11, 39[1-22] August-September 1885
39 [1]
Der Wille zur Macht.
Versuch
einer neuen Auslegung
alles Geschehens.
Von
Friedrich Nietzsche.
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“molkichter Geist”
Wie ein Kind bei fremden Feiertagen: scheu steht es da—nie hörte es noch diese Glocke, nie sah es noch diese Zierden und Feierkleider.
Bin ich denn ein Spiegel, der gleich trübe und blind wird, weil ein fremder Athem mich anhaucht, anfaucht?
Was willst du den Flaum von solchen Dingen schaben? —
Wahrheiten, die kein Lächeln vergüldet hat.
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Zarathustra 5 (die Jugend als Grundton) kriegerisch im höchsten Grade
| Auf einer alten Festung | die Trommeln der Herolde. |
| (Finale) | des Nachts wie am Rialto. |
| das Rosenfest. |
Zarathustra der gottlose Einsiedler, der erste Einsame, der nicht betete.
Seid ihr jetzt stark genug für meine Wahrheiten?
Wer gehört zu mir? was ist vornehm?
“Seid ihr Solche?” (als Refrain) die Rangordnung: und ihr müßt alles in euch haben, um herrschen zu können, aber auch unter euch!
Refrain:“u wenn ihr nicht sprechen dürft: “wir ehren sie, doch sind wir höherer Art”—so seid ihr nicht von meiner Art.
Das Rosenfest.
Nachts an der Brücke.
Zarathustra glücklich darüber, daß der Kampf der Stände vorüber ist, und jetzt endlich Zeit ist für eine Rangordnung der Individuen.
Haß auf das demokratische Nivellirungs-system ist nur im Vordergrund: eigentlich ist er sehr froh, daß dies so weit ist. Nun kann er seine Aufgabe lösen. —
Seine Lehren waren bisher nur an die zukünftige Herrscher-Kaste gerichtet. Diese Herren der Erde sollen nun Gott ersetzen, und das tiefe unbedingte Vertrauen der Beherrschten sich schlaffen. Vorerst: ihre neue Heiligkeit, ihre Verzichtleistung auf Glück und Behagen. Sie geben den Niedrigsten die Anwartschaft auf Glück, nicht sich. Sie erlösen die Mißrathenen durch die Lehre vom “Schnellen Tode,” sie bieten Religionen und Systeme an, je nach der Rangordnung.
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Die Selbst-Bespiegelung des Geistes, das Geknarr des logischen Räderwerks, die Aufdröselung der Instinkte
Gesetzt, ihr hättet alles in Formeln aufgelöst: was wäre dann? Sollen wir mit schlechtem Gewissen leben?
Ich bewundre die großen Fälschungen und Ausdeutungen: sie heben uns über das Glück des Thiers empor.
Die Überschätzung der Wahrhaftigkeit, in Kreisen des Heerdenthiers, hat guten Sinn. Sich nicht betrügen lassen—und folglich—nicht betrügen
Daß an sich der Wahrhaftige mehr werth sei als der Lügner, ist aus nichts zu erweisen: und vorausgesetzt, daß das Leben auf einem consequenten Getäuschtwerden beruht, so könnte ein consequ Lügner unter Umständen zu den höchsten Ehren kommen. Daß man schädigt, indem man nicht “die Wahrheit sagt,” ist eine Naivetät. Wenn der Werth des Lebens in gut geglaubten Irrthümern liegt, liegt das Schädigende im “Wahrheit-sagen.”
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Das jenseitige Leben weg?—man hat dem Leben die Pointe genommen.
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Wie die Feige matador ihr Ziele verfolgt, das verderbend, was sie nur als Stütze haben will: so die Vernunft den Philos. Was bedeutet eine jede Philosophie für das Leben des Menschen? Sei es als Erhöhung des Machtgefühls: Oder als Mittel ein unerträgliches Dasein zu maskiren? Hinter dem Bewußtsein arbeiten die Triebe.
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Ernährung Eigenthum Fortpflanzung Wollust (als Narkose Arbeit Überwindung von Schwingungen)
Der sublime Mensch hat den höchsten Werth, auch wenn er ganz zart und zerbrechlich ist, weil eine Fülle von ganz schweren und seltenen Dingen durch viele Geschlechter gezüchtet und beisammen erhalten worden ist.
Urwald-Thiere die Römer.
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Die Vergöttlichung des Teufels—wie geschah diese himmlische Illusion!
Der Glaube an die Güte Gerechtigkeit und Wahrheit im Grunde der Dinge hat etwas Haarsträubendes.
Die Masken des Teufels.
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Die Auslegung der Natur: wir legen uns hinein.
— der furchtbare Charakter.
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Zarathustra 1. die Ansätze der Differenzirung.
Alles “Glück” nur als Kur oder Ausruhen erlaubt. Gegen die “Glücklichen” und “Guten” und die Heerdenthiere.
Zarathustra 2. die “Selbst-Überwindung” des Menschen.
Grösster aller Kämpfe und längste Züchtung.
Als Mittel die “Versucher” heraufbeschwören.
| Zarathustra 3 | vom Ringe |
| der Urwald, alles in furchtbarer Größe |
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Um nicht Entgegengesetztes vom Wesen der Welt auszusagen, muß man festhalten, daß jeder Augenblick eine nothwendige Gesammt-Verschiebung aller Veränderungen bedeutet; aber als Denkendes Schaffendes muß es freilich vergleichen, folglich auch seinen eigenen inneren Zuständen gegenüber zeitlos sein können.
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| Cap. | Ernährung. Zeugung. Anpassung. Vererbung. Arbeits-Theilung. | Zurückgeführt auf Willen zur Macht. |
| Cap. | Die Nebenstellung des Bewußtseins neben dem eigentlich Treibenden und Regierenden. |
| Cap. | Die Umkehrung der Zeitordnung: auch im embryonischen Wachsthum (die organische Entwicklung umgekehrt, als sie im Gedächtniß eingelagert ist: zugleich das Älteste als das Stärkste voran). Wie die ältesten Irrthümer gleichsam das Rückgrat abgeben, an dem alles andere sich festhält. |
| Cap. | Die Entwicklung des Logischen |
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Die Eigenschaften des organischen Wesens.
Die Entwicklung der organischen Wesen.
Der Verband des Organischen und des Unorganischen.
“Erkenntniß” im Verhältniß zu den Bedingungen des Lebens. Das “Perspektivische.”
“Naturgesetze” als Feststellung von Machtverhältnissen.
“Ursache und Folge” ein Ausdruck für die Nothwendigkeit und Unerbittlichkeit dieser Machtfestsetzung.
Freiheit des Willens und Macht.
Schmerz und Lust im Verhältniß zum Willen zur Macht.
“Person” “Subjekt” als Täuschung. Ein beherrschtes Gemeinwesen. Am Leitfaden des Leibes.
Regieren und Gehorchen als Ausdruck des Willens zur Macht, im Organischen.
Entstehung des Logischen. “Begründung.”
Gegen die Selbst-Bespiegelung. Mathem.
Die physische Welt wie die seelische beide falsch, aber dauerhafte Irrthümer.
Der Künstler und der Wille zur Macht. Der Eindruck von Neutralität ist bezaubernd für Heerdenthiere. Palazzo Pitti und Phidias. Kunst je nach der Moral, für Heerde oder Führer:
die Widerlegung Gottes, eigentlich ist nur der moral Gott widerlegt.
Rechte und Pflichten.
Die Strafen.
Ausgangspunkt. Ironie gegen Descartes: gesetzt es gäbe im Grunde der Dinge etwas Betrügerisches, aus dem wir stammten, was hülfe es, de omnibus dubitare! Es könnte das schönste Mittel sein, sich zu betrügen. Überdies: ist es möglich?
“Wille zur Wahrheit” als “ich will nicht betrogen werden” oder “ich will nicht betrügen” oder “ich will mich überzeugen und fest werden,” als Form des Willens zur Macht.
| “Wille zur Gerechtigkeit” “Wille zur Schönheit” “Wille zum Helfen” | alles Wille zur Macht. |
zur Güte. |
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Zur Vorrede.
Das menschliche Begreifen—welches zuletzt immer ein Auslegen nach uns und unseren Bedürfnissen ist—steht im Verhältniß zum Range, den der Mensch in der Ordnung aller Wesen einnimmt. Es möge als Beispiel dienen, wie viel der Finger von dem weiß, was der Klavierspieler mit ihm ausführt. Er wird nichts als mechanische Vorgänge spüren und diese logisch combiniren. Auch unter Menschen üben die Niederen ihre Kräfte, ohne Ahnung, wozu sie im Großen Ganzen dienen. Die gesammte physische Causalität ist hundertfältig ausdeutbar, je nachdem ein Mensch oder andere Wesen sie ausdeuten.— Für gröbere Arten Mensch war die menschliche Art von Güte oder Gerechtigkeit oder Weisheit nachweisbar aus der Natur. Indem feinere geistigere Menschen jetzt diese Nachweisbarkeit ablehnen, thun sie es, weil ihr Begriff von Güte Gerechtigkeit und Weisheit gewachsen ist. Der Atheismus ist die Folge einer Erhöhung des Menschen: im Grunde ist er schamhafter, tiefer und vor der Fülle des Ganzen bescheidener geworden; er hat seine Rangordnung besser begriffen. Je weiter unsere Kenntniß wächst, um so mehr empfindet sich der Mensch in seinem Winkel. Die unverschämtesten und festesten Glaubensartikel, die wir in uns tragen, stammen aus der Zeit der größten Unwissenheit z. B. daß unser Wille Ursache ist usw. Wie naiv tragen wir unsere moralischen Werthschätzungen in die Dinge z. B. wenn wir von Naturgesetzen reden! Es möchte nützlich sein, einmal den Versuch einer völlig verschiedenen Ausdeutungsweise zu machen: damit durch einen erbitterten Widerspruch begriffen werde, wie sehr unbewußt unser moralischer Kanon (Vorzug von Wahrheit, Gesetz, Vernünftigkeit usw.) in unserer ganzen sog Wissenschaft regiert.
Populär ausgedrückt: Gott ist widerlegt, aber der Teufel nicht: und alle göttlichen Funktionen gehören mit hinein in sein Wesen: das Umgekehrte gieng nicht!
Er täuscht, er schafft täuschende Intellekte
Er zerstört mit Vorliebe
Er verdirbt, indem er die Besten antreibt zur höchsten Veredelung
Im Walde: er läßt seine Unschuld anbeten
Zuletzt: warum hassen wir ein solches Wesen?
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Zur Einleitung.
Nicht der Pessimismus (eine Form des Hedonismus) ist die große Gefahr, die Abrechnung über Lust und Unlust, und ob vielleicht das menschliche Leben einen Überschuß von Unlustgefühlen mit sich bringt. Sondern die Sinnlosigkeit alles Geschehens! Die moralische Auslegung ist zugleich mit der religiösen Auslegung hinfällig geworden: das wissen sie freilich nicht, die Oberflächlichen! Instinktiv halten sie, je unfrommer sie sind, mit den Zähnen an den moralischen Werthschätzungen fest. Schopenhauer als Atheist hat einen Fluch gegen den ausgesprochen, der die Welt der moralischen Bedeutsamkeit entkleidet. In England bemüht man sich, Moral und Physik zu verbrüdern, Herr von Hartmann Moral und die Unvernünftigkeit des Daseins. Aber die eigentliche große Angst ist: die Welt hat keinen Sinn mehr
In wiefern mit “Gott” auch die bisherige Moral weggefallen ist: sie hielten sich gegenseitig.
Nun bringe ich eine neue Auslegung, eine “unmoralische,” im Verhältniß zu der unsere bisherige Moral als Spezialfall erscheint. Populär geredet: Gott ist widerlegt, der Teufel nicht. —
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Mit der närrischen und unbescheidenen Frage, ob in der Welt Lust oder Unlust überwiegt, steht man inmitten der philosophischen Dilettanterei: dergleichen sollte man sehnsüchtigen Dichtern und Weiberchen überlassen. Auf einem nahen Sterne könnte schon so viel Glück und Lustbarkeit sein, daß damit “der Menschheit ganzer Jammer” zehn Mal aufgewogen würde: was wissen wir davon! Und andererseits wollen wir doch ja nur die Erbschaft des christlichen Tiefsinns und Feinsinns sein, daß wir nicht an sich das Leiden verurtheilen: wer es nicht mehr moralisch, zum “Heil der Seele” zu nutzen weiß, der sollte es mindestens aesthetisch gelten lassen — sei es als Künstler oder Betrachter der Dinge. Die Welt, das Leiden weggedacht, ist unaesthetisch in jedem Sinne: und vielleicht ist Lust nur eine Form und rhythmische Art desselben!
Ich wollte sagen: vielleicht ist Leiden etwas vom Wesentlichen alles Daseins.
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Man darf hoffen daß der Mensch sich so hoch erhebt, daß ihm die bisherigen höchsten Dinge, z. B. der bisherige Gottesglaube, kindlich-kindisch und rührend erscheinen, ja daß er noch einmal es macht, wie er es mit allen Mythen gemacht hat, nämlich Kindergeschichten und Mährchen verwandelt.
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NB. Die Glaubwürdigkeit des Leibes ist erst die Basis, nach der der Werth alles Denkens abgeschätzt werden kann. Gesetzt, wir hätten lauter Dinge erdacht, die es nicht giebt! (wie z. B. Teichmüller annimmt!) usw. Der Leib erweist sich immer weniger als Schein! Wer hat bis jetzt Gründe gehabt, den Leib als Schein zu denken? Der vollendete Brahman-Verehrer.
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Weib
Und wo einmal ein Weib zum Bewußtsein über irgend eine Begabung kommt: wie viel lächerliche Selbstbewunderung, wie viel “Gans” ist jedes Mal zugleich damit entfesselt!
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Jude
— ich hebe mit Auszeichnung Siegfried Lipiner hervor, einen polnischen Juden, der die mannichfaltigen Formen der europäischen Lyrik auf das Zierlichste nachzubilden versteht,—“beinahe ächt,” wie ein Goldschmied sagen würde —
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| Hellwald, Naturgeschichte des Menschen. |
| Hermann Müller Burmeister | über Pflanzen. |
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Zarathustra 4.
sagt zu den Seinen: gebt Acht, wer gegen Leiden, Schein, Narrheit redet
| — der gehört zum Volk, auch als Philosoph. Wie man am besten zur Masse redet? Ich weiß es nicht, es gehört nicht zu meiner Aufgabe. Es scheint mir, daß man ihr das Leben sehr erschweren muß durch die Forderungen strenger Tugenden: sonst werden sie faul und genüßlich, auch im Denken. |
Für die niederen Menschen gelten die umgekehrten Werthschätzungen: es kommt darauf an, in sie die Tugenden zu pflanzen. Die absoluten Befehle, furchtbare Zwingmeister, sie dem leichten Leben entreißen
die Bedeutung der Religionen
Zarathustra als Verführer der Jugend, die Rache der Väter, er heißt sie warten.
Zarathustra auf den Wällen der Festung gehend:—er hört den absoluten Pessimismus predigen. Die Stadt wird umringt. Er schweigt.
11, 39[1-22] August-September 1885
39 [1]
Воля к власти.
Опыт
нового истолкования
всего происходящего.
Сочинение
Фридриха Ницше.
39 [2]
«мутный дух»
Как ребенок на чужом празднике: робко стоит он —
никогда еще не слышал он этих колоколов, никогда еще
не видел таких украшений и праздничных одеяний.
Не зеркало ли я, что тускнеет и слепнет, когда на
него с шипением дует чужое дыхание?
К чему тебе соскребать пушок с таких вещей? —
Истины, не покрытые позолотой улыбки.
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Заратустра 5 (юность как основной тон) воинственный в высшей степени
| В старой крепости | герольды бьют в барабаны. |
| (финал) | ночью, как на мосту Риальто. |
| Праздник роз. |
Заратустра — безбожный одиночка, первый отшельник, который не молился.
Достаточно ли вы сильны сейчас для моих истин?
Кто принадлежит мне? Что благородно?
«Такие ли вы?» (как рефрен) ранговый порядок: и вы должны иметь в себе все, чтобы господствовать, но также среди вас!
Рефрен: «и если вы не можете сказать: «мы почитаем их, но мы высшего вида» — значит, вы не моего вида.
Праздник роз.
Ночью на мосту.
Заратустра счастлив, ибо борьба сословий миновала и, наконец, пришло время для рангового порядка индивидов.
Ненависть к демократической нивелирующей системе лишь на переднем плане: на самом деле он рад, что дошло до этого. Теперь он может решать свои задачи. —
Его учение было до сих пор адресовано только будущей касте правителей. Эти властители земли должны заменить бога, и добиться глубокого и безусловного уважения к себе со стороны подвластных. Прежде всего: их новая святость, их отказ от счастья и удовольствий. Они позволяют претендовать на счастье тем, кто ниже их, но не себе. Они избавляют неудавшихся посредством учения о «скорой смерти», они предлагают религии и системы в зависимости от рангового порядка.
39 [4]
Зеркальное отражение духа, скрип шестеренок логического механизма, распутывание инстинктов.
Если предположить, что вы все свели к формулам, — что тогда? Жить ли нам с нечистой совестью?
Я поражаюсь великим искажениям и толкованиям: они возвышают нас над животным счастьем.
Завышенная оценка истинности в кругу стадных животных имеет свою хорошую сторону. Не позволять себя обманывать — и, следовательно, не обманывать самим.
Ниоткуда не следует, что правдивый сам по себе более ценен, чем лжец, — и если предположить, что жизнь основана на постоянном обмане, то лжец при известных обстоятельствах может добиться высших почестей. Наивно полагать, что мы, говоря «неправду», наносим вред. Если ценность жизни заключается в заблуждениях, которым искренне верят, то вред заключается в «высказывании истины».
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Отказаться от потусторонней жизни?— значит лишить жизнь сути.
39 [6]
Как лиана «матадор» преследует свою цель, причиняя ущерб тому, что должно служить ей опорой, так и рассудок причиняет ущерб. Что значит любая философия для жизни человека? Будь то возвышение чувства власти или средство маскировки невыносимого бытия? За сознанием скрываются и работают инстинкты.
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Питание, собственность, продолжение рода, сладострастие (как наркоз), работа (преодоление эмоций).
Утонченный человек имеет высшую ценность, даже если он крайне нежен и хрупок, ибо таким образом выводится и сохраняется многими поколениями полнота крайне трудных и редких вещей.
Римляне как первобытные звери.
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Обожествление дьявола — как состоялась эта небесная иллюзия!
Вера в добро, справедливость и истину в основе своей имеет нечто возмутительное.
Маски дьявола.
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Истолкования природы: мы вкладываем в нее себя.
— ужасный характер.
39 [10]
Заратустра 1. Основания дифференциации.
Любое «счастье» разрешено лишь как лечение или отдых. Против «счастливых», «добрых» и стадных животных.
Заратустра 2. «Самопреодоление» человека.
Самая великая борьба и самое продолжительное выращивание.
В качестве средства привлечь «искусителей».
| Заратустра 3 | О кольце |
| девственный лес, все ужасающих размеров |
39 [11]
Чтобы не высказывать чего-то противоположного сути мира, нужно придерживаться того, что каждое мгновение означает необходимый общий сдвиг всех изменений, — однако в качестве мыслящего, созидающего нужно сравнивать, следовательно, уметь быть вне времени по отношению к своим собственным внутренним состояниям.
39 [12]
| Гл. | Питание. Зачатие. Приспособление. Наследование. Разделение труда. | Сведенное к воле к власти. |
| Гл. | Подчиненное положение сознания относительно того, что собственно движет и управляет. |
| Гл. | Переворачивание хронологического порядка, в том числе и в эмбриональном росте (органическое развитие идет обратно тому, как оно отложилось в памяти: самое древнее, как самое сильное, впереди). Как самые старые ошибки представляют собой хребет, на котором держится все остальное. |
| Гл. | Развитие логического. |
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Свойства органического существа.
Развитие органического существа.
Союз органического и неорганического.
«Познание» относительно условий жизни. «Перспективистское».
«Законы природы» как установление отношений власти.
«Причина и следствие» как выражение необходимости и неотвратимости этого установления власти.
Свобода воли и власть.
Боль и удовольствие относительно воли к власти.
«Личность», «субъект» как обман. Управляемое общество. Путеводная нить тела.
Управление и повиновение как выражение воли к власти в органическом.
Возникновение логического. «Обоснование».
Против самоотражения. Математика.
Физический мир и мир душевный ложны, но являются длительными заблуждениями.
Художник и воля к власти. Впечатление от нейтралитета восхищает стадных животных. Палаццо Питти и Фидий. Искусство в зависимости от морали, для стада или для вожаков:
опровержение бога; собственно, опровергнут лишь моральный бог.
Права и обязанности.
Наказания.
Исходная точка. Ирония по отношению к Декарту: если предположить, что в основе всех вещей есть нечто обманчивое, от которого мы и произошли, то какой смысл de omnibus dubitare! Это может стать наилучшим средством для самообмана. И потом: возможно ли это?
«Воля к истине» как «я не хочу быть обманутым» или «я не хочу обманывать» или «я хочу убедить себя и стать твердым», как форма воли к власти.
| «Воля к справедливости» «Воля к прекрасному» «Воля к оказанию помощи» | все это воля к власти. |
не добро. |
39 [14]
К предисловию.
Человеческое понимание—которое в конечном счете есть лишь толкование применительно к нам и нашим потребностям—связано с положением, занимаемым человеком в порядке всех существ. Примером может служить знание пальца о том, что делает с ним пианист. Он чувствует только механические процессы и логически комбинирует их. Среди людей низшие тоже используют свою силу, не догадываясь, чему она в общем и целом служит. Общая физическая каузальность поддается тысячам разнообразных толкований, в зависимости от того, как интерпретирует ее человек или другие существа. — Для грубого вида людей человеческий вид доброты, или справедливости, или мудрости доказывается природой. Отвергая теперь эту доказуемость, люди более тонкого духовного склада делают это в связи с ростом их понимания доброты, справедливости и мудрости. Атеизм есть следствие возвышения человека: в сущности он стал стыдливее, глубже и скромнее перед полнотой целого; он лучше понял свое место в ранговом порядке. Чем шире становится наше знание, тем сильнее ощущает себя человек в своем уголке. Самые бесстыдные и прочные положения веры, которые мы носим в себе, ведут свое происхождение от времени наибольшего невежества, например то, что наша воля есть причина и т.д. До чего же наивно вносим мы наши моральные оценки в вещи, когда, например, говорим о законах природы! Было бы полезно предпринять однажды попытку совершенно иного способа интерпретации: тогда благодаря острому противоречию станет ясно, каким совершенно неосознанным образом господствует наш моральный канон (предпочтение истины, закона, разума и т.д.) во всей нашей так называемой науке.
Выражаясь популярно: опровергнут бог, но не дьявол, и тем самым все божественные функции перешли в его ведение; противоположный вариант не прошел!
Он обманывает, он создает обманчивые интеллекты.
Он предпочитает разрушать.
Он развращает, побуждая лучших к высшему благородству.
В лесу: он заставляет поклоняться своей невинности.
В конце: почему мы ненавидим подобное существо?
39 [15]
К введению.
Не пессимизм (форма гедонизма) есть великая опасность, не соизмерение удовольствия и неудовольствия, не то, что человеческая жизнь несет с собой, вероятно, избыток неприятных чувств, — а бессмысленность всего происходящего! Моральное объяснение мира устарело вместе с объяснением религиозным; правда, они этого не знают, эти поверхностные! Они инстинктивно, по мере убывания своего благочестия, зубами держатся за моральные оценки. Атеист Шопенгауэр подверг проклятию того, кто разоблачает мир моральной значимости. В Англии пытаются сплотить мораль и физику, а господин фон Гартман соединяет мораль с неразумием бытия. Но самый большой страх вызывает то, что мир не имеет больше смысла.
Вместе с «богом» пала и прежняя мораль: они поддерживали друг друга.
Я же даю новое объяснение, «неморальное», относительно к которому наша прежняя мораль представляется лишь частным случаем. Говоря популярно: опровергнут бог, но не дьявол. —
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С глупым и нескромным вопросом о том, преобладает ли в мире удовольствие или неудовольствие, мы оказываемся в центре философского дилетантства: подобные вопросы следует предоставить тоскующим поэтам и бабенкам. На ближайшей звезде может быть столько счастья и веселья, что этим можно было бы десять раз компенсировать «все горе человечества» — что мы знаем об этом! С другой стороны, мы тем не менее хотим быть наследниками христианского глубокомыслия и утонченности, когда не осуждаем страдание само по себе. Кто больше не умеет использовать его в моральном смысле, ради «спасения души», тот должен хотя бы принять его в смысле эстетическом — как художник или наблюдающий за вещами. Мир без страдания неэстетичен в любом смысле — и удовольствие, возможно, всего лишь одна из его форм, его ритмическая организация!
Я хотел сказать: вероятно, страдание есть существенная черта всякого бытия.
39 [17]
Можно надеяться, что человек возвысится настолько, что все прежние высшие вещи, например прежняя вера в бога, покажутся ему ребячеством, и он еще раз поступит с ними так, как уже поступил со всеми мифами, а именно превратит их в рассказы для детей и в сказки.
39 [18]
NB. Достоверность тела есть основа, применительно к которой может оцениваться ценность всякого мышления. Предположив, что мы выдумали все вещи, которых не существует (как, например, полагает Тейхмюллер!), и т.д. Тело все меньше проявляет себя как видимость! Кто до сих пор имел основания считать тело видимостью? Законченный почитатель браминов.
39 [19]
Женщина
Если женщина приходит к осознанию какого-нибудь своего дарования — сколько смешного самолюбования, сколько «дури» каждый раз при этом высвобождается!
39 [20]
Еврей
— я отмечаю похвалой Зигфрида Липинера, польского еврея, который умеет изысканнейшим образом подражать самым разнообразным формам европейской лирики, создавая «почти подлинники», как выразился бы золотых дел мастер —
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| Гельвальд, «Естественная история человека». |
| Герман Мюллер Бурмайстер | о растениях. |
39 [22]
Заратустра 4.
говорит своим: будьте настороже с тем, кто выступает против страдания, видимости, глупости
| — он принадлежит к народу, даже будучи философом. Как лучше всего обращаться к массе? Я этого не знаю, это не входит в мои задачи. Мне кажется, что требованиями строгих добродетелей жизнь массы будет весьма затруднена: в противном случае она станет ленивой и сластолюбивой, в том числе и в мышлении. |
Низшим людям подходят обратные оценки: им необходимо прививать добродетели. Безоговорочные приказы, страшные принуждения отрывают их от легкой жизни
значение религий
Заратустра как соблазнитель молодежи; месть отцов; он приказывает ей ждать.
Заратустра ходит по валам крепости; он слышит, как проповедуют абсолютный пессимизм. Город окружен кольцом. Он молчит.