9, 14[1-26] Herbst 1881

14 [1]

Das ist etwas Neues an der jetzigen Musik, wie ich sie eben hörte! Sie repräsentirt Gefühle, sie erregt sie nicht mehr—man ist zufrieden mit ihrer Hülfe zu verstehen! Wie bescheiden!

14 [2]

Wie kalt und fremd sind uns bisher die Welten, welche die Wissenschaft entdeckte! Wie verschieden ist z. B. der Leib, wie wir ihn empfinden, sehen, fühlen, fürchten, bewundern und der “Leib” wie ihn der Anatom uns lehrt! Die Pflanze, die Nahrung, der Berg und was uns nur die Wissenschaft zeigt—alles ist eine wildfremde eben entdeckte neue Welt, der größte Widerspruch mit unserer Empfindung! Und doch soll allmählich “die Wahrheit” sich in unseren Traum verketten und—wir sollen einmal wahrer träumen!

14 [3]

Es ist eine ganz neue Lage—auch sie hat ihre Erhabenheit, auch sie kann heroisch aufgefaßt werden: obschon es noch Niemand gethan hat. Die wissenschaftlichen Menschen gewiß nicht: es sind landläufige Seelen, mit einem von ihrem Empfinden abgeschlossenen Reiche ihrer geistigen Thätigkeit: für sie ist die Wissenschaft vornehmlich etwas Strenges, Kaltes, Nüchternes—kein erschütternder Ausblick, kein Wagniß, kein Alleinstehen gegen alle Dämonen und Götter. Die Wissenschaft geht sie nichts an—das giebt ihnen die Fähigkeit dazu! Hätten sie Furcht oder Witterung des Ungeheuren—so ließen sie die Hand davon. Diese Art Wissenschaft ist es allein, welche bisher der Staat gefördert hat!—das Streben nach Erkenntniß ohne Heroism, als Geschäft, nützliche Verwendung der Verstandeskräfte usw.

14 [4]

Nachts, bei bestirntem Himmel regt sich wohl ein Gefühl, wie armselig unsere Fähigkeit zum Hören ist. Oh dieser todtenstille Lärm! —

14 [5]

Jetzt komme ich mir wie Einer vor, der gelernt hat, mit allen Winden zu fahren—und seine Straße! Heute bin ich ganz in meiner Genueser Kühnheit und weiß kaum, wohinaus ich noch alles fahren soll—: es ist als ob das Dasein mir zu eng wäre und als ob ich ein neues entdecken oder schaffen müßte. Ich brauche Raum, eine sehr große weite unbekannte unentdeckte Welt, es ekelt mich sonst.

14 [6]

Warum finde ich die Menschen nicht unter den Lebenden, die höher hinaus schauen als ich und mich unter sich sehen müssen? Habe ich denn nur schlecht gesucht?— Und es verlangt mich so gerade nach Solchen!!

14 [7]

Mit meinen halbblinden und arbeitsscheuen Augen gehe ich jetzt die Wege am liebsten, wo meine Füße nicht mehr zu denken brauchen—ich kann und mag nicht mehr im Gebirge und in schlecht gepflegten Kleinstädten wohnen, wo Leben und Stolpern zusammengehört.

14 [8]

Diese ganze Welt, die uns wirklich etwas angeht, in der unsere Bedürfnisse Begierden Freuden Hoffnungen Farben Linien Phantasien Gebete und Flüche wurzeln diese ganze Welt haben wir Menschen geschaffen und haben es vergessen, so daß wir nachträglich noch einen eigenen Schöpfer für alles das erdachten, oder uns mit dem Probleme des Woher? zerquälten. Wie die Sprache das Urgedicht eines Volkes ist, so ist die ganze anschauliche empfundene Welt die Urdichtung der Menschheit, und schon die Thiere haben hier angefangen zu dichten. Das erben wir alles auf einmal, wie als ob es die Realität selber sei.

14 [9]

Diese ganze Welt, die wir geschaffen haben, oh wie haben wir sie geliebt! Alles was Dichter empfinden gegen ihr Werk, ist nichts gegen die zahllosen Ausströmungen des Glücks, welche die Menschen in unvordenklichen Zeiten empfunden haben, als sie die Natur erfanden.

14 [10]

Wo finden wir, wir Einsamsten der Einsamen, wir Menschen—denn das werden wir sicher einmal sein, durch die Nachwirkung der Wissenschaft—wo finden wir einen Genossen für den Menschen! Ehedem suchten wir einen König, einen Vater, einen Richter für Alles, weil es uns an rechten Königen, rechten Vätern, rechten Richtern mangelte. Nachmals werden wir den Freund suchen—die Menschen werden selbsteigene Herrlichkeiten und Sonnenkreise geworden sein—aber einsam. Der mythenbildende Trieb geht dann aus nach dem Freunde.

14 [11]

Ich würde wünschen, auch nur einmal mit einem Menschen zusammengetroffen zu sein, welcher bei Allem, was ihm unter die Hände kam, sich fragte: “könnte dies nicht verbessert werden?” Die Mahlzeiten und die Diät und die Eintheilung des Tages usw.

14 [12]

So wie unsere großen und kleinen Städte jetzt, sind, muß ein Denker es jetzt verstehen, seine Stelle zwischen zwei Lärmen zu finden—oder er wird sie nicht finden und aufhören, Denker zu sein. Das antike Rom hatte mehr Humanität für die Denker als unsere Welt!—

14 [13]

So leben wir Alle!—wir reißen die Dinge gierig an uns und haben unersättliche Augen dabei, dann nehmen wir eben so gierig aus ihnen heraus, was uns schmeckt und dienlich ist—und endlich überlassen wir den Rest—alles womit unser Appetit und unsere Zähne nicht fertig geworden sind—den anderen Menschen und der Natur, namentlich aber alles, was wir verschlangen, ohne es uns einverleiben zu können—: unsere Excremente. Darin sind wir unerschöpflich wohlthätig und durchaus nicht geizig: wir düngen die Menschheit mit diesem Unverdauten unseres Geistes und unserer Erfahrungen.

14 [14]

Überall wo verehrt, bewundert, beglückt, gefürchtet, gehofft, geahnt wird, steckt noch der Gott, den wir todt gesagt haben—er schleicht sich allerwegen herum und will nur nicht erkannt und bei Namen genannt sein. Da nämlich erlischt er wie Buddha’s Schatten in der Höhle—er lebt fort unter der seltsamen und neuen Bedingung, daß man nicht mehr an ihn glaubt. Aber ein Gespenst ist er geworden! Freilich!

14 [15]

Im Grunde haben alle Civilisationen jene tiefe Angst vor dem “großen Menschen,” welche allein die Chinesen sich eingestanden haben, mit dem Sprichwort “der große Mensch ist ein öffentliches Unglück.” Im Grunde sind alle Institutionen darauf hin eingerichtet, daß er so selten als möglich entsteht und unter so ungünstigen Bedingungen als nur möglich ist heranwächst: was Wunder! Die Kleinen haben für sich, für die Kleinen gesorgt!

14 [16]

Die Erlaubniß, Kinder zu zeugen, sollte als eine Auszeichnung verliehen werden, und auf jedem Wege dem so üblichen geschlechtlichen Verkehre der Charakter eines Mittels der Fortpflanzung genommen werden: sonst werden immer mehr die niedrig gesinnten Menschen die Oberhand bekommen—denn die höheren Geister sind nicht zu eifrig in erotischen Dingen. Wohl sind dies die Tapferen und Kriegerischen—und ihnen verdankt man im Ganzen die bessere Art von Menschen, die noch bestehen. Kommt aber der Handels-Geist zur Übermacht über den kriegerischen, so—Gegen Verbrecher sei man wie gegen Kranke: auch darin, daß man es verabscheut, sie sich fortpflanzen zu machen. Dies ist die erste allgemeine Verbesserung der Sitten, welche ich wünsche: der Kranke und der Verbrecher sollen nicht als fortpflanzbar anerkannt werden.

14 [17]

So will ich es doch eingestehen—ich stelle mich vor mir selber erzürnt über die gelegentliche Kälte und Vernachlässigung, die ich von Freunden und ehemaligen Vertrauten erfahre—im tiefsten Grunde läßt dies alles mich unbewegt, und das Gefühl dieser gewöhnlichen Unbewegtheit ist es, welches mich mitunter wünschen macht, es möchte etwas recht stark mich erschüttern und herumreißen. Ich suche ein Mittel gegen die Langeweile, wenn ich mich erzürnt über solche Dinge stelle, und es gelingt mir schlecht damit—ich bin euch gut und bleibe der Mensch des versöhnlichsten Herzens!—

14 [18]

Es ist eine Haupterkenntniß, daß bei der Werthschätzung aller Dinge der Mensch allem Gewöhnlichen und noch mehr allem schlechthin Unentbehrlichen einen niederen Werth gab. Das Gewöhnliche war dem Ungemeinen entgegengesetzt, als das “Gemeine”—: das Unentbehrliche als ein Zwang dem, was der freie Mensch sich willkürlich verschaffen kann oder nicht kann, dem Überflüssigen, Luxushaften des Lebens. So wurde alles, was nöthig ist und alles, was üblich ist, zum Geringen: alles Fatum wurde Gemeinheit. Laune Willkür freier Wille der aristokratische Hang des Herrschenden und beliebig Befehlenden, die Leidenschaft für alles Seltene Schwer-zu-erlangende—das war das Merkmal des höheren Menschenthums: damit erst glaubte der Mensch nicht mehr Thier zu sein. Die Klugheit und die Erfahrung zwar schrieben ihre Gesetze dem Handelnden vor und wiesen unerbittlich auf das Nöthige und das Übliche hin—aber die höhere Empfindung trennte sich oft genug von der Klugheit und gab dem Unnöthigen und dem Ungewöhnlichen und daher meisthin auch Unklugen den Vorrang. So ist auf die Dauer der Boden unseres Lebens und unserer ganzen Lebensart—das ist und bleibt doch immer das Nöthige und Gewohnheitsmäßige—von den höheren Empfindungen entkleidet worden! Essen und Wohnen und Zeugen, der Handel, der Erwerb, das Geschäft ja selbst das gesellschaftliche Leben hat sich vom Ideale abgetrennt—und die Sorge für sich selber, selbst in ihrer feinsten Form, ist mit einem Makel behaftet, welchen der Tadel des Egoismus und das Lob der Selbstlosigkeit zu verstehen giebt.

14 [19]

Sich mit Jemandem verbünden, um ihn damit zu unterdrücken oder in die Dunkelheit zu drängen—ein Kunststück der Politiker aller Zeiten welches feiner ist als sich einen Anderen zum Rivalen umschaffen, damit man durch seine schon fest begründete Berühmtheit selber zum Ruhme komme.

14 [20]

Der Stolze haßt es zu zittern und nimmt Rache an dem, der ihn zittern gemacht hat: dies ist der Grund seiner Grausamkeit. Er hat die größte Lust, den vor sich zu sehen, vor dem er nun nicht mehr zittert, ob er ihm schon das Schmählichste und Schmerzhafteste anthut.— Der Stolze gesteht sich das nicht ein, was ihm drückend ist, so lange er nicht die Möglichkeit sieht, Rache für diesen Druck zu nehmen. Sein Haß schießt im Augenblick hervor, wenn diese Möglichkeit ihm zu Gesichte kommt. Alle Starken, die sich selber brechen und einem Gesetze unterwerfen, sind grausam: früher machte es ihnen einen ähnlichen Genuß, den Willen Anderer zu brechen und den Thon nach ihrem Willen zu kneten. Alle Verkannten, Zurückgesetzten, Gelangweilten sind grausam, denn ihr Stolz ist immer gereizt. Auch alle Schwachen sind grausam, und gerade darin, daß sie Mitleiden bei den Anderen wollen. Das heißt: sie fordern, daß auch die Anderen leiden, wenn sie leiden und schwach sind. Daher ist es nur das halbe Unglück socios habuisse malorum. Endlich: wie grausam sind alle Künstler, denn sie wollen mit allen Mitteln, daß ihre Erlebnisse Gewalt üben und bekommen, daß ihre Leiden zu unseren Leiden werden! Und gar die Bußprediger, welche darin ihren dämonischen Stachel und Reiz spüren, daß sie die große Macht öffentlich verachten, daß sie die Hochmächtigsten wie die Niedrigsten zur gleichen Zerknirschung und Abstinenz treiben wollen—das ist eine Grausamkeit des Stolzes ohne Gleichen! Kurz die Menschen haben viel Genuß an der Grausamkeit, sie ist das üblichste aller Vergnügen, so sehr auch der “Grausame” gelästert wird!

14 [21]

Oh über diesen neuen Ehrgeiz der Gegenwärtigen! Es ist unter ihren Künstlern das Zeitalter der nachgeahmten Originalität und namentlich der nachgeahmten Leidenschaften: sie haben nämlich die alte Furcht vor dem Auslande, man möchte ihnen nicht genug Leidenschaft und überhaupt nicht die Leidenschaften zutrauen, deshalb machen sie sofort Grimassen und Ausschweifungen in Ton und Gebärde, nicht aus der Stärke ihres Affektes heraus, sondern um sich Glauben an Stärke ihres Affektes zu schaffen. Ihre Theaterfiguren wie die Gestalten auf ihren Gemälden laufen den Leidenschaften so nach, daß man jeden für toll halten würde, der es so im Leben machte. Es steht zu befürchten, daß diese öffentliche Schule auch die D dahin treibt, sich im Leben z. B. in der Politik wie toll zu gebärden. Ihre ehemaligen Neigungen zum Behaglichen und Gemüthlichen machen ihnen jetzt Scham; sie argwöhnen, daß man sich mit solchen Neigungen zur Mittelmäßigkeit des Geistes verurtheilt habe und unfähig sei, in großen Dingen mitzureden z. B. über die Frage des Glücks. Man will jetzt nicht das Glück selber, aber man will jedenfalls den Stolz, zu den letzten Richtern und Meßkünstlern des Glücks zu gehören—man hat den Ehrgeiz des Geistes und der Leidenschaft zugleich. So zum Beispiele in Betreff des Glücks der Liebe: daraus machen die deutschen Künstler jetzt ein vampyrisches Gebilde: ihre “Liebe” will im Glück die ganze Welt ausstechen, austrinken und gleichsam trocken zurücklassen: und wenn ihr dies nicht gelingt, so will sie wenigstens an allem, was noch von Glück sonst übrig bleibt, Rache nehmen. Aber dies ist die Liebe im Irrenhause—oder sie gehört ins Irrenhaus: oder sie macht ein Irrenhaus.—

14 [22]

Beim Klavierspiel ist die Hauptsache, daß man den Gesang singen läßt und die Begleitung begleiten läßt. Ich vertrage eine Musik, worin nicht in dieser Weise zwischen Musik und Begleitung geschieden ist, jetzt nur noch als ein kurzes Zwischenspiel, als einen idealen Lärm, der uns begierig nach dein Wiederbeginn des Gesanges macht.

14 [23]

Die Menschenstimme ist die Apologie der Musik.

14 [24]

Mit welcher Dankbarkeit blickt der altgewordene Goethe auf die erotischen Empfindungen aller Arten, wie sie ihm das Leben geboten hatte! Es war eine schlechte Stunde, als Sophokles von dem Eros wie von einem wüthenden Dämon sprach—entweder ist dieser liebenswürdigste aller Athener gegen sich selber zu liebenswürdig und in Folge davon zeitweilig bösartig und tückisch und seiner überdrüssig gewesen:—oder, noch wahrscheinlicher, er schmähte den Gott und ließ ihn entgelten daß er ihn verlassen hatte.

14 [25]

Wohin ist Gott? Was haben wir gemacht? haben wir denn das Meer ausgetrunken? Was war das für ein Schwamm, mit dem wir den ganzen Horizont um uns auslöschten? Wie brachten wir dies zu Stande, diese ewige feste Linie wegzuwischen, auf die bisher alle Linien und Maaße sich zurückbezogen, nach der bisher alle Baumeister des Lebens bauten, ohne die es überhaupt keine Perspektive, keine Ordnung, keine Baukunst zu geben schien? Stehen wir denn selber noch auf unseren Füßen? Stürzen wir nicht fortwährend? Und gleichsam abwärts, rückwärts, seitwärts, nach allen Seiten? Haben wir nicht den unendlichen Raum wie einen Mantel eisiger Luft um uns gelegt? Und alle Schwerkraft verloren, weil es für uns kein Oben, kein Unten mehr giebt? Und wenn wir noch leben und Licht trinken, scheinbar wie wir immer gelebt haben, ist es nicht gleichsam durch das Leuchten und Funkeln von Gestirnen, die erloschen sind? Noch sehen wir unsren Tod, unsere Asche nicht, und dies täuscht uns und macht uns glauben, daß wir selber das Licht und das Leben sind—aber es ist nur das alte frühere Leben im Lichte, die vergangne Menschheit und der vergangne Gott, deren Strahlen und Gluthen uns immer noch erreichen—auch das Licht braucht Zeit, auch der Tod und die Asche brauchen Zeit! Und zuletzt, wir Lebenden und Leuchtenden: wie steht es mit dieser unserer Leuchtkraft? verglichen mit der vergangner Geschlechter? Ist es mehr als jenes aschgraue Licht, welches der Mond von der erleuchteten Erde erhält?

14 [26]

Es ist noch zu früh, das ungeheure Ereigniß ist noch nicht zu den Ohren und Herzen der Menschen gedrungen—große Nachrichten brauchen lange Zeit, um verstanden zu werden, während die kleinen Neuigkeiten vom Tage eine laute Stimme und eine Allverständlichkeit des Augenblicks haben. Gott ist todt! Und wir haben ihn getödtet! Dies Gefühl, das Mächtigste und Heiligste, was die Welt bisher besaß, getödtet zu haben, wird noch über die Menschen kommen, es ist ein ungeheures neues Gefühl! Wie tröstet sich einmal der Mörder aller Mörder! Wie wird er sich reinigen!

9, 14[1-26] Herbst 1881

14 [1]

В современной музыке, какой я только что её услышал, есть нечто новое! Она представляет чувства, но уже не возбуждает их — мы довольны тем, что она помогает понять что-либо! Как скромно!

14 [2]

Как холодны и чужды нам до сих пор миры, открытые наукой! И как отличается, к примеру, тело, каким ощущаем его мы, каким видим, чувствуем, какое боимся, каким восхищаемся, от того «тела», о котором учит нас анатом! Растение, пища, гора и все, что только может показать нам наука, — все это совершенно чуждый и только что открытый новый мир, входящий в величайшее противоречие с нашим восприятием! И все же постепенно «истина» должна превратиться в нашу мечту, и однажды мы станем мечтать более реально!

14 [3]

Это совершенно новая ситуация—но и в ней есть свое высокое начало, ее тоже можно считать героической—хотя никто еще не совершил подвига. Речь, разумеется, не идет об ученых: это такие же люди, как все, их ощущения отделены от области их духовной деятельности; для них наука есть прежде всего нечто строгое, холодное, трезвое—она не открывает перед ними потрясающей перспективы, не представляет собой риска и одинокого противостояния всем демонам и богам. Наука для них не важна, и это дает им способность ею заниматься! Если бы они испытывали страх или предчувствие чудовищного, то держались бы от нее подальше. Это и есть тот вид науки, который до сих пор поддерживало государство! Стремление к познанию без героизма, как занятие, полезное использование сил разума и т.д.

14 [4]

Ночью, под звездным небом, приходит ощущение того, как бедна наша способность слышать. О, этот шум, мертвый как тишина! —

14 [5]

Теперь я представляюсь себе человеком, который научился плавать под всеми ветрами — и по своему пути! Теперь я охвачен своей генуэзской отвагой и не ведаю, куда еще лежит мой путь: мне тесно в рамках моего бытия, мне кажется, будто я должен открыть или создать его заново. Мне необходимо пространство, огромный, широкий, незнакомый и еще не открытый мир, — иначе мне станет тошно.

14 [6]

Почему я не нахожу среди живущих тех людей, которые видят выше меня и должны смотреть на меня сверху вниз? Быть может, я плохо их искал? — Меня же влечет именно к таким!

14 [7]

С моими подслеповатыми глазами, боящимися работы, я предпочитаю теперь идти такими дорогами, где моим ногам не надо больше думать; я больше не могу и не хочу жить в горах и в неухоженных мелких городишках, где жить и спотыкаться означает одно и то же.

14 [8]

Весь этот мир, до которого нам действительно есть дело, мир, в котором укоренены наши потребности, желания, радости, надежды, краски, линии, фантазии, молитвы и проклятия, — весь этот мир создали мы, люди — и забыли об этом, выдумав для себя впоследствии творца всего мира и мучая себя извечной проблемой: «откуда?». Подобно тому, как язык является древней поэзией народа, так и весь наглядный и ощущаемый мир представляет собой древний поэтический вымысел человечества, и даже звери уже начинают в нем сочинять. Мы наследуем все это разом, как будто оно представляет собой реальность.

14 [9]

Весь этот мир, созданный нами, — о, как мы его любили! Все, что ощущают художники по отношению к своему творению, ничто по сравнению с бесчисленными потоками счастья, которые испытывали люди в незапамятные времена, когда изобрели природу.

14 [10]

Где найти нам, людям, самым одиноким из одиноких — а мы в один прекрасный миг обязательно станем таковыми из-за последствий науки — где найти нам товарища для человека! Когда-то мы искали короля, отца, судию всего, ибо нам не хватало настоящих королей, настоящих отцов и судей. Впоследствии мы станем искать друга — люди станут великолепными и похожими на солнечные круги — но одиноки. И тогда инстинкт, порождающий мифы, отправится на поиски друга.

14 [11]

Я мечтаю хотя бы раз встретиться с человеком, который видя все, что попадается ему в руки, спрашивал бы: «Нельзя ли это сделать лучше?» Прием пищи, диету, распорядок дня и т.д.

14 [12]

Нынешнее состояние наших малых и больших городов таково, что мыслителю необходимо уметь найти себе место между двух шумов — или же он не найдет его и перестанет быть мыслителем. Античный Рим был более гуманен к мыслителям, чем наш мир!

14 [13]

Так мы все и живем! — Жадно и с ненасытным взором хватаем вещи, столь же жадно выдирая из них лишь то, что нам вкусно и полезно, а остатки — все, с чем не справился наш аппетит и наши зубы, все, что мы проглотили, но не смогли усвоить, т.е. наши экскременты, — мы оставляем другим людям и природе. В этом мы неистощимо благотворны и отнюдь не жадны: мы удобряем человечество этими непереваренными отходами нашего духа и нашего опыта.

14 [14]

За всем, где есть место почитанию, восхищению, облагодетельствованию, страху, надежде, предчувствию, все еще стоит бог, которого мы объявили умершим: он витает вокруг нас и не желает быть узнанным и названным по имени. В этот момент он исчезает, словно тень Будды в пещере, — и продолжает жить в странных и новых обстоятельствах, когда мы больше в него не верим. Он превратился в призрак! Это безусловно!

14 [15]

В сущности все цивилизации испытывают глубокий страх перед «великим человеком», в чем признались себе лишь китайцы, сочинив поговорку: «великий человек — это общественное несчастье». По сути дела деятельность всех институтов направлена на то, чтобы такой человек появлялся как можно реже и вырастал при максимально неблагоприятных условиях. Что же в этом удивительного! Малые позаботились о себе, о малых!

14 [16]

Разрешение рожать детей должно выдаваться как награда, а обыкновенная половая связь любыми способами должна быть лишена функции размножения: в противном случае на свет будет появляться все больше людей с низменными чувствами — ведь высшие умы не слишком усердны в эротических предметах. Впрочем, это не касается личностей, отличающихся храбростью и воинственностью: им мы в основном обязаны теми лучшими видами людей, что еще существуют на свете. Если же торгашеский дух возобладает над воинственным, то — — — С преступниками следует обращаться как с больными, в том числе испытывая отвращение к возможности их размножения. Вот первый общий шаг в улучшении нравов, о котором я мечтаю: больному и преступнику должно быть отказано в праве размножаться.

14 [17]

Должен признаться: я изображаю перед самим собой злость, якобы вызванную периодическим равнодушием и холодом со стороны моих друзей и прежних знакомых; в глубине души это оставляет меня равнодушным, и ощущение невозмутимости заставляет меня желать события, которое сильно потрясло и резко изменило бы меня. Я ищу средства против скуки, когда изображаю злость на подобные вещи, но мне это не слишком удается: я добр к вам и остаюсь человеком с самым миролюбивым сердцем!—

14 [18]

Главное осознание заключается в том, что человек, давая оценку всем вещам, более низко оценивает все обыкновенное, а тем более все необходимое. Обыкновенное, считавшееся «пошлым», противопоставлялось необыкновенному, а необходимое, как принуждение, считалось противоположностью тому, что свободный человек мог бы или не мог бы сделать для себя по собственной воле, т.е. всему излишнему, роскошному в жизни. Таким образом, все, что необходимо, и все, что обычно, стало заурядным: фатум превратился в пошлость. Капризность, произвол, свобода воли, аристократические наклонности правителей и тех, кто отдавал приказания по своему произволу, страсть ко всему редкому и труднодоступному — все это были признаки высшего человеческого рода: благодаря им человек стал считать, что он больше не зверь. И хотя разум и опыт предписывали определенные законы тому, кто совершал поступок, и неумолимо указывали на необходимое и обычное, высшие ощущения достаточно часто отделялись от разума и отдавали приоритет необязательному и необычному, а потому и в большинстве своем неразумному. Со временем основа нашей жизни и всего нашего образа жизни (эту основу составляет и всегда будет составлять необходимое и привычное) лишилась высших ощущений! Еда и жилье, рождение детей, торговля, доход, занятие и даже общественная жизнь отделились от идеала. Забота о самом себе, даже в самой утонченной форме, стала чревата изъянами, ключ к пониманию которых кроется в порицании эгоизма и похвале самоотверженности.

14 [19]

Соединить себя с другим, чтобы его поработить или оттеснить в тень, — в этом искусство политиков всех времён, более изощрённое, чем превращение другого в соперника для себя, чтобы благодаря уже закрепившейся за ним известности обрести собственную славу.

14 [20]

Гордый человек ненавидит страх и мстит тому, кто заставил его дрожать: в этом причина его жестокости. Он страждет видеть перед собой того, перед которым не станет содрогаться, пусть даже этот человек чрезвычайно унизит его или причинит ему величайшую боль. — Гордец не признается в том, что подавляет его, пока не получит возможность отомстить за это. Его ненависть вырывается наружу в тот момент, когда эта возможность попадается ему на глаза. Все могущественные люди, которые ломают себя и подчиняют себя закону, жестоки: раньше им доставляло почти такое же удовольствие сломить волю других и месить получившуюся глину в соответствии с собственной волей. Все непризнанные, отошедшие от дел и скучающие жестоки из-за постоянного раздражения их гордости. И все слабые тоже жестоки, особенно в том, что они хотят сочувствия других. Это значит: если они слабы и страдают, они требуют, чтобы страдали и другие. Следовательно, это лишь половина несчастья: socios habuisse malorum. И наконец, как жестоки все художники: они стремятся к тому, чтобы их переживания получили власть над другими, а их страдания стали бы нашими страданиями. И уж подавно жестокостью отличаются проповедники покаяния, испытывающие демонические уколы и соблазны от сознания того, что открыто презирают большую власть, что могут привести как самых могущественных, так и самых ничтожных людей к самоуничижению и воздержанию, — в этом ни с чем не сравнимая жестокость гордости! Иными словами, люди испытывают большое наслаждение от жестокости: это самое обычное из всех удовольствий, как бы ни клеймили «жестокого человека»!

14 [21]

О, это новое тщеславие современных людей! Среди их художников наступило время поддельной оригинальности, а особенно поддельных страстей: они испытывают прежний страх перед заграницей, они недостаточно способны на страсти и даже вообще не способны на них; они сразу же строят гримасы и не знают меры в голосе и жестах, не из-за силы своего аффекта, а чтобы внушить себе веру в эту силу. Их театральные фигуры, словно персонажи их картин, так гонятся за страстями, что каждого из них можно было бы принять за сумасшедшего, если бы он проделывал это в реальной жизни. Становится страшно от того, что эта распространенная в обществе школа оказывает свое воздействие и на немцев, заставляя их вести себя в жизни, например в политике, как безумцы. Их прежние стремления к уюту и спокойствию доставляют им отныне чувство стыда. Они боятся прослыть из-за них духовными посредственностями, не способными сказать свое слово в решении значительных проблем, в частности в вопросе о счастье. Отныне не желают счастья как такового, но всегда стремятся заслужить гордость благодаря своей принадлежности к последним судьям и испытателям счастья: здесь страсть соединилась с тщеславием их духа. К примеру, вопрос о счастье в любви, из которого немецкие художники создали вампирическую картину: их счастливая «любовь» желает затмить собой весь мир, испить его, осушив до дна; если это ей не удастся, то любовь должна, по крайней мере, отомстить всему, что еще осталось от счастья. Но ведь это любовь в сумасшедшем доме — или же она заслуживает того, чтобы ее там заперли, а может быть, она сама и есть сумасшедший дом.

14 [22]

В игре на фортепьяно самое главное — дать певцу возможность петь, а аккомпаниатору — аккомпанировать. Я могу выдерживать музыку, не делающую подобного различия между основной мелодией и аккомпанементом, лишь в качестве короткой интерлюдии, идеального шума, который заставляет нас с жадностью ожидать, когда вновь зазвучит голос певца.

14 [23]

Человеческий голос — это апология музыки.

14 [24]

С какой благодарностью стареющий Гёте вглядывается во все эротические ощущения, которые подарила ему жизнь! Не в добрый час Софокл сказал об Эросе как о бешеном демоне. Или этот любезнейший из всех афинян был слишком любезен к себе и, вследствие этого, временами зол, коварен и утомлен самим собой — или же, что еще вероятнее, поносил бога, тем самым отплачивая ему за то, что он оставил его.

14 [25]

Куда девался бог? Что мы наделали? Неужели мы выпили море? Какой губкой стерли мы горизонт вокруг нас? Как мы могли допустить, чтобы стерлась эта вечная четкая линия, к которой до сих пор сходились все линии и мерки, до сей поры служившие ориентиром всем архитекторам жизни, и без которой не существовало бы никакой перспективы, никакого порядка, никакой архитектуры? Стоим ли мы еще на собственных ногах? Не падаем ли мы непрерывно? Вниз, назад, в сторону, во всех направлениях? Не накинули ли мы на свои плечи бесконечное пространство, словно плащ из ледяного воздуха? Не потеряли ли точку опоры, ибо для нас больше не существует ни низа, ни верха? И если мы еще живы и упиваемся светом, то не благодаря ли блеску и мерцанию небесных тел, которые померкли? Пока мы не видим нашей смерти, нашего тлена, и это вводит нас в заблуждение, заставляя верить, что мы сами и есть свет и жизнь. Но это лишь наша прошлая жизнь, озаренная светом, это прошлое человечество и прошлый бог, тепло и свет которых все еще доходят до нас: даже свету требуется время, как требуют времени смерть и тлен! И, наконец, мы, живущие и излучающие свет: как обстоят дела с нашей силой излучения? В сравнении с прошлым поколением? Сильнее ли этот свет, чем тот пепельно-серый, отражаемый Луной от светящейся Земли?

14 [26]

Еще слишком рано, невероятное событие еще не дошло до ушей и сердец людей: великие новости требуют продолжительного времени, чтобы быть понятыми, в то время как мелкие новости дня обладают громким голосом и мгновенно осознаются всеми. Бог умер! И мы его убили! Чувство того, что мы убили самое могущественное и священное, что только было в мире, еще придет к людям, это необычайное и новое чувство! Какое утешение может найти убийца из убийц?! Как он очистит себя?!

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