9, 10[1-101] Frühjahr 1880 bis Frühjahr 1881
10 [A1]
Ja wir wollen daß die Menschen mäßig und anständig und gerecht leben—aber Alle? Das wage ich nicht zu entscheiden. Die Menschheit zu rasch zu Ende sein!
10 [A2]
Unser Genie und unsere Tugend wächst mit unserem Haß.
10 [A3]
Wenn sehr liederliche M endlich es satt haben und zu Predigern der Keuschheit werden, so ist dies ganz ehrlich—sie kennen die fürchterliche Seite der Sache (wie Sophocles dem Pericles einmal die Lehre gab:) allein oder behalten sie nur in Erinnerung, das Ekelhafte und Selbstverächtliche daran.— Dann giebt es wirklich M, die die Wollust aus Hörensagen kennen und entsetzlich fürchten—auch diese predigen Keuschheit, nach der Bibel.
10 [A4]
die große Oper, französisch-italiänisch-jüdischer Herkunft
10 [A5]
Die Unfälle und tiefen Leiden sind durch nichts auszuschließen. Sollen wir darauf unser ganzes Leben und Sinnen einrichten?. Möglich ist sie. Aber tapfer ist sie nicht! (Semitisch.)— Aber nein! Wir wollen nicht uns das Gute verderben, und schließlich haben wir Ein Mittel
10 [A6]
Pfui, solche wohlfeilen Tugenden! Ein paar Blätter gegen Thierquälerei schreiben!
10 [A7]
Das Pathos des dramatischen Künstlers ist Gegenstand des Spottes wenn es sich anders als auf der Bühne zeigt—er ist vor allem eben Schauspieler.
10 [A8]
Man muß die Probe machen, wer von den Freunden und denen, welchen “unser Wohl am Herzen liegt,” Stand hält: behandelt sie einmal grob.
10 [A9]
Gedächtniß: wir merken, daß wir uns der Sache nähern, wir erreichen eine Empfindung, die wir, als wir die Sache dachten, gelegentlich auch hatten.
10 [A10]
Wir sehen die Dinge leichtfertig, wenn wir uns so einseitigen Betrachtungen hingeben und fanatisch thun—es ist unsere Art Leichtfertigkeit. Wir wissen wohl, daß es unergründlich ist. Ein Künstler dagegen würde, wenn er so weit käme, Wunder meinen, wie streng und ernsthaft er geworden sei.
10 [A11]
Es giebt in Bezug auf Sachen Hingebung (von der aus Deduction) und Stolz (Induction)
10 [A12]
Das merkwürdigste Buch? NB
10 [A13]
Napoleon sagte oft, er allein habe den Gang der Revolution aufgehalten, nach ihm werde sie ihn fortsetzen.— “Er kannte seine Zeit ganz genau und bekämpfte sie fortwährend.” “Er hat den Sinn aller Worte umgewandelt und alle Parteien entarten gemacht.”
10 [A14]
Oft ist es nöthig, sich mit jemand zu verbünden, um ihn zu unterdrücken. Wenn wir als die besten Kenner von jemandem gelten, so wiegt unser Abfall furchtbar schwer.
10 [A15]
Dienste bezahlen, so daß nicht mehr von ihnen gesprochen wird.— Übertriebene Belohnungen erzeugen Pretention, aber keine Erkenntlichkeit.
10 [A16]
Die Seelen seiner Umgebung erheben, indem man seinen Glanz mit ihnen theilt: Napoleon gab nichts ab, er war eifersüchtig, er wollte allen Glanz haben—so verkleinerte er seine Umgebung und verstimmte sie.
10 [B17]
Die unmittelbare Nachahmung eines Gefühls und nachherige Unterschiebung eines Anlasses
Musik Däm
Woher diese Übung? Die Furcht hat dazu genöthigt, alle Gebärden nachzumachen, um Rückschlüsse über die Empfindung zu haben (beim Feind)
Innervation der Gesichter furchtsamer und gefallsüchtiger Frauen
Diese Fähigkeit nimmt ab unter stolzen selbstherrlichen Menschen—sie nimmt zu in ängstlichen Zeitaltern (das Verständniß der nachahmenden Künste wächst da)
10 [B18]
Woran liegt es, daß ich immer nach Menschen dürste, welche nicht Angesichts der Natur, eines Ganges auf den befestigten Höhen über Genua, klein werden! Weiß ich sie nicht zu finden?
10 [B19]
Die Aufgeregtheit, das Nervöse—ist eine fortwährende Ängstlichkeit.
10 [B20]
Wir lernen die Dinge nicht mehr kennen, weil keine Gefahr uns zwingt, sie kennen zu müssen. Es wird eine Liebhaberei daraus: und an ihrer Stelle auch eine Faulheit.
10 [B21]
Alles zusammenzustellen, worin ich vergebe. Über den Sünden stehen, sie zugeben.
10 [B22]
Die Epicureer Melancholiker mit schwachem Magen—daher ihre “Baucheslust”
10 [B23]
Horaz und Katull übersetzten aus dem Griechischen und machten alles Fremdartige zeitgemäß und rom-gemäß, mindestens rom-bekannt. Kein Romanticismus also!
10 [B24]
die Sache ist weder Raub noch Räuber werth ego
10 [B25]
Unsere erste Freude bei einem Dichter ist, einem Gedanken, einer Empfindung zu begegnen, die wir auch haben; z. B. Horaz, wenn er von seinem Landgut redet. Dann daß er unsere Gedanken so hübsch sagt!—er ehrt uns damit!
10 [B26]
Träume: die Kröte essen.— “Alpa Alpa, wer trägt seine Asche zu Berge?”—der blutige Mond.
10 [B27]
Ich bin oft beschämt darüber, wie gut ich es jetzt habe, und es spornt mich gewaltig an, zu denken, was Einer mit dieser Mus machen könnte—und ich!
10 [B28]
Der Kriegszustand der Seele beginnt erst! Mag werden draus was da wolle: vorwärts! Falschheit verachten, alles Leiden heiter ertragen, was dabei uns trifft, im Hagel mit nacktem Leibe gehen—das Unrecht, das wir uns selber thun, verachten und ertragen—er spottet über “Gesundheit” “Wohlbefinden” usw.
10 [B29]
Auch beim Geringsten, was wir absichtlich thun, z. B. kauen, ist das Allermeiste unabsichtlich. Die Absicht bezieht sich auf ein ungeheures Reich von Möglichkeiten.
10 [B30]
Instinktiv die Menschen errathen. Carnot enthüllte Jourdan, Hoche, Bonaparte.
10 [B31]
Als ich Schopenhauer gleich meinem Erzieher feierte hatte ich vergessen, daß bereits seit langem keines seiner Dogmen meinem Mißtrauen Stand gehalten hatte; es kümmerte mich aber nicht, wie oft ich “schlecht bewiesen” oder “unbeweisbar” oder “übertrieben” unter seine Sätze geschrieben hatte, weil ich des mächtigen Eindrucks dankbar genoß, den Schopenhauer selber, frei und kühn vor die Dinge, gegen die Dinge hingestellt, auf mich seit einem Jahrzehnd geübt hatte. Als ich später Richard Wagner meine Verehrung bei einem festlichen Anlaß darbrachte, hatte ich wiederum vergessen, daß seine ganze Musik für mich auf einige hundert Takte, hierher und dorther entnommen, zusammengeschrumpft war, welche mir am Herzen lagen und denen ich am Herzen lag—es wird wohl noch jetzt der Fall sein—und nicht weniger hatte ich vergessen über dem Bilde dieses Lebens—dieses mächtigen, in eigenem Strome und gleichsam den Berg hinanströmenden Lebens—zu sagen, was ich von Richard Wagner in Ansehung der Wahrheit hielt. Wer möchte nicht gern anderer Meinung als Schopenhauer sein, habe ich immer gedacht—im Ganzen und Großen: und wer könnte Einer M mit Richard Wagner sein, im Ganzen und im Kleinen!
10 [B32]
Ce qui importe, ce ne sont point les personnes: mais les choses. Carnot.
Als (nach Victor Hugo) Napoleon perça sous Bonaparte, trat Carnot mit ihm in den Kampf, er sprach gegen das Consulat auf Lebenszeit er votirte für die Erhaltung der Republik. 1814 vergaß er das Kaiserthum, um sich zu erinnern, daß das Vaterland in Gefahr ist. Napoleon sagt “Carnot ich habe Sie zu spät kennengelernt.” “Niemand hat mir so sehr den Eindruck der wahren Größe gegeben als Carnot” Niebuhr
10 [B33]
Zuspruch an einen Freund. Es ist noch nicht zu spät für dich, zur Größe des Charakters zu kommen.
10 [B34]
ausgleichende Naturen, welche unter Franzosen oder Amerikanern den Haß gegen die Deutschen, unter Deutschen den Haß gegen die Juden in sich durch ein absichtliches Wohlwollen ersetzen—nicht aus Widerspruch, sondern aus einem Bedürfniß der Gerechtigkeit. So gegen ganze geschichtliche Perioden gestimmt!
10 [B35]
Zehn Jahre Lehrer und nie gestraft.
10 [B36]
Heißes Wasser, im Freien und im Gehen geistig arbeiten, reinliche und sparsame Gewohnheiten, Vormittag in freier Luft; Zeiteintheilung von soldatischer Strenge. Abendliche Abrechnung im Geiste der antiken Philosophen.
10 [B37]
Wir glauben das Fatum nicht, bei schwachen Personen und wechselnden Dingen.
Unsere Meinungen über das Fatum sind Fatum.
Die Welt der Zweckmäßigkeit ist als Ganzes ein Stück der unzweckmäßigen vernunftlosen Welt.
1. Wollten wir das wirkliche Dasein intellektuell oder 2. moralisch abschätzen: so erscheint es niedrig intellektuell und niedrig moralisch. Und es wäre ein Ekel zu leben! Thun wir also diese Prädikate heraus aus der Welt! Auch das Individuum als ganzes ist so dumm und so unmoralisch wie die übrige Welt und selbst das beste Individuum darin!
Also entweder zu Grunde gehen wollen! oder loben und tadeln verlernen. Indifferenz
Preis der todten Welt. Die Triebe und ihre Entwicklung zeigen zuletzt ihre Unvernunft, sie widersprechen sich (in der Form des Intellekts, der das Dasein nicht mag) wie der Schmerz dasselbe zeigt.
Unsere Klugheit ist dem Dasein gewachsen
10 [B38]
Menschen um sich aussuchen, unter denen man sein ideales Menschenthum bewahren und zeigen kann. Sich zuerst die Aufgabe leichter machen, und dann fremdere Menschen allmählich in den Kreis hineinnehmen.— Zuerst aber seinen Kreis bilden, andere fortjagen.
Vielleicht führen wir so Zustände herbei, die die Selektions-Zweckmäßigkeit erst in Jahrtausenden und einer viel geschwächteren Menschheit bietet! (wie ihr Maaß von Intellekt nun einmal ist! = die Lichtverschwendung der Sonne usw.)
10 [B39]
Ich bin peinlich gerecht, weil es die Distanz aufrecht erhält.
10 [B40]
ich halte die Nähe eines Menschen nicht aus, der spuckt
10 [B41]
Welche Eigenschaften des Menschen ungünstig für Selection sind, also von Weibern nicht bevorzugt werden? Bücher sind Mittel, sie doch fortzupflanzen.
10 [B42]
Auch bei den Menschen Experimente nöthig wie bei Darwinismus.
10 [B43]
Irrsinn ohne Wahnvorstellungen (Affective Insanity)
a) Impulsiver Irrsinn, wo man willenlos folgen muß.
Manie sans délire
(vielleicht als abortive oder maskirte Epilepsie?)
10 [B44]
Der Neger versteckt den Fetisch, wenn er etwas nicht sehen soll, unter seinem Kleide.
10 [B45]
Bei den Südsee-Insulanern ist der Adel unsterblich, die Bürgerlichen nicht.
10 [B46]
1) Mein Erfolg bei den Schwarmgeistern: dessen war ich bald müde und mißtrauisch
2) ich habe nie über Nicht-Beachtung geklagt und kenne das Gefühl nicht.
3) ich hoffe schrittweise den höheren Naturen näher zu kommen, weiß aber kaum, wo sie sind und ob sie da sind! Bisher habe ich immer auch meine Lobredner und Tadler überwunden, wenn ich eine Stufe weiterging (und mich überwand)
10 [B47]
die Erhabenen suchen sich nachzuheben, dorthin, wo ihre Phantasie Halt machte—sie möchten so gerne über sich hinaus.
10 [B48]
Spencer meint, die Menschheit sei unvermerkt zu allem Richtigen gelangt, was ihr noth thut—zu Urtheilen, die mit der Wahrheit stimmen!! Unsinn! Das Gegentheil!
10 [B49]
Bismarck, dessen Verdienst ist den Deutschen das Vergnügen an den europäischen Partei-Schablonen zu verleiden.
10 [B50]
welche Heiterkeit ist jetzt möglich! wir haben die Gespenster verjagt und uns zur Unvernunft das Recht erworben: wir wollen nicht mehr klüger sein als die Welt es ist!
10 [B51]
Der Einzelne kann jetzt wirklich ein Glück erreichen, das der Menschheit unmöglich ist. Ehemals Adel: jetzt gehört nur dazu, daß man die Anderen als Sklaven fühlt, als unseren Dünger
10 [B52]
Ich wünsche der Wissenschaft etwas die Feierlichkeit zu nehmen—es ist jetzt eine Lustbarkeit geworden, da keine Sorgen hinter ihr sind. Ich glaube, es ist bald ein Überschuß von Geist da, der verschwendet werden muß!
10 [B53]
Bis jetzt machen wir uns die Dinge noch schwer (z.B. bei der Übervölkerung), weil wir nicht wagen, unsere neuen Werthschätzungen durchzuführen. Man muß es bald dem Leben anmerken, daß mit einem Überschuß von Geist gelebt wird!
10 [C54]
1. § Mensch der Erkenntniss, sein Werden, seine Aussichten.
2. § Ur-Moral
3. § Christenthum
4. § Zeit-Moral (Mitleid).
5. § Orientirung über die nächste Umgebung, Stände Völker usw.
6. § Aphorismen über die Affecte.
10 [D55]
Zuerst hat man in seiner intellektuellen Leidenschaft den guten Glauben: als die bessere Einsicht sich regt, tritt der Trotz auf, wir wollen nicht nachgeben. Der Stolz sagt, daß wir genug Geist haben, um auch unsere Sache zu führen. Der Hochmuth verachtet die Einwendungen, wie einen niedrigen trockenherzigen Standpunkt. Die Lüsternheit zählt sich die Freuden im Genießen noch auf und bezweifelt sehr, daß die bessere Einsicht so etwas leisten kann. Das Mitleid mit dem Abgott und seinem schweren Loose kommt hinzu, es verbietet seine Unvollkommenheiten so genau anzusehen: dasselbe und noch mehr thut die Dankbarkeit. Am meisten die vertrauliche Nähe, die Treue in der Luft des Gefeierten, die Gemeinsamkeit von Glück und Gefahr. Ah, und sein Vertrauen auf uns, sein Sichgehenlassen vor uns, es scheucht den Gedanken, daß er Unrecht habe, wie einen Verrath, eine Indiskretion von uns.
10 [D56]
Wenn das Gute an sich gut wäre, so wäre es eine Beschränkung von Gottes Allmacht: er schafft alles, dies gebietet und jenes verbietet er dem Geschaffenen, die Kraft zu beiden hat er ihm gegeben. Wäre es an sich gut und böse, so hätte Gottes Gebot und Verbot keine Nothwendigkeit. Wäre das An-sich zu erkennen, so brauchte der Mensch Gott und Priester nicht. Folglich dekretiren diese: die Moral ist nur von Gottes Befehl aus, nicht aus Nutzen und Nachtheil der Handlungen zu begreifen. Sie wehren diesen Standpunkt der Kritik der Handlungen ab.
10 [D57]
“Frühstücks-Schönheit”
10 [D58]
Ist denn die Moralität eines Priesters eine größere, weil er das Interesse der Kirche fortwährend zur Richtschnur hat, und sen eigenes dagegen zurücksetzt? Ist nicht dieses Empfinden als großer Complex nur eine stolzere Art von Selbstigkeit? Und ebenso bei der Mutter in Bezug auf ihr Kind? Bürger in Bezug auf den Staat? Diese “Entselbstung” ist ganz scheinbar: man lebt für seine Passion! und opfert etwas Geringeres von sich!
10 [D59]
Den Menschen der sympathischen und uninteressirten Handlungen als den moralischen anzusehen ist eine Mode, an der das Christenthum für Europa schuld sein mag. Sonst gilt der sich stark verantwortlich fühlende, für sein Heil und sein höchstes Interesse für moralisch, der “ich” noch mehr sagt als alle Anderen: selbst wenn er die Anderen dabei sich opfert, wie die großen Eroberer. Niemandem schaden, und ihm so viel als möglich nützen, sich aber am meisten—dies hat nicht als moralisch gegolten, weil man es für unmöglich ansah. Und mit Recht! So ist die Natur der Dinge nicht, daß man zwei entgegengesetzte Passionen zum Einklang bringen könnte. Indem wir da sind und indem wir uns durchsetzen und auf das Höchste ausbilden, müssen wir unser Interesse für höher achten als anderer und daraus die Kraft nehmen: man kann keinen Schritt weit thun, ohne irgend das Interesse eines Anderen zu verletzen. Schon weil wir es nicht genug kennen können, ist eine Richtschnur nach dem Interesse jedes Einzelnen und aller Anderen unmöglich. Ja, gegen uns selber ist es ebenso: was wir zu unserem Hauptinteresse dekretiren, das lebt auf Unkosten der anderen Interessen von uns. In uns selber ist jene Unmöglichkeit schon bewiesen. Die “Rechtlichkeit” die Schonung fremder Rechte ist nur in einem sehr groben Sinn möglich. Ihre Quelle ist eine feinere Ungerechtigkeit, es ist eine Existenzbedingung für einen sehr groben Begriff von “Existenz”! Aber das Existiren-wollen ist schon ungerecht.
10 [D60]
Es ist eine solche Anpassung wie sie Spencer im Auge hat denkbar, doch so daß jedes Individuum zu einem nützlichen Werkzeuge wird und sich auch nur so fühlt: also als Mittel, als Theil—also mit Aufhebung des Individualismus, nach dem einer Zweck und eine Ganzheit sein will, und zwar in beiden eine Einzigkeit! Diese Umbildung ist möglich, ja vielleicht läuft die Geschichte dahin! Aber dann werden die Einzelnen immer schwächer—es ist die Geschichte vom Untergang der Menschheit, wo das Princip der Uninteressirtheit des vivre pour autrui und die Socialität herrschen! Sollen die Einzelnen stärker werden, so muß die Gesellschaft ein Nothzustand bleiben und große Veränderungen immer zu erwarten haben: eine vorläufige Existenz immerfort führen.
10 [D61]
Ein Schritt weiter im Sinn für Wirklichkeit und er unterdrückt den abenteuernden Sinn, den Flug in’s Freie, es erscheint als unerlaubt, auf so weniges Wissen, auf so schwache Analogien hin zu behaupten und auf diese Behauptungen hin zu vermuthen. Die spontane Überkraft geht im Joch der Vorsichtsmaßregeln, Aufsammlung des Materials, Skepsis in der Beurtheilung der einzelnen Materialstücke. Also—die intellektuelle Immoralität ist nothwendig, bis zu irgend einem undefinirbaren Grade.
10 [D62]
Bei Milton und Luther, wo die Musik zum Leben gehört, ist die mangelhafte fanatische Entwicklung des Verstandes und die Unbändigkeit des Hassens und Schimpfens vielleicht mit durch die Undisciplin der Musik herbeigeführt.
10 [D63]
In wiefern der Handelnde gegen sich—gewissenlos ist? —
Der Verstand, der die dritte vierte fünfte Folge einer That voraus erwägt, muß trotzdem irgendwo Halt machen und auf Unsicherheiten hin handeln d. h. mit dem Gefühle der unvollkommenen Einsicht in die Folgen doch thun als ob er sicher wäre in Bezug auf die Folgen: riskiren mit der Miene der Entschlossenheit und unbedingten Einsicht d. h. schauspielern oder sich selber täuschen, sein intellektuelles Gewissen zum Schweigen bringen.
10 [D64]
Der ungerechte Untergrund bei den Edelsten z. B. bei Christus
10 [D65]
Die sämmtlichen moralischen Qualitäten bei jedem Menschen in verschiedenen Verhältnissen: es sind Namen für unbekannte constitutive Verhältnisse der physischen Faktoren.
10 [D66]
Nothwendigkeit, eine wachsende füllende Erregung durch eine ausleerende Erregung (Wuth auslassen, Rachegedanken usw.) auszulösen. Beispiel: der Kopfkranke, der ein lautes Fest in der Nähe hat und endlich, weil der Schmerz zu groß ist, seine Gedanken auf einen Feind richtet und ihm im Geiste wehe thut: oder auch mit Fäusten sich selber schlägt. Hier ist etwas Unmoralisches das physisch gebotene Heilmittel gegen Wahnsinn: ein Beispiel, wie die unmoralischen Handlungen den Werth von Gesundheitsfaktoren haben.
10 [D67]
Objekt und Subjekt—fehlerhafter Gegensatz. Kein Ausgangspunkt für das Denken! Wir lassen uns durch die Sprache verführen.
10 [D68]
Jean Gerson: “Gott will gewisse Handlungen nicht, weil sie gut sind, sondern sie sind gut, weil er sie will, ebenso wie andere böse sind, weil er sie verbietet.” Die Jesuit.
10 [D69]
Der Zweck der Handlung und der Zweck des Handelnden zu unterscheiden.
10 [D70]
Escobar: “in Wahrheit, wenn ich an die Verschiedenheit des moralischen Gefühls denke, so denke ich, es ist das eine glückliche Wirkung (effet) der Vorsehung, denn die Verschiedenheit der Meinung hilft uns, das Joch des Herrn angenehmer zu tragen.”
10 [D71]
Der beste und geistigste Mensch hat den groben beleidigenden Anblick des betrügenden und absichtlich sich bejahenden Menschen (auf Unkosten der Anderen) von seinen Augen entfernt, er hat sich in so feine und schleierhafte Sphären zurückgezogen, wo jenes Element engelhaft erscheint. Er ist der feinste Ungerechte, er hat verstanden, den Augenschein gegen seine Ungerechtigkeit zu haben.
10 [D72]
99 Theile alles “Schaffens” ist Nachmachen, in Tönen oder Gedanken. Diebstahl, mehr oder weniger bewußt.
10 [D73]
Seid zehnmal kalt und unfreundlich gegen Jemand, endlich ist es euer Gesetz, euer tägliches Quantum.
10 [D74]
Der übermäßige Gebrauch von Musik und geistigen Getränken, durch welchen die Verstandeskräfte eines Volkes leiden, während seine Affekte zunehmen—so daß, nach den zuverlässigsten Aufstellungen, die Deutschen an Selbstmördern alle V übertreffen, und zwar im Verhältniß zu dem Reinerwerden der Rasse.
10 [D75]
Wir sind in das Zeitalter der diplomatischen Kunstfertigkeit eingetreten. Niemand glaubt mehr an ein Versprechen, an eine gründliche Untersuchung von Nothständen, an dauerhafte unveränderte Lage der Machtverhältnisse, man improvisirt und arbeitet mit verstellter Begünstigung bald dieser bald jener Meinung und Partei. Der Zweck heiligt die unheiligen Mittel nicht mehr, aber man vergißt sehr schnell.
10 [D76]
Wir können unsere “geistige Thätigkeit” ganz und gar als Wirkung ansehen, welche Objekte auf uns üben. Das Erkennen ist nicht die Thätigkeit des Subjekts, sondern scheint nur so, es ist eine Veränderung der Nerven, hervorgebracht durch andere Dinge. Nur dadurch daß wir die Täuschung des Willens herbeibringen und sagen “ich erkenne” im Sinne von “ich will erkennen und folglich thue ich es” drehen wir die Sache um, und sehen im Passivum das Aktivum. Aber auch das Wort Passiv-activ ist gefährlich!
10 [D77]
Jene Formen der Erkenntniß sind Erzeugnisse aus den Wirkungen anderer Dinge auf uns. Wir statten alle Dinge mit ihnen aus, weil alle Dinge uns mit ihnen ausgestattet haben. Unsere Thätigkeit ist scheinbar produktiv.
10 [D78]
Wie klein ist der Kreis des Idealismus bei den jungen Männern! Sie denken über Umgang Ehre Beförderung Einfluß so gering. Ja, sie sind in allem banaler, weil ihre Energie und ihr Schwung für jeden kleinen Bereich verbraucht wird. Und wie täuschen sie, wenn der Blick des Anderen darauf fällt!
10 [D79]
Das Vervollständigen (z. B. wenn wir die Bewegung eines Vogels als Bewegung zu sehen meinen) das sofortige Ausdichten geht schon in den Sinneswahrnehmungen los. Wir formuliren immer ganze Menschen aus dem, was wir von ihnen sehen und wissen. Wir ertragen die Leere nicht—dies ist die Unverschämtheit unserer Phantasie: wie wenig an Wahrheit ist sie gebunden und gewöhnt! Wir begnügen uns keinen Augenblick mit dem Erkannten (oder Erkennbaren!) Das spielende Verarbeiten des Materials ist unsere fortwährende Grund-Tätigkeit, Übung also der Phantasie. Man denke als Beweis, wie mächtig diese Thätigkeit ist, an das Spielen des Sehnervs bei geschlossenem Auge. Ebenso lesen wir, hören wir. Das genaue hören und sehen ist eine sehr hohe Stufe der Cultur—wir sind noch sehr fern davon. Die Lügnerei wird doch gar nicht darin gefühlt! Dieses spontane Spiel von phantasirender Kraft ist unser geistiges Grundleben: die Gedanken erscheinen uns, das Bewußtwerden, die Spiegelung des Prozesses im Prozeß ist nur eine verhältnißmäßige Ausnahme—vielleicht ein Brechen am Contraste.
10 [D80]
Sacharj. 9,9. J soll einziehen auf der lastbaren Eselin und dem Eselsfüllen. Die erstere—das sind die Juden, die an ihn glauben, sie haben das Joch des Gesetzes getragen. Das Füllen sind die Heiden, die gesetzlos lebten: aber Christus legte ihnen den Zügel seines Worts auf, da legten sie sich willig nieder und liessen sich alles, was er wollte, aufladen.
Das Abendmahl (eucharistische Mahl). Das Opfer des Weizenmehlkuchens war angeordnet für die, welche sich vom Aussatze reinigen wollten.
10 [D81]
Der Kampf um die Deutung des alten Testaments: nach alexandrinischer Methode wurde es ganz als ein Buch christlicher Lehre gedeutet.
Im Kampf mit den Juden, welche die messianischen Stellen anders auslegten. Justin spottet über deren exegetische Kunststücke.
10 [D82]
Eine Welt ohne Subjekt—kann man sie denken? Aber man denke sich jetzt alles Leben auf einmal vernichtet, warum könnte nicht alles andere ruhig weiter sich bewegen und genau so sein, wie wir es jetzt sehen? Ich meine nicht, daß es so sein würde, aber ich sehe nicht ein, warum man es sich nicht denken könnte. Gesetzt die Farben seien subjektiv—nichts sagt uns, daß sie nicht objektiv zu denken wären. Die Möglichkeit daß die Welt der ähnlich ist, die uns erscheint, ist gar nicht damit beseitigt, daß wir die subjektiven Faktoren erkennen.
Das Subjekt wegdenken—das heißt sich die Welt ohne Subjekt vorstellen wollen: ist ein Widerspruch: ohne Vorstellung vorstellen! Vielleicht giebt es hunderttausend subjektive Vorstellungen. Unsere menschliche wegdenken—da bleibt die der Ameise übrig. Und dächte man sich alles Leben fort und nur die Ameise übrig: hienge wirklich an ihr das Dasein? Ja, der Werth des Daseins hängt an den empfindenden Wesen. Und für die Menschen ist Dasein und werthvolles Dasein oft ein und dasselbe.
10 [D83]
Der Mensch entdeckt zuletzt nicht die Welt, sondern seine Tastorgane und Fühlhörner und deren Gesetze—aber ist deren Existenz nicht schon ein genügender Beweis für die Realität? Ich denke, der Spiegel beweist die Dinge.
10 [D84]
Sie machen’s sich leicht und suchen mich aus dem Übergange in’s andere Extrem zu verstehen—sie merken nichts von dem fortgesetzten Kampfe und den gelegentlichen wonnevollen Ruhepausen im Kampfe, merken nicht, daß diese früheren Schriften solchen entzückten Stillen, wo der Kampf zu Ende schien, entsprungen sind und wo man über ihn schon nachzudenken und sich zu beruhigen begann. Es war eine Täuschung. Der Kampf ging weiter. Die extreme Sprache verräth die Aufregung, die kurz vorher tobte und die Gewaltsamkeit, mit der man die Täuschung festzuhalten suchte.
10 [D85]
Der höchste Werth des phantasirenden Denkens (das Einige wohl auch gleich das produktive Denken nennen) ist, Möglichkeiten auszudenken und ihre Mechanismen des Gefühls einzuüben, welche später als Werkzeuge verwandt werden können zur Ergründung des wirklichen Seins. Es muß dies durch alle möglichen Versuche gleichsam erst errathen und als Beute des Zufalls entdeckt werden. Alle Mechanismen bei der großen Arbeit der strengen Forschung sind zuerst als “die Wahrheit” selber aufgestellt und eingeübt worden. Dichter und Metaphysiker sind insofern immer noch höchst wünschenswerth, sie suchen nach der möglichen Welt und finden hier und da etwas Brauchbares. Es sind Versuchsstationen ebenfalls. Blinde Thiere, die fortwährend um sich greifen und etwas zu essen versuchen, entdecken Nahrungsmittel (gehen aber auch leichter zu Grunde oder entarten) Andere Thiere leben von den anerkannten Nahrungsmitteln.
10 [D86]
Man hatte auf Seiten der Heidenchristen durchaus kein Verständniß für Vorrecht des Israels und für alttestamentliche Institutionen.
10 [D87]
NB Fortsetzung der freiesten Erkenntniss und Leben mit provisorischem Charakter!
10 [D88]
19. Jahrhundert, Reaktion: man suchte die Grundprincipien alles dessen, was Bestand gehabt hatte, und suchte dies als wahr zu beweisen. Bestand, Fruchtbarkeit und gutes Gewissen galt als Indicium der Wahrheit! Dies die conservative Gesinnung: sie sammelten alles, was noch nicht erschüttert war, sie hatten den Egoismus der Besitzenden als stärksten Einwand gegen die Philosophie des 18. Jahrhunderts: für die Nichtbesitzenden und Unzufriedenen hatte man noch die Kirche, auch wohl die Künste (für einzelne sehr Begabte auch die Genieverehrung als Dank, wenn sie für die conservativen Interessen arbeiteten) Mit der Geschichte (neu!!!) bewies man, man begeisterte sich für die großen fruchtbaren Complexe, Culturen (Nationen!!!) genannt. Man warf einen ungeheuren Theil des Forschungseifers und ebenso des Verehrungssinns auf die Vergangenheit: die neuere Philosophie und die Naturwissenschaft giengen dieses Theils verlustig!— —jetzt ein Rückschlag! Die Historie bewies zuletzt etwas anderes als man wollte: sie erwies sich als das sicherste Vernichtungsmittel jener Principien. Darwin. Anderseits der skeptische Historismus als Nachwirkung, das Nachempfinden. Man lernte in der Geschichte die bewegenden Kräfte besser kennen, nicht unsere “schönen” Ideen! Der Socialismus begründet sich historisch, ebenfalls die nationalen Kriege aus Historie!
10 [E89]
Handeln und denken wie Viele Alle giebt ein Gefühl von Macht. “So wie keiner”—ist ein Zeichen vom G d M.— Die moralischen Vorschriften sind Nothbehelfe für die Indiv welche sich nicht streng individuell erkennen und eine Norm außer sich haben müssen.
10 [E90]
Pflicht ein Zwang, bei dem unser Ind theilweise zu kurz kommt, theilweise zustimmt.
10 [E91]
Es ist nicht nöthig, die Thiere zu lieben, um die Menschen zu hassen. Wie Schopenhauer. Man denke an Voltaire, den Ersten, der —
10 [E92]
W der Erste unserer Zeit der hohe Ziele aus der Vereinigung der Künste erstrebt. Er hat das Experimentiren auf diesem Gebiete angefangen.
10 [E93]
Unsere Sinnenwelt ist gar nicht wirklich vorhanden, sie widerspricht sich: sie ist ein Trug der Sinne. Aber was sind dann die Sinne? Die Ursachen des Betrugs müssen real sein. Aber wir wissen von den Sinnen nur durch die Sinne, und das gehört mithin in die Welt des Truges. Somit trügt etwas, was wir nicht kennen, und sein erster Trug sind die Sinne. Unsere Vielheit gehört dazu: aber wie könnten wir Trugbilder zum Wissen um den Trug kommen? Wie könnte ein Traumbild wissen, daß es zum Traume gehöre?— Wir müssen folglich auch das sein, was trügt: d. h. wir müssen auch real sein, und zwar muß dorther unser Bewußtsein stammen, daß die Welt ein Trug ist, im rein Logischen: dies sind wir selber irgendwie. Also: wie kann das Wahre Wahrhafte die Ursache der Trugwelt sein?— Es muß sie nöthig haben: vielleicht ist das Wahre gequält wie ein Künstler und sucht eine Erlösung in lustvollen Vorstellungen und Bildern, eine Abziehung—die Wahrheit ist vielleicht der Schmerz, und der Schein ist eine Milderung, der Wechsel ist das Sichherumwerfen des schwer Leidenden, der eine bessere Lage sucht. Vielleicht aber auch ist das Wahre voller Lust und strömt über in Phantasien wie ein Künstler (Geburt der Tragödie) Die Welt ein aesthetisches Phänomen, eine Reihe von Zuständen am erkennenden Subjekt: eine Phantasmagorie nach dem Gesetze der Causalität. Daß der intellektuelle Prozeß erst am Thierreich hervortritt und ohne Thier keine Welt da sein könnte, gehört mit hinein in jenes Theaterspiel, das das Subjekt sich selber spielt: es ist ein Wahn. Die Geschichte ist eine Vermeintlichkeit—nichts mehr; die Causalität das Mittel, um tief zu träumen, das Kunststück, um über die Illusion sich zu täuschen, der feinste Apparat des artistischen Betruges.
10 [E94]
Die verkehrte Welt: die Brutstätte des Fanatismus.
Für gewöhnlich im Unglauben leben und handeln, wie der Christ—aber in einzelnen Momenten sein Leben und sich selber verurtheilen—dieser fluchwürdige Zustand, in dem das Leben nichts taugen darf, damit die Phantasterei weniger fremdartiger Minuten die Bedeutung des Daseins aufzuschließen scheine! Wir wollen diese Denkweise welche in dem kleinen oder großen Irrsinn den Richter und Verurtheiler des Daseins erkennt, nicht mehr in der Philosophie dulden und uns dagegen sträuben daß sie unter dem Schleier der Kunst geborgen weiter lebe.— Sind wir hier ohne Toleranz? Von neuem fanatisch?— Man sehe erst zu, was wir thun wollen: nichts mehr und nichts weiteres als uns nicht mehr um die verkehrte Welt kümmern.
10 [E95]
Die Welt, soweit wir sie erkennen können, ist unsere eigene Nerventhätigkeit, nichts mehr.
10 [E96]
Die anderen Religionen sind gegen die wirklichen Übel, das Christenthum gegen die moralischen Übel (zum Theil eingebildete)
10 [F97]
Die Müdigkeit bringt für den Denker einen Vortheil mit sich: sie läßt auch jene Gedanken hervorlaufen, die wir uns sonst, bei mehr Haltung und folglich bei mehr Verstellung, nicht eingestehen würden. Wir werden lässig, uns selber etwas vorzumachen, und siehe! da kommt die Wahrheit über uns.
10 [F98]
Amor und Psyche.— Wenn das Auge gar zu unverschämt in das Vergnügen der Sinne blickt, so ist das Vergnügen sehr schnell etwas Widerliches. Man muß es wie die Griechen verstehen, Götter und Phantastereien einzumischen und die groben Augen einzuhüllen; man muß vergessen können oder mindestens Vieles nie geradezu mit Namen nennen; das Vergnügen muß den Intellekt beschleichen, wenn er schläft oder träumt.
10 [F99]
“Du bist glücklich! Jedesmal wenn dein Charakter auf die Höhe seiner Fluth kommt, kommt auch dein Intellekt auf die seine.” B: Du vergißt etwas!
10 [F100]
Die Eigenschaften eines Dinges erregen unsere Empfindungen z. B. daß es grau ist, und die Gestalt, die Art von Bewegung, vor allem sein Vorhandensein als Körper und Substanz—alles ist mit Lust- und Unlustempfindungen und folglich mit Vertrauen, Neigung, Lust zur Annäherung oder Furcht usw. verknüpft. Dasselbe Ding kann uns vermöge seiner verschiedenen Eigenschaften anziehen und Furcht einflößen.— Daß seine Eigenschaften aber solche Empfindungen erregen, das ist Urtheil—und dies Urtheil setzt Erfahrungen voraus und Glauben an Gleichheit in den Erfahrungen. Zuletzt aber setzt auch die älteste Erfahrung wieder Urtheil voraus, also Auslegung eines Reizes, so daß er entweder lust- oder schmerzvoll ist. “Vermehrt dieser Reiz unsere Kraft oder vermindert er sie?” Kurz, ein Urtheil ist die Quelle, daß Kraftgefühl dabei entsteht oder sich vermindert.— Also die Wirkungen der Dinge sind zuletzt angenehm oder unangenehm, je nachdem wir an die Förderung unserer Kraft dabei glauben oder nicht. Dieser Glaube aber kann nicht wieder auf Erfahrung zurückgehen, sondern müßte—aus dem dabei entstehenden Kraftgefühl seinen Ursprung nehmen. Man glaubt an Kraft, wo man das Kraftgefühl hat. Kraftgefühl gilt als Beweis von Kraft. Nach diesem Beweis wandelt sich die Reizempfindung in Lust:—also: Alle Eigenschaften eines Dinges sind in Wahrheit Reize in uns, welche theils das Kraftgefühl mehren, theils es vermindern: jedes Ding ist eine Summe von Urtheilen (Befürchtungen, Hoffnungen, einiges flößt Vertrauen ein, anderes nicht) je mehr wir nun die Physik kennen, um so weniger phantastisch wird diese Summe von Urtheilen (die falschen Subsumirungen fallen weg z. B. alles was schwarz ist, ist gefährlich)— Zuletzt begreifen wir: ein Ding ist eine Summe von Erregungen in uns: weil wir aber nichts Festes sind, ist ein Ding auch keine feste Summe. Und je mehr wir Festigkeit in die Dinge zu legen wissen,
10 [F101]
Zum Beweise dafür, daß ein Skeptiker mitunter sehr ausgelassener Schwärmerei bedarf, um dann wieder besänftigt ins Land des “Vielleicht-und-Vielleicht-auch-nicht” zurückzukehren: will ich erzählen, welche Sätze mir jüngst meine schwärmenden Tauben aus den Wolken heimgebracht haben. Erstens: die gewöhnlichste Form des Wissens ist die ohne Bewußtheit. Bewußtheit ist Wissen um ein Wissen. Empfindung und Bewußtheit haben alles Wesentliche gemeinsam und mögen dasselbe sein. Die erste Entstehung einer Empfindung ist die Entstehung eines Wissens um ein Wissen: ein Vorgang, der nichts Schwieriges und Geheimnißvolles enthält, da er dem Wissen nur eine Veränderung der Richtung giebt—und dazu reichen zufällige Anstöße aus, die man vielleicht errathen kann. Bevor es Empfindung gab, gab es längst—nämlich immer—Wissen: Wiedererkennen und Schließen als seine Funktionen. Das Wissen ist die Eigenschaft aller treibenden Kräfte—es kommt auf Eins hinaus zu sagen, es sei die Eigenschaft der Materie, vorausgesetzt, daß man weiß, was Materie ist: die treibende Kraft als das Vorurtheil unserer Sinne gedacht: so daß Kraft und Materie Eins sind, entweder als ein An sich bezeichnet oder, nach der Relation zu unseren Sinnen, als Grenze unseres Empfindens für die Kraft bezeichnet. Die treibenden Kräfte sind nichts Letztes und der Analyse schlechthin Widerstrebendes, wie Schopenhauer meinte, der sie als den “Willen” verstand: wir können in ihnen noch das Wissen begrifflich absondern als ihre Eigenschaft: ohne Wiedererkennen und Schließen giebt es keinen Trieb, kein Treiben und Wollen. Der Intellekt (und nicht die Empfindung) ist “dem Wesen der Dinge” eingeboren; Empfindung ist ein Zufall in der Geschichte seiner Richtungen und nichts an sich Neues. Um die ersten Sätze der Mechanik zu verstehen, muß man den treibenden Kräften ein Wiedererkennen und Schließen geben—aber keine Bewußtheit darum, keine Empfindung. Das Wiedererkennen und Schließen aber setzt Mehrheit, aber Einartigkeit von Kräften voraus, mindestens Zweiheit. Der Irrthum im Wiedererkennen und Schließen ist erst möglich, seit es Empfindung giebt.— So! Nun fliegt zurück, ihr Tauben und gebt den Wolken, was der Wolken ist!
9, 10[1-101] Frühjahr 1880 bis Frühjahr 1881
10 [A1]
Да, мы хотим, чтобы люди жили скромно, пристойно и праведно—но все ли? Я не отважусь судить. Человечество слишком быстро бы к концу!
10 [A2]
Наш гений и наша добродетель возрастают с нашей ненавистью.
10 [A3]
Когда весьма распутные люди, окончательно пресытившись, станут проповедовать целомудрие, это будет абсолютно честно— они знают лишь ужасную сторону дела (как Софокл преподал однажды урок Периклу) или хранят в своей памяти лишь мерзость, лишь то, что вызывает презрение к себе.— Но есть и в самом деле люди, которые, зная похоть лишь понаслышке, страшно ее боятся,— они тоже проповедуют целомудрие, по Библии.
10 [A4]
большая опера, франко-итало-еврейского происхождения
10 [A5]
Несчастные случаи и глубокие страдания никак нельзя исключить из нашей жизни. Должны ли мы подчинить этому всю свою жизнь и свои чувства? Она возможна. Но не отважна! (Семитское.)— Но нет! Мы не желаем испортить себе хорошее, и у нас есть, наконец, одно средство
10 [A6]
Фу, какие дешевые добродетели! Написать пару страниц против издевательств над животными!
10 [A7]
Пафос драматического художника является мишенью для насмешек, если он проявляется иначе, чем на сцене—он ведь прежде всего актер.
10 [A8]
Следует испытать, кто из наших друзей и людей, «пекущихся о нашем благополучии», выдержит экзамен: поступите с ними однажды грубо.
10 [A9]
Память: мы замечаем, что приближаемся к предмету, достигнув ощущения, которое уже испытывали однажды, обдумывая предмет.
10 [A10]
Мы легкомысленно смотрим на вещи, предаваясь столь одностороннему анализу и фанатично ему следуя— это наша форма легкомыслия. Мы хорошо знаем, что это поверхностно. Художник же, если зайдет столь далеко, будет удивляться, каким строгим и серьезным он стал.
10 [A11]
По отношению к вещам существуют самоотдача (отсюда дедукция) и гордость (индукция).
10 [A12]
Самая странная книга? NB
10 [A13]
Наполеон утверждал, что он один сдержал ход революции: после него она продолжила бы свою поступь.— “Он абсолютно точно знал свое время и неустанно боролся с ним.” “Он подменил смысл всех слов и способствовал вырождению всех партий.”
10 [A14]
Часто необходимо вступить с кем-то в союз, чтобы подавить его. Если мы слывем лучшими знатоками кого-либо, то наше отпадение весит ужасно много.
10 [A15]
Оплачивать услуги, чтобы больше не толковать о них.— Преувеличенные вознаграждения порождают претензии, а не признательность.
10 [A16]
Возвышать души своего окружения, делясь с ними своим блеском! Наполеон ничего не отдавал, он был ревнив, он хотел обладать всем блеском—так он умалял свое окружение и расстраивал его.
10 [B17]
Непосредственное подражание чувству и последующая подмена причины
Музыка Дэм
Откуда этот навык? Страх побуждал воспроизводить все жесты, чтобы судить об ощущениях (у врага)
Иннервация лица у боязливых и кокетливых женщин
Эта способность ослабевает при гордых самовластных мужчинах—она усиливается в трусливые времена (вкус к подражательным искусствам тогда возрастает)
10 [B18]
Отчего я всегда жажду людей, которые не становятся маленькими перед лицом природы, вылазки на укреплённые высоты над Генуей! Не умею их находить?
10 [B19]
Взволнованность, нервозность—это нескончаемая робость.
10 [B20]
Мы больше не изучаем вещи, потому что нет той опасности, которая заставляла бы нас обязательно знать их. Отсюда любительство — а на его месте и леность.
10 [B21]
Составить список всего, в чем я прощаю. Стать над грехами, признать их.
10 [B22]
Эпикурейцы, меланхолики со слабыми желудками—отсюда их «чревоугодие»
10 [B23]
Гораций и Катулл переводили с греческого и приспосабливали все чужеродное к своему времени и к Риму, по крайней мере к тому, что Риму было известно. Иными словами, никакого романтизма!
10 [B24]
дело не стоит ни разбоя, ни разбойников, — едо
10 [B25]
Наша первая радость при чтении поэта — встреча с теми же мыслями и ощущениями, что есть и у нас, например когда Гораций говорит о своем поместье. Радует и то, как складно он выражает наши мысли! — Этим он делает нам честь!
10 [B26]
Сны: есть жабу.— “Альпа, Альпа, кто несет свой прах на гору?”—кровавый месяц.
10 [B27]
Мне часто бывает стыдно того, что все у меня теперь так хорошо, и меня здорово подстегивает мысль о том, что может свершить человек с таким спокойствием—и я!
10 [B28]
Боевое состояние души только наступает! И пусть будет, что будет: вперед! Презреть фальшь, весело сносить все страданья, которые выпадут на нашу долю, выходить под град нагишом—презирать и сносить несправедливость, которую мы причиняем сами себе,—он издевается над «болезнью», «благополучием» и т.п.
10 [B29]
Даже в самом незначительном, что мы делаем умышленно, например жуем, большая часть протекает без умысла. Намерение относится к огромному царству возможностей.
10 [B30]
Более инстинктивно разгадывать человека. Карно разоблачил Журдана, Гоша, Бонапарта.
10 [B31]
Наслаждаясь Шопенгауэром как своим учителем, я забывал, что уже давно не находил опоры своему недоверию ни в одной из его догм, меня не заботило, как часто приписывал я под его сентенциями «плохо доказано», или «недоказуемо», или «преувеличено», я благодарно упивался мощным впечатлением, которое вот уже несколько десятилетий производил на меня сам Шопенгауэр, свободно и отважно представший перед вещами, обратившийся против них. Свидетельствуя позднее свое почтение Рихарду Вагнеру по какому-то торжественному поводу, я опять забыл, что вся его музыка свелась для меня к паре сотен тактов из разных мест, которые были дороги моему сердцу (пожалуй, я и сейчас неравнодушен к ним), — точно так же, глядя на его жизнь, этот мощный жизненный поток, словно устремленный ввысь, я забывал выразить свое мнение о Рихарде Вагнере перед лицом истины. Кому бы не хотелось придерживаться другого мнения, чем Шопенгауэр, думал я, в целом и главном, — и кто мог бы разделять мнения с Рихардом Вагнером, в целом и в малом!
10 [B32]
Ce qui importe, ce ne sont point les personnes: mais les choses. Carnot.
Когда (по Виктору Гюго) Наполеон появился как Бонапарт, Карно вступил с ним в борьбу, высказавшись против пожизненного консульства и голосуя за сохранение Республики. В 1814 г. он забудет про империю, чтобы напомнить, что отечество в опасности. Наполеон скажет: «Карно, я слишком поздно узнал Вас». «Никто не дал мне такого впечатления истинного величия, как Карно». Нибур
10 [B33]
Совет другу. Еще не слишком поздно для тебя достичь величия характера.
10 [B34]
Уравновешивающие натуры, сознательно заменяющие в себе ненависть к немцам среди французов и американцев и ненависть к евреям среди немцев на благожелательность—не из противоречия, а из потребности в справедливости. Этот настрой по отношению ко всем историческим периодам!
10 [B35]
Десять лет учительства и ни одного наказания.
10 [B36]
Горячая вода, ходьба в сочетании с духовной работой во время прогулки под открытым небом, опрятные и скупые привычки, до обеда на свежем воздухе, по-солдатски строгий распорядок дня. По вечерам подведение итогов в духе древних философов.
10 [B37]
Мы не верим в фатум, при слабости личностей и переменчивости вещей.
Наши мнения о фатуме и есть фатум.
Мир целесообразности в целом – это часть безразного, неразумного мира.
1. Если бы мы захотели оценить реальное бытие интеллектуально или 2. морально, то оно оказалось бы низкоинтеллектуальным и низкоморальным. И жить было бы гадко. Изымем же из мира эти предикаты! И индивид как целое так же глуп и неморален, как и остальной мир и даже лучший индивид в нем!
Так что либо желать гибели, либо отучиться восхвалять и порицать. Безразличие
Цена мертвого мира. Инстинкты и их развитие обнаруживают под конец свою неразумность, они вступают в противоречие с собой (в форме интеллекта, который не любит бытие), то же самое обнаруживает боль.
Наша разумность соответствует бытию
10 [B38]
Отыскать вокруг себя людей, среди которых можно сохранить и проявить свое идеальное человеческое начало. Сперва облегчить себе задачу, а затем постепенно привлекать в свой круг людей более чуждых.— Но сперва сформировать свой круг, остальных гнать прочь.
Быть может, так мы придем к состоянию, которое обнажит селективную целесообразность лишь через тысячелетия и для куда более слабого человечества! (какова мера их интеллекта! = световая расточительность солнца и т.д.)
10 [B39]
Я мучительно справедлив, потому что это позволяет сохранять дистанцию.
10 [B40]
я не выношу близости харкающего человека
Какие человеческие качества неблагоприятны для селекции, то есть не вызывают предпочтения у женщин? Книги — вот средство, чтобы все же передать их потомству.
10 [B41]
Какие человеческие качества неблагоприятны для селекции, то есть не вызывают предпочтения у женщин? Книги — вот средство, чтобы все же передать их потомству.
10 [B42]
И у людей необходимы эксперименты, как в дарвинизме!
10 [B43]
Помешательство без бредовых представлений (Affective Insanity)
а) Импульсивное помешательство, когда человек должен безвольно повиноваться.
Manie sans delire
(возможно, как абортивная или замаскированная эпилепсия?)
10 [B44]
Негр прячет фетиш под своим платьем, если не должен чего-то видеть.
10 [B45]
У островитян Южного моря аристократия бессмертна, а граждане — нет.
10 [B46]
1) Мой успех у экзальтированных умов: от него я быстро устал и потерял доверие
2) Я никогда не жаловался на невнимание, и мне неведомо это чувство.
3) Надеюсь постепенно приблизиться к высшим натурам, но вряд ли знаю, где они и есть ли они здесь! До сих пор я всегда преодолевал даже своих хвалителей и хулителей, поднимаясь на следующую ступень (и преодолевая себя)
10 [B47]
Возвышенные натуры стремятся воспарить туда, где останавливается их фантазия, — им так хочется выйти за свои пределы.
10 [B48]
Спенсер полагает, что человечество незаметно подошло ко всему правильному, что было ему необходимо, — к суждениям, совпадающим с истиной! Чушь! Совсем наоборот!
10 [B49]
Бисмарк, заслуга которого в том, что он испортил немцам удовольствие от европейских партийных шаблонов.
10 [B50]
Теперь мы можем радоваться! Мы прогнали призраков и обрели право на свое безрассудство: мы не хотим больше быть умнее, чем мир!
10 [B51]
Отдельная личность действительно может теперь достичь счастья, недоступного для всего человечества. Прежняя аристократия: теперь годна лишь на то, чтобы воспринимать других как рабов, как наше удобрение.
10 [B52]
Я желаю науке немного праздничности—сейчас настало веселье, поскольку больше нет никаких забот. Полагаю, что скоро тут будет преизбыток духа, который следует растратить!
10 [B53]
До сих пор мы усложняем себе вещи (например, при перенаселенности), потому что не отваживаемся применить свои новые ценностные оценки. Скоро мы заметим по жизни, что живем с преизбытком духа!
10 [C54]
1. Человек познания, его становление, его перспективы.
2. Прамораль.
3. Христианство.
4. Мораль времени (сострадание).
5. Ориентация в ближайшем окружении, сословиях, народах и т.д.
6. Афоризмы об аффектах.
10 [D55]
Сначала в своих интеллектуальных страстях имеешь добрую веру; когда приходит лучшее понимание, появляется упрямство, мы не желаем сдаваться. Гордость твердит, что нам достанет духа, чтобы вести и свое дело. Высокомерие презирает возражения как более низкую, жестокосердную позицию. Сладострастие приписывает себе и радости в наслаждении и очень сомневается, что лучшее понимание способно на что-либо подобное. Сюда же следует добавить сочувствие кумиру и его тяжелому жребию, оно запрещает пристально вглядываться в его несовершенства; то же и даже еще больше делает благодарность. Но больше всего задушевная близость, верность, разлитая в воздухе вокруг виновника торжества, общность счастья и опасности. Ах, а его доверие к нам, его раскрепощенность перед нами, все гонит мысль о том, что он может быть не прав, как предательство, бестактность с нашей стороны.
10 [D56]
Если бы добро было добрым само по себе, это было бы ограничением всемогущества бога: он творец всего, одно разрешает, другое запрещает тому, кого сотворил, дав ему силу и на то, и на это. Если бы это было добрым и злым само по себе, то не было бы необходимости в божественных заповедях и запретах. Если бы они распознавались сами по себе, человек не нуждался бы ни в боге, ни в священнике. Вот почему они заявляют: мораль следует понимать только как веление бога, а не исходя из пользы и вреда от совершающего поступок. Эту позицию, с которой критикуют поступки, они отвергают.
10 [D57]
«красота завтрака»
10 [D58]
Разве мораль священника больше, оттого что он постоянно ориентирован на интересы церкви, а собственными, напротив, пренебрегает? И не есть ли такое восприятие, рассматриваемое как большой комплекс, всего лишь еще одна разновидность самости с еще большей гордыней? И не так ли это у матери по отношению к своему ребенку? У гражданина по отношению к своему государству? Этот «самоотказ» является абсолютно мнимым: человек живет ради своей страсти! и жертвует от себя чем-то гораздо меньшим!
10 [D59]
Мода считать моральным человека, совершающего основанные на симпатии и бескорыстии поступки, пошла в Европе, очевидно, от христианства. А так моральным считали того, кто сильнее чувствует свою ответственность за собственное благо, за свои высшие интересы, того, кто говорит «я» еще чаще, чем все остальные, — даже если он жертвует другими ради себя, подобно великим завоевателям. Никому не причинять вреда, быть максимально полезным другому, себе, однако, больше всего — это не считалось моральным, потому что рассматривалось как нечто невозможное. И по праву! Не отвечает природе вещей возможность гармонии двух противоположных страстей. Пока мы здесь и пока мы самоутверждаемся, уготовляя себя к высшему, мы вынуждены собственные интересы ставить выше других и в этом черпать силу: нельзя и шагу ступить, не затронув как-либо чужих интересов. Хотя бы потому, что мы не можем достаточно знать их, невозможна ориентация на интересы каждого индивида и всех других. Да и с нами дело обстоит точно так же: то, что мы объявляем главным своим интересом, живет за счет других наших интересов. Эта невозможность доказана уже в нас самих. «Законность» охраны чужих прав возможна лишь в весьма грубом смысле. Ее источник в еще более тонкой несправедливости, это условие существования для очень грубого понятия «существования»! Однако само желание существовать уже несправедливо.
10 [D60]
Такая подгонка, какую имел в виду Спенсер, возможна, но лишь тогда, когда каждый индивид становится полезным инструментом и только таковым себя воспринимает, то есть как средство, как часть—а это означает упразднение индивидуализма, в котором каждый желает быть целью и единым целым, не теряя своей уникальности и в том, и в другом! Такая трансформация возможна, быть может, туда и движется история! Но тогда отдельные индивиды будут все слабее и слабее—а это уже история заката человечества, где царит принцип незаинтересованности в vivre pour autrui и для социальности! Когда индивиды становятся сильнее, то общество обязательно оказывается в чрезвычайном положении, в котором всегда нужно ждать больших изменений: постоянно вести предварительное существование.
10 [D61]
Еще один шаг в чувстве реального — и оно подавит авантюрное начало, свободный полет, станет непозволительным утверждать нечто на основе незначительных знаний и слабых аналогий и строить предположения, исходя из этих утверждений. Спонтанная избыточная сила падает под гнет предосторожностей, сбора материалов, скепсиса в оценке отдельных экземпляров. Итак, интеллектуальный имморализм необходим до какой-то неопределенной степени.
10 [D62]
У Мильтона и у Лютера, где музыка неразрывна с жизнью, ущербное, фанатичное развитие разума и необузданность в брани и ненависти вызваны, возможно, недисциплинированностью музыки.
10 [D63]
Насколько действующий недобросовестен по отношению к себе самому? —
Разум, заранее просчитывающий третье, четвертое, пятое последствие какого-либо поступка, должен все же когда-то остановиться и действовать наугад, т.е. с чувством неполноценного осознания следствий, однако так, словно он уверен в них: рисковать с решительной миной безусловного понимания, т.е. играть роль или обманывать себя, заставив умолкнуть свою интеллектуальную совесть.
10 [D64]
Неправедный фон у благороднейших, например
у Христа.
10 [D65]
Совокупность моральных качеств у каждого человека в разных соотношениях: это имена для неизвестных конститутивных отношений физических факторов.
10 [D66]
Необходимость вызвать нарастающее, наполняющее волнение через волнение опустошающее (дать волю гневу, мыслям о мести и т.п.). Пример: страдающий головной болью, вокруг которого идет шумный праздник, в конце концов из-за слишком сильной боли направляет свои мысли на врага и мысленно причиняет ему боль — либо обрушивается с кулаками на себя самого. Неморальное является здесь физически необходимым целительным средством от безумия: пример того, как неморальные действия обретают ценность факторов здоровья.
10 [D67]
Объект и субъект—ошибочное противопоставление. Это не отправная точка для размышлений! Язык вводит нас в заблуждение.
10 [D68]
Жан Жерсон: «Бог хочет определенных поступков не потому, что они хороши, но они хороши, потому что он их хочет, а другие действия злы, потому что он их запрещает». Иезуиты.
10 [D69]
Различать цель действия и цель того, кто действует.
10 [D70]
Эскобар: «в действительности, размышляя о различиях в моральном чувстве, я нахожу в них благодатное воздействие (effet) провидения, поскольку разница мнений помогает нам легче нести бремя господне».
Самый лучший и самый духовный человек удалил с глаз своих грубо оскорбляющего его взор, обманывающего, намеренно говорящего себе «да» (за счет других) человека, он укрылся в таких тонких и таинственных сферах, где тот элемент проявляется как ангельский. Он самый изощренный и неправедный, он научился подменять свою неправедность внешним видом.
10 [D71]
Самый лучший и самый духовный человек удалил с глаз своих грубо оскорбляющего его взор, обманывающего, намеренно говорящего себе «да» (за счет других) человека, он укрылся в таких тонких и таинственных сферах, где тот элемент проявляется как ангельский. Он самый изощренный и неправедный, он научился подменять свою неправедность внешним видом.
10 [D72]
99 процентов всего «творчества» — это подражание, в звуках или мыслях. Воровство, более или менее сознательное.
10 [D73]
Будьте десятикратно холодны и нелюбезны по отношению к кому-либо, и в конце концов это станет вашим законом, вашей повседневной нормой.
10 [D74]
Чрезмерное потребление музыки и спиртных напитков, от которого страдают умственные способности народа, тогда как усиливаются, — так что, по достовернейшим данным, немцы превосходят по числу самоубийств все а именно в отношении к очищению расы.
10 [D75]
Мы вступили в век дипломатической искусности. Никто уже не верит в обещания, в основательность исследования чрезвычайных положений, в длительную неизменность в расстановке властных сил, все импровизируют и работают с притворным благоприятствованием то одному, то другому мнению и партии. Цель уже не оправдывает неправедные средства, но все очень быстро забывается.
10 [D76]
Мы можем рассматривать нашу «духовную деятельность» целиком и полностью как воздействие, оказываемое на нас объектами. Познание не есть деятельность субъекта, оно лишь кажется ею: это изменение нервов, вызванное другими вещами. И лишь потому, что мы обманываем волю, говорим «я познаю» в смысле «хочу познать и, следовательно, делаю это», мы переворачиваем дело, видя активное в пассивном. Но опасны и слова «пассивное» и «активное»!
10 [D77]
Те формы познания суть продукты воздействия на нас других вещей. Мы наделяем ими все вещи, поскольку все вещи наделили ими нас. Наша деятельность мнимо продуктивна.
10 [D78]
Как мал круг идеализма у молодых людей! Они так мало думают об общении, чести, продвижении, влиянии. Да, они во всем банальнее, потому что их энергия и их взлет растрачиваются по пустякам. И как они обманчивы, когда на это падает взор другого!
10 [D79]
Процесс дополнения (например, когда мы полагаем, что видим в движении птицы движение), немедленное уплотнение происходит уже в чувственных восприятиях. Мы всегда формулируем целого человека из того, что видим и знаем о нем. Мы не выносим пустоты — вот причина бесстыдства нашей фантазии: как мало она связана с истиной, как не приучена к ней! Мы ни секунды не довольствуемся познанным (или познаваемым!). Игровая обработка материала — наша постоянная основная деятельность, то есть постоянные упражнения в фантазии. Сколь сильна эта деятельность, доказывает игра зрительного нерва, когда наши глаза закрыты. Точно так же мы читаем, слышим. Слышать и видеть точно — это очень высокая ступень культуры, мы от нее еще очень далеки. Никто даже не чувствует здесь лжи! Эта спонтанная игра силы воображения есть основа нашей духовной жизни: мысли являются нам, осознание, отражение процесса в процессе — это всего лишь относительно редкое исключение, может быть, преломление контраста.
10 [D80]
Захария, 9:9. Иисус должен въезжать на навьюченной ослице и на молодом осле. Первая — это иудеи, которые верят в него: они несли ярмо закона. Молодой осел — это язычники, жившие в беззаконии: Христос обуздал их своим словом, и они послушно легли, позволив нагрузить на себя все, что он хотел.
Тайная вечеря (евхаристия). Жертвенный пшеничный хлеб был предназначен тем, кто хотел очиститься от проказы.
10 [D81]
Борьба за толкование Ветхого Завета: по александрийской методе он целиком трактовался как книга христианского учения.
В борьбе с евреями, которые иначе излагали мессианские места. Юстин высмеивает их экзегетические кунштюки.
10 [D82]
Мир без субъекта—мыслимо ли это? Но представьте себе теперь, что вся жизнь вдруг уничтожена, почему бы тогда всему остальному не продолжить спокойно движение, оставаясь точно таким, как мы видим это теперь? Я не имею в виду, что так оно и было бы, но не вижу причин, не позволяющих представить себе это. Предположим, что цвета субъективны, — ничто не мешает нам мыслить их объективными. Вероятность сходства мира с тем, каким он является нам, вовсе не исчезает оттого, что мы признаем субъективные факторы.
Мысленно убрать субъект означает желание представить себе мир без субъекта, это противоречие: представлять без представления! Возможно, существуют сотни тысяч субъективных представлений. Уберем наши человеческие — тогда останутся представления муравья. А если мысленно исключить всю жизнь, оставив лишь муравья, бытие и впрямь будет зависеть от него? Да, ценность бытия зависит от воспринимающего существа. А для человека бытие и ценное бытие чаще всего одно и то же.
10 [D83]
Человек в конце концов открывает не мир, а его осязательные органы и щупальца, а также их законы—но разве их существование не является достаточным доказательством реальности? Думаю, зеркало доказывает вещи.
10 [D84]
Они облегчают себе задачу, пытаясь понять меня на переходе в другую крайность, — они не замечают ни продолжения борьбы, ни случайных, исполненных блаженства пауз в борьбе, не замечают, что эти ранние сочинения порождены теми восхитительными минутами затишья, когда борьба казалась оконченной, а человек начинал задумываться о ней и успокаиваться. Это была иллюзия. Борьба продолжалась. Радикальность языка выдает волнение, которое только что отбушевало, и попытку насильно удержать иллюзию.
10 [D85]
Высшая ценность фантазирующего мышления (некоторые называют его также продуктивным мышлением) заключается в придумывании возможностей и отработке механизмов чувств, которые затем можно было бы использовать в качестве инструментов для исследования настоящего бытия. Все это сперва должно быть как бы угадано путем всевозможных опытов и добыто благодаря случаю. Все механизмы в этой большой работе строгого исследования сперва установлены и разучены в качестве «истины». Поэтому все еще так желательны поэты и метафизики, они ищут возможный мир и находят то там, то сям нечто пригодное. Это тоже опытные станции. Слепые звери, которые постоянно тыкаются вокруг себя, пытаясь что-нибудь съесть, открывают продукты питания (но и легче погибают или вырождаются). Другие же звери живут, питаясь признанными продуктами.
10 [D86]
На стороне первых христиан не было ни малейшего понимания преимущественных прав Израиля и ветхозаветных институтов.
10 [D87]
NB. Продолжение самого свободного познания и жизнь с временным характером!
10 [D88]
19 век, реакция: поиски основных принципов всего того, что обладало стабильностью, стремление доказать его истинность. Стабильность, плодотворность и чистая совесть считались индикаторами истины! Таков консервативный настрой: они собирали все, что еще не было подорвано, эгоизм собственника служил сильнейшим доводом против философии 18 века: для неимущих и недовольных существовала еще церковь да, пожалуй, искусства (для отдельных, особо одаренных еще и культ гения в знак благодарности, если они работали на консервативные интересы). С помощью истории (новое!!!) было доказано, что люди восторгаются великими плодотворными комплексами, культурами (нациями!!!) Невероятно велика доля исследовательского рвения, а также почитания, обрушенного на прошлое: новейшей философии и естествознанию достались крохи! — — Теперь новый ответный удар! История доказала в конце концов нечто иное, чем от нее ждали, проявив себя надежнейшим средством уничтожения тех самых принципов. Дарвин. С другой стороны скептический историзм как следствие, сочувствие. В истории мы лучше узнали ее движущие силы, а не свои «прекрасные» идеи! Социализм обоснован исторически, точно так же и национальные войны из истории!
10 [E89]
Поступать и думать как многие, как все — это дает чувство власти. «Как никто» — это знак власти. — Моральные предписания — это подпорки для индивидов, которые не сознают себя строго индивидуально и должны иметь нормы вне себя.
10 [E90]
Долг — это принуждение, отчасти идущее в убыток нашему я, отчасти одобряемое им.
10 [E91]
Совсем не обязательно любить животных, чтобы ненавидеть людей. Как Шопенгауэр. Вспомните Вольтера, первого, кто —
10 [E92]
Вагнер первым в наше время устремился к высшим целям на пути соединения искусств. Он начал экспериментировать в этой области.
10 [E93]
Наш чувственный мир на самом деле не существует вовсе, он противоречит себе самому: это обман чувств. Но что тогда чувства? Причины обмана должны быть реальны. Но мы знаем о чувствах только через чувства, что тоже входит в мир обмана. Следовательно, обманывает нечто, нам не ведомое, и его первый обман — чувства. Сюда же относится наша множественность — но как нам обратить обманчивые образы в знание об обмане? Как узнать воображаемому образу о том, что он воображаем? — Следовательно, мы должны быть также тем, что обманывает, т.е. должны существовать также реально, а наше сознание должно исходить из того, что мир — это обман, чисто логически: это каким-то образом мы сами. Итак: каким образом реальная реальность может быть причиной обманчивого мира? — Она должна в нем нуждаться: быть может, истинное терзается, подобно художнику, и ищет избавления, отвлечения в сладостных образах и представлениях; истина — это, возможно, боль, а видимость — смягчение этой боли, перемена — это метания сильно страждущего, который ищет более удобное положение. А может быть, истинное переполнено удовольствиями, выплескивающимися в фантазиях, как у художника (рождение трагедии). Мир как эстетический феномен, вереница состояний у познающего субъекта: фантасмагория по закону каузальности. То, что интеллектуальный процесс проявляется лишь в царстве животных и без животных не могло бы быть никакого мира, тоже следует отнести сюда, к той же театральной игре, которую субъект разыгрывает перед самим собой: это иллюзия. История — это не более чем мнимость, а каузальность — средство для глубины воображения, кунстштюк, позволяющий обманываться иллюзией, тончайший аппарат артистического обмана.
10 [E94]
Перевернутый мир: инкубатор фанатизма.
Большей частью жить и поступать в неверии, как христианин, но в отдельные моменты осуждать свою жизнь и себя самого — это проклятое состояние, в котором жизнь не может ничего стоить, чтобы фантазии немногих непривычных минут казались раскрывающими значение бытия! Мы не желаем больше терпеть в философии такой образ мышления, который в малом или большом бреду видит судью и обвинителя бытия, мы сопротивляемся тому, чтобы это мышление продолжало жить, укрывшись под покровом искусства. — Нам здесь не хватает терпимости? Опять фанатизм? — Сперва взгляните, что мы хотим сделать: ничего более, чем перестать заботиться о перевернутом мире.
10 [E95]
Мир, насколько мы можем его распознать, — это наша собственная нервная деятельность, и ничего более.
10 [E96]
Другие религии выступают против действительных зол, христианство против зол моральных (отчасти мнимых).
10 [F97]
Усталость несет мыслителю одно преимущество: она позволяет проскользнуть и тем мыслям, в которых мы не признались бы себе при большем самоконтроле и, следовательно, при большей маскировке. Нам уже лень что-то себе демонстрировать — и смотрите! истина нисходит на нас.
10 [F98]
Амур и Психея.— Когда взор чересчур бесстыдно устремлен на чувственные утехи, то удовольствие очень скоро становится противным. Следовало бы, как это умели греки, примешивать сюда богов и фантазии, затуманивая грубый взгляд; нужно уметь забывать или по крайней мере никогда не называть многие вещи прямо по имени; удовольствие должно застать интеллект врасплох, когда он спит или погружен в мечты.
10 [F99]
«Ты счастливчик! Каждый раз, когда твой характер достигает высшей точки своего прилива, того же достигает и твой интеллект». В: Ты кое-что забыл!
10 [F100]
Свойства вещи вызывают наши ощущения, например что это серое, а также форма, вид движения, прежде всего ее наличие как тела и субстанции—все связано с ощущениями удовольствия и неудовольствия и, следовательно, с доверием, склонностью, стремлением к сближению либо страхом и т.д. Одна и та же вещь благодаря различным своим качествам может и привлекать нас, и внушать ужас.— То, что качества эти вызывают такие ощущения, есть суждение—а это суждение предполагает опыт и веру в тождественность в опыте. Наконец, и самый древний опыт опять-таки предполагает суждение, то есть трактовку раздражения, так что оно оказывается либо удовольствием, либо горестью. «Преумножит этот раздражитель нашу силу или умалит ее?» Короче говоря, суждение—это источник, в котором возникает или ослабевает ощущение силы.— Итак, в конечном итоге воздействие вещей бывает приятным и неприятным, в зависимости от того, верим мы в подпитку нашей силы или нет. Однако вера эта не может опираться на предыдущий опыт, она должна происходить из возникающего при этом ощущения силы. В силу верят, когда имеют ощущение силы. Ощущение силы служит доказательством силы. С таким доказательством чувство возбуждения превращается в удовольствие. Итак, все свойства вещей есть на самом деле раздражения в нас, которые отчасти умножают ощущение силы, отчасти умаляют его: всякая вещь есть сумма суждений (опасений, надежд, что-то внушает доверие, что-то нет). Чем больше мы знаем физику, тем менее фантастична сумма суждений (ложные составляющие выпадают, например «все, что черно, опасно»)— В конечном итоге мы понимаем: вещь—это сумма возбуждений в нас, но поскольку мы не есть нечто постоянное, то и вещь не является суммой постоянной. И чем больше постоянства умеем мы вложить в вещи,
10 [F101]
В доказательство того, что и скептик нуждается порой в необузданных мечтаниях, чтобы затем вновь смиренно вернуться в страну «быть-а-может-и-нет», хочу поведать, какие тезисы принесли мне недавно парящие в облаках голуби. Во-первых: самая обычная форма знания — бессознательная. Осознание — это знание о знании. Ощущение и сознание имеют много общего в самом главном и могут совпадать. Первое зарождение ощущения является зарождением знания о знании: процесс, в котором нет ничего трудного и таинственного, поскольку он задает знанию лишь перемену направления — для этого достаточно случайных импульсов, а их, очевидно, можно угадать. До того, как появилось ощущение, уже давно — а именно всегда — существовало знание: распознавание и заключение как его функции. Знание есть свойство всех движущих сил — все сводится к тому, что это свойство материи, если только мы знаем, что есть материя: движущая сила мыслится как предубеждение наших чувств, так что сила и материя — это одно, обозначаемое либо само по себе, либо относительно наших чувств, как граница нашего восприятия силы. Движущие силы не есть нечто последнее и сопротивляющееся анализу, как полагал Шопенгауэр, который понимал их как «волю»: мы можем еще понятийно обособить в них знание как их свойство; без распознавания и заключения нет импульса, нет понуждения и воли. Интеллект (а не ощущение) — это врожденная «сущность вещей»; ощущение — это случай в истории его направлений, в нем нет ничего нового. Чтобы понять первые тезисы механики, следует дать движущим силам распознавание и заключение — но не осознание, не ощущение. Распознавание и заключение предполагают множественность, но однородность сил, по крайней мере их дуализм. Ошибка в распознавании и заключении стала возможной лишь с появлением ощущения. — Вот так! А теперь летите назад, вы, голуби, и отдайте облакам, что им причитается!