem “guten Gewissen” nicht viel auf sich zu haben!
36 [55]
“Deutsch.”
Fragen und Gedankenstriche.
Gedanken über Zucht und Züchtung.
36 [56]
Der beleidigte Stolz, der Verdruß darüber, dort geliebt zu haben, wo man hätte verachten können, eine hinzukommende Schwermuth über die entstandene Leere und Lücke, endlich der Biß der intellektuellen Eitelkeit, welche sagte “du hast dich betrügen lassen”—: dies war das nächste Erlebniß. Aber ein philosophischer Mensch treibt alles Erlebte ins Allgemeine, alles Einzelne wächst zu Ketten
36 [57]
Die asiatischen M sind hundert Male großartiger als die europäischen
36 [58]
Die Urwald-Vegetation “Mensch” erscheint immer, wo der Kampf um die Macht am längsten geführt worden ist. Die großen Menschen.
36 [59]
Selbst die Entwicklung der “höchsten” Intelligenzen ist unter der Unfreiheit und dem Gegendrucke gezüchtet worden. Dem “liberalen Geiste” wird nichts bisher verdankt. Man unterschätzt, welche Verfeinerung die Gewissensqual einer zugleich christlichen und wissenschaftlich-logischen Weltauslegung für den Geist mit sich gebracht hat.
36 [60]
“Zur Kritik der modernen Seele.”
11, 36[1-60] Juni-Juli 1885
36 [1]
Gai saber.
Прелюдия к философии будущего.
Сочинение
Фридриха Ницше.
Приложение
Современная душа.
Опыт просвещения о сегодняшнем и завтрашнем.
36 [2]
Никогда от живых существ не требовалось больших усилий, чем при возникновении суши: привыкшие и приспособленные к жизни в океане, они должны были менять и выворачивать наизнанку свое тело и свои обычаи и все делать по-другому, не так, как они привыкли до сих пор, — никогда еще не было на земле более странного превращения. — Если когда-то из-за провалов, из-за постепенного разлома земли океан опускался в расселины, пропасти и ямы и обретал глубину, то сегодня, выражаясь иносказательно, с людьми происходит нечто прямо противоположное, а именно округление и выравнивание человека, исчезновение расселин, пропастей и ям и, как следствие, — исчезновение твердой земли под ногами. Для человека, которого моя мысль сделала круглым и цельным, теперь «все в море», море повсюду — но оно само лишилось глубины. — Однако я шел к совсем другому сравнению и сбился с пути! Я хотел сказать: я, как и любой другой, родился земным существом, но вопреки этому вынужден быть морским животным!
36 [3]
Германии, богатой искусными и хорошо образованными учеными, с давнего времени до такой степени недостает великих душ и могучих умов, что она, кажется, разучилась понимать, что такое великая душа и что такое могучий ум; сегодня посредственные и к тому же неудавшиеся люди едва ли не с чистой совестью и ничуть не смущаясь приходят на базар и нахваливают себя как великих людей, реформаторов; так, например, поступает Евгений Дюринг, искусный и хорошо образованный ученый, который, однако, почти каждым своим словом выдает, что в нем скрывается мелочная душонка, разрываемая узкими завистливыми чувствами, и что движет им не могучий, бьющий через край, благотворный и расточительный ум, а тщеславие! Но стремиться к почестям в этом веке еще более недостойно философа, чем в каком-нибудь более раннем: теперь, когда властвует чернь, когда чернь раздает почести!
36 [4]
Когда философ оказывается среди homines bonae voluntatis, среди добродушных, сострадательных, мягких, заурядных, то ему представляется, что он попал во влажный воздух, под затянутое облаками небо. Какое-то время ему среди них хорошо, он чувствует облегчение, но стоит ему присмотреться внимательнее — и он замечает, что и сам в этом ложном окружении становится ленивым и небрежным, а также тщеславным — но прежде всего унылым. Чтобы быстро понять, насколько слаба и мелка эта добродушная масса людей при всей их мнимой любезности, философу достаточно раздразнить и поранить их тщеславие, так что они станут браниться; тогда очень скоро проявится «мелкость» этих вод, а возможно, и все то, что скрывается под благовоспитанной, легкой и синей поверхностью: песок, грязь и претенциозность.
36 [5]
Женщины в Европе, если отвлечься от их непосредственного занятия («рожать детей»), годятся для многих полезных вещей. С венками приятно танцевать. С француженкой можно causer, с итальянкой poser, с немкой — oser. Среди евреек есть премилые болтушки: примером тому служит Рахиль, вся закутанная в гётевские кружева и самодовольство. Русская уже, как правило, что-нибудь испытала, о чем-нибудь таком подумала. Англичанки умеют самым женственным и божественным образом краснеть — иногда, подобно ангелам, почти без всякой на то причины; короче говоря, перечислению не будет конца, если захотеть неопровержимо и твердо, по utilitatians доказать пользу женщин, в которую верит весь мир.
36 [6]
Gai saber.
Прелюдия к философии будущего.
К мистралю. Танцевальная песнь.
| I | часть. | 1. Без страстного удовольствия — | |
| Окончание. «А знаете ли вы, что значит для меня “мир”?» — | |||
| II | часть. | ||
| Окончание. «Когда я был очень молод, Дионис». | |||
| III | часть. | О будущем искусств. | |
| IV | часть. | Зеркало. | |
| V | часть. | Среди свободных духом. |
36 [7]
Мое «сострадание». — Это чувство, которому я не знаю подходящего имени; я испытываю его, когда наблюдаю расточительство драгоценных способностей, например при виде Лютера: какая мощь и какие пошлые провинциальные проблемы (в эпоху, когда во Франции уже был возможен смелый и веселый скепсис Монтеня!). Или когда я, под влиянием нелепой случайности, вижу кого-то, кто не стал тем, кем мог бы стать. Или же когда я думаю о судьбе человечества, со страхом и презрением присматриваясь к сегодняшней европейской политике, которая, при всех обстоятельствах, ткет паутину будущего всех людей. Да, чем мог бы стать «человек», если бы — —! Вот мой род «сострадания» — хотя не существует ни одного страдающего, которому бы я сострадал.
36 [8]
Moralia
Испокон веков человек живет в глубоком невежестве относительно своего тела и довольствуется лишь несколькими формулами, с помощью которых узнает о своем состоянии; схожим образом обстоят дела и с суждениями о ценности людей и действий: мы придерживаемся нескольких внешних и второстепенных знаков и даже не ощущаем, сколь неизвестны, сколь чужды мы сами для себя. И что касается суждений о других: как быстро и «уверенно» судит даже самый осторожный и справедливый!
36 [9]
Moralia.
Нужно как следует поразмышлять, чтобы понять: «добро само по себе» не существует, доброе может мыслиться лишь как «доброе для чего-то», и что хорошо с одной точки зрения, в то же время по необходимости «зло и вредно» со многих других; короче говоря: любая вещь, которую мы называем «доброй», точно так же может быть названа и «злой».
36 [10]
Как давно я пытаюсь доказать себе совершенную невинность становления! И какими странными путями я шел к этому! Однажды мне показалось, что верным решением будет, если я постановлю: «бытие, как своего рода произведение искусства, не может находиться под юрисдикцией морали; напротив, сама мораль относится к сфере явлений». В другой раз я сказал: все понятия вины объективно лишены всякой ценности, но вся жизнь по необходимости несправедлива и алогична. В третий раз я добился от себя отрицания всех целей и ощутил непознаваемость причинных связей. И ради чего все это? Не для того ли, чтобы создать у самого себя чувство полной безответственности — поставить себя вне любой похвалы и любого порицания, вне любой зависимости от прошлого и настоящего, чтобы своим путем идти к моей цели? —
36 [11]
В сущности мораль враждебна науке: уже Сократ — и притом потому, что наука принимает за важные вещи, не имеющие ничего общего с «добром» и «злом», а стало быть, лишающие веса чувство «добра» и «зла». Мораль хочет, чтобы человек целиком, всеми своими силами был у нее на службе: она считает расточителем того, кто недостаточно богат для расточительства и всерьез занимается растениями и звездами. Поэтому, когда Сократ заразил науку болезнью морализаторства, научность в Греции быстро пошла на спад; высота мысли Демокрита, Гиппократа и Фукидида не была достигнута вторично.
36 [12]
Человек в общении
Если кто-то на улице ответит на приветствие прежде, чем узнает человека, то это признак отсутствия благородного образа мыслей: — приветствие и его форма должны быть отличием — за единственным исключением, когда князь (или тот, qui range aux souverains) идет своей дорогой и его приветствуют. Это его привилегия: он может не знать никого, но его должны знать все. Сравнение.
36 [13]
Человек наедине с собой:
Как по-разному воспринимается дело и работа всей жизни в зависимости от того, занимаемся ли мы этим первыми в роду или тем же самым до нас занимались наши отцы и деды! В первом случае мы испытываем сильные внутренние затруднения, но вместе с тем и внезапные приливы гордости; чистая совесть еще не связана с такой деятельностью, нечто в ней легко воспринимают как не обязательное, случайное.
36 [14]
Какое значение может иметь и в дальнейшем сохранять Вагнер для не-музыкантов — этим вопросом мы пока задаваться не будем. Рихард Вагнер вне всякого сомнения дал немцам этой эпохи самое обширное представление о том, кем мог бы быть художник: уважение к «художнику» вдруг стало расти; он повсюду вызвал к жизни новые оценки, новые желания, новые надежды — и, может быть, в немалой степени лишь обещающей, неполной, несовершенной сущностью своих представлений об искусстве. Кто только не учился у него! И если не столь непосредственно, как художники-исполнители и позеры всех мастей, то, по крайней мере, опосредованно, как говорится, «при случае заимствуя что-то у Рихарда Вагнера». Благодаря его появлению даже философское познание получило ощутимый импульс, в этом нет сомнения. Сегодня есть множество эстетических проблем, о которых до Рихарда Вагнера даже самые утонченные умы не имели ни малейшего представления, — в первую очередь проблема актера и его отношение к разным видам искусства, не говоря уже о психологических проблемах, которые в изобилии выдвигает характер Вагнера и вагнеровское искусство. Правда, степень его собственного проникновения в царство познания заслуживает не похвалы, а скорее безусловного отпора; в кущах науки он всегда вел себя как крайне нескромный и неуклюжий незваный гость. «Философствование» Вагнера относится к самым непозволительным видам дилетантства; то, что над этими его упражнениями даже не посмеялись, — результат старого германского «культа туманности». Но если захочется оказать ему честь и как «мыслителю» и помочь воздвигнуть памятник — а доброй воли и верноподданнических чувств его сторонникам тут не занимать, — что ж! В таком случае я рекомендую изобразить его в виде гения германской туманности, с чадящим факелом в руке и с восторгом во взоре спотыкающимся о камень. Когда Вагнер «мыслит», он спотыкается. — Однако нас будет интересовать музыкант Вагнер...
36 [15]
Если бы у мира была цель, он должен был бы ее уже достичь. Если бы для него существовало непреднамеренное конечное состояние, оно тоже уже было бы достигнуто. Если бы он вообще был способен на неподвижность и закоснелость, на «бытие» — хотя бы в одно из мгновений своего становления, — то опять-таки всякому становлению давно пришел бы конец, а значит, и всякому мышлению, всякому «духу». Наличие «духа» как становления доказывает, что мир не имеет цели и конечного состояния и не способен на бытие. — Однако старая привычка примысливать всякому событию цели, а миру — правящего творящего бога столь сильна, что мыслителю трудно вновь поверить в его намеренную бесцельность.
Во власти этой идеи — что мир намеренно избегает цели и даже умеет искусно остерегаться попадания в круговорот — обязательно оказываются все те, кто хотел бы навязать миру способность к вечному обновлению, то есть конечной, определенной силе неизменной величины, какой является «мир», — чудесную способность к бесконечному преобразованию его форм и положений. Если уже не бог, то по крайней мере мир должен обладать божественной созидающей силой, бесконечной силой преобразования; он должен намеренно избегать возвращения к старым формам, он должен иметь не только желание, но и средства для предохранения себя от любого повторения; тем самым он должен в любое мгновение контролировать каждое свое движение, чтобы избежать достижения целей, конечных состояний, повторов — и всего того, к чему могли бы привести такой непростительно-безумный образ мыслей и подобные желания. Это все тот же старый религиозный образ мыслей и все то же желание, своего рода стремление поверить, что в чем-то мир все-таки равен старому, возлюбленному, бесконечному, безгранично-созидающему богу, что где-то «еще живет старый добрый бог», — то самое страстное желание Спинозы, которое выражено в словах «deus sive natura» (он даже воспринимал это как «natura sive deus»).
Но как определеннее всего сформулировать тезис и веру, в которых бы точно отразился решительный поворот, достигнутый теперь перевес научного духа над духом религиозным, выдумывающим богов? Не будет ли он звучать так: мир, как силу, недопустимо мыслить безграничным, ибо таким его невозможно мыслить; мы запрещаем себе пользоваться понятием бесконечной силы, так как это несовместимо с понятием «сила». Стало быть, мир не обладает и способностью к вечному обновлению.
36 [16]
Будь на то моя воля, сейчас было бы самое время объявить войну европейской морали и всему, что на ней произросло. Нужно разрушить до основания это временное устройство, сложившееся у европейских народов и государств. Христианско-демократический образ мыслей благоприятствует росту стадного животного, умалению человека, он ослабляет могучие движущие силы (зло—), он ненавидит принуждение, жесткую дисциплину, великую ответственность, великий риск. Наиболее посредственные пользуются этим и устанавливают свои масштабы ценностей.
36 [17]
Но кому говорю я все это? Где эти «свободные духом»? Есть ли такие «среди нас»? —
Я оглядываюсь вокруг себя: кто мыслит, кто чувствует, как я? Кто стремится к тому же, что и я в моих заветных желаниях? Но до сих пор я никого не нашел. Быть может, я лишь плохо искал? Быть может, те, что на мой лад страдают от новой беды и нового счастья, скрываются, как это делаю я? И надевают маски, как это делал я? И, следовательно, не очень годятся для поисков себе подобных?
Мы, новые философы, мы, пробующие, думаем по-иному — и не хотим довольствоваться лишь мыслями. Мы мыслим свободнее — быть может, настанет день, когда люди увидят, что и действуем мы свободнее. Пока нас трудно узнать; нас поневоле путают. Не «вольнодумцы» ли мы?
Сегодня «вольнодумцы» есть во всех странах Европы, а также в Северной Америке; не относимся ли к ним и мы? Нет, господа, вы хотите примерно противоположного тому, что намерены делать философы, которых я называю искусителями. Они почти не испытывают соблазна обмениваться с вами лживыми любезностями. Более того, если бы вы, «свободные мыслители», имели хоть малейшее представление о том, от чего можно освободиться и к чему это может привести! Мне кажется, вы стали бы самыми яростными противниками того, что я называю своей «свободой духа», своим «миром по ту сторону добра и зла».
Мне больше не нужно верить в «души», я отрицаю «личность» и ее мнимое единство и в каждом человеке нахожу материал для весьма отличных друг от друга «личностей» (и масок), «абсолютный дух» и «чистое познание» для меня всего лишь мифические существа, за которыми плохо скрыто contradictio in adjecto — все это я, по-видимому, делает меня похожим на многих из этих «вольнодумцев», даже если не упоминать об отрицании бога, которое многие славные англичане еще и сегодня считают огромным испытанием на свободомыслие. Меня разделяют с ними оценки, ибо все они принадлежат демократическому движению и хотят равных прав для всех, а в существующих доныне формах старого общества видят причину человеческих недостатков и вырождения, с восторгом думая о разрушении этих форм; временами им кажется, будто самое человечное, что они могут сделать, — это помочь людям в повышении уровня духовной «свободы». Короче говоря, они относятся к «нивелировщикам», к той породе людей, которая в любом отношении резко противоречит моему вкусу и еще больше моему разуму. Я и в делах духа хочу войны и противоречий, и притом больше войны и больше G чем когда-либо; я скорее одобрил бы жесточайший деспотизм (как школу, воспитывающую гибкость духа), чем тепловато-влажный воздух века «свободной прессы», в котором всякий дух становится ленивым и глупым и потягивается. В этом я по-прежнему остаюсь тем, кем был, — «несвоевременным».
Но мы, новые философы, начинаем не только с описания действительного рангового порядка людей и ценностных различий между ними, — мы стремимся к противоположности уподобления, выравнивания, мы проповедуем отчуждение в любом смысле, мы разверзаем пропасти, каких еще не существовало, мы хотим, чтобы человек стал злее, чем был до сих пор. Пока еще мы сами живем скрытно, в отчуждении друг от друга. По многим причинам нам необходимо быть отшельниками и носить маски — вот почему мы мало пригодны для поиска единомышленников. Мы будем жить одиноко и, возможно, пройдем через муки всех семи одиночеств. Если же наши пути случайно пересекутся, то могу поспорить, что мы не узнаем или обманем друг друга.
36 [18]
Я остерегаюсь говорить о химических «законах»: в этом есть моральный привкус. Речь скорее идет об абсолютном распределении сил: более сильное становится господином над более слабым, если последнее не в состоянии защитить свой уровень самостоятельности; здесь не может быть места для жалости, для пощады, еще меньше для пиетета перед «законами»!
36 [19]
Трудно поверить, чтобы нашего «познания» хватало на что-то большее, чем простое сохранение жизни. Морфология свидетельствует о том, что чувства и нервы, а также мозг развиваются в соответствии с трудностью добывать пропитание.
36 [20]
И в неорганическом мире для обладающего силой атома имеет значение только его ближайшее окружение: отдаленные силы уравновешиваются. В этом суть перспективизма, причина того, почему живое существо насквозь «эгоистично».
36 [21]
Более слабое тянется к более сильному в поисках пропитания; оно хочет найти в нем убежище, по возможности слиться с ним. Более сильный, наоборот, сопротивляется этому, он не хочет таким образом погибнуть; во время роста он предпочитает делиться на две или несколько частей. Чем сильнее тяга к слиянию, тем больше нужно рассчитывать на слабость; чем сильнее стремление к разнообразию, различиям, внутреннему распаду, тем больше силы присутствует в этом процессе.
Инстинкт сближения и инстинкт отталкивания как в неорганическом, так и в органическом мире служат связующим звеном. Полное разделение есть предрассудок.
Воля к власти присутствует в каждой комбинации сил, правильнее говорить о защите от более сильного и атаке на более слабого. NB. Процессы как «существа».
36 [22]
Связь неорганического с органическим должна заключаться в силе отталкивания, от каждого атома. Жизнь можно было бы определить как продолжающуюся форму процесса установления сил, когда разные противоборствующие стороны растут неравномерно. В известной мере и в послушании заключено сопротивление; собственная сила не признает себя побежденной. Точно так же и в приказании присутствует признание, что абсолютная сила противника остается непобежденной, не ассимилируется и не растворяется. «Повиновение» и «приказание» суть формы военной игры.
36 [23]
Постоянные переходы из одного состояния в другое не позволяют говорить об «индивиде» и т.д.; «количество» существ постоянно меняется. Мы бы не говорили о времени и ничего не знали о движении, если бы не верили, что в самых общих чертах видим наряду с движущимся и находящееся в «покое». Точно так же нельзя было бы говорить о причине и следствии, а без помощи ложной концепции «пустого пространства» мы не пришли бы к концепции пространства вообще. Тезис об идентичности имеет подоплекой «видимость», что существуют одинаковые вещи. В строгом смысле слова становящийся мир нельзя было бы ни «понять», ни «познать»: только потому, что «понимающий» и «познающий» интеллект обнаруживает уже созданный мир, грубо сколоченный из сплошных «видимостей», но застывший, только потому, что благодаря такого рода видимости сохраняется жизнь, — только по этой причине существует нечто вроде «познания», то есть сопоставление более ранних ошибок с более поздними.
36 [24]
Солнце: его движения есть результаты 1) притяжения других планет, 2) это вызывает сближение со всеми и 3) сопротивление более сильному солнцу.
36 [25]
Я верю в абсолютное пространство как субстрат силы: она ограничивает и придает форму. Время вечно. Однако не существует ни пространства, ни времени самих по себе: «изменения» суть только явления (или воспринимаемые нами чувственные процессы); если мы установим, что они регулярно возвращаются, то тем самым еще не будет обосновано ничего, кроме факта, что так происходило всегда. Чувство, что post hoc есть propter hoc, легко объяснить как недоразумение; это понятно. Но явления не могут быть «причинами»!
36 [26]
«Субъект», «объект», «предикат» — это деление создано и в виде схемы накладывается на все кажущиеся факты. Фундаментальная ложность этой схемы заключается в том, что я верю, будто именно я что-то делаю, от чего-то страдаю, что-то «имею», «обладаю» каким-то качеством. Это «действие», «страдание», «обладание» —
36 [27]
Я могу признать лишь то, что философия есть самая общая форма истории, попытка как-то описать гераклитовское становление, сократить и свести его к знакам (перевести в своего рода мнимое бытие и мумифицировать).
36 [28]
«Унаследование», как нечто совершенно необъяснимое, может использоваться не для объяснения, а только для обозначения, фиксирования проблемы. Это же касается и «способности к приспособлению». В действительности морфологическое представление, при условии, что оно совершенно, не объясняет, а лишь описывает чрезвычайно важные факты. Этим нельзя объяснить, как орган используется для какой-нибудь цели. В таких вещах предполагаемые causae finales столь же мало помогают объяснению, как и causae efficientes. Понятие «causa» всего лишь средство выражения, не более того: средство обозначения.
36 [29]
Есть аналогии, например, наша память аналогична другой памяти, которая в процессе наследования и развития проявляет себя в формах. Наша изобретательность и наши эксперименты аналогичны изобретательности в применении инструментов для новых целей и т.д. То, что мы называем своим «сознанием», не виновато во всех существенных процессах нашего самосохранения и нашего роста; ни одна голова не способна сконструировать нечто большее, чем просто машину, — органический процесс ушел в этом далеко вперед.
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Мы несправедливы к Декарту, когда называем легкомысленной его ссылку на достоверность бога. На деле только при допущении существования морального и однородного с нами бога «истина» и поиски истины могут быть чем-то, что имеет смысл и обещает успех. Если отставить этого бога в сторону, позволительно задаться вопросом, не относится ли обман к условиям существования.
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Триумфальное понятие «сила», с помощью которого физики создали бога и мир, нуждается в дополнении: ему нужно придать внутренний мир, который я называю «волей к власти», то есть неутолимым желанием проявления власти или применением, использованием власти как творческого импульса и т.д. Физики не могут освободить свои принципы от «воздействия на расстоянии», а также от отталкивающей (или притягивающей) силы. Тут ничто не поможет: необходимо все движения, все «явления», все «законы» воспринимать только как симптомы внутреннего процесса и до конца использовать аналогию с человеком. У животного возможно все инстинкты вывести из воли к власти; точно так же все функции органической жизни можно вывести из этого единого источника.
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Лейбниц опасен, как истинный немец, который нуждается в маскировке и в поверхностных философиях; он до крайности смел и загадочен, но не имеет прошлого. Спиноза глубже, разностороннее, таинственнее Картезия: в нем таится больше пропастей; Паскаль, в свою очередь, глубже Спинозы. В сравнении с этими отшельниками духа и совести Юм и Локк — поверхностные люди;
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К критике немецкой души.
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Из всех толкований мира, предпринимавшихся до сих пор, на переднем плане сегодня, судя по всему, победоносно стоит механистическое, и оно явно не терзается угрызениями совести; ни одна наука не надеется на прогресс и успех, если они не достигнуты с помощью механистических процедур. Процедуры эти известны всякому: из игры при первой возможности выводят «разум» и «цели», доказывая, что за соответствующий промежуток времени все может появиться из всего, и не скрывают злорадной ухмылки, когда «мнимая намеренность в судьбе» какого-нибудь растения или какой-нибудь ящерицы вновь сводится к давлению и толчку; короче говоря, в данном случае всем сердцем поклоняются, если в столь серьезном деле допустимо шутливое выражение, величайшей глупости. Вместе с тем даже у исключительных умов, принадлежащих к этому движению, можно встретить предчувствие и мучительную тревогу, что в этой теории есть дыра, которая раньше или позже станет ее последней дырой, — я хочу сказать, станет отверстием свистка, в который свистят, когда оказываются в крайней беде. Однако давление и толчок нельзя «объяснить», нельзя избавиться от actio in distans; в результате утрачивается вера в саму возможность объяснения и приходится с кислой миной соглашаться, что описание, а не объяснение того, что вскоре физики окажутся во власти динамического истолкования мира, отрицающего «пустое пространство» и комочки-атомы (правда, для динамики требуется еще и внутреннее качество) —
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Путеводная нить тела.—
Если предположить, что «душа» была притягательной и таинственной идеей, расставание с которой по справедливости давалось философам неохотно, тогда, быть может, то, чем они учатся ее заменять, будет еще притягательнее и таинственнее. Человеческое тело, в котором снова оживает и обретает плоть отдаленное и ближайшее прошлое всего органического становления, сквозь которое и через которое, по всей видимости, течет огромный неслышный поток, — это человеческое тело представляет собой более удивительную идею, нежели старая «душа».
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Во все времена охотнее доверяли телу, как самому надежному признаку нашего бытия, короче говоря, своему еdo, нежели духу (или «душе», или субъекту, как принято называть душу в школах). Никому не приходила в голову мысль рассматривать свой желудок как чужой, божественный; в то же время существуют свидетельства о том, что человек во все времена проявлял склонность и вкус к восприятию своих мыслей как «подсказанных» извне, своих ценностных оценок как «внушенных неким богом», своих инстинктов как деятельности в забытьи. Сегодня, в особенности среди художников, все еще можно в избытке встретить удивление и почтительное недоумение, когда их спрашивают, откуда взялось удачное решение, из какого мира пришла к ним творческая идея: на их лицах при этом возникает выражение невинности и какого-то детского стыда, они не осмеливаются сказать «это родилось во мне, это моя рука бросила кости». — Напротив, даже те философы и религиозные деятели, которым их логика и благочестие давали убедительнейшие основания воспринимать телесное как обман, причем как обман преодоленный, с которым удалось справиться, не могли не признавать нелепой реальности, что тело от этого не переставало существовать; странные свидетельства этому можно найти частью у апостола Павла, частью в философии Веданты.
Вот что, в конце концов, значит сила веры! Благодаря этому все еще остается возможность для весьма глупой веры! — Об этом следует подумать: —
И наконец, если вера в тело всего лишь следствие умозаключения и, как утверждают идеалисты, умозаключения ложного, — разве тем самым не ставится под сомнение достоверность самого духа, который тем самым выступает причиной подобных ложных умозаключений? Если предположить, что многообразие, пространство, время, движение (и все остальное, что может служить предпосылкой веры в телесность) суть заблуждения, то какое недоверие это вызовет к духу, который побудил нас к подобным предпосылкам! Короче говоря, вера в тело пока еще более сильна, чем вера в дух, и кто захочет подорвать ее, тот тем самым еще более основательно подорвет веру в авторитет духа!
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«Человеческое, слишком человеческое»: в этом заголовке намечена воля к великому избавлению, попытка отдельного человека освободиться от любых предрассудков, направленных на защиту людей, и использовать все пути, ведущие достаточно высоко, чтобы, хоть на короткое мгновение, взглянуть на них сверху вниз. Не презирать в человеке достойное презрения, а как можно глубже выяснить, не заслуживает ли он презрения даже в лучшем и высшем, во всем, чем он до сих пор гордился, не достойны ли презрения сама эта гордость и безобидная поверхностная убежденность в правильности своих оценок: эта рискованная задача была одним из многих средств, к которым меня влекла более великая, более обширная задача. Хочет ли кто-нибудь пойти со мной этими путями? Я не советую этого никому. — Но вы все же хотите? Тогда в путь!
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Гёте — исключение: он жил среди немцев, изящно отгородившись от них и замаскировавшись; Шиллер относится к немцам, любившим торжественные и блистательные слова и роскошные жесты добродетели (— сюда же относится и его симпатия к кантовской морали и ее безоговорочному командному тону). Немцам больно признаваться, до чего сильно они напоминали (а в значительной своей части напоминают и сегодня) немецких Коцебу; как это часто случается, отчаянный мечтатель Занд отомстил, по всей видимости, не тому, кому следовало бы.
Янсен.
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Если и можно что-нибудь поставить в заслугу нынешним немцам, так это то, что они больше не выносят торжественных, блестящих, сверкающих слов Шиллера, которые их деды
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Обитатели маленьких немецких городов, как их изобразил Коцебу — а картину он нарисовал хорошую, — обрисованы по образу и подобию веймарцев в эпоху Шиллера и Гёте.
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Мелочность и убожество немецкой души, ее частью сладострастная, частью завистливая склонность отсиживаться в углу, ее закоренелое «мещанство» (если вспомнить об описании Коцебу), ее «лягушачий» кругозор в отношении всех высоких вещей (говоря языком художников), — как болезненно
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Если бы дело касалось только ума, прилежания и услужливости, прусские евреи давно бы уже занимали все высшие государственные должности, короче говоря, имели бы «власть» и в своих руках (как уже имеют ее — если судить по многочисленным свидетельствам — в своем «кармане»). Мешает этому их неспособность представлять власть. Даже в своем отечестве евреи не были господствующей кастой: их взор не убеждает, их язык чересчур легок и быстр, а в нужный момент их речь захлебывается, их гнев не имеет ничего общего с настоящим и глубоким львиным рыком, их желудки не выдерживают больших пиршеств, а разум — крепкого вина, их руки и ноги не приспособлены к гордым аффектам (их руки часто подрагивают — не знаю, от какого воспоминания); и даже то, как еврей садится на коня (или как еврейский музыкант берется за свою тему — «еврейский подход»), вызывает сомнение и дает понять, что евреи никогда не были рыцарской расой. Если евреи не раз проявляли свою неспособность быть судьями, то виновата в этом не их нравственность, а только их неуверенность при ее представлении. Отсюда следует, что прусский еврей должен быть опустившимся и захиревшим видом еврея: ведь восточный человек сам по себе разбирается в представлении несравненно лучше, например, северного немца, — Делакруа. Это вырождение еврея связано с неподходящим климатом и недобрым, гнетущим соседством со славянами, венграми и немцами; среди португальцев и мавров сохраняется более высокая раса евреев, да и торжественность смерти и своего рода канонизацию страсти никто еще на земле, вероятно, не изображал лучше, чем некоторые евреи Ветхого Завета: у них могли бы поучиться даже греки!
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Опасности, угрожающие еврейской душе: 1) она паразитическим образом пытается где-нибудь угнездиться; 2) она умеет, как говорят естествоиспытатели, «приспосабливаться», благодаря чему евреи стали прирожденными актерами, подобно полипам, которые, если верить Феогниду, принимают окраску той скалы, к которой приклеились. Их талант, более того, их склонность к тому и другому кажутся огромными; привычка ради мелких выгод не жалеть ума и упорства оставила роковой след в их характере, так что даже наиболее уважаемые крупные торговцы на еврейском финансовом рынке не могут удержаться, если позволяют обстоятельства, чтобы хладнокровно воспользоваться крошечными, убогими дополнительными выгодами, которые прусского финансиста заставили бы залиться краской стыда.
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Будущее немецкой культуры в руках сыновей прусских офицеров
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| А. | Евреи, самая древняя и чистая раса. Красота женщин. |
| Б. | Евреи - актеры: в демократическом столетии. Редукция литераторов к актерам |
| В. | Проблема слияния европейской аристократии или, скорее, прусского юнкерства с еврейками. |
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немецкий атеизм.
школярская культура.
немецкий пессимизм.
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Опасности еврейской души: паразитизм и актерство
Еврей ничего не «представляет»
Школярская культура.
Немецкий пессимизм.
Отшельники:
Немецкий национализм.
Немецкая музыка.
Литераторы. Женщины.
Недоверие к современным идеям.
Немецкий анархизм.
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Враждебное отношение ко всякой литературщине и народному просветительству, особенно ко всему по-женски испорченному, по-женски изуродованному — ибо духовное просвещение — это безотказное средство сделать людей неуверенными, слабовольными, еще более жаждущими поддержки и объединения с себе подобными, короче говоря, развить в человеке стадное животное, вот почему все великие мастера управления (Конфуций в Китае, imperium romanum, Наполеон, папство — в те времена, когда последнее заботилось не только о черни, но и о власти), в которых властные инстинкты до сих пор достигали своей кульминации, использовали и духовное просвещение, по крайней мере, не мешали ему господствовать (например папы в эпоху Возрождения). Самообман большинства относительно этого пункта, например во всякой демократии, чрезвычайно полезен: в умалении и управляемости человека видят «прогресс» и стремятся к нему!
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О немецком пессимизме.—
Омрачение, пессимистическая окраска неизбежно сопутствуют Просвещению. Примерно в 1770 году было замечено, что радостное настроение убывает; женщины, руководствуясь своим женским инстинктом, всегда выступающим на стороне добродетели, полагали, что в этом виноват аморализм. Галиани попал в точку: он цитирует стихотворение Вольтера. — Если предположить, что я на несколько столетий опередил Вольтера и даже Галиани, который много глубже его, в Просвещении, то насколько же дальше их я зашел в омрачении! И это верно: я своевременно с некоторым сожалением стал остерегаться немецкой и христианской узости и непоследовательности шопенгауэровского или даже леопардиевского пессимизма и обратился к его самым принципиальным формам (— Азия —). К продолжателям пессимизма я не отношу Э. фон Г., скорее к «приятной литературе» и т.д. Но чтобы вынести этот крайний пессимизм (время от времени звучащий в моей книге «Рождение трагедии»), жизнь «без бога и морали», мне пришлось придумать ему противовес. Должно быть, я лучше других знаю, почему смеется только человек: ведь только он страдает так глубоко, что ему пришлось изобретать смех. Самое несчастное и меланхолическое животное, по справедливости, еще и самое веселое.
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О немецких лириках. —
36 [51]
Юг и Восток.
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Брамс не «событие», не исключение, не разрыв цепи перед Вагнером, а скорее еще одно «Кольцо», — если отвлечься от того, какие чуждые виды и каких людей он время от времени жертвовал гостеприимному гению — считая и пиетет к великим учителям, старым и новым, — то он до сих пор единственный музыкант, который может претендовать на звание «северонемецкого музыканта».
36 [53]
Немцы еще не стали чем-то, но чем-то становятся, — следовательно, у них еще нет культуры, — следовательно, у них еще не может быть культуры! Вот мой тезис, и пусть наталкивается на него тот, кому следует, — а именно тот, у кого в голове (или на щите) немецкий национализм! Немцы пока еще ничто, то есть они пока все, что угодно. Они становятся чем-то, это значит, они прекратят однажды быть всем, чем угодно. Последнее в конечном счете является лишь пожеланием, даже не надеждой; к счастью, это пожелание, ради которого можно жить, дело воли, труда, дисциплины, воспитания, как и дело негодования, потребности, лишений, неудовольствия, даже озлобленности, — короче говоря, мы, немцы, хотим от себя того, чего от нас еще не хотел никто: мы хотим чего-то большего!
Что такому «немцу, который пока ничто и только становится чем-то», полагается нечто лучшее, чем нынешнее немецкое «образование», что все «становящиеся» должны приходить в ярость, а не впадать в самодовольство, в дерзкую самоуспокоенность, в «воскурение фимиама» самим себе, — это мой второй тезис, от которого я пока еще не отказался.
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Я не понимаю, как сегодня теолог может с чистой совестью уживаться со своим христианством, это недоступно моему разумению; однако в нем достаточно чистой совести — похоже, эта «чистая совесть» не многого стоит!
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«Немецкое».
Вопросы и тире.
Мысли о воспитании и взращивании.
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Оскорбленная гордость, досада на то, что приходится любить там, где следовало бы презирать, скорбь по поводу возникшей пустоты и пробелов, наконец, угрызения интеллектуального тщеславия, которое говорит: «ты дал себя обмануть», — вот переживания последнего времени. Однако человек философского склада приводит все переживания к общему знаменателю, и отдельные случаи вырастают в цепочки...
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Азиаты в сто раз величественнее европейцев.
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Появившееся в первобытном лесу существо «человек» всегда возникает там, где дольше всего идет борьба за власть. Великие люди.
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Даже высшие интеллекты развиваются в несвободе, испытывая противодействие. «Либеральному духу» до сих пор еще ничто не обязано своим появлением. Мы недооцениваем то совершенствование духа, которое принесли с собой муки совести христианского и одновременно научно-логического объяснения мира.
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“К критике современной души.”